Mein Lese-Erlebnis bei „Die Mondspielerin“ (Nina George)

 

Dies ist nun keine Rezension im üblichen Sinne, sondern ich schreibe über MEINE Empfindungen beim Lesen dieses wunderschönen und berührenden Romans.

Hier handelt es sich um ein Buch, in dem u.a. im Anhang die Bretagne von A bis Z erläutert wird. Doch das brauche ich nicht.

Ich tauche ein in eine Gefühls- und Gedankenwelt, die mir sehr vertraut ist – fast wie ein nach Hause kommen. In ein Land, das ich selbst kennengelernt habe und ich gehe auf in den Erinnerungen an einen ganz besonderen Menschenschlag – die Bretonen und ihre geheimnisvolle Kultur.

Es ist für mich ein Buch, in dem ich mich wiederfinde, an der bretonischen Küste, inmitten von riesigen blühenden Hortensienbüschen, Lavendel, Thymian und Rosen. An der schroffen Steilküste, auf dem Zöllnerpfad und inmitten der riesigen, fantasievoll geformten, rosa Granitsteinen.

Wanderweg Küste_P1070059

 

Perros_P1070052

Beim Lesen dieses Buchen wirkt all der Zauber auf mich ein, den ich dort erlebt habe. Ich atme wieder die Düfte von Wald, Kräutern, Blüten, Tang und Meer. Beim Lesen dieses Buches lebe ich mich wieder ein und lebe dabei auf.

Insofern hat dieses Buch für mich also einen ganz besonderen Wert. Wie wundervoll, es zu lesen und alles mitzu(er-)leben. Es rührt mich zu Tränen, es lässt mich Lachen und es überzieht mich an manchen Stellen der Handlung mit Gänsehaut.

Ich kann es jedem nur von Herzen empfehlen, der schöne Romane und noch dazu die Bretagne liebt.

Hier ein Teil eines „pikanten“ Gespräches, das mich zugleich nachdenklich werden und auch sehr schmunzeln lies:

„Geht das schon wieder los“, klagte Marieclaude.
„Wir sind alt. Wir dürfen das“, sagte Colette trocken.

„Ich bin nicht alt“, korrigierte die Friseurin spitz und richtete ihre Löckchen. „Ich habe nur etwas länger gelebt als andere.“

„Wisst ihr, was das Tragische an der höheren Lebenserwartung ist?“, fragte Paul auf einmal ernst. Alle sahen ihn erwartungsvoll an.
„Dass man länger Zeit hat, unglücklich zu werden.“

Oder diese Stelle – ein Gespräch zwischen Hotelbesitzerin und der hübschen jungen Kellnerin, in die der junge Koch (ein ganz besonders sympathischer Bursche) verliebt ist, ohne dass diese es wahrnimmt. :

„Laurine! Hör auf zu träumen! Die Spezialitäten des Tages: Thunfisch nach Art der Concarneau-Fischer, cotriade, huitres de Belon, moules mariniéres, noix de SaintJaques Ar Mor au naturel oder gratiniert oder mit einer Cognacsauce. Kurz, unser testosterongestörter Koch hat wieder zu seiner alten Form gefunden. Schreib das auf, sonst vergisst du es wieder, Kindchen.“  […]  Laurine malte sich die Worte gehorsam auf ihren linierten Kellnerblock.
„Was ist Tes … Treso… Tostrongestört?“, fragte sie dann.
„Salzsucht“, antwortete Madame Geneviève kurz angebunden und richtete ihren Schiessschartenblick auf Jeanremy.
„Es wäre gut, du würdest die Dame endgültig aus deinem Gedächtnis verbannen!“
„Was denn für eine Dame?“, fragte Jeanremy vorsichtig.
„Wegen der du das Salz brikettweise in den Sud geschüttet hast!“
„Jeanremy nimmt zuviel Salz wegen einer Dame?“,fagte Laurine.
„Er ist verliebt. Verliebte Köche nehmen zu viel Salz.“
„Und unglückliche?“
„Zu viel Cognac.“
„In wen ist Jeanremy denn verliebt?“, fragte Laurine.

(Textauszug aus „Die Mondspielerin“ / Nina George)

Also ich finde, jeder einzelne Satz in diesem Buch ist ein Genuss … wenn man es von vorne liest und der Handlung folgt 🙂
Und wenn man wie ich die Bretagne liebt, dann schwingen beim Lesen auch deren leise Töne mit den Gedanken und Gefühlen …

 

p.s.  Nachtrag: Der Inhalt des Buches

http://wp.me/a6tYTQ-1oKEB

 

7 Gedanken zu “Mein Lese-Erlebnis bei „Die Mondspielerin“ (Nina George)

  1. na, dann werde ich doch gleich heute nacht damit beginnen, mich auf den weg zu machen, um die spuren von nina, marianne und christel zu verfolgen.

    übrigens: in meinem buch gibt es den von dir erwähnten anhang nicht. aber den werde ich, denke ich, nicht unbedingt vermissen.

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    • schön, ich hoffe es gefällt dir 🙂

      übrigens, der anhang ist ganz hinten im buch … schau halt nochmal nach. wenn er nicht da ist, dann fehlt er und dann würde ich reklamieren – aus prinzip, denn dann fehlt ja was! und die können nicht so eigenmächtig davon ausgehen, dass du es nicht vermissen wirst, nicht wahr?

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      • mein bücherei-buch hat 49 kapitel und einen epilog, und das alles auf 332 seiten. es ist definitiv nichts entfernt worden.
        übrigens: das mit der ortsbestimmung anhang hattest du doch wohl nicht ernst gemeint … ! ??? mein anhang z.b. ist nicht am ende des buches zu finden, sondern derzeit unterwegs in deutsch land…

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      • dann hat diese sache eben mal wieder zwei wahrheiten und ich bestehe nicht darauf, recht zu haben. aber schau nochmal ans ende meines eintrags an, da habe ich ein foto von meinem „Buch“ eingestellt. da siehst du das, was dir fehlt.

        besonders liebe grüsse zu dir und in den morgen 🙂

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  2. Pingback: Eine Frau soll leuchten … | seelenglimmern

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