Hesse – Sonderausstellung „Eine Mythologie des Tessins“ – Teil II

Louis der Grausame … gemeint ist:
Louis Moilliet (1880 Bern – 1962 Vevey), Schweizer Expressionist, Mitglied der Künstlervereinigung Der blaue Reiter und Freund Cuno Amiets, hatte 1914 die legendäre Tunisreise mit August Macke und Paul Klee initiiert. 1919 besuchte er Hesse und malte zusammen mit ihm in und um Montagnola.

Beide waren in lebenslanger Freundschaft miteinander verbunden. Hesse bekannte, Moilliet „hatte in der Zeit, wo ich halb Maler war, Einfluss auf mich“. Er verewigte ihn als Louis der Grausame in der Erzählung Klingsors letzter Sommer, „der seine Kunst ganz verstand, dessen eigene Kunst der seinen nah und ebenbürtig war“.  ( https://www.hermann-hesse.de/node/1435 )

Er leistet ihm mitunter Gesellschaft. „Louis der Grausame, der ein unstetes Wandervogel-Leben führende Malerkollege, mit dem Klingsor nicht nur seine Kunstauffassung, sondern auch seine Vorliebe für die „heiteren Dinge“ des Lebens wie Mailänder Schnitzel, Birnen mit Gorgonzola oder Benediktiner teilt. Klingsor leidet bisweilen darunter, dass sein Freund Louis für die ihm selbst eigene Schwermut und Larmoyanz wenig Verständnis aufbringt und sich davon zwischendurch immer wieder zur Abreise genötigt sieht.“
( http://www.linkfang.de/wiki/Klingsors_letzter_Sommer#Klingsors_Lebensstil )

 

 

„Die Tage verbringt er mit rauschhafter Hingabe an seine Kunst. In grellen Farben malt er die Landschaft „in jenen südlichen Gegenden um Pampambio, Kareno und Laguno“ mit ihren „Judasbäumen, Blutbuchen und Eukalyptus“.

Und Sighanda malte es so ….

 

….  „Die glühenden Tage wanderte ich durch die Dörfer und Kastanienwälder, sass auf Klappstühlchen und versuchte, mit Wasserfarben etwas von dem flutenden Zauber aufzubewahren; die warmen Nächte sass ich bis zu später Stunde bei offenen Türen und Fenstern in Klingsors Schlösschen und versuchte, etwas erfahrener und besonnener, als ich es mit Pinsel konnte, mit Worten das Lied dieses unerhörten Sommers zu singen.“  (Hermann Hesse)  …

 

Albogasio, 1925 – Aquarell von Hermann Hesse:

 

Reben bei Bigogno, 1919:

 

Blühende Pfirsichbäume, 1924:

 

Barbengo, 1924:

 

Landschaft im Tessin, 1924:

 

Bosco Luganese, 1925:

 

MONTAGNOLA :

 

Haus am Weinberg, 1926:

 

Tessiner Bergdorf, 1929:


Übrigens, die Farben hatten für Hermann Hesse eine grosse Bedeutung. Die Farbe ROT zum Beispiel:

„Ganz besondere Bedeutung kommt dabei der Farbe Rot in all ihren Nuancen zu. Man trifft in der Erzählung auf rote Blumen, Dachziegel, Berge, Kirchen und Straßen. Auch trifft man diese Farbe beim Wein an, den Klingsor und seine Freunde stets in großen Mengen tranken, vor allem aber auch bei der „roten Königin“ von Kareno. Die rote Farbe symbolisiert Leidenschaft, Liebe und flammende Jugend jedoch auch Aggressivität und Wut. Und beide Züge sind bei Klingsor zu finden. Die Liebe und Leidenschaft den Frauen und der Natur gegenüber, die Wut und die Aggressivität kommt stark zum Vorschein gegenüber dem Tode und als er sein Selbstporträt malte. Die Sinnlichkeit und die Lebenslust, welche ebenfalls in der Farbe rot verkörpert werden, verwendet Klingsor als Waffen gegen den Tod. „Purpur war Leugnung des Todes, Zinnober war Verhöhnen der Verwesung“.  (http://www.linkfang.de/wiki/Klingsors_letzter_Sommer#Die_Farben)

Hermann Hesse und die Natur …

 

Gärtnerei, 1919:

 

Fotoserie von Martin Hesse:

 

3 Gedanken zu “Hesse – Sonderausstellung „Eine Mythologie des Tessins“ – Teil II

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