Hesse – Sonderausstellung „Eine Mythologie des Tessins“ – Teil III

 

Im dritten und letzten Teil meines Museumbesuches war ich besonders berührt … meine eigenen Erinnerungen drängten sich nun vehement in den Vordergrund. Hatte ich doch eine ähnliche Erkundungsreise durchgeführt und sehr genossen. Hier hatte ich ausführlich darüber berichtet:
https://seelenglimmern.com/reisen/tessin-montagnola-2012/

Ach ja, Hermann Hesse und seine Grotti, diese typischen tessiner Waldschenken …

„Zu Hesses Abendprogramm gehörte oftmals auch ein Besuch der Tessiner Waldschenken, der Grotti (wörtlich: Grotten). Ursprünglich wurde in diesen Felsenkellern lediglich der Wein gelagert, doch im Laufe der Zeit ging man dazu über, Weinkäufern ein Glas Wein mit etwas Brot und Käse anzubieten, und so entwickelten sich die Grotti zu einfachen Gastschenken, in denen man von alten mächtigen Bäumen umringt in angenehm schattig-kühler und gesunder Waldluft heute auch warme Gerichte genießen kann. Im Grotto Circolo Sociale hängt links an der Fassade die Kopie einer Fotografie aus dem Jahre 1929, die Hermann Hesse mit seiner Frau Ninon und einem unbekannten Mann beim Weintrinken in diesem Grotto zeigt. Hier sowie im unmittelbar benachbarten Grotto Cavicc, das der Weinfreund Hesse ebenfalls häufig aufgesucht hat, wird der Wein aus kleinen Keramikschalen getrunken, was – wie wir seinen Gedichten über die Tessiner Waldschenken entnehmen können – auch schon bei Hesses abendlichen Treffen mit Bacchus üblich war. “  🙂
http://stefanbarme.com/files/1441692896.pdf )

Nun aber wieder zurück zum Museumbesuch:

 

 

Sighanda malt und berichtet:

Tavolozza Klingsor

 

Grotto Morchino:

 

… und so malt es Hermann Hesse:  Grotto ….

 

… und dann wieder Sighanda:

 

 

 

„Oh du, der du beim vollen Becher sitzest …“  – man findet sein Foto überall. Auch ich habe es damals fotografiert 🙂

 

 

Dann war da noch der Tag in Careno:

 

„Der Tag in Kareno

Einen Höhepunkt der Erzählung stellt der Kareno-Tag dar. Unter nur durch seine Bekannte Ersilia gelegentlich aufgehellten Gesprächen über Tod und Vergänglichkeit wandert Klingsor mit Freunden hinüber in das Städtchen Kareno, um dort die „Königin der Gebirge“ zu besuchen, eine Frau von „schlank elastischer Blüte, straff, federnd, ganz in Rot, brennende Flamme, Bildnis der Jugend“. Den Nachmittag und den Abend verbringt man bei Brot und Wein in froher Runde und geistiger Verbundenheit, die Hesse eindrucksvoll gleichnishaft beschreibt: „Vögel in goldenem Käfig (…) sangen exotische Lieder (…) Antwort kam von Stern und Mond, von Baum und Gebirg, Goethe saß da und Hafis, heiß duftete Ägypten und innig Griechenland herauf, Mozart lächelte, Hugo Wolf spielte den Flügel in der irren Nacht.“

In einem kurzen Brief an Edith verteidigt Klingsor später die Liebe in jeder Gestalt und in den Wandlungen lebendiger Gefühle.“  ( http://www.linkfang.de/wiki/Klingsors_letzter_Sommer#Der_Tag_in_Kareno )

Die Königin der Gebirge im roten Kleid ist Ruth Wenger, die zukünftige Ehefrau von Hermann Hesse.

 

 

Carona, Loggia-Haus – Hermann Hesse malte es 1923:

 

Sighanda stellte alles so dar:

 

Ciona, Grotto  …  wieder ein Grotto!

 

Hier zwischendurch Hesses Eintrag im Gästebuch der Casa Constanza am 22.07.1919:

 

Die Illustration „Klingsors Pastellfarben“ von Sighanda:

 

… und wieder Carona, die Piazza Montagnola:

 

 

„Hier musste es sein, hier wohnte sie. Das Haus schien aber ohne Tor zu sein, nur rosig gelbe Mauer mit zwei Balkonen, darüber am Verputz des Giebels eine alte Malerei: Blumen blau und rot und ein Papagei.“  (Hermann Hesse):

 

In Ciona:

„Aus einem finstern Steinraum wie aus Höhlen der Urzeit trat ein Weib, die Mutter (…). Aus schmutzigen Kleidern stieg der braune Hals, ein festes breites Gesicht, sonnenverbrannt und schön, breiter voller Mund, grosses Auge, roher süsser Liebreiz, Geschlecht und Mutterschaft sprach breit und still aus grossen asiatischen Zügen.“

Ciona, Casa Rossa

 

Damit endet nun die Erkundungsreise mit Sighanda. Wer mehr über sie wissen möchte, blicke zurück … in meinem Blog! Hier hatte ich über sie berichtet:

https://seelenglimmern.com/2017/03/23/sighanda/

 

2 Gedanken zu “Hesse – Sonderausstellung „Eine Mythologie des Tessins“ – Teil III

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