Der poetischen Wahrheit nachgehe(n)/Hermann Hesse

Um das Dichten geht es !

Es sind nur 123 Seiten  … und es geht um Hermann Hesse, seine Poesie und seine poetische Wahrheit, der nachgegangen werden soll.

Dieses Buch entstand anlässlich des 14. Internationalen Hermann-Hesse-Kolloquiums, das im Mai 2013 in Calw stattfand.

 

Fünf feine Aufsätze liegen nun vor mir und ich habe wieder die Qual der Wahl, mit welchem ich beginne, denn solch ein Buch lese ich gewöhnlich nicht von vorne nach hinten.

 

Doch das Vorwort lese ich schon zuerst – hier ein paar Zitate daraus mal vorab:

Hermann Hesse selbst über seine Werke:

„Sie spiegelten meinen eigenen Weg, meine heimlichen Träume und Wünsche, meine eigenen bitteren Nöte! Auch solche Bücher, in denen ich einst, als ich sie schrieb, mit bestem Glauben fremde, außenstehende Schicksale und Konflikte darzustellen gemeint hatte, auch sie sangen dasselbe Lied, atmeten dieselbe Luft, deuteten am selben Schicksal, am meinigen.“

Natürlich wissen wir inzwischen, dass hinter den Protagonisten der Autor Hesse selbst steht. Doch es war keineswegs seine Absicht, die Ereignisse ganz genau wiederzugeben oder naturgetreu nachzubilden.

„Es ging Hesse in seiner Dichtung wie in seiner Malerei nie um die naturalistische , sondern stets um poetische Wahrheit im Sinne Schillers, um die künstlerische Verdichtung und Modellierung der Wirklichkeit.“
– so im Vorwort.

Und „Jedes Erinnern ist gleichzeitig ein Erfinden!“, sagte der Schweizer Schriftsteller Urs Widmer. Gemeint ist, dass beim Erinnern die Phantasie nicht ausgeschaltet wird, sondern dass diese mitgestaltet.                                                       (kleine Fußnote am Rande: *wie wahr – dem kann ich nur zustimmen. Mit vielen geht die Phantasie auch dabei durch … )

Genau darum geht es nun also, um dieses „Wie viel Dichter steckt im Text?“

 

Hier noch ein Zitat aus dem Vorwort, das mir gefällt:

 

„Hesse will nicht den Leser, der nach Hesse sucht; er will den Leser, der sich durch Fiktion irritieren lässt.“, meint Tim Lörke.

 

Also, wenn Freund Hesse das will, dann soll er das auch bekommen – allerdings wird es in diesem Fall hier kein Leser sein, sondern eine LeserIN. Doch, so wie ich ihn kenne, wird ihn das nicht sonderlich stören 🙂