Nobuyuki Tsuji … er sieht nicht, aber er spürt!

 

Ein bemerkenswerter junger Mann, ein ganz besonderer Mensch, ein Musikgenie!
Er fragt sich in Bezug auf die grosse Pianistin Martha Argerich: „Wie schafft sie es, diese Energie, diese Kraft, diese Brillanz und Farbe zu erzeugen?“ und ich frage mich, wie schafft er es.

Sein Pianospiel berührt mich unglaublich und rührt mich auch zu Tränen. Ich weiss, dass er blind ist und nur nach Gehör und Gespür spielt – er hat keine Notenblätter der grossen Komponisten vor sich, deren Werke er interpretiert und einfach genial spielt. Auch zusammen mit dem Orchester zeigt er Einfühlungsvermögen und sagt: „Ich spüre ,was die Orchestermusiker wollen, das ist wie eine Welle, die zu mir fließt und der ich folgen muss.“
(aus: http://www.concerti.de/de/795/portraet-nobu-tsuji-ich-muss-den-taktstock-nicht-sehen-koennen.html  )

„Ich möchte das spielen, was ich selbst liebe. Ich verbinde viel mit den Stücken. Und ich möchte dem Publikum zeigen, wie ich sie sehe.“, sagt er in einem anderen Interview. Und ich liebe was er spielt und wie er es spielt … ich höre ihm so gerne zu.

In einem Kommentar lese ich: „Listening to him and changing your opinion about the world“

Hier zwei Videos, die mich mit ihm bekannt gemacht und sehr beeindruckt haben:

Ich denke, dieser junge Mensch ist ein Geschenk der Schöpfung an die Welt 🙂

Mit grundloser Traurigkeit im Herzen …

„Das ist ‚Le mal du pays‘ von Franz Liszt. Aus dem ersten Jahr der Années de pèlerinage, Liszts ‚Pilgerjahren‘, die in der Schweiz beginnen.“
“ ‚Le mal …‘?“
“ ‚Le mal du pays‘, das ist Französisch. Allgemein heisst das so etwas wie Heimweh oder Sehnsucht, aber genau genommen ist es ‚die grundlose Traurigkeit, die eine ländliche Idylle im Herzen des Menschen weckt‘. Der Ausdruck ist schwer zu übersetzen.“ […]

„Wer ist der Pianist?“
„Lazar Bermann, ein Russe. Er spielt, als würde er eine imaginäre Landschaft beschreiben […]
wenn man das Ganze aufmerksam anhört, begreift man Liszts einzigartige Tiefe …“

(Textauszug aus „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami)

Ja, wenn  man das Ganze aufmerksam anhört, dann muss man es nicht übersetzen können. Man fühlt in der Tiefe seines Herzens diese „grundlose Traurigkeit“ und es ist eine sehr schöne Art, traurig zu sein.

p.s.  ich wusste, es ist ein wundervolles Buch 🙂