Kulinarisches

Toskana – köstlich und sinnlich

Auf das toskanische Essen und die hervorragenden Weine habe ich mich ganz besonders gefreut – Verführung und Genuß pur! Schon lange bevor ich in der Toskana war, suchte ich ständig in Büchern, Magazinen und Rezeptdatenbanken nach Ideen, Bezugsquellen für italienische Produkte und nach Rezepten zu diesen kulinarischen Genüssen.

Kochen ist für mich eine Leidenschaft und wer dieser verfallen ist, kommt nur sehr schwer wieder davon los. Nicht nur das Kochen nach Originalrezepten, sondern auch das Experimentieren, Probieren und neue Varianten entwickeln machen dabei ungeheuren Spass – ganz besonders, wenn man zusammen kocht! Was gibt es Schöneres, als ein Date in der Küche? Oftmals wird daraus ein Erlebniskochen, das ganz enorme Sinnlichkeit und „Lust auf mehr“ erzeugt . Ein Vergnügen, das Ihre Fantasie wecken wird .

Die paradiesischen Produkte der Toskana bieten sich dafür geradezu an. Feinstes Olivenöl, aromatische Tomaten, die edelsten Pilze (besonders die Trüffel und Steinpilze), unterschiedlichste Käsesorten, duftende und wohlschmeckende Kräuter wie Basilikum, Rosmarin, Thymian und…und…und… . Schon allein der Gedanke daran erweckt bei mir augenblicklich Sehnsucht nach Kochlöffel und Bratpfanne. Natürlich werde ich jetzt aber nicht kochen und experimentieren, sondern weiterschreiben und Ihnen noch mehr darüber berichten. Obwohl, die Vorstellung an leckere Pasta con Funghi, vorweg Bruscetta Tomaten mit viel Olivenöl und ein Gläschen edlen……nein, daran darf ich jetzt gar nicht denken ….

Beginnen möchte ich hier mit einem meiner Lieblingsgerichte – der toskanischen Ribollita. Sie finden dieses Rezept unter „Vorspeisen“, doch für mich ist es schon eher eine „Hauptspeise“. Nach diesem Genuß bin ich meistens schon so satt……aber Sie werden es ganz sicher selbst feststellen!

Dieser „aufgewärmte Gemüseeintopf“ schmeckt einfach köstlich und man hat, wenn man gleich genügend davon kocht, mindestens drei Tage etwas davon.

Schon am nächsten Tag schmeckt diese Suppe, vorsichtig aufgewärmt (damit nichts ansetzt) noch viel besser. Erst dann ist es eigentlich eine „Ribollita“ = aufgewärmte Gemüsesuppe!

Am dritten Tag schließlich ist der Rest, falls dann noch einer übrig ist, so eingedickt, dass er in einer Pfanne zu einem großen „Gemüsepfannkuchen“ angebraten werden kann. Das ist ein total außergewöhnliches und sehr herzhaftes Gericht. Und es schmeckt unheimlich lecker. Darum sollten Sie unbedingt gleich eine größere Menge kochen, damit Ihnen dieser Genuß nicht entgeht. Mehr ist hier in jedem Fall besser, denn man kann kaum genug davon bekommen.

Toskanische Ribollita  (für 6 Personen)

350 g        Bohnen (ital. Borlotti od. andere)           

4                Knoblauchzehen (fein gehackt)

3-4            Salbeiblätter (in Streifchen)

1/2 Tasse  Olivenöl

100 g        geräucherter Speck (in Würfel)

1               Zwiebel (fein gewürfelt)

2 mittelgr. Karotten (in Scheibchen)

1 kleine     Stange Lauch (in Ringe geschnitten)

2 Stangen Staudensellerie (gewürfelt)

2                Zucchini (gewürfelt)

1               Wirsingkohl (ca. 800 g-in ca. 2

                 cm breite Streifen geschnitten) 

1 Dose      Tomaten (ca. 450 g – in Stücken)

2 Zweige  Thymian

1 Zweig     Rosmarin

1 Bund       Petersilie

Salz, Pfeffer, ca. 1 l Fleischbrühe

ca. 300g  Weissbrot (in Scheiben und angeröstet)

Parmesankäse, Olivenöl  

Bohnen über Nacht einweichen, dann mit Knoblauch und Salbei in ca. 1 1/2 Std. weichkochen. Die Hälfte davon pürieren.

Öl erhitzen und darin den Speck anbraten. Gemüse zugeben und andünsten.

Danach die Bohnen, das Bohnenpüree, die Tomaten und Kräuter hinzugeben und alles kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mit etwas Bohnenkochwasser und Fleischbrühe auffüllen, bis alles gut bedeckt ist. Die Suppe ca. 30 Min. bei reduzierter Hitze kochen (bis der Kohl weich ist).

Weißbrotscheiben in etwas Olivenöl anrösten.

Zum Schluß die Suppe und die Brotscheiben abwechsend in Schichten in einen großen Topf geben und ca. 1/2 Stunde stehen lassen, damit sich die Brotscheiben vollsaugen können.

Dieser Eintopf wird meistens lauwarm gegessen und mit Parmesankäse und Olivenölserviert.

Und dann die Süssspeissen ….

    

Auch hier möchte ich zuerst mit einem “ Lieblingsdessert “ beginnen. Mit dieser Köstlichkeit  haben Sie kaum Aufwand und es schmeckt einfach unvergleichlich!

Nun, ein wenig mehr Aufwand (aber wirklich nicht sehr viel) wird es, wenn Sie dieses traditionelle Mandelgebäck selbst zubereiten. Aber es lohnt sich. Dieses Gebäck ist ein süßer und knuspriger Genuß zum Stippen! Nicht nur  zum Dessertwein, sondern auch zu Kaffee, Espresso oder Ihrem Cappuccino. Ursprünglich stammt es aus  Florenz  und wird doppelt gebacken, wie z.B. auch unser Zwieback. Nun aber zum toskanischen Rezept:

Cantuccini mit Vin Santo

auf eigens dafür von mir bemalten Tellern 🙂

 

 Zutaten:      500 g Mehl (z.B. je ein Anteil doppelgriffiges Mehl und Dinkelmehl)

                    100 g Honig  und  250 g Zucker (oder auch 350 g Zucker)

                    4       Eier (davon 1 Eigelb zum Bestreichen der Teigstücke  zurückbehalten)

                    1 P. Backpulver

                    Bittermandelöl, Vanillemark und Zitronenschale nach Geschmack

                   100 g gehackte Mandeln 

                   200 g ganze Mandeln  (evtl. in trockener Pfanne etwas angeröstet)

Zubereitung:

Zunächst Eier, Zucker und Honig in der Küchenmaschine rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die Aromen zugeben.

Mehl mit Backpulver und den gehackten Mandeln mischen und auf eine Arbeitsplatte geben. In die Mitte der Mehlmischung eine Mulde drücken. Die Eiermischung in die Mulde schütten und alles von der Mitte aus zu einem Teig kneten. Falls der Teig noch zu sehr klebt, etwas Mehl zugeben, bis er elastisch und formbar ist.

Nun den Teig zu einer Platte auswellen und die ganzen Mandeln darauf verteilen. Die Platte einige Male einschlagen und die Mandeln dabei unterkneten.

Dann den Teig in 6 Stücke aufteilen und jedes Stück zu einer Rolle (ca. 3-4 cm Durchmesser) formen. Je drei Rollen auf ein Backblech legen. Das zurückbehaltene Eigelb mit etwas Wasser vermischen und die Rollen damit bestreichen.

Bei 180 Grad (Umluft) ca 20-25 Minuten backen.

Nun die Rollen aus dem Backofen nehmen und noch warm in ca. 1,5 cm breite Scheiben schneiden (dies klappt mit einem elektrischen Messer hervorragend).

Die Scheiben danach nochmals ca. 5 Minuten nachbacken. Sie sind dann ziemlich hart – aber das muß unbedingt so sein – wegen des Stippens!

      

     

    

Und zu diesem köstlichen Gebäck gibt es

ein Gläschen himmlischen Vin Santo – dem!!! Dessertwein

aus dem wunderschönen Chiantigebiet der Toskana.