„One of the U.K.’s most technically gifted classical crossover talents …

 

…  award-winning tenor Alfie Boe grew up in Blackpool, England.“

Was  ihn auszeichnet, sind überragende Topplatzierungen in den Klassikcharts – auch in den USA.

Ob Oper, Musical oder Folksongs – er singt mit Leidenschaft … auch in der Küche! 🙂
Wer würde sich von solch einem Tenor nicht gerne bekochen lassen … hier probte er wohl für sein Album „La Passione“, ein Album mit traditionellen italienischen Liedern.

Aber hier nun ein Highlight, das mir sofort unter die Haut ging – was für eine Stimme!

Aber er kann noch mehr:

Synergie = Zusammenwirken

 

Ein Synergieeffekt steht für die Hoffnung, dass ein Ganzes durch sein Zusammenwirken mehr wert ist als die Summe seiner getrennt bleibenden Teile.

Ob die Wirkung in meinem Beispiel „mehr wert“ ist, als die getrennt bleibenden Einzelteile, möchte ich so nicht behaupten – jedes ist ein hervorragendes Schöpfungswerk für sich.
Auf jeden Fall aber finde ich faszinierend, welche Wirkung es auf mich hat, wenn ich diese Drei im Zusammenwirken erlebe:

Mascha Kaleko – ihr Gedicht „Die Dritte Sinfonie“ (aus: „In meinen Träumen läutet es Sturm“),
Gustav Mahler – seine 3. Sinfonie 4.Satz und 
Friedrich Nietzsches Text aus „Also sprach Zarathustra“, welchen Mahler in seinen 4.Satz integriert hat.

Ich finde diese Zusammenwirkung unbeschreiblich schöpferisch und mitreissend, geradezu genial.

Die Dritte Sinfonie
Als ich heute wieder Mahlers „Dritte“ hörte,
Umfingen mich die Schatten alter Zeit,
Und auf den Schwingen der Unendlichkeit
Entfloh ich dieser Stadt und dem Getriebe,
In das Gewoge der Vergangenheit,
In das Vineta unsrer ersten Liebe.

Ein Gestern grüsste mich bei jedem Schritte,
Das dunkle Tor, das dem Erinnern sich
Stets halb verweigert hatte – Mahlers „Dritte“
Erschloss es wie ein „SESAM ÖFFNE DICH!“
Und alles, was jahrzehntelang schon schlief,
Schien aufbewahrt in „unserem“ Motiv …

Wie Japanblumen, leblos im Papier,
Im Wasser aufgehn und sich bunt entfalten –
So regten sich bei jedem Takt in mir
Die eingefrornen Träume und Gestalten.
Dass es doch möglich wär, sie festzuhalten,
– Den Augenblick, und was ihm bang entstieg,
Die Stimme, was sie sagte und verschwieg –
Sich fortzuretten aus den Gletscherspalten
Ins Sonnenreich unsterblicher Musik.

Friedrich Nietzsche „Das trunkene Lied“
aus: ALSO SPRACH ZARATHUSTRA, Vierter und letzter Teil, Das Nachtwandler-Lied, Kapitel 12

ALLE LUST WILL EWIGKEIT
O Mensch! Gib Acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
„Ich schlief, ich schlief—,
aus tiefem Traum bin ich erwacht:—
Die Welt ist tief,
und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh—,
Lust—tiefer noch als Herzeleid.
Weh spricht: Vergeh!
Doch all‘ Lust will Ewigkeit—,
—will tiefe, tiefe Ewigkeit!“

Musik – eigentlich viel zu unsterblich, um vom Tod berührt zu werden

Ich lese nochmals „Zeit der Zikaden“ und es fesselt mich wieder zutiefst, wie dieser Autor schreibt. Besonders ein Kapitel/Satz hat mich in Aufregung versetzt, zum einen, weil Musik (auch über sie zu lesen) mich augenblicklich in Schwingungen versetzt und zum anderen, weil in diesem Kapitel genau beschrieben wird, was mir so vertraut ist: der „Danse Macabre“, der Totentanz von Camille Saint-Saëns, dessen Musik ich so liebe. Während ich lese, spielt sich ein Film in mir ab. In erregenden Bildern und Klängen – ich sehe alles vor mir! Am Ende meines Eintrags werde ich diesen Film einstellen. Nun aber zur Szenerie und dem Buchtextauszug:

Selim befindet sich in einer Bibliothek und durchwühlt Bücher, Papierstapel und Noten. Er sucht ein passendes Stück, das er auf seiner Violine zu einer ganz bestimmten Gelegenheit spielen kann.

„Aber der Hahn hatte ihm ein anderes Stück von Saint- Saëns ins Gedächtnisgerufen. Eine sinfonische Dichtung, die zwar ebenfalls kein Solostück für Violine war, sich mit ihr aber dennoch bändigen liesse. Aus dem Bücher- und Papierstapel vor sich suchte er die Partitur heraus: den Totentanz.
Selim vertiefte sich in die Musiknoten.
Und lauschte ihrer Geschichte.

40. Satz
Appassionato (Der Buchautor hat seine Buch-Kapitel in Sätze gegliedert)

So regungslos, wie es für den Besucher eines nächtlichen Totenackers und seiner schlafenden Bewohner nur wünschenswert sein kann, liegt der Friedhof im dunkelblauen Licht. Um ihn herum hatte man einen verschnörkelten, mit spitzen Pfeilern bewehrten Zaun geschmiedet. Zum einen, um Ausbrüchen vorzubeugen, was einiges über die Lebenden sagt; zum anderen, um Einbrüche zu verhindern, was noch viel mehr übe sie verrät.
Der Mond schickt sein Licht durch den Nebel, aus dem zerbröckelnde Grabsteine ragen, letzte Fragmente des Gedenkens über dem Dunst aus Vergessen, im Verfall begriffen wie die Erinnerungen selbst. Die alten Grüfte wohlhabender Familien erheben sich neben den morschen Holzkreuzen der Besitzlosen, den selbst die Nacht hat ihre Hierarchien.
In den Ecken flackern die Feuerzungen der ewigen Lichter, die nur eine Illusion sind, da sie in Wahrheit wieder und wieder neu entzündet werden, vielleicht weil die Liebe der Lebenden manchmal eben doch immer aufs Neue entflammt werden muss. In der Luft liegt jenes Summen des Unfassbaren, das auf allen Friedhöfen und überhaupt an Orten des Todes aus sämtlichen Winkeln dringt.
Doch dann gibt es ein Geräusch sehr irdischer Natur. Drüben im Dorf läutet die Kirchturmglocke zwölf Schläge in eine bisher brachliegende Nacht hinein.
Noch während der letzte Glockenton verklingt, schreitet eine Gestalt durch das Friedhofstor und setzt sich auf einen der Grabsteine, eine achselzuckende Geste häuslicher Bequemlichkeit, die sich ausser ihr wohl niemand herausnehmen würde. Unter dem weiten Mantel holt sie einen Gegenstand hervor, den man in ihren Händen nicht erwartet hätte, weil seine Musik eigentlich viel zu unsterblich ist, um vom Tod berührt zu werden. Es ist eine Violine.
Der Gevatter ist gekommen, um Musik zu spielen.
Das Instrument hervorzuziehen, es ans klapprige Kinn zu legen und den Bogen anzusetzen, ist eine einzige fliessende Bewegung. Nur einen Augenblick später treibt die Violine ihre ersten verlangenden Töne mitten ins Herz der Stille. Und dann ändert sich alles.
Der Tod spielt Walzer, ausgerechnet. Musik aus schwungvoller Lebensfreude, gespielt an einem Ort, wo alles Leben endet, und von einem, dessen einzig bekannte Mission darin besteht, das Dasein auszulöschen. Kaum freigesetzt, möchte die fordernde Melodie gierig irgendwem in die Glieder fahren, und sie bleibt nicht ungehört. Überall reisst die Erde auf, und aus den Spalten klettern die Skelette und beginnen im Takt des Walzers zu kreisen. Das Mondlicht, das die Farben verblassen lässt, aber die Konturen schärft, bricht durch die leeren Brustkörbe. Immer mehr bleiche Tänzer fahren aus ihren Gräbern hoch und werden in den rauschenden Wirbel gesaugt, der durch die Kraft der gemeinsamen Bewegung selbst die willenlosen Nebelgeister mit sich zieht und ihnen Leben einhaucht.
Gevatter Tod reisst in Ekstase den Violinbogen so wild hin und her, als wolle er damit den Geigenhals absägen. Und immer leidenschaftlicher wirbelt mit klappernden Knochen durch die Nacht, was normalerweise bewegungslos unter der erde harrt. Zwischendurch könnte man meinen, der Strudel der Skelette käme atemlos zur Ruhe, aber dann bäumt er sich doch rebellisch wieder auf, weil die Erweckten erst von ihren Möglichkeiten ablassen wollen, wenn es gar nicht mehr anders geht, wie ein ausgehungertes Greifen nach jedem Bröckchen Leben, das man ihnen hinwirft. Und der Gevatter spielt, als die Nacht schliesslich unabwendbar ihren eigenen Tod zu sterben beginnt, gönnerhaft noch einmal kraftvoll auf, und jetzt legen die Tänzer erst richtig los, schwappen in einer Brandung aus saufenden Wellen über den Friedhof und überschwemmen alles mit ihrer Gier nach Leben. Unfassbar, wie sich erst am Ende aller Wege alles zu grösstmöglichen Tumult aufbäumt. Doch dann passiert, was sich auch mit der wildesten und selbstvergessensten Tanzerei nicht aus der Schöpfung herausschleudern lässt.
Die Nacht weicht dem Morgen [….]
… für die Skelette bedeutet er die Rückkehr in die Leblosigkeit, weil irgendetwas ihnen das Licht vorenthalten will, und auf einen Schlag gefriert die ganze Gesellschaft mitten in der Bewegung. Plötzlich herrscht absolute Stille, ein Moment aus Fassungslosigkeit und massloser Enttäuschung. Und dann sacken sie allesamt zusammen, zurück ins Erdreich, ohne Worte und ohne Widerstand.
Seelenlos.
Und tot noch dazu.“

(Textauszug aus dem wundervollen Buch „Zeit der Zikaden“ von Andreas Séché)

Und hier nun der Film/das Video zum Text, von dem ich sprach:

Der Zauber einer Stradivari

 

Anne-Sophie Mutter besitzt die „Emiliani“ und die „Lord Dunn-Raven“, zwei Stradivari-Violinen. Gleich zwei !

Und ich habe zwei Lieblingsstücke, die ich immer wieder höre, oft gespielt von Anne-Sophie Mutter.

In einem Gespräch sagte sie über ihre Stradivari:

„Sie ist eine singuläre Erscheinung, ganz sicher. Eine Geige lebt ja über Jahrhunderte. Auch die Musiker, die sie in dieser Zeit gespielt haben, haben sie mit ihren Seelen geprägt.“   …   „Die Geige ist mein künstlerisches Ich. Sie ist das, was ich versuche auszudrücken. Ich bin ja stimmlos ohne mein Instrument. Die Stimme, die ich habe, ist 302 Jahre alt. Ich habe eine enorme Verantwortung für sie.“

 

DAHEIM …

 

Eine Volksweisheit sagt:

Eine liebevolle Atmosphäre in Deinem Heim
ist das Fundament für Dein Leben.

Und Emanuel Geibel sagte:

Oh welche Zauber liegen in diesem kleinen Wort:
Daheim

Dies wird wohl jeder nachvollziehen können, der ungewollt (zu) lange weg war und endlich wieder zuhause ist.  Heute morgen konnte ich es kaum abwarten, bis ich von der Klinik abgeholt wurde und nun bin ich glücklich … wieder in meiner gewohnten Umgebung: in liebevoller Atmosphäre in meinem Heim 🙂

Jetzt kann ich mich auch wieder öfter meinem Blog und euren Einträgen widmen. Ihr wart ja ganz schön fleissig und es wird eine ganze Weile dauern, bis ich mich da durchgelesen und durchgehört habe. Aber ich freue mich darauf.

Übrigens „durchhören“ – mir fällt gerade eine wunderschöne Arie ein, in der es um die Heimat geht. Ich liebe diese Arie sehr, wegen der Musik und dem Text:

„Hat dein heimatliches Land
keinen Reiz für deinen Sinn?
Wer zerriß das schöne Band,
das dich zog zur Heimat hin?
Schwebt nicht deiner Jugend Bild
durch den Traum in stiller Nacht?
Hast du niemals dankerfüllt
an das Vaterhaus gedacht?

O folge mir!
Ach du weißt nicht, wie mein Herz
voller Qualen, seit du fort.
Meine Nahrung war der Schmerz,
Trüb‘ erschien mir jeder Ort!
Doch kehrst du jetzt mir zurück
an die treue Vaterbrust,
dann wird uns allen Glück,
neues Leben, neue Lust.“

Diesmal nicht von Thomas Hampson, denn auch Placido Domongo trägt es sehr berührend vor, seit er bei seiner wundervollen Baritonstimme angekommen ist.

Bariton – aus griech. barys „schwer“, „tief“ und tonos „Klang“; die mittlere männliche Gesangs-Stimmlage, die Bruststimme zwischen Tenor und Bass.

Er hat seine ergreifende Stimmfarbe beibehalten, auch als Bariton … einfach grandios.

Ich freue mich, dass ich wieder daheim bin und ihm zuhören kann 🙂

Wenn ich sitze, dann sitze ich …

 

… aber genau das ist es, was ich jetzt nicht tun sollte. Nach meiner Wirbelsäulen-OP machte mir der Neurochirurg (ein ganz wundervoller Arzt, wie man ihn nur noch selten findet, aber das war mir schon schlagartig klar, als ich seinen Namen las: Dr. HESSE !! 🙂  ) … also er sagte zu mir: „Sie müssen jetzt viel liegen, nur in Massen laufen und so wenig wie möglich sitzen!“ . Klar, das versprach ich ihm, bevor ich anschliessend in die Reha-Klinik gefahren wurde.

Dort angekommen, nahm auch gleich das Schicksal die Sache mit dem „nicht sitzen!“ in die Hand – besonders das Sitzen am PC. Immer wenn ich eine Website aufrief, kam der Hinweis auf meinem Notebook: „Die Seite kann nicht angezeigt werden. Die aufgerufene Seite antwortet zu langsam!“
Kurzum, WLAN in dieser Gegend ist einfach besch….. !

Hmmm … aber was soll’s, dachte ich, da ist ja noch mein Smartphone mit Internetflat 🙂
Ich nahm es also in die Hand und SETZTE mich. Tja, was dieses dann zu sagen hatte, war: „Derzeit kein Internetzugang!“ Und das sagte es andauernd!

Gut, sagte ich mir vernünftigerweise, es soll nicht sein! Danach lief ich eben massvoll ans Kiosk im Klinikcafé und kaufte mir eine Zeitschrift … sie heisst „happinez“. Beim Laufen oder Liegen kann ich zwar nicht in den PC tippen, aber beim Laufen lesen ist machbar. So marschierte ich dann lesend im Foyer auf und ab. Dabei fand ich es wirklich sehr nett von den anderen Patienten, dass sie mir immer rechtzeitig aus dem Weg gingen, um Zusammenstösse zu vermeiden.

Diese Zeitschrift hat mich sehr gefesselt, besonders ein Artikel, der ein „Alphabet des guten Denkens“ enthielt. Das wird mir auch noch die nächsten zwei Reha-Wochen helfen, dachte ich. Heute und morgen darf ich allerdings zuhause verbringen, um eine „Stille und Besinnliche Weihnacht“ geniessen zu können (darum sitze ich gerade ganz still vor’m PC … und wirklich nur extrem kurz! ), weil ich für mich und all diejenigen, welche daran interessiert sind, dieses „Alphabet des guten Denkens“ dokumentieren möchte … für alle Fälle und immer schnell aufrufbar … auch noch nach nach der Reha.

Anfänge wagen

Begeisterung zeigen

Contenance bewahren

Den nächsten respektieren

Einfach sein

Freude verschenken

Gern geben

Höher fliegen

Im Traum lachen

Jetzt einen Wunsch erfüllen

Kleine Glücksmomente geniessen

Lieben ohne Hintertür

Mut machen

Nichts tun, was man bereut

Ohne Angst sein

Pfade entdecken

Quälgeister vertreiben

Richtiges erkennen

Schönheit erschaffen

Treu bleiben

Uferlos denken

Versprechen einlösen

Wunder zulassen

X-mal Schönes wiederholen

Zufrieden bleiben

Dies ist eine Anregung, steht in dem Artikel und ich finde, eine sehr schöne.

So, jetzt bin ich aber lange genug gesessen und möchte euch allen ein wundervolles Weihnachtsfest wünschen. Und Zeit füreinander, um zusammen ein paar glückliche Stunden zu verbringen.

Und dann noch vielen lieben Dank an diejenigen, die so lieb an mich gedacht und mit geschrieben haben.