Hatschepsut und Senenmut – eine geheime Liebe

 

… aber doch nicht so geheim, wie beabsichtigt. Schon damals gab es Lauscher, Schwätzer, Spanner. In diesem Fall waren es vermutlich Bauarbeiter, die nicht wie heute ihre ausspionierten „Sensationen“ ins Internet stellten, sondern während ihrer Arbeitspausen an die Wand kritzelten. Ein solches Graffito erzählt uns viel bzw. verrät das einstige Liebespaar in eindeutiger Pose. Ertappt in ihrem Versteck auf der Baustelle.

(Quelle:Internet)

In erster Linie war Hatschepsut natürlich Pharao … männlich! Aber sie war auch eine Frau, unglaublich faszinierend und liebesbedürftig …. weiblich! Nach dem Tod ihres Gemahls war sie als Herrscherin auf Vertraute, Beamte und Hof-Berater angewiesen.

Einer davon war Senenmut (auch Sen-en-Mut oder Senmut), ein Mann aus mittleren Verhältnissen …. bürgerlich und damit leider kein Ehekandidat für die mächtige Pharaonin. Doch er hatte sich hochgearbeitet und wurde dabei von Hatschepsut gefördert. Senenmut  war daraufhin die „Graue Eminenz“ hinter Hatschepsut, war ihr oberster Architekt, Baumeister, Obervermögensverwalter. Auch für die Erziehung ihrer einzig noch lebenden Tochter Neferu-Re war er verantwortlich. Für Hatschepsut baute er wohl die meisten ihrer Bauwerke. Und in solch einem Bauwerk trafen und liebten sie sich u.a., bis ….  es ist nicht bekannt, wann Senenmut starb. Er verschwand plötzlich und es wird vermutet, dass sein „Verschwinden“ mit dem Tod von Prinzessin Neferu-Re (die Thronfolgerin) zusammenhängen könnte. Seine Gräber wurden geschändet und sein Namen, sowie seine Gestalt beschädigt. Viel wurde zerstört. Die Gründe dafür liegen immer noch im Dunklen.

Eine Liebesgeschichte, geheimnisvoll, spannend und noch längst nicht vollständig erforscht. Bittersüß wie die Liebe einer Königin zu einem Bettler … zwar sehr abenteuerlich und „bedingt geheim“ ausgelebt, zwar bekannt, aber nie öffentlich akzeptiert, geschweige denn legitimiert.

Über die letzten Jahre habe ich viel darüber gelesen und Dokumentationen angeschaut. Habe mitverfolgt, ob es etwas Neues in dieser Sache gibt. Fündig bin ich kürzlich in einem Buch geworden – aufwühlend und packend, ergreifend schön:

Das Hatschepsut-Puzzle von Michael Höveler-Müller

 

Ich stellte mir die Beiden beim Lesen vor, Sen-en-Mut mit seinem sehnsüchtigen Blick und Hatshepsut mit ihrem liebenden, aus ihren großen strahlenden Augen  …

 

 

Der Weg ins Licht

 

Ich bestätige voll Glück meinen Glauben daran,
dass wir in uns einen Funken jenes ewigen Lichts tragen,
das im Grunde des Seins leuchten muss,
und das unsere schwachen Sinne nur von ferne ahnen können.
Ich erkenne es als unsere höchste Pflicht,
diesen Funken in uns zur Flamme werden zu lassen
und das Göttliche in uns zu verwirklichen.

Malvida Freiin von Meysenbug

 

 

Ja, und:

Der Mensch muss lernen, den Lichtstrahl aufzufangen
und zu verfolgen, der in seinem Inneren aufblitzt.

Ralph Waldo Emerson

Wahrlich, es ist herrlich, dein Angesicht zu sehen …

 

Dies sagte einst Königin Ahmose zu Gott Amun-Re, als dieser ihr erschien, um mit ihr Hatshepsut zu zeugen. Hatschepsut bedeutet „Die erste der vornehmen Frauen – die Amun umarmt“.

Auch ihr Angesicht ist von überragender Schönheit, wie auch das von Tutanchamun und so viele andere Gesichter des Alten Ägypten.

Bis mein neues Wunschbuch bei mir eintraf, malte ich solch ein Gesicht – passend zum Buch sozusagen  🙂   :

Und nun ist es da und ich bin überwältigt von all der Schönheit, die ich darin finde. Ich glaube fast, es ist das schönste Buch, das jetzt in meinem Besitz ist – faszinierend die Texte und bebildert, wie ich es noch nie gesehen habe: Fotos über mehrere Seiten ausklappbar  …

„Der bekannte italienische Fotograf Sandro Vannini war einer der wenigen, die Zutritt zu allen Grabkammern hatten. Er dokumentierte die Totenbuecher in einer neuen fotografischen Technik. Entstanden sind sensationelle Aufnahmen der Inschriften und Wandmalereien in verzerrungsfreien Panoramen. Das Buch legt diese Aufnahmen erstmals dem Publikum vor und wird durch die opulente Bebilderung zu einem einzigartigen Erlebnis. Erläuternde Texte von Zahi Hawass und Vanninis Fotografien nehmen den Leser mit auf die nächtliche Reise der Pharaonen durch die Welt der Toten.“

 

Dieses Buch hatte ich schon seit Jahren im Auge, aber da es nicht gerade preisgünstig ist, habe ich es immer wieder zurückgestellt. Doch irgendwann muss ein Wunsch in Erfüllung gehen und jetzt war es soweit   🙂
Es ist ein erhebendes Gefühl, solch einen (Buch-) Schatz bewundern zu können. Jetzt bin ich richtig happy! Das Alte Ägypten – die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation. Hochspannend wird sie immer wieder zum Leben erweckt.

Ich male dazu und lese altägyptische Dichtung … die Kunst der „Schönen Reden“, „Der Sonnengesang des Echnaton“, Lehren fürs Leben  … etc. – auch die alten Ägypter liebten es, zu schreiben, zu formulieren, zu träumen und zu dichten. Wunderschöne Texte …

 

 

Über „Hasen, von denen es inzwischen mehr Versionen in Schokolade gibt als lebendige“ …

 

„Doch wen interessiert das?“, fragt der Autor.

Mich interessiert das und es erschüttert mich!

Wie seltsam und eindringlich mich diese Aussage berührt hat, kann ich gar nicht beschreiben. Überhaupt, dieser ganze Artikel hat mich dermaßen beeindruckt, dass ich ihn hier zur Sprache bringen möchte:

http://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-verdraengt-und-vergiftet-1.3923261

So viele wahre Worte, die mich nachdenklich stimmen. Eigentlich wollte ich „nur mal“ nach den Wölfen schauen, in Elli Radingers Wolfsmagazin, ihren neuen Newsletter lesen. Dort schreibt sie u.a. über den oben genannten Artikel.

Überhaupt, Elli Radinger hat wieder so viel Neues und Hochinteressantes zu berichten, dass ich mich von dieser Lektüre kaum losreißen kann – vielleicht möchtet ihr auch mal reinschauen – hier könnt ihr den Newsletter abonnieren :

http://wolfmagazin.de/

„Liebe Wolfsfreunde.

Ostern ist vorbei und wir werden hoffentlich bald einen warmen Frühling genießen können.

Für das Wolf Magazin wird es in Zukunft einige Änderungen geben. Ich habe beschlossen, Ihnen mit den zukünftigen Newslettern mehr positive Nachrichten zu überbringen.
Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Ich bin der ganzen Aggressionen in den sozialen Hetzwerken einfach müde. Es macht mich krank, nur noch populistische Meldungen über Wölfe zu hören. Wir brauchen wieder ein wenig mehr Optimismus in unserer Welt und ich möchte meinen kleinen Teil dazu beitragen. Der neue Newsletter wird also in Zukunft eher ein persönlicher Brief von mir an Sie sein, ein Gespräch zwischen Freunden.  [….]“ … wie schön, was Elli Radinger da schreibt!

„Wir brauchen wieder ein wenig mehr Optimismus in unserer Welt“

Ein Vorüberwehen

 

Blauer Schmetterling

Flügelt ein kleiner blauer
Falter vom Wind geweht,
Ein perlmutterner Schauer,
Glitzert, flimmert, vergeht.
So mit Augenblicksblinken,
So im Vorüberwehn
Sah ich das Glück mir winken,
Glitzern, flimmern, vergehn.

Hermann Hesse

60 x 60 cm, Keilrahmen, Acryltechnik, Malmesser

Für mich: ein Gedicht, das von Herzen kommt 😍

 

Ich kämpfe mit den Tränen. Sie liegt nach einer schweren OP in der Klinik und denkt an mich, schreibt für mich ein Gedicht. Das ist unglaublich berührend und ich bin so glücklich, dass es in meinem Leben solch einen Menschen gibt – wenn auch bis jetzt nur virtuell. Aber irgendwann werde ich sie umarmen und mich persönlich bei ihr bedanken. Das ist mir ein großes Herzensbedürfnis  💗

Liebe Sylvia, ich sende dir von hier aus die allerbesten Wünsche, damit du dich schnell wieder erholst und ganz gesund wirst. Ich bin in Gedanken bei dir und werde mich über jeden Tag freuen, an dem es dir besser geht.

Danke auch, dass du mir dieses schöne Gedicht geschenkt hast und dass ich es hier einstellen darf. Alle deine Freunde hier, die dich als wundervolle, ganz außergewöhnliche Frau kennen, werden sich mit mir freuen – da bin ich mir ganz sicher!

Bei Ortheil denke ich an Schumann

 

Er schreibt Bücher, die mich beim Lesen immer „aufhorchen“ lassen. Bei seinem Buch „Die Erfindung des Lebens“, eines der berührendsten und schönsten Bücher, die ich von ihm gelesen habe,  hörte ich Bachs Italienisches Konzert und Schumanns C-Dur-Fantasie.

Die Musik führte ihn zur Sprache. Und daraus entstanden seine wundervollen Romane, die ich kennen- und lieben gelernt habe.

Nun lese ich „Musikmomente“, Ulrike Sokul hatte es kürzlich vorgestellt:

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/02/13/musikmomente/

und schon beim Lesen ihrer Buchbeschreibung ahnte ich, was dieses Buch mit mir tun würde: schon nach den ersten Seiten bin ich wieder in sein „Die Erfindung des Lebens“ versunken. In die Geschichte des kleinen Jungen, dessen Mutter „erstummt“ war und ihn auch stumm machte. Bis …

(Textauszug aus „Die Erfindung des Lebens“ Seite 69 und 75 von Hanns-Josef Ortheil)

Ich denke, während ich nun „Musikmomente“ weiterlese, werde ich oft das Buch zur Seite legen müssen, weil sich Szenen, Emotionen und Musik aus seinen anderen Romanen in mir auftun. Jedesmal wird die passende Musik dazu in mir erklingen.