ein Gedicht … kurz gefasst und fein sinniert

 

Manches Gedicht bringt Fröhlichkeit   …  und Erinnerungen an die Schule  🙂  :

 

Sah ein knab
ein röslein stehn…
neufassung
zeitsparend

1 = röslein
2 = knabe wild

2 sah 1
blütenreins
rösleinseher
pirschte näher
1 ließ schrei
stach
aber 2
brach

© Carl Böckli (1889 – 1970)

Man lauert, sitzt und sinnt,
verändert, schreibt, durchstreicht,
schmeißt Silb und Reim herum,
versetzt, verwirft, vergleicht …

Johann Christian Günther (1695 – 1723)

Eins nach Zehn …

 

Unbeschwert schlenderte ich über den kleinen Markt, erfreute mich an den bunten Marktständen und atmete den Duft von frischem Brot. Gleich neben dem Stand vom Bio-Bäcker strahlten mich prachtvolle Blumensträuße an und das Aroma handgefertigter Seifen zog an mir vorbei. Duftberauscht fiel mein Blick auf die Treppe, die zu meinem Lieblingscafé hinauf führte. Im Kirchturm begannen die Glocken zu läuten – es war Zehn.

Die kleine Terrasse des Cafe´s war noch menschenleer und ich nahm den kleinen Tisch mit der Eckbank. Während von drinnen Kaffeegeschirr und Silberbesteck klapperte, genoss ich von hier oben den Anblick auf den belebten Marktplatz. Um diese Zeit war es hier oben noch angenehm ruhig und sehr heimelig. Schon bald stieg der köstliche Duft von heißer Schokolade in meine Nase.

 

Ich schaute hinüber zu Hermann Hesses Geburtshaus und versank sogleich in Gedanken.

Ich dachte an seine Schilderungen über die für ihn „schönste Stadt von allen“.

Calw, es ist seine Heimatstadt, in der er seine Kindheit verbrachte. Später kam bei ihm zuweilen Heimweh auf, doch dann schrieb er : „Wenn ich ein Baum wäre, stünde ich noch dort . So aber kann ich nicht wünschen, das Gewesene zu erneuern. Ich tue das in meinem Träumen und Dichten zuweilen, ohne es in der Wirklichkeit tun zu wollen.“ (Mehr darüber ist in seinem Buch „Die Kunst des Müßiggangs“ zu lesen).

Manchmal kommt auch bei mir Heimweh nach diesem schönen Städtchen auf. Zum Beispiel im Frühjahr, wenn alles blüht und wenn die Brunnen und die Nagold plätschern.

Die letzten Jahre war ich jedes Jahr dort und immer in meinem Lieblingscafé Montagnola, gleich neben dem Hermann-Hesse-Museum. Doch dieses Jahr   😦   …  auch dort ist zu lesen:

Aus gegebenem Anlass bleibt unser Café Montagnola bis auf weiteres geschlossen !!!

Ich denke an das, was Angela Merkel sagte:

„Bitte ziehen Sie alle mit. Tun sie jetzt das, was richtig ist für unser Land. Zeigen Sie Vernunft und Herz.“

Also gut, ich zeige Vernunft und fahre nicht nach Calw. Aber ich zeige auch, dass mein Herz gerade jetzt trotzdem in diesem Städtchen verweilt und ich in Gedanken im Café Montagnola sitze. Am Morgen, um Eins nach Zehn ….

Aquarell © chrinolo

 

Alles Zeichen der Zuversicht 😊

 

Ich finde es einfach schön, wie sich Menschen gegenseitig auf kreative Art Mut machen. Jeder auf seine Art und mit seinen Worten. Vielen Menschen ist es in der momentanen Krise ein wichtiges Anliegen, den Mitmenschen ein Zeichen der Zuversicht zukommen zu lassen. Es wird dankbar angenommen und ist eine wirksame Hilfe als Gegengewicht zu den vielen negativen und beängstigenden Nachrichten, die täglich auf uns einwirken.

In Endingen zeigt man dies mit Mut machenden Flaggen oder hier auf WordPress mit stärkenden und zusprechenden Worten. Dies sind „Hilfsangebote“, die für jeden und zu jeder Zeit verfügbar sind. Wir sollten sie wahrnehmen und ihnen einen Zugang in unsere bedrückte Herzen ermöglichen. Zuversicht gibt uns Kraft, Mut und Durchhaltevermögen.

Hier die Flaggen der Zuversicht:

 

Und hier gewichtige Worte der Zuversicht, von Danny ermutigend in eigener Wortkunst ausgedrückt:

https://wolfgangdannyweber.wordpress.com/2020/04/14/turn-turn-turn-zuversicht/

zuversicht

in einer schweren zeit
auf einem pfad voller ungewissheit
durchleben wir ein dunkles
kapitel des lebens

aber wir werden es schaffen
dies alles hinter uns zu lassen
und morgen wieder
auf dem gipfel zu stehen

windzerzaust
sonnenüberflutet
ein helles lachen im gesicht

Nun ja, morgen vielleicht noch nicht gleich, aber bald. Da bin ich ganz zuversichtlich  🙂