Möwe müsste man sein …

 

….. „wenn du es eilig hast, schreite langsam“, sagt ein chinesisches Sprichwort. Und das tat sie auch, jeden Morgen … jeden!

„Guten Morgen, lieber Vogel!“, begrüßte ich sie. Erhaben schritt sie weiter, auf und ab, während ich mein köstliches und ausgedehntes Frühstück auf der Terrasse genoss.

Sie hielt neben meinem Tisch auch kurz mal inne, damit ich sie in ihrer ganzen Schönheit bewundern konnte – na ja, zumindest das, was man von ihr zwischen Kaktus und Keramik-Eule sehen konnte.

„Ach ja, Möwe müsste man sein!“, seufzte ich ihr zu und sie erhob sich.

Während sie dann ihre Federn ordnete, zitierte sie (in meinen Gedanken):

„Jonathan seufzte und sah über das Meer hinaus.
“Du brauchst mich nicht mehr. Was Du brauchst ist Selbstvertrauen.
Finde zu Dir selbst, täglich ein wenig mehr.
Finde die wahre, unbegrenzt freie Möwe Fletcher.“

Aus „Die Möwe Jonathan – Orig.Jonathan Livingston Seagull Richard Bach“

 

Dann flog sie davon. Aber ich wusste, am nächsten Morgen würde ich sie wieder begrüßen dürfen, weil ich sie ja noch brauchte     🙂

 

Meine Gedanken fliegen voraus ….

 

… zum Katamaran „Santa Maria“ im Hafen von Morro Jable auf Fuerteventura.

Bald werde ich wieder weit draußen auf dem Ozean den Wellen lauschen, den warmen Sommerwind auf der Haut fühlen.

Sehnsuchtsvolle Gedanken erfüllen mich, während ich gerade nochmals den ersten Band der Ostsee-Trilogie von Patricia Koelle lese:  „Das Meer in deinem Namen“.

Besonders berührt hat mich darin ein sehr schönes Gedicht, das ich nicht vergessen habe – vielleicht berührt es euch ja auch:

Neubeginn

Wind zerzaust mein altes Leben,
Lässt, was mir noch unbekannt,
Bis in meine Mitte beben.

Was auch immer ich getan
Soll ab heute nicht mehr gelten:
Hinter mir der Ozean,
Vor mir völlig neue Welten.

Nils Pickert

 

Wundervolles nochmals erleben – was gibt es Schöneres?