Mit viel Wind in den Segeln

 

„Wind, See, Schiff und Segel bilden eine zusammengehörige, lose gefügte Einheit, ohne Anfang noch Ende, Teil und Ganzes des Universums, meines eigenen, nur mir gehörigen Universums. 
Ich betrachte den Sonnenuntergang, ich atme den Hauch der Weite, ich fühle meine Seele aufblühen, und meine Freude schwingt so hoch empor, dass nichts sie mehr einzudämmen mag.
Und die übrigen Probleme, die mich mitunter quälen – sie wiegen nicht ein Gramm angesichts der unendlichen Ferne, in der sich das Kielwasser mit dem Himmel ver­eint, angesichts des Windes über der See, die sich von keinen kleinlichen Alltagssor­gen beunruhigen lässt.“ 

Bernard Moitessier (1925 – 1994),
französischer Einhand-Weltumsegler, Segler und Publizist

 

 

„In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus aus dem sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume.“

(Mark Twain)

 

Einer der wichtigsten Menschen!

 

„Es gibt Menschen, die haben eine unerschütterliche Überzeugung und stehen entschlossen für sie ein. Seien es Werte, Leidenschaft, der feste Glauben an ein höheres Ziel oder ein Ungerechtigkeitsempfinden, dem man etwas entgegensetzen will. Was treibt Menschen dazu, unnachgiebig für ihre Überzeugung zu kämpfen – gegen alle Widerstände und trotz aller Hindernisse?“

https://www.swr.de/nachtcafe/fuer-meine-ueberzeugung/-/id=200198/did=24378378/nid=200198/1ib7xzc/index.html

Und es gibt Menschen, die sich für dieses Thema sehr interessieren, so wie ich. Da ist meistens etwas Wichtiges zu erfahren, das mir noch an Wissen fehlt!

So war es dann auch. Ich denke, es ist keine Schande, etwas nicht zu wissen, aber es ist schändlich, dieses Wissen nach solch einem Hinweis nicht zu erwerben … das ist jedenfalls meine Überzeugung.

An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich noch NICHTS von ihm bzw. über ihn gewusst habe. Von ihm,  Jean Ziegler, einem der wichtigsten Menschen, wie man über ihn berichtet. Die Medien sind voll davon und daneben gibt es seine erstaunlichen und beeindruckenden Bücher, die ich gerade lese.

Erschreckend ist das, was er berichtet und doch auch optimistisch … hoffnungsvoll.

So schreibt er u.a.:

Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. 37.000 Menschen verhungern jeden Tag und fast eine Milliarde sind permanent schwerstens unterernährt. Der World-Food-Report der FAO, der alljährlich diese Opferzahlen gibt, sagt, dass die Weltlandwirtschaft in der heutigen Phase ihrer Entwicklung problemlos das Doppelte der Weltbevölkerung normal ernähren könnte. Schlussfolgerung: Es gibt keinen objektiven Mangel, also keine Fatalität für das tägliche Massaker des Hungers, das in eisiger Normalität vor sich geht. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“  … es gibt doppelt soviel Nahrung, wie die Weltbevölkerung eigentlich benötigt – unglaublich!!!

Dies so unverblümt aus seinem Munde zu lesen, hat mich tief getroffen. Natürlich sind mir die Hungersnöte und die großen, schwarzen Augen der schockierend abgemagerten Kindern aus den Medien bekannt und wenn ich Post mit der Bitte um eine Spende bekomme, dann spende ich auch, wenn die bittende Organisation als seriös anerkannt ist.

„Verdammt nochmal, das reicht aber nicht!“, denke ich. „Warum ist das so? Ich will nicht, dass Kinder verhungern! Warum bloß ist das so? Es gibt genügend Nahrungsmittel!“

Jean Ziegler, der frühere UN-Berichterstatter, kämpft seit Jahrzehnten wortgewaltig für das Recht auf Nahrung. Und er sagt, was getan werden könnte. Er gehört zu den bekanntesten – und streitbarsten – Globalisierungsgegnern der Gegenwart. Und er sagt:“Wir leben unter der Weltdiktatur der Oligarchien des globalisierten Finanzkapitals.“  …  ach ja, die Kapitalisten! Er hat sie „erwähnt“, hat sie angegriffen und dafür neun Prozesse am Hals gehabt. Die hat er alle mit einer Schadenersatzforderung von 6,6 Millionen Schweizer Franken verloren. Trotz seinem Privat-Konkurs hält er nicht still, sondern sagt seine Meinung mitten ins Gesicht – wortgewaltig wie eh und je. Er ist überzeugt davon, dass sein Kampf nützt, das Bewusstsein der Menschen wachzurütteln, indem er Transparenz schafft.

Nun, bei mir ist ihm das gelungen. Mein Bewusstsein ist in Aufruhr und ich will mehr wissen … über all die globalen Missstände, die so viel Elend schaffen (zerstörender Kapitalismus, die von uns verursachte Klimakatastrophe, Kindermorde aufgrund Nahrungsvorenthaltung etc.). Nein, auch ich will diese Realität nicht als unveränderbar hinnehmen.

Er sagt, was getan werden könnte. Das Mindeste, was wir zunächst tun könnten ist, ihm zuzuhören … das ist meine Überzeugung.

 

 

 

 

Bilderbuchdörfer und ein blauer See

 

Das milde Klima und der Postkartenhimmel, das angenehme Wetter und die fantastische Aussicht, alles hat gepasst auf dem Luganer See mit seiner ganz speziellen Form und seinen in alle Richtungen reichenden Arme.Darüber hinaus umgeben von grünen Bergen und Kastanienwäldern, die sich im herrlich blauen Wasser spiegeln. Und dann die malerischen bunten Dörfer am Ufer entlang – Augenblicke, die sich tief in mir eingeprägt haben. Über drei Stunden lang habe ich mir alles vom Wasser aus angesehen, auf einem Schiff der Schifffahrtsgesellschaft des Luganersees.

In den zwanziger Jahren hat das Hermann Hesse auch getan und schrieb: „Das war schön!“ Besonders das Fischerdorf Gandria hatte es ihm angetan. Er hat es immer wieder besucht, obwohl er vom Balkon seiner Wohnung im Casa Camuzzi wie auch von seinem Haus „Casa Rossa“ aus den Ausblick auf dieses grandiose Landschaftsszenario hatte. “

„ich stehe auf und gehe auf die Terrasse hinaus, dort blickt man über ziegelgedeckte und efeubewachsene Brüstungsmauern gegen Gandria ….“ – er muss es wohl sehr geliebt haben.

Ich habe es vom Schiff aus gesehen und war ergriffen von so viel Schönheit.  Gandria, angeschmiegt an den steilen Hang des Berges Monte Brè:

 

Gandria, ein ganz spezieller Ort!

 

Aber zauberhafte Ansichten gab es während der ganzen Schifffahrt – überall gab es etwas zu entdecken. Hier ein paar Impressionen (zum Vergrößern bitte anklicken!) :

 

Für mich war es ein großartiges Erlebnis und ich kann jetzt nachempfinden, was Hermann Hesse bei diesen Aussichten wohl fühlte und auch in vielen Gemälden darstellte.