Still einem Baume zugeneigt

Wir sollten viel öfter einen Baum umarmen
Nicht so schnell vorbei eilen
Sondern anhalten und ein wenig bei ihm verweilen
Fühlen, wie uns seine Kraft durchströmt
Während er flüstert und leise mit uns spricht
Doch so oft laufen wir vorbei
Wir sehen ihn nicht
Wir halten nicht ein
Wir werden nicht gewahr
Dass er schon immer unser Bruder war

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Doch heute trat ich zu ihm hin und erkannte
Selbst Himmel und Erde sind ihm zugetan
Ich sah zu ihm auf, trat noch näher heran
Er erzählte mir vom schönsten Geheimnis der Welt
Denn auch Bäume können lieben, möchten uns heilen
Während wir sie liebevoll umarmen, zuhören, bei ihnen verweilen.

©chrinolo

Ist das nicht zum Verrücktwerden?

Verrückte – Die Menschen mögen Verrückte in der Regel nicht, es sei denn, sie können gut malen, und auch dann erst, wenn sie tot sind. Allerdings scheint die Definition von verrückt auf der Erde unscharf und inkonsistent. Was in dem einen Zeitalter völlig normal ist, ist in einem anderen völlig wahnsinnig. Die frühen Menschen liefen nackt herum, ohne dass es Probleme gab. Manche Menschen, hauptsächlich in feuchten Regenwäldern, tun es heute noch. Daraus müssen wir schliessen, dass Wahnsinn manchmal eine Frage der Zeit ist und manchmal eine Frage der Postleitzahl.
Die wichtigsten Regeln, wenn man auf der Erde normal erscheinen will, sind:
Man muss die richtige Kleidung tragen, die richtigen Worte sagen und darf nur die richtige Sorte Gras betreten.“
(Textauszug Pos.510/“Ich und die Menschen“ v. Matt Haig)

Nun, die richtigen Worte hat er schon gesagt. Dann kann ich ja beruhigt zum Malen übergehen. Malen kann ich allerdings noch nicht so gut, aber ich bin ja auch noch nicht tot. Vielleicht ein bisschen verrückt, jaaaaa … „Die menschliche Narrheit wohnt auch dem Weisesten inne.“ Gottfried Keller (1819 – 1890) 😀

Wenn ihr mir nicht glaubt, fragt das Universum!

Ich lese dieses Buch nochmal – nicht ganz, jedoch meine markierten Stellen.
Es sind Aussagen, die mich inspirieren, zum Denken anregen. Worte wie diese:

„Um zu schützen, muss man manchmal zerstören. Es war eine ganz einfache Mission – oder wäre es gewesen, wenn ich mich nicht hätte hineinziehen lassen.
Aber auch das ist eine alte Wahrheit: Alles ist irgendwie mit allem verbunden. Man kann diese Verbindungen manchmal ignorieren. Doch hin und wieder ziehen sie dich in ganz unerwarteter Weise hin zum Unmöglichen.
Zur Empathie.
Zur Liebe.
Und zu all den anderen schrecklichen Dingen, mit denen ich nichts zu tun haben wollte.“
Textauszug Pos. 162 🙂

… und weiter unten:

„Ich suchte nach Ähnlichkeiten mit meiner Welt. Ich hielt mir vor Augen, dass auch hier die Dinge aus Atomen bestanden und dass diese Atome hier genau so funktionierten wie Atome überall. Wenn Distanz zwischen ihnen war, bewegten sie sich aufeinander zu. Wenn keine Distanz zwischen ihnen war, stiessen sie einander ab. Das war das grundlegende Gesetz des Universums, und es traf auf alle Dinge zu, sogar hier. Die Vorstellung war tröstlich: dass sich die kleinen Dinge, egal wo im Universum man war, immer gleich verhielten. Anziehung und Abstossung. Nur wenn man nicht genau hinschaute, sah man Unterschiede.“
Textauszug Pos. 304 🙂

Und immer wenn ich etwas über das Universum lese, füllt sich meine Seele langsam mit Zufriedenheit und einer Art „Urvertrauen“ – alles ist gut oder wird es noch… so ähnlich jedenfalls.

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Wie öde, JEMAND zu sein! ;-)

 

Ein sehr guter Ratschlag, den ich in „Ich und die Menschen“ von Matt Haig gelesen habe:

„Lies Gedichte. Vor allem Gedichte von Emily Dickinson. Sie können dich retten. Anne Sexton weiss viel über den menschlichen Geist, Walt Whitman weiss viel über Gras, aber Emily Dickinson weiss alles!“ 🙂

Was tue ich also? Natürlich die guten Ratschläge prüfen und befolgen, sofern sie mir sinnvoll erscheinen. Ich lese Gedichte von ihr und bin berauscht und überwältigt … sooo wundervoll sind sie. Zum Beispiel hier, dieses:

 

I‘ m Nobody! Who are you? 
Are you – Nobody – too?     
Then there’s a pair of us!    
Dont tell! they’d advertise – you know!    

How dreary – to be – Somebody!   
How public – like a Frog –  
To tell ons’s name – the livelong June – 
To an admiring Bog!      

Emily Dickinson: GEDICHT Nr. 260