Was mir fehlt, ist Nervenstärke? Hmmm …

 

„Du bist ganz schön mit den Nerven runter, aber keine Sorge, man merkt es dir nicht an!“  ??????

Wie sie das wohl meint? Meine Kollegin kennt mich ja ziemlich gut und weiss meistens darüber Bescheid, warum ich manchmal geknickt durch die Gegend laufe. Warum sagt sie das? Es ist mir egal, ob man mir das anmerkt. Heute ist eben so ein Tag und das hält noch bis Freitag an. Vielleicht auch noch etwas länger, falls am Freitag die Einbauküche immer noch nicht steht.

Ich denke, so ziemlich jede Frau wäre aus der Spur, wenn sie über einen längeren Zeitraum das Wasser für die Kaffeemaschine aus dem Bad holen müsste und anschliessend dann das Geschirr in der Badewanne spülen. Und es nervt mich auch, dass ich wegen jedem Ei oder der Kaffeesahne in den Keller runter laufen muss, wo meine ausgelagerten Lebensmittel im Ersatzkühlschrank vor sich hinkühlen. So ein Leben bin ich nicht gewohnt und will mich auch gar nicht erst daran gewöhnen … ich will wieder eine Küche haben!!! Das ist doch nicht zuviel verlangt, oder?

Dieser Küchenausstatter dagegen hat die Ruhe weg und erledigt alles mit stoischer Gelassenheit. Übermorgen bringen sie das Material und fangen mit dem Aufbau an. Übermorgen!!! Dabei steht die Küche leer, die alte haben sie längst abtransportiert.  Und vereinbart war: am Vorabend wird die alte Küche abgeholt und am nächsten Tag die Neue aufgebaut. Aber denkste … g’schwätzt is glei! Und keiner erinnert sich heute noch daran. Worauf ist überhaupt noch Verlass, das frage ich mich mal wieder …

Aber das bin ich ja gewohnt. Ich bin natürlich diejenige, die alles dramatisiert und ungeduldig ist. Es ist zum Verzweifeln – warum nur versteht mich keiner? 😦

Na ja, ich bade jetzt zuerst das Geschirr und anschliessend mich. Wasser beruhigt und ich kann ja unterstützend noch Musik dabei hören … Pink Floyd!

Ja, und ich weiss: Alles wird gut und alles braucht seine Zeit!  *grummel*

Heute bringe ich meine grosse Abneigung gegen Schleimer zum Ausdruck!

 

„Einer Schnecke bei ihrem beschaulichen Weg durch ihre alltägliche Umgebung zuzuschauen, verleitet auch die ernstesten Gemüter zu poetischen Gedanken über die Schönheit der Natur und über die Bedeutung, das Leben ruhig und gemütlich angehen zu lassen.“   …  hmmm … stimmt!

Dies habe ich auf einer Schnecken-Homepage im www. gelesen, nachdem ich total geschockt aus meinem Garten zurückkam.
Diese Riesenmonster haben sogar im Hochbeet meine jungen Salatköpfe bis auf den Strunk leergefressen. Ich habe mal gehört, dass Igel im Garten der beste Schneckenschutz wären.
Das mag vielleicht sein, nicht aber die Igel in meinem Garten! Die sind reine Katzenfutter-Fresser. Nein, die mögen keine fetten, schleimigen Nacktschnecken, sondern warten immer geduldig, bis ich Futter für die Katzen auf die Terrasse stelle.

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Ich weiss, Nacktschnecken sind auch Gottesgeschöpfe und ein Teil des Grossen Ganzen, aber im Grossen und Ganzen muss ich doch eingestehen, dass ich sie einfach widerlich und ekelhaft finde … und ich empfinde deswegen nicht einmal Scham. In dieser Beziehung bin ich wohl ein schlechter Mensch und werde sicher meine Strafe bekommen, wenn ich im nächsten Leben als Nacktschnecke auf diese Erde geschickt werde. 😦

Nun ja, poetische Gedanken sind das gerade nicht, aber immerhin habe ich den Schnecken bei ihrem beschaulichen Weg durch ihre alltägliche Umgebung – mein schöner Garten! – zugeschaut und auch ein paar Bilder geknipst. Dabei habe ich mir sinnvollerweise gewünscht, dass sie sich zukünftig einen anderen beschaulichen Weg wählen mögen, es gibt ja auch noch andere Gärten, oder? …

Und die erwähnte Poesie? Nun, da ich selbst kein Poet bin, stelle ich hier zumindest ein Schneckengedicht von einem Poeten ein, der wenigstens etwas dazu dichten kann, während ICH hier nur rumjammere.

Die Schnecken

Rötlich dämmert es im Westen,
und der laute Tag verklingt,
nur dass auf den höchsten Ästen
lieblich noch die Drossel singt.

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Jetzt in dichtbelaubten Hecken,
wo es still verborgen blieb,
rüstet sich das Volk der Schnecken
für den nächtlichen Betrieb.

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Tastend streckt sich ihr Gehörne,
schwach nur ist das Augenlicht,
dennoch schon aus weiter Ferne
wittern sie ihr Leibgericht.

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Schleimig, säumig, aber stete,
immer auf dem nächsten Pfad,
finden sie die Gartenbeete
mit dem schönsten Kopfsalat.

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Hier vereint zu ernsten Dingen,
bis zum Morgensonnenschein,
nagen sie geheim und dringen
tief ins grüne Herz hinein.

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Darum braucht die Köchin Jettchen
dieses Kraut nie ohne Arg,
sorgsam prüft sie jedes Blättchen,
ob sich nichts darin verbarg.

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Sie hat Furcht, den Zorn zu wecken
ihres lieben gnädgen Herrn,
Kopfsalat, vermischt mit Schnecken,
mag der alte Kerl nicht gern.

von Wilhelm Busch (1832 – 1908)