Mit allen Sinnen …

 

Was gibt es schöneres, als durch bezaubernde Gärten zu flanieren, wildromantische Wiesen zu durchstreifen, auf gemütlichen Sitzstufen an dem Flüsschen Alb zu entspannen und viel Kunstwerke zu bestaunen? All das habe ich heute erlebt und genossen. Gleich im Nachbarsort, dem schönen Schwarzwaldstädtchen Bad Herrenalb. Dort ist derzeit ganz schön viel los 🙂

Es war ein wunderschöner Tag – mit allem drum und dran. Und alle Sinne kamen zu ihrem Recht. Die Sehnsucht und die Freude am Schönen wurden ausgiebig befriedigt. In einem kleinen Video habe ich einiges festgehalten (für weniger schöne Zeiten, damit ich dann darauf zurückgreifen kann). Hier der Link – unten rechts am Video kann mann den Vollbildmodus anklicken !!! :

http://www.kizoa.de/Movie-Maker/d115682218k3865056o2l1/gartenschau-bad-herrenalb-2017

Gedanken zu Frida Kahlo und ihr indianisches Erbe

 

Was genau verband Frida mit den Azteken und den Maya? Warum suchte sie ihre (neue) Identität bei diesen Völkern? Diese Frage stellte ich mir, während ich die grosse MAYA-Sonderausstellung in Speyer besuchte. Die Maya – bekannt für ihre hoch entwickelten Kultur, aber auch ihre unbeschreibliche Grausamkeit. Und die Azteken, bekannt durch noch grössere Grausamkeit. Mit Vorstellungen, die mich im Zusammenhang mit diesen Hochkulturen abschrecken, hat sie sich offensichtlich sehr intensiv auseinandergesetzt.

Ihr Vater hatte sie, als sie alt genug war, in die mexikanische Archäologie eingeweiht.

„Meine Amme und ich“ – Gemälde 1937 zeigt ihre Verbundenheit mit ihrem indianischen Erbe. Frida in den Armen ihrer indianischen Amme. Seltsam, sie hat den Körper eines Kindes, aber das Gesicht einer erwachsenen Frau. Das Gesicht der Amme ist durch eine Steinmaske ersetzt. Frida wird gestillt. Die Milch kommt aus den Brüsten der Amme. Ich sehe den bewölkten Himmel und es regnet. Die Beziehung zu ihrer Amme scheint nicht herzlich zu sein, eher distanziert und kühl. Es gibt keinen Blickkontakt, wichtig ist lediglich die Nahrung.

Auf ihren Gemälden zeigt sie sich oft in Tehuana-Tracht. Eine “ Tehuana“ ist eine Frau aus Tehuantepec/Oaxaca, der Ort im Süden von Mexiko, wo das Land am engsten ist. Tehuana-Frauen gelten als stark und unabhängig. Der Legende nach  waren Tehuana-Frauen die wirklichen Persönlichkeiten in ihrer Gesellschaft und Frida Kahlos Tragen solcher Kleidung war eine Demonstration von Kraft und Willen, habe ich gelesen. Sicher eine treffende Aussage, die sie über sich selbst trifft. (einige beschreibende Artikel fand ich hier: ( https://www.wordnik.com/words/Tehuana )

Ich betrachte dazu ihr Gemälde „Baum der Hoffnung, bleib stark“ von 1946, das damit im Zusammenhang steht. Ein Selbstporträt, das Frida Kahlo in der linken Bildhälfte mit blutigen Operationsnarben und in der rechten Hälfte mit prächtiger roter Robe zeigt.

Durch sie kenne ich die Begriffe Oaxaca – Nahuatl – Azteken – Mitla, die „Stadt der Toten“. Und auch die Zapoteken werden genannt, die ältesten Vorfahren einer bedeutsamen altmexikanischen Hochkultur. Schon im ersten Jahrtausend v. u. Z. sollen sie existiert haben. Spuren der Zapoteken finden sich in der Stadt Oaxaca bis in die Berge, die im Nordosten des heutigen Staates Oaxaca liegen. Sie sollen Beziehungen zu den Maya unterhalten haben.  (mehr darüber hier: ( http://www.indianerwww.de/indian/zapoteken.htm ).

Bekannt ist, dass Diego Rivera grossen Einfluss bei der Hinwendung Fridas zu den einheimischen Traditionen Mexikos und zur indianischen Kultur hatte. Diese zeigte sich schon früh, 1928 in ihrem Gemälde „Dos Mujeres – Herminia und Salvadora“, den zwei Indiomädchen, die sie sehr mochte.

Und mit ihrer Heirat war schliesslich die Tehuana-Frida geboren. Diego stattete z.B. ihre neue Wohnung mit präkolumbianischen Plastiken aus, um seine Leidenschaft für alles Einheimische zu demonstrieren. Daraufhin suchte Frida nach einer neuen Identität – in der Tracht einer Tehuana, um ihm zu gefallen!
Für ihre Trauung lieh sie sich die Kleidung eines Indiomädchens aus. Kleider waren ihr ohnehin schon sehr früh ungeheuer wichtig – waren eine Sprache! Am liebsten war ihr die Tracht der Tehuana-Frauen. Diese Frauen galten als stattlich, sehr hübsch, sinnlich, intelligent und tapfer. Auch herrschten sie in matriarchalischen Verhältnissen – beherrschten die Männer.
Manchmal aber wählte Frida auch Trachten aus anderen Zeiten und trug u.a. Jade-Schmuck aus dem präkolumbischen Zeitalter. Mit ihren „Kostümen“ stellte sie offensichtlich Kontakt her, auch mit dem unausweichlichen Tod.
Nach drei Fehlgeburten, die wohl unglaublich Schmerzen in Frida erzeugten, begann sie zum ersten Mal, Sonne und Mond zusammen am Himmel auf ihren Bildern darzustellen. Ein kraftvolles Symbol, das die Vereinigung der kosmischen und irdischen Kräfte darstellen soll. Es spiegelt die aztekische Vorstellung des ewigen Kampfes von Licht und Finsternis und die Besessenheit der mexikanischen Kultur in Bezug auf die ewigen Dualitäten. Leben und Tod, Licht und Schatten, Vergangenheit und Gegenwart, Mann und Frau.
Der ewige Kampf, verbunden mit Leid, Schmerz und Tod ist auch kennzeichnend für ihr Leben. Hier ist auch die Grausamkeit des Liebesschmerzes zu nennen, die Metapher vom „herausgerissenen Herzen“, welche sie wörtlich nahm und in ihren Bildern von nun an darstellte. Verständlich im Zusammenhang – es ist ein Zeichen aus der frühmexikanischen Kultur.

Ich denke sofort an den Opferritus in Chichén Itzá: das Herausreißen des schlagenden Herzens.
Aus Sicht der Maya war das Blut Sitz der Seele und Lebenskraft, die Seele selbst stellte man sich jedoch luft- oder rauchförmig vor (Atemseele). Daher fing man das gewonnene Blut durch Papierstreifen auf, die man anschließend verbrannte.
In der Religion der Maya waren Menschenopfer durchaus üblich. Die Art der rituellen Hinrichtungen reichte von Köpfen, Ertränken, Hängen, Steinigen, Vergiften, Verstümmeln bis hin zu lebendig Begraben oder Aufschlitzen des Bauches und das Herausreißen des noch schlagenden Herzens.
https://de.wikipedia.org/wiki/Maya#Zeit_und_Kosmos )

In ihren Bildern bezieht sie sich oft auf Legenden und Motive der Azteken und Maya. Dualität – hier wurde von ihr viel aus der altmexikanischen Mythologie hergeleitet und dieses dualistische Prinzip war auch ihr Weltbild, ihre Natur- und Lebensphilosophie.
Für die altmexikanischen Kulturen bedeutete der Tod gleichzeitig Wiedergeburt und Leben. Der Tod wird als Weg zum Übergang in ein neues Leben anderer Art gesehen.

Auch der Affe auf ihren Bildern stammt aus der mexikanischen Mythologie: er ist Schutzpatron des Tanzes, gleichzeitig Symbol für Lüsternheit. Frida stellt das Tier auf ihrem Gemälde „Selbstbildnis mit Affe“ als lebendes, zartes, beseeltes Wesen dar, das schützend den Arm um sie legt.

Mir fällt dazu spontan die „way-Seele“ der Maya ein (s. Maya Sonderausstellung in Speyer):


https://seelenglimmern.com/2017/04/22/maya-sonderausstellung-in-speyer-am-22-04-2017/

Hirsch, Affe, Izcuintli-Hund – wir finden sie auf ihren Gemälden. Diese gaben ihr Zärtlichkeit und Geborgenheit.

Frida liebte es zu malen und Diego Rivera liebte sie, die Tochter einer Mexikanerin und eines Europäers. Sie verkörperte für ihn die mexikanische Heimat. Für ihn war sie die Mutter Mexikos, die Mittlerin zwischen der mexikanischen Erde und dem Universum. Und er war es, der sie in ihrem Glauben an den Dualismus stärkte –  in der Natur, symbolisiert im Yin und Yang, dem männlichen und weiblichen Prinzip, das nur in der Einheit existiert.
Für ihn war sie stets auf der Suche nach einer Identität, die sie zu der ihren machen konnte – für ihn war sie die Tehuanerin. Sie verkörperte für ihn die Tradition des indianischen Volkes, war grinsende Totenfrau und aztekische Fruchtbarkeitsgöttin. Ihre Bilder stecken voller sinnlicher Symbole.

Frida empfand und lebte, was sie malte. Ihr Auftreten …  „Es war der Auftritt einer aztekischen Göttin … Oder vielleicht sahen wir die spanische Mutter Erde … Die Bänder, die Schleifen, die Röcke, die raschelnden Unterkleider, die Spitzen, die mondartige Frisur, die ihr Gesicht wie die Flügel eines dunklen Schmetterlings erschloss: Frida Kahlo, die uns allen zeigte, dass ihre unendliche Vielfältigkeit weder durch Leiden verdorrt noch durch Krankheit verkümmert war.“… so schildert der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes seine erste Begegnung mit der Malerin Frida Kahlo.
Frida, die aztekischen Göttin …  ich verstehe nun etwas mehr über ihre Beziehung zu Azteken und Maya.

Und ich suche weiter in ihren Gemälden, nach Symbolen die über ihr Weltbild erzählen – geprägt durch die Azteken und Maya:

MAYA – Sonderausstellung in Speyer am 22.04.2017

 

Es war spannend und packend, dieses Einfühlen in eine andere Kultur – in die versunkene Hochkultur der Maya. Mit grossen Augen stand ich vor ihm, wie damals, als ich noch Kind war und zum ersten Mal einen Komodowaran gesehen habe. Beeindruckend und zugleich grausam trat er in mein Leben … ein höchst widersprüchliches Gefühl. Und nun das …  ein rätselhaftes Wesen!

Ich bestaunte diese fremde – gänzlich fremde Welt – und sah so vieles, das ich nicht verstand, weil ich es noch nicht kenne. Wie auch, nur langsam lüften Forscher die Geheimnisse über das Leben der Maya. Und es ist einfach atemberaubend und ergreifend. Ich will mehr darüber wissen … viel mehr!

Ich nehme euch jetzt einfach mal auf einen kleinen Rundgang mit. Zuerst die Ausstellung, dann das Historische Museum und ein bisschen vom Domplatz, wo es sich befindet- in Speyer/Pfalz  (wo ich ein paar Jahre zur Schule ging und es deshalb sehr gut kenne 🙂 )

Die Ausstellung: tolle interaktive Installationen, ca. 250 hochkarätige Exponate und viele Einblicke in die Kultur und Geschichte der Maya – eine gelungene Ausstellung die sehr viele Besucher anlockte … es war ganz schön voll dort!

Die Bilder zum Vergrössern bitte anklicken!

 

Hier ein paar Fotos vom Historischen Museum – aussen und innen:

 

Und auf dem Weg dorthin ging es am Dom vorbei:

 

So, das war es mal für heute, denn nun muss ich mich erst mal selbst schlau machen. Erstes Anschauungsmaterial habe ich mir von dort gleich mitgenommen 🙂 Eine getöpferte Maske aus Mexiko und ein grosses Buch, das mir für’s Erste als geeignet erschien. Ich freue mich darauf, es zu lesen.
Dieses Thema wird mich in nächster Zeit ganz schön beschäftigen – ihr hört dann von mir 😉

 

Ganz schnell … sonst ist es vorbei!

 

Ein Hinweis – ich habe extra das Malen unterbrochen, um euch das zu sagen! Aber ich wollte euch ohnehin mal auf ein tolles Blog hinweisen, in dem ich sehr viel lese, lerne und in Erfahrung bringe. Hier erfahrt ihr jetzt sofort, dass die Zeit so langsam abläuft:

https://ausmexiko.wordpress.com/2017/04/21/nur-noch-dieses-wochenende/

„In enger Zusammenarbeit mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und in Kooperation mit dem „Drents Museum“ im holländischen Assen präsentiert das Historische Museum der Pfalz mit der großen kulturhistorischen Ausstellung „Maya“  neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Maya-Forschung. Spektakuläre Exponate aus mittelamerikanischen Museen sowie interaktive Installationen und Rekonstruktionen geben tiefe Einblicke in die Lebenswelt der Hochkultur.

Hier der Link:  http://museum.speyer.de/aktuell/maya-das-raetsel-der-koenigsstaedte/

So, jetzt male ich weiter und morgen schaue ich mir Maya-die Ausstellung an!

Mein Dank gilt Pahuatun, dem Mayagott der Geschichte/des Erzählens 🙂

VIVA LA VIDA – Frida Kahlo-Ausstellung im Kunstmuseum Gehrke-Remund in Baden-Baden

 

Zuerst die beste Nachricht von vielen Guten!

die Frida Kahlo Ausstellung in Baden-Baden wird verlängert bis Januar 2018

Schon auf der Fahrt dorthin war ich sehr aufgeregt, sehr gespannt und neugierig. Aus gutem Grund:  ich habe es schon einmal erlebt und es war überwältigend!
Hier hatte ich darüber berichtet:
https://seelenglimmern.com/2017/01/24/frida-kahlo-sie-ist-wieder-in-baden-baden/

Und heute … meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ich betrat die Ausstellungsräume und da stand er, lächelte und sagte:“Willkommen im Kunstmuseum!“.   Hans-Jürgen Gehrke, der zusammen mit Dr. Mariella Remund dieses Kunstmuseum gegründet hat – angetrieben von grosser Leidenschaft für eine aussergewöhnliche Künstlerin. Diese Leidenschaft sehe und fühle ich in jedem Winkel dieser Ausstellungsräume.

Hier im Kunstmuseum ist vieles anders, als ich es sonst auf Ausstellungen erlebe. Ich fühlte mich hier wieder wirklich „willkommen“ –  bei diesen beiden sympathischen Menschen, die leidenschaftlich und mit grossem Wissen, das sie gerne und fachkundig an ihre Besucher weitergeben, etwas ganz Besonderes für die Vermittlung von Kunst leisten. Und ich fühlte mich willkommen im Leben der Frida Kahlo, die mir in diesem Ambiente (Kunst braucht einen passenden Rahmen) so nah ist. Es ist ein sehr emotionales Erleben, das sich hier vollzieht und das ich mir mit jeder Faser meines Herzens gewünscht hatte. Mit vielversprechenden Gedanken betrat ich dann ihre, die andere Welt, die mir schon ein bisschen vertraut ist.

An dieser Stelle nochmals meinen ganz lieben Dank an Frau Dr. Remund und Herrn Gehrke für die entgegenkommende Begleitung, die netten Gespräche und die Aufmerksamkeit, die sie mir geschenkt haben (danke auch, dass ich fotografieren durfte 🙂 ):

Nun aber zur Hauptperson, der mein Besuch galt – Frida Kahlo. Als Hilfestellung für die Ausstellung erhielt ich ein Ausstellungsbegleitheft mit Informationen zu den Gemälden, Fotos, Kleidungsstücken etc. und einigen Geheimnissen, die hinter den Werken und den Situationen verborgen sind. Es sind Geheimnisse, die man sonst nicht in Büchern lesen kann und die mich überrascht und erstaunt haben (am Schluss meines Beitrages verrate ich euch eines!)

Zuerst betrat ich Fridas Küche, um zu sehen, was bei ihr so alles auf den Tisch kam:

Und dann interessierte mich natürlich ihr Hauptarbeitsplatz – Malen war ihr Leben!

Dann die Hauptsache: ihre Gemälde – „Alle ihre Selbstbildnisse werden im Kontext ihres Lebens mit Fotografien, Kleider, Schmuck und ihr Atelier im „Blauen Haus“ gezeigt.
Die Ausstellung zeigt einige Frida Kahlo Gemälde die noch nie in Europa zu sehen waren.“
( http://www.fridakahlostory.com/frida-kahlo—die-gemaumllde.html )

Einige durfte ich fotografieren und zeige sie hier in der Galerie (zum Vergrössern bitte anklicken!):

 

Etwas völlig anderes ist es natürlich, wenn man ganz nah davorsteht und auch die Hintergründe der einzelnen Gemälde kennt. Sie erzählen von einem Leben voller Spannung, Leid, Schmerz und Liebe. Viele Symbole sind zu deuten und die Farbwahl zu beachten …  das müsst ihr schon persönlich tun und wenn es euch interessiert, kann ich euch nur von ganzem Herzen empfehlen, die Gelegenheit zu nutzen und die Ausstellung zu besuchen. Ich kann hier nur einige Eindrücke wiedergeben, wie wundervoll diese Ausstellung ist.

 

Ah, bevor ich hier verschwinde wie versprochen noch das Geheimnis (nur eines!):

Ich konnte sie riechen !!! Wirklich! Dort steht Parfüm und ein winzig kleines Tröpfchen hat plötzlich meine Hand benetzt – danke nochmal, Frau Dr. Remund, das war so lieb, wo ich Düfte doch so liebe. Und ihr Duft … war schon ein ganz besonderer. Ihr gefiel:

Sleeping de Schiaparelli 1938

Und der Parfum-Flakon, der kleine auf dem Foto oben links – einfach niedlich 🙂

Sleeping de Schiaparelli 1938

Elsa Schiaparelli Düfte wurden in Zusammenarbeit mit den Parfümeuren Jean Carles und Nathalie Feisthauer in Bois-Colombes, nordwestlich von Paris hergestellt.

Schiaparellis Parfums sind für ihre ungewöhnlichen Verpackungen und Flaschen bekannt. Den Flakon für Sleeping de Schiaparelli wurde nach einem Werk von Rene Magritte „The Key of Dreams“ entworfen. Die Flasche für das Parfum „Sleeping“ ist ein Kerzenständer aus Baccarat-Kristall mit einem Stöpsel in Form einer roten Flamme. Die Präsentationsbox imitiert einen großen Kerzenlöscher. Diese Flaschen sind heute begehrte Sammlerobjekte und erzielen hohe Preise bei Auktionen.

Die Duftkomposition:
Sleeping de Schiaparelli  ist ein schweres, narkotisches, weiches, grünes orientalisches Parfüm für Frauen mit würziger Nelke über waldig-moosigen Noten auf Vanille.

Kopfnote: Bergamotte, grüne Noten
Herznote: Rose, Ägyptischer Jasmin, Magnolie, Ylang Ylang, Nelke,
Orangenblüte
Basisnote: haitianischer Vetiver, Hevea Holz, Chinesisch Patchouli, Moschus, Sandelholz, Eiche, Bernstein, Vanille

So, den Duft könnt ihr euch jetzt sicher vorstellen. Wenn nicht, solltet ihr vielleicht doch mal im Kunstmuseum vorbeischauen und am Flakonstöpsel riechen 🙂

Ja, dort ist wirklich vieles anders als in sonstigen Museen. Und immer, wenn ich dann wieder zuhause bin und überdenke und nachlese (ich habe mir dort selbstverständlich wieder ein Buch und das Ausstellungsbegleitheft gekauft – alles kann ich mir auf einmal nicht merken!), dann kommen noch Fragen hoch, die ich in einem Wiederholungsbesuch unbedingt mit den Sachkundigen vor Ort klären muss 🙂

Dann wäre natürlich noch wichtig :  die Website vom Kunstmuseum, damit ihr es auch bei Bedarf findet und nicht lange suchen müsst:

http://www.kunstmuseum-gehrke-remund.org/

Ich wünsche euch noch schöne Ostertage 🙂

 

Nichts ist schwarz – wirklich nichts.

 

Frida Kahlo hat uns ein grosses Vermächtnis hinterlassen. Nicht nur ihre Gemälde, sondern auch viele lehrreiche Worte und Weisheiten, die manchmal sehr verblüffen, tief berühren und zum (Nach-)Denken anregen.

Sie hatte den Sinn ihres Lebens gefunden: „…und außerdem habe ich etwas, wofür es sich zu leben lohnt: die Malerei.“

Heute werde ich mir wieder ihre Ausstellung anschauen, ihre Gemälde bewundern und im Rausch ihrer Farben schwelgen. Damit kann ich Stunden verbringen ohne zu ermüden.  Und ich finde es nicht seltsam, durch ihre Gemälde ihr Leben „durchleben“ zu wollen. Mag sein, dass ich auch in dieser Hinsicht eine seltsame Person bin …  Frida hat es einmal so ausgedrückt:

Ich habe immer gedacht, dass ich die seltsamste Person auf dieser Welt bin, aber später dachte ich, dass es viele solcher Leute auf der Welt gibt, es muss also jemanden wie mich geben, der sich auf gleiche Weise bizarr und beschädigt fühlt, so wie ich mich fühle. Ich stelle mir die Frau vor, und stelle mir vor, dass sie dort drüben auch an mich denkt. Also gut, ich hoffe, wenn du dort bist und dies liest, dass du weißt, dass es wahr ist, dass ich da bin und genauso seltsam bin wie du.“

…  und ihr Gefühl hat ihr Folgendes vermittelt:

„Ich fühle, dass wir seit unserem Herkunftsort zusammen sind, dass wir aus der gleichen Materie gemacht sind, den gleichen Wellen, dass wir in uns den gleichen Sinn tragen. Dein ganzes Sein, dein Genie und deine außerordentliche Bescheidenheit sind unvergleichbar und du bereicherst das Leben; In deiner außergewöhnlichen Welt, biete ich dir nur eine weitere Wahrheit an, die du erhältst und die immer das Tiefste in dir liebkosen wird.“

Frida war eine Frau, die unglaublich lieben konnte – ich muss oft schmunzeln, wenn ich diese Worte von ihr lese:

„Darf man Verben erfinden? Ich möchte dir eines sagen: ich himmele dich, so spreizen sich meine Flügel breit aus um dich maßlos zu lieben.“

Ihr Leben war ein ganz Besonderes, die Liebe war für sie etwas ganz Besonderes und ihre Sicht zu den Eigenschaften der verschiedenen Farben ist auch eine Besondere – ich werde ihre Gemälde mit diesem Wissen betrachten und die Wahl ihrer Farben bestaunen. Sie sagt: Blau ist die Liebe!

„Grün – warmes und gutes Licht.
Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe].
(Braun) Farbe der „Mole“, des schwindenden Blatts. Erde.
(Gelb) Irrsinn, Krankheit, Angst. Teil der Sonne und der Freude.
(Blau) Elektrizität und Reinheit. Liebe.
(Schwarz) Nichts ist schwarz – wirklich nichts.
(Blattgrün) Blätter, Traurigkeit, Wissenschaft. Ganz Deutschland hat diese Farbe.
(Hellgelbgrün) Mehr Irrsinn und Mysterien. Alle Gespenster tragen Kleider von dieser Farbe oder zumindest solche Unterwäsche.
(Grünblau) Farbe für schlechte Reklame und gute Geschäfte.
(Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein.
(Rot) Blut? Ach, wer weiß!»

(aus „Frida Kahlo – das Gesamtwerk“,1988)

Ich habe ja schon öfter über Frida Kahlo berichtet und meine Verehrung für diese wundervolle Frau und grossartige Künstlerin zum Ausdruck gebracht, hier z.B.: https://seelenglimmern.com/2017/01/24/frida-kahlo-sie-ist-wieder-in-baden-baden/

Doch nun freue ich mich riesig auf ein neues Wiedersehen mit ihr 🙂

Kleiner Nachtrag zum Museumsbesuch – Ersilias Lied

 

Das leise Lied von Ersilia – ich hatte im Buch darüber gelesen und im Museum ist mir die Geschichte wieder begegnet. Nun wollte ich es auch hören.

“ „Ich werde doch wieder malen,“ sagte Klingsor, „schon morgen. Aber nicht mehr diese Häuser und Leute und Bäume. Ich male Krokodile und Seesterne, Drachen und Purpurschlangen, und alles im Werden, alles in der Wandlung, voll Sehnsucht, Mensch zu werden, voll Sehnsucht, Stern zu werden, voll Geburt, voll Verwesung, voll Gott und Tod.“

Mitten durch seine leisen Worte und durch die aufgewühlte trunkne Stunde klang tief und klar Ersilias Stimme, still sang sie das Lied vom bel mazzo di fiori vor sich hin, Friede strömte von ihrem Liede aus, Klingsor hörte es wie von einer fernen schwimmenden Insel über Meere von Zeit und Einsamkeit herüber. Er drehte seine leere Weintasse um, er schenkte nimmer ein. Er hörte zu. Ein Kind sang. Eine Mutter sang. War man nun ein verirrter und verruchter Kerl, im Schlamm der Welt gebadet, ein Strolch und Luder, oder war man ein kleines dummes Kind?“ (Textauszug aus „Klingsors letzter Sommer“)

Übrigens, wer das Buch noch nicht kennt, kann es hier lesen:
http://gutenberg.readingroo.ms/4/2/3/3/42338/42338-h/42338-h.htm

Nun aber das Lied. Der kleine Blumenstrauß ist ein italienisches Volkslied , von einem anonymen Autor 1904 komponiert. Dieses Lied, obwohl es keine Beziehung zum Krieg hatte, wurde von den Alpini (italienische Gebirgsjäger) während des Ersten Weltkrieges gesungen und wurde seitdem berühmt. 

Das Lied veröffentlichte  Gigliola Cinquetti im Jahr 1972 in einem Album.