Eine neue interessante Ausstellung steht an 😃

 

Ausstellung über die Verbindung von Hermann Hesse und Thomas Mann in Calw

Ausstellungsplakat Hesse&Mann

„Wortkünstler – Weltbürger – Weggenossen“: Ab Sonntag, 28. April 2019  !!!

Hier gibt´s  mehr darüber zu erfahren:

https://www.hermann-hesse.de/archiv/2019/03/19/ausstellung-%C3%BCber-die-verbindung-von-hermann-hesse-und-thomas-mann-calw

Bis jetzt hat mich jede Ausstellung im Hermann-Hesse-Museum in Calw begeistert (ich habe ja auch jedesmal im Blog darüber berichtet  🙂  )

Also, wer sich für Hermann Hesse interessiert und gerade in der Nähe ist: nix wie hin !

Auch auf Malta gab es Wunder zu bewundern … (das Wunder von Mosta)

 

Das Wunderbarste an den Wundern ist,
dass sie manchmal wirklich geschehen.
(Gilbert Keith Chesterton)

So auch in Mosta. Am 9. April 1942 ereignete sich das „Wunder von Mosta“. Deutsche Jagdflieger bombardierten bei einem Angriff auf den Flugplatz Ta’Qali versehentlich die Kuppel des Doms von Mosta. Die deutsche Bombe durchbrach zwar die Kuppel, explodierte aber im Innern der Kirche nicht, wodurch die rund dreihundert zur Abendmesse versammelten Gläubigen mit einem Schrecken davonkamen.
Die Bombe wurde später entschärft und ist im War Museum in Valletta ausgestellt, in der Kirche befindet sich eine Bombe, welche der vom 9. April 1942 ähnlich ist.
( https://de.wikivoyage.org/wiki/Mosta )

Diese Art Bombe durchbrach die Domkuppel. Genau da, wo der blaue Punkt zu sehen ist:

Das muss für die betenden Gläubigen schrecklich gewesen sein. Eine 200 kg schwere deutsche Fliegerbombe … unvorstellbar!

Der Dom, auch Rotunde von Mosta oder Rotunde Santa Marija Assunta genannt, ist eine römisch-katholische Kirche. Er hat die viertgrößte Kirchenkuppel der Welt mit einem Durchmesser von 39 Metern. Architekt des heutigen Gebäudes war Giorgio Grognet de Vassé. Das Innere des Doms ist in den Farben blau, weiß und gold gehalten. Wunderschön und sehr beeindruckend.

Der Dom ist komplett mit den Figuren von Heiligen und alter griechischer Gelehrten verziert und die Malereien sind überwältigend. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Dies sind nur einige von vielen Fotos  – real betrachtet ist dieses kunstvolle Bauwerk einfach traumhaft.

Die Menschen auf Malta sind sehr, sehr gläubig und überwiegend römisch-katholisch. Ich selbst gehöre keiner Kirche/Religion an, aber ich glaube an eine Schöpfung. In Gedanken an die Menschen, die den Bombenanschlag damals überlebt haben, zündete ich am Lichteraltar zwei Kerzen an und dankte unserer Schöpfung, dass sie dieses „Wunder“ verwirklichte.

 

Spitzen und Tränen – die neue Frida Kahlo-Ausstellung

 

„Willkommen im Museum!“, begrüßte mich Herr Gehrke mit einem bezaubernden Lächeln.

„Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie es sich bequem.“ Natürlich, hier gibt es Stühle, viel Frida-Literatur und Kaffee!

Das ist fast wie ein nach Hause kommen und so ist das jedes Mal  🙂

Und auch „Es“ grüßte freundlich …  😉

Sogleich griff ich nach dem Programmheft, das nicht nur durch diese Ausstellung, sondern gleich durch Frida´s ganzes Leben führt – nach nun sechs erfolgreichen Ausstellungen in Baden-Baden ist es ganz schön umfangreich geworden. Eine Fundgrube an Wissenswertem und an „Geheimnissen“ für den, der Frida Kahlo verehrt wie ich.

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„Wenn Sie meine Bilder sehen, die Ihnen die Geschichte meines Lebens, meiner Familie und Freunde erzählen, müssen Sie bedenken, dass ich den Pinsel habe, ich habe die Kontrolle, das zu malen, was ich will, und ich habe die Kontrolle, Ihnen die Realität so zu zeigen, so wie ich Ihnen diese gerne zeigen möchte.“ (Text im Programmheft)

Ich schaute mich um, verschaffte mir einen ersten Überblick (zum Vergrößern bitte anklicken):

Unvorstellbar, ich bekam hier eine Vorstellung von „Fridas Liebe zu Schönheit, Eleganz und wie sie ihre ausgearbeiteten Kleider, Spitzen und den Schmuck dazu benutzte ihren armen, schmerzhaften Körper zu bedecken“  …. wie in der Vorankündigung zu dieser Ausstellung beschrieben.

Dann fiel mein Blick auf einen sehr schönen Schrank. Im Programmheft las ich: „Jetzt sehen Sie den Schrank, den ich in meinem Schlafzimmer hatte und den ich für mein Puppenhaus benutzte.“ Sie sammelte Puppen, Puppenstuben-Möbel und viele niedliche Kleinigkeiten. Das tat sie, weil sie für immer ein Kind bleiben und nie erwachsen werden wollte. Das Puppenhaus zeigt eine doppelte Identität: auf der einen Seite die schweren, massiven Holzmöbel, die Kultur ihres Vaters, und auf der anderen Seite die bunte Kultur Mexikos – die Welt ihrer Mutter. Es ist faszinierend, diese Gegensätze im Schrank zu vergleichen und Rückschlüsse auf Fridas Leben zu ziehen.

Danach wandte ich mich ihren Gemälden zu. Ich sah Frida …  viele beeindruckende und ausdrucksstarke Fridas! :

Zu jeder Frida gibt es eine interessante Geschichte im Museum bzw. in dieser Ausstellung zu erfahren … das letzte Bild in meiner Galerie z.B. ist ein ganz ungewöhnliches Selbstportrait. Es trägt den Namen „Der Rahmen“ und hier hat sie mit verschiedenen Materialien gearbeitet. „Dieses Werk wurde zum ersten Gemälde eines mexikanischen Künstlers des 20. Jahrhunderts, das vom Louvre gekauft wurde und noch heute ist es mein einziges Gemälde, das in Europa in einem Museum zu sehen ist.“ (Text aus dem Programmheft).  Dieses Werk ist grandios und ich kann mich kaum von diesem Anblick trennen. Wunderschön – was für eine Arbeit!

Aber sie hat nicht nur sich selbst gemalt, sondern u.a. auch „IHN“ – ihren zweiten Unfall, der noch schlimmer war als der erste, der Busunfall. Sie hat ihn besser aussehend gemalt, als er es in Wirklichkeit war … sie liebte ihn! Mehr als alle Anderen, die sie später noch kennen und lieben lernte. Links auf dem Bild ist er, wie er wirklich war:

Ihre Wirklichkeit war schrecklich mit diesem Diego Rivera, der sie immer wieder verletzte und betrog. Trotzdem liebte sie ihn … und malte. Sie malte alle Stationen ihres schwierigen Lebens. Viele Gemälde sind im Museum zu bewundern, zu viele, um hier darüber zu berichten.

Es ist ohnehin mit einem persönlichen Davorstehen, Betrachten und Bewundern nicht zu vergleichen – unmöglich, dies zu beschreiben.  Jeder, der sich wirklich dafür interessiert, sollte nicht versäumen, dieses Museum und diese Ausstellung zu besuchen. Ich denke, nur so ist es möglich, Fridas außergewöhnliches und spannendes Leben im Zusammenhang zu begreifen.

Ihr letzter Eintrag vor ihrem Tod in ihrem Tagebuch war:

„Ich hoffe, das der Ausgang freudig ist und ich hoffe, nie wieder zurückzukehren.“

Ich persönlich werde immer wieder ins Museum zurückkehren, um in ihr Leben und in die Farben Mexikos einzutauchen. Um die Stärke, den enormen Lebenswillen und die außergewöhnliche Liebesfähigkeit dieser besonderen Frau nachvollziehen zu können. Es ist jedes Mal ein großartiges, berührendes Erlebnis, das inspiriert und zum Nachdenken anregt … über Menschen, Tragödien und die Liebe zum Leben.

Und hier noch das Wichtigste – das Museum:

http://www.kunstmuseum-gehrke-remund.org/besucher-info.html

oder hier:

https://www.facebook.com/KunstmuseumGehrkeRemund/