My Dad and I …

Fast wäre ich ein Geburtstagsgeschenk für ihn geworden, aber ich war wohl schon damals enorm mit Ungeduld gesegnet – ich kam 24 Tage früher als geplant. Aber er hat sich trotzdem sehr über mich gefreut, denn ich war ein Wunschkind. Das hat er mir oft erzählt. Und dass es ein wunderschöner Palm-Sonntag morgens um drei war, als er zum ersten Mal mein lautstarkes Geschrei vernahm 🙂

Von da an sprach er mit mir, erzählte mir alles, was ich an Wissen im Leben so brauchen würde. Er war ein sehr offener und kommunikativer Mensch – eben ein Widder wie ich *ggg*

my dad and i

Zu allererst machte er mir klar, dass das Leben schön ist und dass ich mir da ja nichts anderes erzählen lassen solle …

la dolce vita

Etwas später dann vermittelte er mir die unangenehme Tatsache, dass ich mich hin und wieder einer gewissen Kleiderordnung unterwerfen müsse. Es gehörte sich einfach nicht, ständig nackt in der Gegend rumzurennen … hmm … schon wurde meine Freiheit eingeschränkt und das gefiel mir gar nicht. Aber er tröstete mich immer wieder, dass ich das schönstes Püppchen wäre, das er sich vorstellen könne. Seine kleine Prinzessin … menno, damals trug man kratzige, steife Petticoats und das hielt eine ganze Weile so an!

Püppchen

Er hat mir aber natürlich auch Sinnvolles beigebracht. Zum Beispiel die Sache mit den Männern. Er sagte: „Auf keinen Fall Angst vor wilden Tieren!“ 😉

Keine Angst vor wilden Tieren

… und dann noch das Allerwichtigste: „Ohne Fleiss kein Preis !!!“ – das hat er öfters wiederholt, damit es sitzt 😉

Er machte mich mit allem Möglichen bekannt, auch mit Einstein und dem Bajazzo. Mathe und Musik gehören zusammen, meinte er immer wieder – logisch, das waren seine Hobbies. Und ein bissle was ist da auch hängengeblieben – auch in meinem Zimmer an der Wand  (keine Sorge, der Graham Bonney aus der Bravo hing an der Tür) 🙂

Einstein und Bajazzo_Christel1969_1

 

Mein Dad war grossartig. Ich bin schon den ganzen Tag fast ununterbrochen in Gedanken bei ihm, denn ich hatte eine sehr schöne Kindheit, eine tolle Schulausbildung und er hat mich auch sonst in Allem unterstützt, was ich „ausprobieren“ wollte. Kann man sich als junger Mensch mehr wünschen?

Mein Dad und ich – wir haben uns geliebt und sehr viel Schönes zusammen erlebt. Ich wünschte, er könnte heute an seinem Geburtstag bei mir sein. Aber wahrscheinlich ist er „um mich“! Im Universum geht nichts verloren … jetzt wird er sicher wieder grinsen, wenn er sieht, was ich hier verzapfe 🙂

Die vielen Tränen, die im Spiel wir verhüllen, geknicktes Hoffen, – ein todwundes Herz …

Jonas Kaufmann mit der Lieblingsarie meines Vaters … oh, wie oft hat er sie gesungen und mich mit dieser Arie zum Opernlieben verführt. Damals hörte ich es von einer  alten LP und Beniamino Gigli sang … ich erinnere mich, als ob es erst gestern gewesen wäre. Und nun brilliert er mit diesem Meisterwerk:

Und genau so hörte sich das damals an – mit dem grossen Tenor Beniamino Gigli … ich glaub, jetzt muss ich weinen  – heute, am 30.April hätte mein Papa Geburtstag. Wie seltsam, dass ich gerade jetzt auf diese Arie stosse. Ich wollte doch nur nachschauen, was es bei Jonas Kaufmann Neues gibt ….

 

Deutsche Übersetzung
Bajazzo’s Lied

Jetzt spielen? Wo mich Wahnsinn umkrallet?
Wo kaum ich weiss zu stammeln, noch klar zu sehn!
Und doch: es muss sein –
Das Schicksal will’s.
Bah – bist Du denn ein Mann?
Bist nur Bajazzo!

Hüll’ Dich in Tand und schminke Dein Antlitz:
Man hat bezahlt ja – will lachen für’s Geld.
Und raubt der Arlequino Dir Deine Colombine,
Lache, Bajazzo, und alle werden Dich mit Beifall begrüßen.

Die vielen Tränen, die im Spiel wir verhüllen,
Geknicktes Hoffen, – ein todwundes Herz:
Ah – lach’ doch, Bajazzo, schneid’ tolle Grimassen,
Kennst kein Gefühl, bist ein Spielzeug zum Scherz!

Ausgepflanzt und eingesät …

 

… und jetzt bin ich müde. Ist aber nicht schlimm, denn ich habe jetzt eine Woche Urlaub für noch anfallende Feinheiten und zum Beobachten … wie alles wächst 🙂

Bis jetzt sieht alles ja ganz gut aus. Das Hochbeet ist eingesät mit Spinat, Radieschen, bunte Möhrenmischung, Lauchzwiebeln und Romana-Salat.

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In den Hängekästen sind bunte Chili … NuMex Twighlight (Regenbogenmischung!), rote Paprika und Cocktail-Tomaten. Dazwischen ein paar Tagetes (Studentenblumen, die halten das Ungeziefer fern)

Die Zucchini sitzen und haben Luft. Dazwischen habe ich Lauch eingesät – die beiden mögen sich 🙂

Und hier freunden sich gerade Erdbeeren, Tomaten, Paprika und Zucchini an:

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Zwischen die Tomaten habe ich etwas Wurzelpetersilie eingesät – die mögen sich auch 🙂

Und hier steht bereits die Stange für meine Stangenbohnen-Pyramide. An den Seilen klettern bald blühende Bohnenranken hoch. Die Bohnen werden allerdings erst Mitte Mai ausgelegt, denen ist jetzt noch zu kalt (ich könnte auch etwas mehr Wärme vertragen, aber da sind gute Aussichten 🙂

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Auf der Kräuterspirale wächst alles von alleine, da blüht gerade der Rosmarin …  in BLAU ! Also in meiner Lieblingsfarbe.

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So, jetzt räume ich die Sauerei wieder auf und dann …

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…  dann ruhe ich aus und während ich ausruhe lese ich mein Buch zu Ende:
Maybe Someday ! 🙂

Ich wünsche euch allen auch ein schönes Wochenende! ❤

Und jetzt spitzt sie sich zu … die Lage!

Mein Esszimmer gleicht einem Dschungel, denn ich habe noch schnell die Geranien, Petunien ect. , die in die Blumenkästen sollten, hereingeholt. Alles blüht und grünt hier drinnen, während es draussen schneit. Aber ich schone meine Nerven – nein, ich rege mich nicht auf! Auch nicht bei diesem Anblick, bei dieser Einweissung von Hausdächern, roten Tulpen und grünem Rasen. Warum sollte ich mich auch bei der Farbe Weiss aufregen, wo sie ohnehin keine Farbe ist – farbtechnisch gesehen.

Ich warte lediglich ab, ob ich morgen früh Schnee schippen muss und Eiskratzen, bevor ich zur Arbeit fahre. Dann ist immer noch Zeit genug, um mich aufzuregen – während ich den Schnee vom Auto räume.

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Jedenfalls rechne ich heute mit keinem berauschenden Sunset mehr, wie es der Hermann Hesse so schön beschrieben hat … „Hold my hand at sunset, when the light of day goes out …“.    Nein, ich schau mich lieber mal in seinen Wintergedichten um. Vielleicht finde ich da ein tröstliches, das mir über die sich zuspitzende Lage hinweghilft ….

Die Lage ist besch …. eiden!

 

Bei DER Wetterlage legen sich selbst die Tulpen. Ich kann ja nicht jede einzeln mit einem Stöckchen stützen 😦

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Na ja, die empfindlichsten haben von mir wenigstens ein Hütchen bekommen …

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… und diejenigen, denen es zu eng geworden ist, habe ich ich nochmal in grössere Töpfe verpflanzt …

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… ich werde mich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass bald die Zucchini in meinem Esszimmer geerntet werden können, wenn’s so weitergeht …

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… aber was soll ich machen? Bis jetzt hat der Wettergott jedenfalls nicht mit sich reden lassen! Ach was rede ich, also bei dieser Kälte kommen mir die Jungen nicht raus. „Jungpflanzen an Erfrierungstod gestorben …“, ha, das hätte mir gerade noch gefehlt!

Ja, das sieht nicht gut aus, aber damit sie es mir glauben, habe ich ein paar Tomaten auf’s Fenstersims gestellt. Dort können sie rausschauen, sich überzeugen und es den anderen bestätigen. Da lasse ich mir nix nachsagen – nein, ich bin kein Unmensch, der den Pflanzen kein Licht und einen artgerechten Lebensraum gönnt. Ich kann halt auch nicht immer, wie ich will und da sind solche Massnahmen eben erforderlich 😦

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Schei …  shit Wetterchaos !!!

So stelle ich mir Ergänzung vor …

 

… im harmonischen Wechsel. Zwei grosse Stimmen und jede ist einzigartig. Hoch und Tief finden sich und erklingen im Zusammenspiel als wunderschönes Ganzes. Und sie sind so sympathisch, die beiden 🙂

Das Publikum ist hingerissen und geniesst diesen besonderen Moment:
Jonas Kaufmann und Placido Domingo … und ein Lied, das immer noch um die Welt geht.

Hermann-Hesse-Museum in Calw: Vom Wert des Alters

Eine tolle Ausstellung! Gerade komme ich voller Eindrücke nach Hause und freue mich über meine Fotos, die einigermassen gelungen sind – trotz der vielen Lichter und Spiegelungen. Ich habe meinen „Schatz an Bildern, die man nach einem langen Leben im Gedächtnis trägt …“. So hatte es Hermann Hesse einst formuliert und hat auch selbst sehr grossen Wert auf solch einen Schatz gelegt.

Sein Sohn Martin (genannt: „Poet der Kamera“), der einen geschulten Blick für gute Fotografien hatte, dokumentierte mit seiner Kamera viele Lebens- und Alltagssituationen seines Vaters. Es sind lebensnahe Bilder aus den Tessiner Jahren, die den Dichter und Schriftsteller Hermann Hesse bei seiner Arbeit am Schreibtisch, im Atelier oder in der Bibliothek, beim Malen im Garten und im Weinberg zeigen.

Es gab Brieftexte zu sehen, die das Thema Alter beschreiben, Originalhandschriftliche Entwürfe seiner Gedichte (Stufen!), wunderschöne Aquarelle und u.a. Briefe an Emmy Hennings-Ball, die er mit bezaubernden Malereien versehen hatte … ja, so liebevoll hat er sich damit beschäftigt 🙂

Ich stelle hier mal ein bisschen was ein, falls sich jemand dafür interessiert oder vielleicht auch die Ausstellung besuchen möchte – sie geht noch bis 31.Juli 2016. Im Original wirkt natürlich alles viel beeinduckender und beim Besuch wird während des Rundgangs auch alles viel verständlicher.

Trotzdem hier ein kleiner Einblick (manche Fotos müssen vergrössert werden!):

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