Über Kunst und Künstler

 

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„Ein Kunstwerk oder ein Künstler und der Kunstkritiker. Wie sinnvoll kann es denn sein, die Kunst zu analysieren anstatt selbst ein Kunstwerk zu sein?

Wer von beidem ist dem Atem des Lebens wohl näher? Der Kritiker kommt nur dem Künstler nahe aber das, was den Künstler so fasziniert, dass er es auf diese Weise ausdrücken muss, davon erfährt der Denker rein gar nichts. Wir könnten auch in unser eigenes Leben eintauchen anstatt in das Leben und die Vorstellung anderer. Wir könnten endlich damit aufhören, uns ständig mit anderen zu vergleichen und dem Raum geben, was wir selber sind. Wir alle sind Originale, einzigartig, wundervoll und vollkommen. Daher sollten wir uns nicht wie billige Kopien verhalten.“ [… ]

Hier habe ich einen Eintrag zum Thema entdeckt – sehr schön zu lesen.

http://www.gehvoran.com/2015/04/lebenskunst-wir-sind-keine-menschen-wir-sind-kuenstler/

          „Unser Universum ist ein Kunstwerk und es zu leben ist die Kunst. „

Heute Z wie zunehmend!

 

… aber dieses z:   

Wer es nicht (mehr) kennt, wird Morgensterns Gedicht nicht anwenden können 😉

 

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Der Mond

Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:
Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,
ein   formierend und ein   –
dass keiner groß zu denken hätt‘.
Befolgend dies ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand.

Christian Morgenstern

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Stein der Worte … ein poetischer Ort

 

Sasso delle parole („Stein der Worte“)

„Stein der Worte“ – es schien ein sogenannter „poetischer Ort“ zu sein, an dem ich mich auf den Spuren Hermann Hesses befand. Und poetische Orte regen die Lust am Leben an, sagt man. Dieser Ort hat ihn immer wieder angezogen. Er war dort allein. „Für die Phantasie ist dieses Verlassen-Sein aufregend.“, habe ich mal irgendwo gelesen.

Oft stapfte er mit Staffelei, Farben und Leinwand zum Sasso delle parole, dem „Stein der Worte“. Es war einer seiner Lieblingsplätze. Von diesem weissgrauen, zerklüfteten Felsplateau schweifte sein Auge von einem Felsvorsprung aus über die glitzernde Fläche des Sees und die Berge. Seine Augen liebkosten die malerischen Dörfchen, die sich vor ihm ausbreiteten.

All diese Betrachtungen sollen auch Inspiration für sein herzbewegendes Gedicht „Blick nach Italien“ gewesen sein.

Blick nach Italien

Über dem See und hinter den rosigen Bergen
Liegt Italien meiner Jugend gelobtes Land,
Meiner Träume vertraute Heimat.
Rote Bäume sprechen vom Herbst.
Und im beginnenden Herbst
Meines Lebens sitz‘ ich allein,
Schaue der Welt ins schöne grausame Auge,
Wähle Farben der Liebe und male sie,
Die so oft mich betrog,
Die ich immer und immer noch liebe.
Liebe und Einsamkeit,
Liebe und unerfüllbare Sehnsucht
Sind die Mütter der Kunst;
Noch im Herbst meines Lebens
Führen sie mich an der Hand,
Und ihr sehnliches Lied
Zaubert Glanz über See und Gebirg
Und die abschiednehmende, schöne Welt.

Dort sass er also auf seiner „roten Bank“, sinnierte und malte  … und genau dort hätte ich jetzt auch gerne mein Bild gemalt:

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Himmlische Harmonie

Inspiriert von dem Song „Play Me“/Neil Diamond, den ich gestern hier eingestellt hatte, nahm ich heute meine Pastellkreiden in die Hand und summte den Song vor mich hin.

„You are the sun
I am the moon
You are the words
I am the tune
Play me … „

Durch meine Gedanken huschten Sequenzen von Geschichten, die ich von Sonne und Mond kenne. Da gibt es viele, die sich durch alle Zeitalter und Kulturen ziehen.

Sonne und Mond, sie scheinen sich nicht zu vertragen. Die Sonne ist unsterblich verliebt in den Mond, doch dieser hat Angst vor ihren heissen Strahlen. Sobald sie aufgeht, ergreift er die Flucht. Aber der Schein trügt, das erzählt man sich nur.

In Wahrheit sind sie verbunden –  harmonisch verbunden im Geiste. Und ihr Jagen und Fliehen ist nichts als das Spiel zweier ausgelassener Kinder. Sie spielen Fangen und Verstecken und necken und ärgern sich. Jedoch in ganz besondern Momenten …

….. davon erzählt mein Bild 🙂

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