Zeitnot !?

 

Natürlich habe ich, wie jeder andere auch, 24 Stunden/Tag. Aber ich muss sie derzeit anders einteilen. Vorrangige Dinge, die meine ganze Aufmerksamkeit und mein Handeln erfordern, müssen erledigt werden. Für das Lesen und Schreiben im Blog bleibt momentan kaum was übrig.

Das wird sich wieder ändern und bis dahin bitte ich euch um Entschuldigung für meine Abwesenheit. Ich würde viel lieber bei euch lesen, als …..

Wir leben in einer Zeit, die uns beständig mit Unerwartetem konfrontiert.
Frank-Walter Steinmeier

Dann bis bald wieder …

 

Die Entdeckung einer neuen Speise ….

 

„Was gibt es heute zu essen?“, rief er ungeduldig. Es war schon kurz vor Zwei und höchste Zeit für das Mittagessen. Mara stand in der Küche und erwiderte lachend: „Negentropie!“.

„Das hat aber hoffentlich nichts mit Ente zu tun! Du weißt, ich mag keine Ente!“, entgegnete er aufgeschreckt und eilte in die Küche. „Nein, ich koche Linsen mit Spätzle und Wienerle dazu. Von den Spätzle gleich ein bisschen mehr, dann kann ich dir morgen Käsespätzle mit Salat davon zubereiten.“ Das mochte er sehr gerne und schließlich geht ja Liebe durch den Magen.

Natürlich nicht nur, denn Liebe geht auch durch den Kopf, durch die Gedanken. Wie zum Beispiel die Liebe zum Kochen oder zur Literatur. Diese beiden konnte sie stets verbinden, denn neben dem Kochen nutze sie zwischendurch die „Wartezeiten“ zum Lesen :

»Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.«

Eben, das tat sie. Wenn sie mehr Spätzle machte, ergab sich die Möglichkeit für ein leckeres Essen am nächsten Tag.

Die Weisheit: „Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.“ und den Begriff „Negentropie“ hatte sie bei Paul Watzlawick aufgeschnappt. Und in diesem Zusammenhang auch, dass der der Nobelpreisträger Erwin Schrödinger sagte:

» . . . wovon ein Organismus sich ernährt, ist negative Entropie.«    ( … wir sind ein lebender Organismus, nicht wahr?)

Die »negative Entropie« (oder Negentropie) ist die Bezeichnung für die Fähigkeit lebender Organismen, aufzubauen statt abzubauen, aus Unordnung Ordnung zu schaffen.

Durch all diese Informationen hatte Mara folgende Weisheit von Paul Watzlawick verstanden – die Erleuchtung flog ihr sozusagen geradewegs zu:

„[…] Negentropie, das ist die Art von Prozessen, die wir in der Natur immer wieder beobachten können: das Wachsen, Sich-Verbessern. Ich glaube, wir sollten am besten zu Dienern der Negentropie werden. Mir ist in diesem Zusammenhang Heinz von Foersters ethischer Imperativ sehr wichtig. Er lautet: »Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.«  (Paul Watzlawick)

Negentropie, dieser Begriff gefiel ihr. Er klang gut. Darüber wollte sie noch mehr wissen und konnte folgendes Beispiel in Erfahrung bringen ( http://www.mj-arte.ch/mj-texte/E/entropie.html ):

„Für das Leben auf Erden ist essentiell, dass die Erde von der Sonne Negentropie aufnimmt und Entropie an das Weltall abführt:

„Was die wenigsten Menschen wissen, ist, welche Beziehung wir zur Sonne haben. Sie sagen, wir benötigen die Sonnenenergie, damit wir auf der Erde leben können. Das ist im Grunde nicht ganz korrekt. Die ganze auf die Erde eingestrahlte Sonnenenergie muss wieder entsorgt werden in den Weltraum, sonst würden wir allmählich flüssig und gasförmig werden und die Erde sich auflösen. Was wir eigentlich von der Sonnenenergie aufnehmen, das ist nur der geordnete Teil, der über eine Richtung verfügt. Mit anderen Worten ausgedrückt: Die Energie, welche uns die Sonne zusendet, die ist geordneter als jene, die ungeordnet wieder in den Weltraum, in den schwarzen Himmel zurückgesandt wird. Das Ganze kompensiert sich wieder. Die Ordnungsfähigkeit, die Syntropie (die Negentropie), die Energie als Ganzes bleibt auf der Erde zurück und ermöglicht eine wachsende Entfaltung des Lebendigen.“ (Hans-Peter Dürr)

Dies alles musste sie jetzt nur noch auf ihre Linsen mit Spätzle umsetzen: „Sie sind Nahrung und somit Energie, die geordnet wird. Der ungeordnete Rest, der nicht mehr verwertbar ist, wird in den schwarzen Himmel (… also zunächst in die dunkle Kanalisation) zurückgesandt. Die Energie verbleibt im Körper, wo sie wachsende Entfaltung des lebendigen Leibes ermöglicht. Und durch ein Mehr an Spätzle ergab sich noch die Möglichkeit für eine zusätzliche Negentropie am nächsten Tag. Ist doch ganz logisch, oder?

Negentropie ist also ein guter Prozess, den wir in der Natur immer wieder beobachten können: das Wachsen und Sich-Verbessern. Und tatsächlich, Mara´s Lebenspartner fühlte sich nach dem leckeren Essen wesentlich besser. Dazu beigetragen hat sicher auch das erklärende Gespräch am Tisch   🙂

Doch, wer Linsen mit Spätzle und Wienerle nicht so mag, kann noch diese Weisheit beherzigen und einfach etwas anderes kochen:

Für ein gutes Tischgespräch kommt es nicht so sehr darauf an, was sich auf dem Tisch, sondern was sich auf den Stühlen befindet. “     (Walter Matthau)