Ein Rezept …

… für alle, die darüber nachdenken möchten.
Mit meinen Gedanken bin ich dabei gerade bei Sylvia. Liebe Sylvia, „Es ist wahr, was sie sagen: Was kommen muss, kommt.“   Doch:

Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
geht es um dich oder ihn.
Dein eignen Schatten nimm
zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruss mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiss deine Pläne. Sei klug
und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaléko

 

Es gibt was Bessers in der Welt …

 

Ganz besondere Momente voller Magie. Am Ufer eines kleinen verwunschenen Sees setzte ich mich auf einen Stein. Da sanken leise hundert Sterne vom Himmel und tanzten für mich zu einer bezaubernden Melodie – niemand sonst sah es und auch die Himmelsklänge hören so viele nie …

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Ich sehe oft um Mitternacht,
Wenn ich mein Werk getan
Und niemand mehr im Hause wacht,
Die Stern‘ am Himmel an.

Sie gehn da, hin und her zerstreut
Als Lämmer auf der Flur;
In Rudeln auch, und aufgereiht
Wie Perlen an der Schnur.

Und funkeln alle weit und breit
Und funkeln rein und schön;
Ich seh’ die große Herrlichkeit
Und kann mich satt nicht sehn….

Dann saget unterm Himmelszelt
Mein Herz mir in der Brust:
“Es gibt was Bessers in der Welt
Als all ihr Schmerz und Lust.“

Ich werf mich auf mein Lager hin,
Und liege lange wach,
Und suche es in meinem Sinn:
Und sehne mich darnach.

(Matthias Claudius)

Eine Weihnachtsgeschichte – überraschend heiter!

Wie jedes Jahr habe ich auch während dieser Weihnachtszeit einige Weihnachtsgeschichten gelesen. Die mit Abstand „stimmungsvollste“ war diese:

„Feier mit Hindernissen“ … von Erich Kästner. Ein toller Buchtipp von Danny, der das Buch auch gerade liest. Ich weiss, ich darf nichts vorwegnehmen, aber so ein ganz kitzekleines Textauszügchen muss ich hier einfach erwähnen – damit ich die Geschichte nicht vergesse. Also:

„Weil ich nicht im engeren Sinne Familiäres vorhatte, ging ich hin. Es waren mehrere Herren und Damen anwesend, und Paula rief, nun könne das Essen anfangen. Die Wirtin kam ins Zimmer und trug einen Stoss Teller. Einer der Herren fragte, ob er behilflich sein dürfe, griff nach den Tellern und warf einen nach dem anderen, quer durchs Zimmer, auf den Tisch, an dem wir sassen. Dann pfiffen Messer und Gabeln an unseren Ohren vorbei und legten sich gehorsam neben die Teller. Die Wirtin schrie um Hilfe. Aber der Herr sagte freundlich: „Keine Sorge, liebe Frau, ich bin der weltberühmte Jongleur Mazeppa.“ Und dann schleuderte er dampfende Frankfurter Würstchen, für jeden Gast ein Paar, auf die Teller. Ich bin ein offener Charakter; zu lügen widersteht mir; ich erkläre, dass er den Kartoffelsalat auszuteilen der Wirtin überliess. Wegen der Mayonnaise.
Wir waren unser sieben. Und Paula sagte, Alfredo, der Luftakt, fehle noch, doch die Haustür sei bis zehn offen. Wir wünschten einander Appetit und begannen zu essen. Da erhob sich ein würdig wirkender, vollbärtiger Herr, und wir legten die Bestecke beiseite, um seiner Tafelrede zu lauschen. Er sagte aber gar nichts, lächelte nur höflich, packte das Tischtuch und riss es blitzartig unter den Tellern und Gläsern fort. Das Geschirr klirrte kaum. Paula sah, dass ich zusammenzuckte, und meinte begütigend, Professor Bellini sei ein grosser Zauberkünstler. Ich entgegnete, ich habe einen nervösen Magen. Der Professor bat um Entschuldigung. „Schon gut“, sagte ich, leicht verstimmt.
Wir assen unsre Frankfurter Würstchen. „Eigentlich wollte ich einen Christbaum mitbringen“, sagte Professor Bellini zu Paula, „aber ich dachte, du hast einen.“ „Nein, Alfredo wollte ihn besorgen“, meinte Paula.
„Ich begreife nicht, wo der Kerl bleibt“, erklärte eine muskulöse Blondine.
„Alfredos Partnerin, sie heisst Elvira“, flüsterte mir Paula ins Ohr. da klopfte es, als poche jemand gegen Glas.
„Da ist er endlich“, rief Elvira und lief blindlings zum Fenster. Sie öffnete es; draussen, die Winternacht im Rücken, stand ein eleganter junger Mann. Er hielt einen allerliebsten Tannenbaum, der mit brennenden Kerzen besteckt war, in der Hand und wünschte Fröhliche Weihnachten.
„Ist er wirklich sämtliche vier Stockwerke draussen am Haus hochgeklettert?“ fragte ich ernstlich erschrocken. Paula nickte und schien sich nicht zu wundern. …. “

Sehr humorvoll geht’s im Buch weiter – wie schon erklärt darf ich aber nicht alles vorwegnehmen. Aber ich kann euch versichern, ich wäre unglaublich gerne unter diesen besonderen Weihnachtsgästen gewesen 🙂

Und auch die anderen Geschichten in diesem Buch sind unbedingt lesenswert – Erich Kästner eben!
Das Buch: „Der Herr aus Glas“

So, jetzt lese ich weiter 🙂

Gekraust, gewellt, gelockt und gesträhnt ;-)

 

Amüsiert betrachtete der selbstgefällige Ziegenbock, was er da vor sich stehen sah – eine Wollkugel auf vier Stöckchen.
„Hehe … regnet’s diesem Schaf ins Fell, rennt es sicher nicht mehr schnell!“, lästerte er lächelnd   🙂

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„Spar dir deine dummen Bauernsprüche und nein, ich warte nicht auf die Schafskälte!
Aber warte nur ab: Gibt’s im Januar Wind von Osten, tut die Erde langsam frosten. Dann werden wir ja seh’n, wer von uns beiden besser dran ist.“, blökte das Schaf ärgerlich zurück.

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Das Pferd auf der Weide blickte wie immer desinteressiert durch seine haarige Stirngardine, sodass sein Nachbar schweigend annahm, dass es halb blind sein musste. War es aber nicht, denn plötzlich wieherte es: „Dass du dich ja nicht irrst. Der Schein trügt, selbstverständlich habe ich noch ein zweites Auge. Ich sehe alles! Alles klar?“

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„Ist ja gut.“, erwiderte das Irokesenschaf.

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„Bleibt es hinterm Pony klar, kannst du hoffen auf ein gutes Jahr! Doch Irokesen sehen mehr, das sagt dir jeder Schaf-Friseur.“  Sprach’s und wandte sich einem anderen daherstolzierenden Mitbewohner zu.

„Nein, ich bin keine Zebraziege!“, sagte diese schon in weiser Voraussicht. „Das sind goldfarbene Sonnensträhnchen – das absolute must-have in dieser Wintersaison!

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Ausserdem: Wenn am Christkindtag die Sonne scheint, es im Folgejahr keine Tränen weint! So!“, meckerte sie vor sich hin und blickte dabei etwas neidisch rüber zur Ente, deren Federn bunt in der Sonne leuchteten.

Aber nicht nur das. Es war diese schwungvolle Schwanzlocke. Eine ganz besonders schöne Locke – wie gemalt!

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Entzückt blickte die Ente nach hinten zu ihrer Schwanzlocke und meinte selbstverliebt: „Ist sie nicht etwas ganz Besonderes? Und … sie hat ihren eigenen Kopf!“ 🙂

Das konnte sich ihre Artgenossin nicht länger mit anhören und stapfte bedrückt davon.

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„Pah … eine Locke … EINE Locke!“ , schnatterte sie. „Was ist die schon gegen meinen faszinierenden graugetigerten Hals. Jetzt mal ehrlich –  gibt es etwas Ero … ähm … Exotischeres, als einen getigerten Hals?“

„Bäääähh“, platzte es aus dem Esel heraus – anstatt dem gewohnten iah iah iah. 

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Das ganze Gelaber um Locken und Strähnchen ging ihm gewaltig auf den Geist und seine Zunge hing ihm demonstrativ aus dem Hals. „Ach, ihr könnt mich doch jetzt alle mal …. „, stiess er genervt hervor.

Doch das nahm er alles wieder blitzartig zurück, denn von der Hütte gegenüber ertönte ein verschmitztes : „Aber bitte schön!“

 

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Klammheimlich versuchte das Ziegenbaby gerade, sich durch die Hintertür wieder in den Stall einzuschleichen, nachdem man es wegen ungebührlichen Benehmens dort raus geworfen hatte.  „Du kleiner Streithammel!“, hatte die Mutter geschimpft.

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Aber von jetzt an wollte es sich bessern. Das hatte es sich ganz fest vorgenommen  …. 🙂

 

K.D. Lang – Unplugged

 

Diese Musik liebe ich, wenn es draussen noch stockdunkel und absolut still ist. Nur ein paar Kerzen flackern auf meinem Fenstersims und ich kann mich ganz intensiv auf die Klänge und diese wundervolle bluesige Stimme einlassen. Das sind absolut bezaubernde und auch berauschende Momente ….

…  was mich dabei am meisten berührt, ist dieser Song. Die schönste Version/Darbietung, die ich je gehört habe – schöner als das Original und das ist schon zum dahin schmelzen. Aber SIE  … es ist unbeschreiblich, was sie vermittelt:

Übung macht den Meister ;-)

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„Das glaub ich jetzt nicht …  DIE schon wieder! Heee DU….. “

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„Sag bloss, du hast schon wieder vergessen, wie’s geht?
Tzzz…  gut, noch einmal zeig‘  ich dir das, dann muss es aber sitzen!
Also pass auf: Kopf runter …  und dann nix wie drauf!“

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„Und pass auf deine Hörner auf, damit die nicht beschädigt werden. Das Dröhnen im Kopf ist normal, das gibt sich nach  ’ner Weile wieder. Also so schwer kann das wohl nicht sein  …..  und wenn doch, dann wiederholen wir halt das Ganze nochmal. Ich weiss, manche brauchen etwas länger, aber du lernst das noch.

So, ich muss jetzt weiter, ansonsten:  Immer gern zu Diensten!“

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„Ach so … ja … der Riss da im Horn. Da war ich wohl etwas zu heftig. Der ist aber schon alt, da musst du dir keine Gedanken machen. Das Ganze ist schon wieder ziemlich stabil … unschöne Sache war das … damals. Nun ja, das musste ausdiskutiert werden! Reden wir nicht mehr davon – Widder sind nicht nachtragend!“