Wenn die Sonne lacht …

 

… so wie heute Morgen, denke ich sogleich an Italien. An köstliches Fladenbrot (leider hatte ich keines zum Frühstück) und italienische Düfte wie Kräuter und Meersalz. Solche Gedanken lassen mich dann nicht mehr los, bis …

Es ist gut gelungen, so wie es sein muss:

Focaccia ist ein ligurisches Fladenbrot aus Hefeteig, das vor dem Backen mit Olivenöl,   eventuell Kräutern und weiteren Zutaten belegt wird. Die Ursprünge der Focaccia gehen ins Altertum zurück. Die Römer nannten sie panis focācius „in der Herdasche gebackenes Brot“. Focaccia gilt als ligurische Spezialität insbesondere der Metropolitanstadt Genua.

Und in der Cinque Terre, wo ich es immer gerne gegessen habe    🙂

Nun, in der Herdasche habe ich es natürlich nicht gebacken, aber bei 180 Grad Umluft ca. 25 Minuten ging´s  genauso gut:

Da bäckt es und ein herrlicher Duft breitet sich aus. In meinem Tagestraum stehe ich gerade in  Riomaggiore vor einem offenen Küchenfenster und La Mamma holt das Brot gerade aus dem Ofen …

Hmmm … also  lange wird das nicht halten. Vielleicht hätte ich doch zwei backen sollen:

Es muss noch etwas auskühlen, aber dann  …  ich habe es mit getrockneten Tomaten, Oliven, Rosmarin und etwas grobem Meersalz versehen. Sieht doch lecker aus, oder?

Jetzt mal schauen, wie´s  schmeckt     

Ich weiß doch, von einem Appel alleine wird Mann nicht satt …

 

Trotz stundenlangem Malen muss bei mir niemand verhungern 😉 dann gibt es halt etwas Kurzes zu Mittag. Da bietet sich der Wok geradezu an.

Bevor ich mit dem Malen begann, legte ich Hähnchenfleischstreifen in eine Marinade aus:  Sojasoße, Mirin, Ingwer, Knoblauch, 5-Gewürze-Pulver und etwas Speisestärke ein.
Dann schnitt ich Gemüse in Streifen und Scheiben (was ich gerade zuhause hatte: rote Paprika, grüne Bohnen, Karotten, Erbsenschoten, Frühlingszwiebel, Zucchini). Bambussprossen, Pilze und Sojakeime habe ich in der Tiefkühltruhe vorrätig.

Anschließend konnte ich dann in Ruhe malen und Graureiher fotografieren  🙂

Um 13:30 Uhr ging´s dann ganz schnell:

Reis-Wasser aufsetzen, Öl im Wok erhitzen und Gemüse braten, dazwischen den Reis ins Wasser geben, dann das Gemüse im Wok zur Seite schieben und mariniertes Fleisch anbraten. In die restliche Marinade noch etwas Gemüsebrühe und Speisestärke einrühren und ab damit in den Wok.
Inzwischen war dann auch der Reis fertig. Tja, das war´s schon.

Und zum Nachtisch gab es einen leckeren Apfel auf Leinwand und einen Espresso   🙂

 

Wie wird man Genussmensch?

 

Ich glaube das liegt in den Genen, eine tiefe Weisheit, die auf Kinder und Kindeskinder übertragen wird. Und darum habe ich der Kleinen, als ich kürzlich zu ihrem ersten Geburtstag bei ihr war, Reiswaffeln mit Heidelbeeren mitgebracht. Natürlich habe ich sie vorher getestet und sie schmecken echt vorzüglich! Diesen Genuss wollte ich ihr weitergeben und sie auf die Weisheit, die bereits in ihren Genen liegt (diese hat sie auch von mir … also einen Teil … zumindest die Wichtigsten wie die, welche für den Genuss zuständig sind, davon bin ich fest überzeugt  …    ) aufmerksam machen.

Mein Sohn meinte dazu: „Die kann noch keine Kekse essen, das haben wir schon probiert und sie wäre fast daran erstickt. Die kriegt nur Püriertes!“ Ich erwiderte: „Du hast damals doch auch recht schnell kapiert, dass man erst daran lutscht bis sie weich sind. Dann klappt das auch mit dem Schlucken. Erinnerst du dich nicht mehr daran?“ Über den Blick, den er mir daraufhin zuwarf, möchte ich nicht berichten … ich zeig es euch:  

Jedenfalls  – um es kurz zu machen –  erhielt ich heute ein kleines Video und ich genieße es und freue mich so, dass ihre Weisheit bei der Übergabe nicht verschütt gegangen ist. Sie weiß es: zuerst genüsslich lutschen und dann erst Schlucken!  Dies zu wissen ist auch wichtig für´s zukünftige Eisschlotzen      

Und wenn ich sie so sehe, muss ich mir in dieser Hinsicht keine Sorgen machen  🙂  :

„Unter Fremden Sternen“ … und „Ich Steh‘ Im Regen“ …

 

… beides traf gestern zu. Ich habe den STERNLESMARKT in Ettlingen besucht. Und so fremd waren die Sterne für mich nicht, denn dort habe ich schliesslich 13 Jahre lang gelebt und gearbeitet … ein schönes Städtchen!

https://www.ettlingen.de/,Lde/startseite/Tourismus+_+Freizeit/sternlesmarkt.html

Trotz Regen war es richtig gemütlich: gut beschirmt, kuschelig und warm! Wie zuhause auf dem Fell vor’m Kamin, nur eben im Freien – ach, die Italiener verstehen es eben, Gemütlichkeit zu zaubern:

Nach einem Rundgang über den Sternlesmarkt genau das Richtige, schliesslich mussten sich die Bratwurst und das Crêpe Suzette eine Weile setzen.

Hier ein paar Impressionen vom Markt :

Und natürlich bin ich nicht gegangen, ohne einen Blick in den Schlosshof zu werfen. Das Ettlinger Schloss ist ein bezaubernder Hingucker – ausserdem ist es mir sehr vertraut: hier habe ich geheiratet! (ist schon ’ne ganze Weile her, aber immer noch aktuell 😉  )

Es war wieder sehr schön, die „alte Heimat“ zu sehen – vertraute Bilder, und zwar zu jeder Jahreszeit 🙂

Die Geschichte über die Glückseligkeit eines kleinen Bratapfels

 

Es war einmal ein kleiner Bratapfel, der duftend und sich seiner ganzen Schönheit bewusst, inmitten einer zauberhaften Winterlandschaft stand, die seinen Teller zierte.

Noch ganz trunken vor Glück, erinnerte er sich an seine Schöpfung, an die zwei liebevollen Hände, die ihm nicht nur äussere, sondern auch innere einzigartige Schönheit gaben. „Wie aussen, so innen und wie innen, so auch aussen“, dachte er zufrieden mit sich selbst. Beglückt schaute er zuerst prüfend an sich herunter und erhob dann seinen Blick nach oben – direkt in ein Paar glänzende, erwartungsvolle Augen hinein.

Diese strahlenden Augen betrachteten ihn gefällig von allen Seiten und er konnte den leichten Lufthauch fühlen, den eine Nase verursachte, die seinen köstlichen Duft einsog. Appetitlich und selbstbewusst dehnte und reckte sich der kleine Bratapfel, damit der faszinierte Betrachter den Anblick seiner Lieblichkeit ausgiebig bewundern und auskosten konnte. Diese Zeit, diese Augenblicke, waren wohl die schönsten in seinem ganzen Leben.

Doch plötzlich bemerkte er, dass er nicht alleine war. Ein riesiger Apfel-Blechkuchen hatte sich herablassend an seine Seite gesellt. Erschrocken blickte der kleine Bratapfel auf den Riesen, der ihm da furchterregend zu Leibe rückte. Der kleine Bratapfel wurde nun aber nicht etwa von Furcht, sondern eher von … ja, von Bedauern und Mitleid erfüllt. Er erinnerte sich nämlich sofort daran, was den erbarmungswürdigen grossen „Bruder“ erwartete. Und mit einer gewissen Trauer nahm der kleine Bratapfel wahr, dass bereits ein enormes Stück in der rechten unteren Ecke des Apfel-Blechkuchens fehlte. Einfach schrecklich war das – er hatte bereits seine Vollkommenheit verloren! Und noch schlimmer, auch der Rest würde nun, ziemlich schnell und kaum vom Verzehrer beachtet, verschwinden – Stück für Stück würde dieser arme Riese brutal einen Rachen hinabstürzen, direkt in einen gierigen Magen hinein!

Nein, mit solch grausigen, wenn auch absolut wirklichkeitsnahen Gedanken, wollte sich der kleine Bratapfel nicht länger beschäftigen. Sein Schicksal sah glücklicherweise etwas anderes für ihn vor …

Der kleine Bratapfel wandte sich klugerweise wieder den Augen zu, die ihn immer noch voller Hingebung und Lust betrachteten. Dies fühlte sich für den kleinen Bratapfel an, wie ein sanftes, abtastendes Streicheln seiner Haut, zart und schmelzend, wie sein Inneres, welches diese Augen jetzt voller Wertschätzung suchten.
Ein wohliger Schauer erfasste den kleinen Bratapfel und er flüsterte leise:

„Koste mich! Nimm mich liebend in dir auf, ich will gerne ein Teil von dir sein und in dir weiterleben.“

Die Augen lächelten ihn wohlwollend an und der kleine Bratapfel dachte glückselig:

„Wahre Schönheit ist, wenn jemandes Lächeln dich fesselt und gefangen nimmt und dessen Blick in dir etwas freisetzt, was urplötzlich ein wohliges Gefühl in dir aufkommen lässt. Dieser Zustand wird unweigerlich deine Seele berühren und deine Gedanken werden nur noch um dieses Lächeln kreisen!“
(Verfasser leider unbekannt, aber sehr schön!)

Nun sagt selbst, was kann einem kleinen Bratapfel an einem wunderschönen Wintertag Besseres passieren … 😉

Der Bratapfel …

 

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel,
der Kapfel, der gelbrote Apfel.


Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

Oh, dieser Bratapfelduft  … ich habe ihn mit Rumrosinen, Mandelstiften, Aprikosengelee und einer Prise Zimt gefüllt und im Ofen bei 175 Grad Umluft ca. 30 Minuten gebraten. „Einfach köstlich, gibt’s noch einen Nachschlag?“, fragte mein Mann 🙂  ❤

 

Dem Himmel sei Dank für den Tee …

 

„Die Kanne sei rund und prall wie der Bauch des sitzenden Buddha.
Nur so kann das empfindliche Pflänzchen sein volles Aroma entfalten.“ sagt man in China.

Nun, das ist mein Teeglas all-in-one von Creano auch und passt somit zu dem Spruch. Nur, wenn ich folgende  Weisheit beherzige, dann komme ich jedesmal arg in Bedrängnis … im wahrsten Sinne des Wortes. Die ersten zwei Zeilen sind nicht das Problem:

Die erste Tasse netzt Lippen und Kehle.
Die zweite stärkt das dürre gewordene Fleisch.
Die dritte verscheucht die traurige Einsamkeit.
Die vierte Tasse durchdringt Dein ganzes Innere.
Bei der fünften bist Du geläutert.
Die sechste ruft Dich in die Regionen der Unsterblichkeit.
Die siebente Tasse, so Du zum Munde führst,
läßt frische Lüfte Dein Haupt umsäuseln
und Deinen Geist zum kühnen Fluge sich erheben.

Dichter Lo Tung (T’ang Dynastie)

… aber danach, nach der zweiten Tasse – also mehr geht einfach nicht, auch wenn ich mir noch so Mühe gebe. Nach der zweiten Tasse trifft dann der Spruch Napoleon’s zu:
„Alle Revolutionen kommen aus dem Magen.“  

Ich habe mir natürlich gleich wieder Gedanken darüber gemacht, warum mir nicht gelingt, was andere, wie z.B. der chinesische Dichter, locker können.

Doch bin ich schon bald hinter das Geheimnis gekommen und habe das Problem gelöst. Dieser Dichter trank traditionsgemäss aus einer chinesischen Teeschale – diese fasst ca. 100 ml. Mein Teeglas all-in-one von Creano dagegen 400 ml und da trinke ich ganz zwanglos zwei !! Das ergäbe dann ACHT seiner Zeilen !!!

Jetzt habe ich nur noch zwei Probleme:
was passiert bei der achten Tasse? Er hat nach der siebten Tasse  aufgehört weiszusagen.
Und dann, welchen Tee wähle ich nun, um das wirklich bewusst zu testen.

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O.k., Weisser Tee, die edelste Teesorte, eine Spezialität aus der Provinz Fujian in Südost-China. Seinen Namen verdankt er dem weißen, seidenartigen Flaum, der die Blattknospen umhüllt. Ach, wie poetisch das klingt und … Weisstee – da steckt „weise“ drin 🙂 . Ein paar Himbeeren und Ingwer schaden sicher nicht, obwohl das sicher von der Rezeptur abweicht, die der chinesische Dichter bevorzugte.

Obwohl … wenn ich jetzt so darüber nachdenke, könnte dies vielleicht der Grund sein, warum sich bis jetzt nur mein Geist zum kühnen Fluge erhob und nicht mein ganzes Ich. Ich vermute, das hätte die achte Zeile ausgesagt, die der Dichter wahrscheinlich vergessen hat.  Ja, nicht nur abheben, sondern fliegen …  ich geh‘ jetzt mal Teewasser aufsetzen 🙂