Der Denker – für mich eine Brücke zwischen Zürich und Florenz

 

Eine Assoziation bezeichnet die Annahme, dass Vorstellungen als einfache kognitive Elemente miteinander verknüpft werden. Diese Verbindungen entstehen unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise durch Emotionen oder durch Modifikationen einfacher Sinneseindrücke. (Wiki)

Wir haben kürzlich über Zürich gesprochen und sofort hatte ich ein Bild vor Augen: das Höllentor von Rodin. Ich erinnerte mich genau, wie ich damals fasziniert vor diesem Meisterwerk stand.  Daraufhin kam gleich der nächste passende Gedanke. Rodins großes Werk „Der Denker“, ursprünglich als Teil eines größeren Werkes gedacht. Bei mir war nun eine tiefe assoziative Verbindung zwischen Zürich und Florenz im Gange.  In den Uffizien bin ich nämlich einem weiteren „Denker“ begegnet und dieses Erlebnis hat sich tief in mir eingeprägt.

Als wir in Florenz auf die große Skulptur zuschlenderten, dachte ich sofort an Rodin. Vor mir saß ein weiterer „Denker“. Dann geschah etwas, was ich nicht erwartet hatte. Die Skulptur streckte den Arm aus und winkte uns zu sich heran. Ich erschrak fürchterlich und brachte nur ein langgezogenes „Oooohh!“ heraus.

Der Denker lächelte und stützte dann wieder seinen Kopf auf seinen Handrücken, um seiner Arbeit als Denker nachzugehen. Mein Mann lachte schallend und warf einen Geldschein in den dafür vorgesehen Holzkasten. Dieser „Denker“ war ein Street Artist.

Ich sah ihn an und machte mir Gedanken darüber, was er jetzt wohl denken würde. Für mich war vollkommen klar, dass er litt! Es war sehr heiß an diesem Tag und er war eingehüllt in eine dicke Schicht Schminke und ein enorm warmes Gewand. Der Arme, dachte ich, während mein Mann mich weiterzog.

Später sahen wir ihn nochmals in einer Seitenstraße auf dem Boden sitzen und sich herrichten. Die Schminke war in der Hitze zerlaufen und musste aufgefrischt werden.  😒

Das Bild von diesem „Denker“  geht mir nun nicht mehr aus dem Sinn, Daher setzte ich mich heute hin und malte ihn, mit neuronalem Netzwerk!

So, jetzt habe ich ihn nicht mehr im Sinn, sondern vor Augen  🤔

 

 

Text, Foto und Gemälde ©chrinolo

 

Auf jeden Fall gut beschützt

Ähnlich wie Buddha von der Kobra beschützt wird, zeigt sich dieser Glaube universell in unterschiedlichen spirituellen Bildern. Ob Engel oder andere schützende Wesen – sie symbolisieren den menschlichen Wunsch nach Geborgenheit und Unterstützung in einer oft unberechenbaren Welt. Gerade in turbulenten Zeiten kann dieser Glaube Kraft schenken und das Gefühl vermitteln, nie allein zu sein. So wird der Schutzengel zu einem wertvollen Begleiter auf unserem Lebensweg.

Gemälde und Text © chrinolo

Früher, wenn meine Großmutter nach einem kleinen „Missgeschick“ sagte: „Heute hattest du wieder einen guten Schutzengel“, vermittelte sie mir nicht nur Sicherheit, sondern auch Hoffnung und Zuversicht. Diese kindliche Gewissheit, dass jemand über uns wacht, schafft eine emotionale Verbindung, die Ängste lindert und Vertrauen fördert. So lässt es sich leichter leben.

Engel verkörpern seit jeher die Vorstellung eines übernatürlichen Schutzes, der uns in schwierigen Momenten beisteht. In vielen Kulturen gelten sie als Boten des Göttlichen, die uns behüten und leiten – eine Vorstellung, die besonders im Kindheitsalter Trost spenden kann.

Indem wir diese Vorstellung pflegen, stärken wir nicht nur unseren Geist, sondern auch unsere Fähigkeit, Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen und aus ihnen zu lernen. So bleibt der Schutzengel nicht nur ein kindlicher Trost, sondern wird zu einem lebenslangen Begleiter auf unserem individuellen Weg.

Gemälde und Text © chrinolo

Dieses kleine Lächeln

 „Ich liebe die, die lächeln können in Bedrängnissen, Kraft sammeln aus der Not und durch Nachdenken mutig werden (Leonardo da Vinci)

In einer Welt, in der wir oft auf Menschen ohne ein Lächeln treffen, kann ein freundliches Gesicht – auch ein gemaltes – wahre Wunder bewirken.

Da mir kürzlich auf der Straße kein lächelnder Mensch begegnet ist, habe ich mich zuhause hingesetzt und einfach ein freundliches Gesicht gemalt. Ja, „ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt“.

Das freundliche Lächeln hat in mir große Wirkung entfaltet.

Besonders berührend war es dann noch für mich, als mir dabei auch das vertraute, verschmitzte Gekicher meiner kleinen Enkelin in den Sinn kam. Ich liebe es und hatte es plötzlich ganz deutlich vor meinen Augen.

Also malte ich noch ein zweites Bild und das hat mich sofort glücklich gemacht.

Dieses Zusammenspiel aus dem bewussten Vorstellen von Freundlichkeit und kindlicher Freude hat meinen Tag nachhaltig verschönert. Es zeigt, wie wichtig es ist, gerade in etwas trüben oder ernsten Momenten das Lächeln nicht zu vergessen. Ein offenes, freundliches Gesicht kann selbst die dunkelsten Stimmungen erhellen. Die Begegnung mit Menschen wird dadurch menschlicher und wärmer – denn oft ist es genau dieses kleine Lächeln, das den entscheidenden Funken Hoffnung und Verbundenheit schenkt. So wird der Tag durch das Erleben von positiven Gefühlen richtig schön und wertvoll.

Mir wird deutlich, dass ein Lächeln nicht nur eine Geste ist, sondern eine Sprache, die jeder versteht – unabhängig von Alter, Herkunft oder Situation. Es ist ein kleines Geschenk, das wir jederzeit geben können, ohne Worte und ohne großen Aufwand. In einer Zeit, in der Hektik und Sorgen oft unseren Alltag bestimmen, kann dieses einfache Zeichen der Freundlichkeit Brücken bauen und Menschen näher zusammenbringen. So wie meine kleine Enkelin mit ihrem lustigen Gekicher mein Herz erwärmt hat, kann auch unser Lächeln einen Funken Hoffnung in den Herzen anderer entzünden und so ein Stück mehr Menschlichkeit in unsere Welt tragen.

In diesem Bewusstsein möchte ich künftig noch bewusster auf mein eigenes Lächeln achten – nicht nur als Ausdruck meiner eigenen Freude, sondern auch als Einladung an andere, sich geöffnet und angenommen zu fühlen. Denn ein Lächeln ist wie ein leiser Impuls, der sich von Mensch zu Mensch weiterträgt und dabei eine Kettenreaktion des Guten auslösen kann. Es kostet nichts und schenkt doch so viel: Mut, Zuversicht und das Gefühl, nicht allein zu sein. So wird aus einer kleinen Geste ein großer Beitrag für mehr Menschlichkeit im Alltag.