Druckfrisch im September …

 

…  erschien der neue Roman von  Jean-Paul Didierlaurent. „Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky“  … und nun sitze ich wieder mal verheult da. Es war ein Leseerlebnis voller Gefühlswallungen. Ergreifend geschrieben wie schon sein erster Roman „Die Sehnsucht des Vorlesers“, aber keine Fortsetzung dieser Geschichte. Nein, eine ganz andere! Und diese hat ein wunderschönes Happy-End.

Als ich zu lesen begann, hatte ich ein etwas beklemmendes Gefühl. Es war der Beruf der Hauptperson, der mich erschreckte, weil ich viel zu wenig darüber wusste (ein Lernprozess setzte ein!).

Faszinierend ist das Leben der Menschen, das dieser Autor auch dieses Mal so bilderreich beschreibt, dass beim Lesen sofort ein Film im Kopf entsteht – ganz individuelle Leben in besonderer Atmosphäre und auch voller Gegensätze.

Es ist eine sehr emotionale Geschichte, mitreissend und spannend, zauberhaft und trotz dem ernsten Thema auch humorvoll – so wie ein Buch sein sollte, von allem etwas! Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz – inklusive leidenschaftlicher „Bettszene“. Der Schreibstil ist in diesem Roman wieder einfach toll und gut zu lesen.

Für mich ist es ein wunderschöner Roman mit unerwarteten Wendungen. Meine Gefühlsregungen nahmen von Kapitel zu Kapitel zu und nach 2/3 des Buches flossen dann auch die ersten Tränchen.

Ich möchte hier nichts über den Inhalt schreiben, sondern nur zum Ausdruck bringen, dass ich diesen Roman für sehr lesenswert halte. Er beschreibt pures, lebenswertes Leben, was zum Schluss hin ziemlich dramatisch zum Ausdruck kommt („Ja nicht aufgeben, alles wird gut!“).

Und wer nun doch so neugierig geworden ist, dass er unbedingt eine kleine Leseprobe braucht, der kann in dieser schönen Rezension ein bisschen nachlesen:

http://www.katzemitbuch.de/2017/09/zu-tisch-bei-der-unerhorte-wunsch-des.html#.WdX-72h-pdg

Hier nun zum Buch:


Es war sehr schön, dieses Buch zu lesen. Und zum Schluss hin habe ich schon wieder gelächelt – u.a. über diese Worte und den Senegalesen, der sie sprach:

„Kennst du den vom Skelett, das in ein Café kommt? Der Kellner fragt: Was kann ich ihnen bringen? Und es antwortet: Ein Bier und einen Putzlappen, bitte.“
Abdel wartete, bis Boubas Lachen abgeebbt war. Dann ergriff er das Wort. ….

Der Distelfink von C. Fabritius, 1654

 

Das Original ist nur 33,5 x 22,8 cm gross. Wer “Het puttertje” im Original sehen will, kann das in Den Haag im Mauritshuis tun. Ich will das nicht, denn ich finde dieses Gemälde sehr traurig.  „Dargestellt ist ein zahmer Distelfink, der an einer kleinen Kette festgehalten auf seinem Vogelhaus sitzt. Das Kettchen sieht man vielleicht erst auf den zweiten Blick. Der Vogel sitzt so, also könne er im nächsten Moment davonfliegen. Doch das geht nicht. Fröhlich und traurig zugleich wirkt dieses teils in kräftigen Farben, teils in Pastelltönen gehaltene Gemälde.“

Also ich habe „das Kettchen“ auf den ersten Blick gesehen und fand es nicht fröhlich, sondern „abartig“  …  nein, ich mag dieses Bild nicht. Aber das sind meine Gefühle, Kunstkenner sehen das sicher anders.

Hier ist über den Maler und das Gemälde zu lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carel_Fabritius  

Ich male mir jetzt MEINEN Stieglitz (auch Distelfink genannt), wie ich ihn sehen möchte: freilebend, bunt und allerliebst!

Ein Bild zur Musik oder die Musik zum Bild … :-)

 

2017 fällt der Harvest Moon auf den 5Oktober   …. so lange möchte ich nicht warten, denn als Neil Young den Song gesungen hat, war Harvest Moon schon am Samstag, 12. September 1992. Also bin ich eigentlich schon überfällig mit dem Malen des Harvest Moon (er ist ein besonderer Vollmond – mystisch und magisch 🙂 ) 

Lyrics:
„When we were strangers
I watched you from afar
When we were lovers
I loved you with all my heart.

But now it’s gettin‘ late
And the moon is climbin‘ high
I want to celebrate
See it shinin‘ in your eye.

Because I’m still in love with you
I want to see you dance again
Because I’m still in love with you
On this harvest moon.“

Ich kann’s immer wieder hören 🙂 :

 

Wenn man ganz lieb bittet …

 

… und sagt: „WE’RE WAITING FOR YOU WITH OPEN ARMS!!!!!!!“, dann passiert manchmal etwas Wundervolles. So geschehen in Cesena/Italien. 1000 Rockmusiker haben einen Song von ihrer Lieblingsband gespielt und auf diese Weise darum gebeten, dass diese doch nach Cesena kommt, um für sie zu spielen. Ist das nicht fantastisch?

Und promt kam Antwort:

„Ciao Cesena, sono Davide (Hello Cesena, I’m David) Mi dispiace, non parlo Italiano, solo un po (I’m sorry, I don’t speak Italian, just a little) Questo video! ma che bello, che bellissimo! (that video, how beautiful, very beautiful!) Grazie mille (thank you very much) Stiamo arrivando, prometto (we’re coming to you, I promise) Ci vediamo presto (we’ll meet soon) Grazie mille, ti amo, ciao (thank you very much, I love you, bye)“

Die Foo Fighters, wie müssen sie sich darüber gefreut haben 🙂 Und natürlich lösten sie ihr Versprechen ein – im November 2015. So eine Freude und ein Jubel ….

So ist das, wenn Träume und Wünsche in Erfüllung gehen – natürlich muss man auch bissle was dazu tun   🙂

Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt …

 

Eine kleine Meeresträumerei  … auch dabei kann man sich „austoben“. Mit drei verschiedenen Strukturpasten, die ich mir selbst gemixt habe:

1 x Gesso mit Marmormehl (oben im Bild)
1 x Gesso mit Asche  (in der Mitte)
1 x Gesso mit Meeressand (unten im Bild, Sand aus der Bretagne und von Fuerteventura gemischt 🙂  )

Die Muscheln sind auch Bretagneteilchen und von Fuerteventura stammen die zwei Lavasteinchen.

Auf dem Bild ist ’ne Menge Farbe, an mir noch mehr 😉 Aber das macht nichts – eine halbe Stunde Badewanne und das Zeug ist wieder weg. Mit Gummihandschuhen kann ich nicht arbeiten, da habe ich nicht genügend Gefühl.

So, das ist das Ergebnis von der heutigen Sauerei 😉 :

 

Hier kann man die Struktur etwas besser erkennen, und das Lavasteinchen  🙂  :

 

Natürlich habe ich passende Musik dazu gehört:

„Feeling inside us
feeling inside us
one reason
we don’t stand alone
and in this strong embrace
feeling the sea,
in our voice,
crying like someone dreaming
always steering
the rosy sails of this love
a crazy boat without compass in the open sea. ….“

Weil die gründliche Untersuchung immer länger braucht als die Niedertracht.

 

Gerade habe ich noch einen treffenden Artikel gelesen, den ich sehr lesenswert finde. Nicht nur das, man könnte sich auch einige Gedanken zum Inhalt machen.

„Was tun mit diesem Virus, der Millionen Mitbürger ohne große Not befallen hat? Die Wissenschaftler kamen mit ihren Analysen, aber sie kamen auch dieses Mal zu spät. Weil die gründliche Untersuchung immer länger braucht als die Niedertracht.“

Von einem Virus ist die Rede …

http://www.zeit.de/kultur/2017-09/afd-bundestagswahl-rassismus-deutschland-deutschstunde

Vertrau mir ? – Komm‘ ich erzähl‘ dir dazu eine kleine Geschichte :-)

„Orientierungslos tastete sie sich durch den finsteren Flur und eilte ihrem Zufluchtsort zu. Nahezu besinnungslos hatte sie ihn endlich erreicht, stürzte hinein und verschloss eilig die Tür. Müde und kraftlos sank sie auf ihr Lager, bauschte hastig die Daunendecke auf und formte diese zu einer Höhle. Jeder brauchte in gewissen Lebenslagen eine Höhle zum Schutz und so kroch sie auch sofort hinein.
Schon bald durchströmte sie eine wohlige Wärme und sie dachte daran, wie gut es doch die Gänse hatten. Sie waren ihr ganzes Leben lang zum Schutz in weiche, flauschige Daunen gehüllt. Mit diesen Gedanken kuschelte sie sich noch tiefer in ihre schützende Höhle, schloss die Augen und blickte zum Himmel.
Dies tat sie immer, wenn sie ihren Schutzengel auf ein Fiasko aufmerksam machen musste, welches er nicht verhindert hatte. Sie blickte also zum Himmel auf und rief nach ihm.
Nicht lange, und er erschien vor ihrem geistigen Auge. Seine blonden, langen Haare glänzten hinreißend im himmlischen Licht und ein freudiges Schmunzeln umspielte seine Lippen. Doch die Freude über ihren Wunsch, ihn zu sehen, war dafür nicht der Grund. Nein, dieses Erdenkind rief ausnahmslos nach ihm, wenn ein übersteigertes Bedürfnis etwas zu bemäkeln vorlag. Der Gedanke, dass er auch heute Nacht damit recht haben würde, lies ihn schmunzeln.
„Michael“, begann sie auch gleich mit scharfem Ton, “hör endlich damit auf, mich dazu anzustiften, mein Vertrauen jedem Dahergelaufenen zu schenken! Du siehst ja, was du wieder damit angerichtet hast! Und sag‘ ja nie mehr zu mir: Geben ist seliger denn Nehmen! Warum hast du das nicht verhindert? Ist es etwa nicht deine Aufgabe, mich zu beschützen?“
Aufgebracht zog sie die Daunendecke über ihren Kopf, um seinem missbilligenden Blick zu entgehen. Aber er stand ja vor ihrem geistigen, also dem geschlossenen, Auge und antwortete auch prompt:
“Als „Schutzmassnahme“ hatte ich dir folgenden Hinweis mit auf den Weg gegeben:
Geschenkt ist geschenkt und weg ist weg! Bedenke beim Schenken immer, dass dein Geschenk auch mal auf dem Müll landen kann und mit Füssen in den Boden gestampft wird. Vor solch einer Geringschätzung kann dich keiner schützen. Du trägst dabei stets das volle Risiko und es ist allein deine Entscheidung, ob du jemanden beschenken willst oder besser doch nicht. Was ist nun, hast du das gewusst oder nicht?“
Natürlich hatte sie es gewusst und es war ja auch nicht das erste Mal, dass ihr Vertrauen mit Füssen getreten wurde. Michael lächelte ihr freundlich zu und flüsterte: „Jemandem Vertrauen zu schenken ist trotzdem gut. Wer nichts riskiert ….  kann ich sonst noch etwas für dich tun?“

Erstaunt über dieses ermutigende, gut verlaufene Gespräch, antwortete sie jetzt etwas froher gestimmt: „Bitte, schenk‘ mir einen guten Schlaf und dazu vielleicht einen schönen Traum. Bitte!“
Behaglich zog sie dabei ihre Daunendecke glatt, streckte sich in eine bequeme Lage, atmete tief ein und öffnete die Augen. Durch das Fenster sah sie den nachtblauen Himmel und unzählige Sterne blinkten ihr zu. Einer davon stieg plötzlich auf und wirbelte tief in die Nacht hinein. Während sich sein goldener Schweif auflöste, fiel sie endlich in einen sanften, traumbeglückten Schlaf.

(Textauszug aus dem Roman „Noch 253 leere Seiten – das lange Warten auf Inspiration!“ von der zukünftigen Bestseller-Autorin Frau von Möchtegern-Kannabernochnicht )