Kopfkino ….

 

Während ich ihm zuhöre, schlägt sich vor meinen Augen ein Buch wie von selbst auf. Ja, genau so stelle ich ihn mir vor – so muss er gespielt haben! Ich blicke auf die Buchseiten, die ich schon mehrmals gelesen habe, weil es so faszinierend ist, dass ich es wohl nie vergessen werde. Ich hatte über dieses wunderschöne Buch berichtet:

https://seelenglimmern.com/2017/02/25/wenn-ein-buch-so-beginnt/
und auch hier:
https://seelenglimmern.com/2017/03/25/musik-eigentlich-viel-zu-unsterblich-um-vom-tod-beruehrt-zu-werden/

Ich höre ihm nochmals zu und schlage mein Buch auf – ich kenne die Stelle genau, die mich so tief berührt hat:


[…..]

(Textauszug aus „Zeit der Zikaden“ von Andreas Séché)

Paganini … der Teufelsgeiger! Er war einfach genial.
In meinem vorangegangenen Eintag schrieb ich über Nemanja Radulovic:  „Seine außergewöhnliche Technik und Virtuosität brachte ihm den Vergleich mit Paganini ein.“

Ja, genau so stelle ich ihn mir im Spiel vor (der „echte“ Paganini soll allerdings nicht ganz so attraktiv gewesen sein 😉 ) :

Ich liebe unvergessliche Bücher, die mich zu genialer Musik führen und ich liebe geniale Musiker, die ein Buch immer wieder in mir lebendig werden lassen 🙂

Übrigens, Hesse hat recht (sinngemäss!) : Ein gutes Buch und ein Ohr voller genialer Musik vor dem Zubettgehen, das ist besser als alle deine Schlafmittel.

Drei wundervolle Künstler – Meister ihres Fachs … und überaus sympathisch!

Nemanja Radulovic : schwarze lockige Haarmähne, dunkle Augen, Gothic Style, wild und ungezähmt – einer der aktuell spannendsten jungen Geiger. Seine außergewöhnliche Technik und Virtuosität brachte ihm den Vergleich mit Paganini ein. Er spielt auf einer Geige von Jean Baptiste Vuillaume aus dem Jahre 1843. 2015 wurde er von ECHO Klassik als Nachwuchskünstler des Jahres ausgezeichnet.
Hier gibt es mehr über ihn:
http://www.klassikradio.de/kultur/kuenstler-und-klassikwissen-wiki/nemanja-radulovic

Ksenija Sidorova:  eine lettische klassische Akkordeonistin. Abschluss als Master mit Auszeichnung. Ksenija Sidorovas Repertoire umfasst Klassisches von Bach über  Mozart bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen. Der Tango spielt ebenfalls eine grosse Rolle in ihrem Leben. Sie wurde ausgezeichnet mit dem Echo Klassik 2017  (Instrumentalistin des Jahres, 2017)!
Hier gibt es mehr übe sie: https://www.tastenwelt.de/lesen/news/ksenija-sidorova-exklusiv-bei-deutsche-grammophon/

Andreas Ottensamer: geboren am 4. April 1989 in Wien, ist ein  österreichischer Klarinettist von internationalem Ruf, der einer Familie von drei Soloklarinettisten angehört. Er ist Solist der Berliner Philharmoniker, liebt Sachertorte und ist stolz, ein halber Ungar zu sein. 2015 gewann er den Klassik-Echo als Instrumentalist des Jahres.

 

Wenn Musik mein Herz erfüllt,
scheint sich das Leben mühelos
und ohne Probleme zu gestalten.

George Eliot

Ich hab’s geahnt – das kann ja gar nicht funktionieren … 😡

 

… selbst mit unermüdlichem Üben nicht! Darüber hinaus muss man ja nicht jede Erfahrung selbst machen. Das hat mir mein Vater schon ziemlich früh eingetrichtert. Trotzdem habe ich viel selbst ausprobiert, was letztendlich total umsonst war. Aber so fiel mir das „Glauben“ leichter. Ja, ich glaube jetzt dem Autor folgenden Artikels, der sich auf ein Sachbuch bezieht und auf Versuche, die Andere schon vor mir unternommen hatten (die waren auch neugierig wie ich  😜 ) . Wie gesagt, es geht um das Röhrchen und den „Blowjob“, über den ich in meinem vorletzten Beitrag berichtet hatte.

Mir ist klar, dies wird, wenn überhaupt, nur sehr wenige interessieren, aber ich schreibe trotzdem darüber. Es wird hier so viel über „Nebensächliches“ geschrieben, da fällt das nicht auf. 😖

Also, in diesem Artikel habe ich folgendes gelesen:

Völlig unmöglich ist es, die Farbe im flüssigen Zustand durch ein Rohr zu pusten. Selbst durch ein teilweises Abdecken des Rohres, ähnlich wie bei einem Gartenschlauch, läßt sich keine Zerstäubung der Farbe erreichen. Die Lungenkraft liefert nicht den notwendigen Druck, der zur Zerstäubung der Farbe notwendig wäre.  [… ]  Die Herstellung von Handnegativen ist die einzige Technik, bei der man die Farbe aufblasen kann, allerdings nicht durch ein Röhrchen, sondern mit dem Mund (Abb. 7). Die nicht zu dünn suspendierte Farbe wird in den Mund genommen und mit einer Mundstellung ähnlich wie beim Blasen einer Trompete, möglichst fein zerstäubend auf die Wand aufgepustet. Die Farbe ist eher etwas dicker als zu dünn anzurühren. Ein zu flüssiges Mischungsverhältnis hat ein Herunterlassen der Farbe zur Folge. Da es bei den Handnegativen nicht auf die Außenform ankommt, ist diese Technik recht geeignet.“
http://www.joachimdomning.de/cms/index.php?module=ContentExpress&func=display&bid=27&btitle=braun&mid=17&ceid=86 )

Wusste ich’s doch – Lesen bildet! Den Trinkhalm zum Pusten habe ich inzwischen entsorgt.   😉

Also mit dem Mund blasen heisst die Lösung. Das ist machbar, denke ich. Nun bliebe nur noch die Frage, welche Farbe dafür in Frage kommt – Acrylfarbe darf es jedenfalls nicht sein. Und auf Sandkörnern beisse ich auch nicht gerne rum (das kenne ich von ungewaschenem Salat 😷 ). Ich meine, ockerfarbige oder rote Erden kommen da gar nicht in Frage. Auch von Russ bin ich nicht wirklich begeistert. Meinen Hämatit oder Lapislazuli aus meiner Mineraliensammlung möchte ich dafür auch nicht opfern. ausserdem müssten die ja pulvrig zermalen werden und wer weiss, ob das meine Kaffemühle schafft.   😏

Aber Kaffee wäre doch einen Gedanken wert! Für Brauntöne …   😊 und im Keller habe ich noch einen kräftigen Chianti aus der Toskana … für die Rottöne. Na, damit kann man doch arbeiten. Da haben schon etliche Künstler/innen echt gute Malereien geliefert.

Und für den Untergrund – mir steht ja keine Höhlenfelswand zur Verfügung – habe ich auch schon eine Idee. Entweder Steinpapier (das hat mir Agnes vor Kurzem schon empfohlen) oder ich verwende mein Marmormehl als Aufstrich auf’s Malpapier.

Da tun sich doch echt brauchbare Möglichkeiten auf, die einen Versuch wert sein sollten … schaun mer mal!  Vielleicht gelingt mir etwas Ähnliches …

 

Eiszeitlicher Blowjob 😊

Unschlüssig stand sie vor den Flaschen mit den Badeessenzen. Pfirsichcremebad oder Mandelblüten-Ölbad? Sie entschied sich für Letzteres. Was so gut duftet, kann ja nicht schlecht schmecken, überlegte sie und drehte den Wasserhahn auf. Während das Badewasser einlief, ging sie nochmals zurück ins Wohnzimmer und holte sich ein Glas und einen Trinkhalm. Ihr Partner, der auf der Couch sass und neueste Informationen von seiner Samsung Gear 3 Smartwatch abrief, sah kurz auf. Sie lächelte ihn an und dachte: Einmal Kind – immer Kind! Die brauchen doch immer etwas zum Spielen. Dann machte sie sich wieder auf in Richtung Badezimmer. „Heee, hast du nicht etwas vergessen?“, rief er ihr nach. „Vergessen? Was denn?“, erwiderte sie. „Dein Glas ist noch leer!“, warf er ein, „Ich habe mich ja längst daran gewöhnt und wundere mich auch nicht mehr, dass ihr Weibsen gerne beim Baden ein Gläschen Sekt schlabbert und ich bin ehrlich gesagt auch heilfroh, dass du dabei auf die Kaviar-Häppchen verzichtest, aber dass du mit einem leeren Longdrinkglas nebst Trinkhalm ins Bad verschwindest, das macht mich nun schon stutzig!“. „Ach das  …“, entgegnete sie, „das ist wegen der Hände – die lassen mich einfach nicht los. Die linke Hand dieses Kerls hat mich dermassen im Griff, also … das muss ich jetzt mal ernsthaft ergründen.“
„Hände? Was für Hände? Und wer ist der Kerl?“, fragte er verblüfft.
„Du erinnerst dich doch – seine linke Hand … viele Hände! Na die an der Felswand, letztens in der Ausstellung „Amerika nach dem Eis“! Also ich habe recherchiert. Der damalige Eiszeitkünstler legte seine linke Hand auf die Felswand, weil er Rechtshänder war. Mit seiner rechten Hand nahm er dann ein Röhrchen, führte es an die Lippen und sog etwas Farbe ein. Diese Farbe pustete er dann über seine Hand auf den Fels. Erinnerst du dich, wie wundervoll die vielen Hände auf der Felswand aussahen?“

„Ja gut,“ konterte er, „und was hat das mit dir zu tun?“
„Ist doch logisch“, antwortete sie, „das will ich auch probieren, zuerst mal im Bad, bevor ich das mit Farbe im Atelier mache.“
Entgeistert starrte er sie mit weit aufgerissenen Augen an und würgte ein „Sag mal, bist du noch zu retten?“ hervor. Dann fuhr er fort: „Mit Farbe? Etwa an der Staffelei? Ja was glaubst du denn, wer dann diese Sauerei wieder beseitigt! Farbe im Zimmer herumpusten!“ …
Inzwischen war sie im Badezimmer angekommen und hatte die Tür hinter sich geschlossen. Sie stellte das Glas mit dem Trinkhalm auf dem Badewannenrand ab und lies sich langsam ins duftete Badewasser gleiten.
„Reine Übungssache“, dachte sie und füllte das Glas mit Wasser. Sie führte das Röhrchen an ihre Lippen und sog vorsichtig ein bisschen Wasser ein, um dieses dann gegen die Wandkacheln zu pusten. Aber sobald sie den Kopf anhob, suchte sich das Wasser logischerweise den Weg in ihren Rachen. „Das ist die falsche Technik“, überlegte sie, „ausserdem, wie sollte sie zum Pusten Luft holen, während ihre Lippen das Röhrchen mit der Farbe … ähm … des Wassers … umschlossen hielten?“
Sie versuchte es erneut. Also erst ein wenig Luft holen – die zum Pusten. Dann ein bisschen Farbe Wasser ansaugen und die Luft anhalten …. „Verdammt, wenn ich jetzt den Kopf anhebe, um an die Kacheln zu pusten, läuft mir die Farbe  ähm, das Wasser wieder in den Rachen!“, schoss es durch ihre Überlegungen. „Bäääh, so eine Sauerei … wie hat der Kerl das damals nur gemacht?“.  Jetzt musste sie erst mal wieder durchatmen und liess das Wasser wieder aus dem Röhrchen fliessen. Nach einer Weile startete sie einen neuen Versuch. „Reine Übungssache!“, grübelte sie, während die kunstvollen Bilder der Ausstellung sich in ihren Gedanken breit machten ….

Hmmm … sie hatten damals noch keine Malpinsel, sondern nur solche Werkzeuge:

… und viel Atemtechnik und Fantasie für ihren „Blowjob“   😊

 

Herbstbegegnung

 

Zuerst dachte ich, der kann doch nicht so bescheuert sein und sich gerade vor dieses Schild stellen? So kommt der doch nie zu seinen alten Brötchen. Dann überlegte ich nochmal scharf und kam zu dem Schluss: das macht der absichtlich, weil er auf Diät ist und jegliche Versuchung unterbinden will !!! Als ich ihn mir dann aber genauer angeschaut habe, fiel mir auf, dass er doch kaum Übergewicht hat … der lebt in der Natur und hat den ganzen Tag Bewegung.

Hmmm … warum also tut er das?

Natürlich … endlich setzte bei mir die Erleuchtung ein! Der Kerl will mich testen! Er prüft, ob ich die Anweisung auf dem Schild befolge oder ob man dieses für einen Haufen Geld hier für die Katz aufgestellt hat. Ja klar, das ist ein Spiooooon! Unglaublich, wie hinterlistig wir heutzutage überwacht werden und welcher Mittel man sich da bedient. Logisch, eine Gesichtserkennungs-Kamera würde hier sofort auffallen und jeder würde sie gleich entdecken – man kennt ja inzwischen dieses Prozedere der Überwachung. Aber einen Schwan als Spion einzusetzen, also damit rechnet doch nun wirklich keiner … auch ich nicht! Ganz schön gerissen, aber da fall ich nicht drauf rein!

O.k., ich beachtete ihn nicht weiter und konzentrierte mich auf den Herbst. Schliesslich war ich ja seinetwegen hier unterwegs. Neben wunderschönen warmen Herbstfarben entdeckte ich einen wirklich geschichtsträchtigen Baum. Ja, er wurde mit vielen Geschichten beladen und obwohl man so viel auf ihm abgeladen hat, steht er noch fest an seinem Platz.


Und hier nun noch ein paar Herbstimpressionen, die mich in einen gewissen Zauber hüllten – zum Vergrössern bitte anklicken. Ach ja, auf Foto Nr.10 seht ihr echte Bergsteigertauben 😉 :

Vorsicht: hochgiftig !

… und sie erinnern mich auch ein bisschen an uns Menschen. Bevor sich Netzmuränen fortpflanzen, führen sie eine Art Balz auf: Männchen und Weibchen richten ihren Körper gegeneinander in die Höhe und reißen ihr Maul weit auf …. 😉

Ich habe sie mir wieder im Vivarium in Karlsruhe angeschaut. Es sind wahre Kraftpakete und sie können bis zu 300 cm gross werden. Gefährlich sind Netzmuränen aber vor allem, weil sie in der Mundschleimhaut Drüsen besitzen, die ein giftiges Sekret abgeben. Außerdem ist ihr Blut sehr giftig.

Nun ja, ich esse Fisch eher selten und Netzmuränen gar nie! Aber ich schaue ihnen gerne zu, wenn sie sich in ihren Felsspalten und Höhlen rumschlängeln:

Hier gibt es noch Interessantes über sie zu lesen: http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2011/zaertliche-muraenen-beim-paarungstanz-100.html

Aber ich habe mir noch einen weitaus giftigeren Gesellen angeschaut. Natürlich habe ich durch die Scheibe hindurch versucht, ihn ein bisschen zu „bedrohen“, aber das hat ihm nicht im geringsten imponiert – der dachte überhaupt nicht daran, sich für mich wenigstens ein Mal aufzublasen. Ach je, ich muss unbedingt üben, noch schrecklicher zu sein. Nur Schreckliche sind da offensichtlich erfolgreich :

Dieser Bursche frisst u.a. Einsiedlerkrebse, Fangschreckenkrebse, Garnelen, Muscheln und auch menschliche Zeigefinger, wenn man ihm diesen hinhält – das könnt ihr gerne testen, wenn ihr das nicht glaubt. Er hat einen schnabelähnlichen Beißapparat, der aus zu Zahnleisten verwachsenen Zähnen besteht, je zwei Zahnleisten oben und unten. Hierauf bezieht sich auch die wissenschaftliche Namensgebung: Tetraodontidae = Vierzähner.

Was vielleicht noch zu erwähnen wäre: der Kerl schwimmt nackt im Wasser rum (die Schuppen sind zu kleinen Stacheln reduziert)