Ismene, die betörende Exotin

Ich stehe vor ihrer gerade voll entfalteten Schönheit, atme ihren betörenden, süsslich – angenehmen Duft

… und denke an „ihre“ Worte:

„Ich weiß, dein Gang ist sinnlos, doch die Lieben liebst du recht.“

Ismene, die Schwester von Antigone in Sophokles Drama „Antigone“, ist hilflos, schwach und der gesetzlichen Obrigkeit hörig, während Antigone den Gesetzen der Götter folgt – den Gesetzen der Liebe!
Im Drama geht es um den Konflikt zwischen Familie und Staat, um Sitte und Moral und um die Stellung der Frau (die nichts zu sagen hat und verpflichtet ist, sich dem Mann zu unterwerfen). Nach wie vor ein aktuelles Thema 😉

Ich blicke auf die Schönheit von „Ismene“, auf „meine“ Ismene, die so viele Gedanken in mir auslöst … an die grausamen Taten eines Tyrannen (sogenannte „Lebenspartner“, wie es sie auch heute noch gibt), der sein Unrecht erst zu spät einsieht und an die mutige, selbstbewusste Antigone, für die die Liebe das Allerhöchste ist. So wertvoll, um dafür zu sterben.

In der Blumensprache bedeutet „Ismene“:
Erfolg verbotener Liebe. (am Ende ist es die Liebe, die siegt)

Man nennt die Ismene auch „Peruanische Narzisse“ und für die weisse Narzisse steht die Bedeutung:

„Bewunderung – Meine Liebe zu dir ist aussichtslos.
Meine Unvergängliche Sehnsucht nach dir.“

Ist sie nicht wunderschön? 🙂

Ohne bin ich nur ein halber Mensch …

 

… eigentlich noch weniger, wenn ich so darüber nachdenke … wo ich doch eh‘ schon so bescheiden bin!

Es sind eigentlich nur Kleinigkeiten, die mir mitunter fehlen – kaum der Rede wert, wirklich nur Kleinigkeiten …. zum Beispiel gleich am Morgen: ein Blick vom Balkon auf das Meer, das ist doch wirklich nicht zuviel verlangt …

 

… und danach ein bescheidenes Frühstückchen – nichts weltbewegendes, nur so von allem ein bisschen …

Ach ja, dann ein bezaubernder Spaziergang am Meer mit Vor-sich-hinträumen … und eventuell ein kleines Date mit einem wahren Freund …

und danach wieder ein kleiner Snack mit Dessert … ein wenig Naschen wird ja wohl erlaubt sein! Da spricht bestimmt nichts dagegen, oder?

 

Jetzt wäre dann noch das Philosophieren … das tut schliesslich fast jeder! Gut, vielleicht nicht auf einer sonnigen Terrasse mit Longdrink. Aber ohne Sonne bin ich auch nur ein halber Mensch … sogar fast weniger …

Ja, wenn ich so darüber nachdenke wird mir bewusst, dass ich sehr wohl weiss, wie man ein ganzer Mensch ist – ein ganzer Mensch in dankbarer Bescheidenheit (ich finde, das klingt jetzt echt gut! Ist von mir!!!).

Jetzt höre ich aber wieder auf mit dem Nachdenken … ihr wisst nun Bescheid, was ich damit sagen wollte. Sich in Bescheidenheit zu üben, gehört zum Leben und sollte nicht vernachlässigt werden!

Was die Musik angeht, bin ich auch bescheiden – ich nehme heute ein Älteres … 🙂

Über Grenzen gehen …

 

„Nie war’n wir so entfernt von uns selbst,
von dem was wir war’n.
Erschaffen um die Welt ins Licht zu führen,
für dieses Ziel auch alles zu riskieren.  …“

Er stand im Licht … im künstlichen Rampenlicht. Ob er auch den Weg zu seinem eigenen Licht zu Lebzeiten gefunden hat, weiss ich nicht, aber in seinem Song spricht er darüber. Der Text trifft auch das Heute. Ich mag diesen Song noch immer – hier ein Video von Hubert Klebensberger:

„Der Weg ins Licht“ ist der Weg, um bei sich selbst anzukommen. Es ist der Weg nach Hause! Das Licht ist bereits in jedem von uns und dessen sollten wir uns bewusst werden. Falls notwendig sollten wir auch bereit sein, unser Bewusstsein zu ändern. Diese Änderung geschieht dann von Innen nach Außen. Wir und auch die Anderen werden uns schon bald „in einem anderen Licht“ sehen.

Auf dem Weg antwortet das Herz manchmal durch Bilder oder Worte, die es uns schwer machen, alles richtig zu interpretieren. Aber wir sollten wissen, dass wir bereits alles in uns haben, was wir wissen müssen. Viele vergessen oft, dass sie auch die Kraft und das Vertrauen in sich tragen, um sich dem richtigen Lebensweg bewusst zu öffnen, welcher seiner Seele entspricht.

So verstehe ich „den Weg ins Licht“. Er beginnt bereits, sobald wir „das Licht der Welt“ erblicken und endet auch nicht mit dem „Schritt über die Schwelle“.

 

Randnotiz … an der Leere werden wir zu Träumern

 

… oder über die absolute Freude an der Leere.

*Fussnote:

Eines Tages stellst du fest: da ist nichts mehr.
Schlimmer noch, du erkennst: da war auch schon vorher Nichts.
Das Nichts ist ein Fass ohne Boden.
Du füllst es beharrlich mit deinen Gedanken
und das Ergebnis ist letztendlich immer das Gleiche:
LEERE !
© chrinolo

 

 

 

 

 

 

Leere …  „Wenn der Geist von allem Unrat gesäubert ist, der sich seit urdenklichen Zeiten angesammelt hat, steht er ganz nackt da.
Er ist nun leer, frei und echt und gewinnt seine naturgegebene Autorität.
Darin liegt eine grosse Freude – nicht jene Freude, die durch ihr Gegenteil, den Kummer, jederzeit wieder aufgehoben werden kann, sondern eine absolute Freude, von der nichts fortgenommen und der nichts hinzugefügt werden kann. “ (Daisetz Teitaro Suzuki)

Ich erinnere mich auch an Worte von Ulrich Schaffer:

Leere

Was du auch tust,
und wie stark du dich auch sehnst,
nie wird ganz ausreichen, was du hast.
An der Leere werden wir zu Träumern,
Entdeckern, Liebenden und Hoffenden.
Wenn du dich aber für Bitterkeit entscheidest,
dieses süße Gefühl, an der Welt zu leiden,
nicht wertgeschätzt und unverstanden zu sein,
dann schließt sich die Tür in die Weite.
Dann richtest du dich ein in dem, was du nicht hast,
und verpasst die Gabe der Sehnsucht:
die geheimnisförmige Leere,
die sich mit mehr füllt,
als du dir wünschen konntest.

© Ulrich Schaffer
Fotograf und Schriftsteller

Vom Zwang zur „ungeselligen Geselligkeit“

Bernard Mandeville – ein lesenswerter und im besten Sinne „moderner“ Autor, las ich.
„Hätte es im London des Jahres 1714 schon Bestsellerlisten gegeben, dann wäre der oberste Platz mit Sicherheit monatelang von einem Büchlein besetzt worden, dessen Titel auf eine hübsche kleine Tiergeschichte schließen ließ. „Die Bienenfabel“ stand harmlos auf dem Umschlag dieser Broschüre. Doch der Stachel steckte im Untertitel … „

Wie ich gerade jetzt darauf komme? Erinnerung! Mir ist ein älteres Foto „in die Hände gefallen“. Ich sah es mir genau an und erinnerte mich an einen älteren Blog-Eintrag, den ich mal geschrieben hatte – über Giotto und den Neid – das war 2015:
https://seelenglimmern.com/2015/07/20/welchen-einfluss-stories-auf-unser-denken-haben/

Damit begann dann wieder das Assoziieren … etwas gedanklich miteinander in Verbindung bringen. Giotto, Montaigne, Hume, Voltaire – und Bernard Mandeville!

Die Gesellschaft … Tugend, Anstand, Sitte und Moral, ja in was für einer Welt lebe ich denn?
Von ihm stammen die Worte:
„Wer wünscht, dass eine goldene Zeit zurückehrt,
sollte nicht vergessen: Man musste damals Eicheln essen.“

Ich schaute wieder dieses Foto an und erinnerte mich, dass sie ziemlich lange auf der Blüte sass – ja, manche können nicht genug kriegen, beladen sich mit so viel Last, dass sie kaum noch fliegen können – und hatte das Bedürfnis, nochmals die „Bienenfabel“ zu lesen:

Die Bienenfabel – hier: http://homepage.univie.ac.at/charlotte.annerl/texte/bienenfabel.pdf

Es ist nach wie vor aktuell, was ich da lese. Und die Moral von der Geschicht:
Menschen lernen aus ihren Lektionen nicht!
Die Worte alter Meister, verscheuchen sie wie unerwünschte Geister.
(das sind Worte von mir!)

Viele Antworten stecken in Mandeville’s Bienenfabel. Vielleicht für den einen oder anderen ein Anreiz, mal wieder darüber nachzudenken? Im Bezug auf das menschlichen Miteinander?

In einem interessanten Artikel las ich gerade:
„Es gibt nichts so allgemein Unverfälschtes auf Erden wie die Liebe, die jedes Geschöpf, das ihrer fähig ist, zu sich selbst hegt. Da es ferner keine Liebe ohne gleichzeitiges Streben nach Erhaltung des geliebten Gegenstandes gibt, so wird man in keinem lebenden Wesen etwas finden, was aufrichtiger gemeint wäre als sein Wille, Wunsch und Bemühen, das eigene Selbst zu erhalten. Dies ist ein Naturgesetz.“
Der Selbsterhaltungstrieb, der die Konkurrenz zu anderen Menschen einschließt, klammert damit aber nicht die Neigung zur Geselligkeit aus. Allerdings erkennt Mandeville beim zwischenmenschlichen Umgang weder einen allgemeinen Trieb zur Geselligkeit noch zu altruistischen Handlungen. Zwar sei der Mensch ein Lebewesen, das sich mit seinesgleichen zu großen Gesellschaften vereinen könne; dies aber, meint Mandeville, geschehe keinesfalls aus persönlicher Zuneigung. Das wahre Motiv für eine Zusammenkunft mit anderen sei das Eigeninteresse – das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit in einer Gruppe und das Unbehagen in der Isolation. Mandevilles Zeitgenosse Immanuel Kant spricht in seiner Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht in diesem Zusammenhang vom Zwang zur „ungeselligen Geselligkeit“. Und:

„Mandeville, der Arzt und Philosoph, hatte große Mühe, seine Thesen und Vorschläge unter die Leute zu bringen. Er stieß gegen Mauern. „Die kurzsichtige Menge kann in der Kette der Ursachen selten weiter sehen als ein Glied“, schrieb er. „Die aber ihren Blick darüber hinaus zu richten vermögen und sich die Muße gönnen, das ganze Schauspiel zusammenhängender Ereignisse aufmerksam zu betrachten, können immer und immer wieder finden, wie Gutes aus Üblem entspringt und sich entwickelt wie das Hühnchen aus dem Ei.“
( http://www.zeit.de/2014/25/bernard-mandeville-bienenfabel-wirtschaftsliteratur/seite-2 )

“ sich die Muße gönnen, das ganze Schauspiel zusammenhängender Ereignisse aufmerksam zu betrachten, können immer und immer wieder finden, wie Gutes aus Üblem entspringt und sich entwickelt wie das Hühnchen aus dem Ei.“  … keine schlechte Idee, nicht wahr? 🙂

Gedanken zu Frida Kahlo und ihr indianisches Erbe

 

Was genau verband Frida mit den Azteken und den Maya? Warum suchte sie ihre (neue) Identität bei diesen Völkern? Diese Frage stellte ich mir, während ich die grosse MAYA-Sonderausstellung in Speyer besuchte. Die Maya – bekannt für ihre hoch entwickelten Kultur, aber auch ihre unbeschreibliche Grausamkeit. Und die Azteken, bekannt durch noch grössere Grausamkeit. Mit Vorstellungen, die mich im Zusammenhang mit diesen Hochkulturen abschrecken, hat sie sich offensichtlich sehr intensiv auseinandergesetzt.

Ihr Vater hatte sie, als sie alt genug war, in die mexikanische Archäologie eingeweiht.

„Meine Amme und ich“ – Gemälde 1937 zeigt ihre Verbundenheit mit ihrem indianischen Erbe. Frida in den Armen ihrer indianischen Amme. Seltsam, sie hat den Körper eines Kindes, aber das Gesicht einer erwachsenen Frau. Das Gesicht der Amme ist durch eine Steinmaske ersetzt. Frida wird gestillt. Die Milch kommt aus den Brüsten der Amme. Ich sehe den bewölkten Himmel und es regnet. Die Beziehung zu ihrer Amme scheint nicht herzlich zu sein, eher distanziert und kühl. Es gibt keinen Blickkontakt, wichtig ist lediglich die Nahrung.

Auf ihren Gemälden zeigt sie sich oft in Tehuana-Tracht. Eine “ Tehuana“ ist eine Frau aus Tehuantepec/Oaxaca, der Ort im Süden von Mexiko, wo das Land am engsten ist. Tehuana-Frauen gelten als stark und unabhängig. Der Legende nach  waren Tehuana-Frauen die wirklichen Persönlichkeiten in ihrer Gesellschaft und Frida Kahlos Tragen solcher Kleidung war eine Demonstration von Kraft und Willen, habe ich gelesen. Sicher eine treffende Aussage, die sie über sich selbst trifft. (einige beschreibende Artikel fand ich hier: ( https://www.wordnik.com/words/Tehuana )

Ich betrachte dazu ihr Gemälde „Baum der Hoffnung, bleib stark“ von 1946, das damit im Zusammenhang steht. Ein Selbstporträt, das Frida Kahlo in der linken Bildhälfte mit blutigen Operationsnarben und in der rechten Hälfte mit prächtiger roter Robe zeigt.

Durch sie kenne ich die Begriffe Oaxaca – Nahuatl – Azteken – Mitla, die „Stadt der Toten“. Und auch die Zapoteken werden genannt, die ältesten Vorfahren einer bedeutsamen altmexikanischen Hochkultur. Schon im ersten Jahrtausend v. u. Z. sollen sie existiert haben. Spuren der Zapoteken finden sich in der Stadt Oaxaca bis in die Berge, die im Nordosten des heutigen Staates Oaxaca liegen. Sie sollen Beziehungen zu den Maya unterhalten haben.  (mehr darüber hier: ( http://www.indianerwww.de/indian/zapoteken.htm ).

Bekannt ist, dass Diego Rivera grossen Einfluss bei der Hinwendung Fridas zu den einheimischen Traditionen Mexikos und zur indianischen Kultur hatte. Diese zeigte sich schon früh, 1928 in ihrem Gemälde „Dos Mujeres – Herminia und Salvadora“, den zwei Indiomädchen, die sie sehr mochte.

Und mit ihrer Heirat war schliesslich die Tehuana-Frida geboren. Diego stattete z.B. ihre neue Wohnung mit präkolumbianischen Plastiken aus, um seine Leidenschaft für alles Einheimische zu demonstrieren. Daraufhin suchte Frida nach einer neuen Identität – in der Tracht einer Tehuana, um ihm zu gefallen!
Für ihre Trauung lieh sie sich die Kleidung eines Indiomädchens aus. Kleider waren ihr ohnehin schon sehr früh ungeheuer wichtig – waren eine Sprache! Am liebsten war ihr die Tracht der Tehuana-Frauen. Diese Frauen galten als stattlich, sehr hübsch, sinnlich, intelligent und tapfer. Auch herrschten sie in matriarchalischen Verhältnissen – beherrschten die Männer.
Manchmal aber wählte Frida auch Trachten aus anderen Zeiten und trug u.a. Jade-Schmuck aus dem präkolumbischen Zeitalter. Mit ihren „Kostümen“ stellte sie offensichtlich Kontakt her, auch mit dem unausweichlichen Tod.
Nach drei Fehlgeburten, die wohl unglaublich Schmerzen in Frida erzeugten, begann sie zum ersten Mal, Sonne und Mond zusammen am Himmel auf ihren Bildern darzustellen. Ein kraftvolles Symbol, das die Vereinigung der kosmischen und irdischen Kräfte darstellen soll. Es spiegelt die aztekische Vorstellung des ewigen Kampfes von Licht und Finsternis und die Besessenheit der mexikanischen Kultur in Bezug auf die ewigen Dualitäten. Leben und Tod, Licht und Schatten, Vergangenheit und Gegenwart, Mann und Frau.
Der ewige Kampf, verbunden mit Leid, Schmerz und Tod ist auch kennzeichnend für ihr Leben. Hier ist auch die Grausamkeit des Liebesschmerzes zu nennen, die Metapher vom „herausgerissenen Herzen“, welche sie wörtlich nahm und in ihren Bildern von nun an darstellte. Verständlich im Zusammenhang – es ist ein Zeichen aus der frühmexikanischen Kultur.

Ich denke sofort an den Opferritus in Chichén Itzá: das Herausreißen des schlagenden Herzens.
Aus Sicht der Maya war das Blut Sitz der Seele und Lebenskraft, die Seele selbst stellte man sich jedoch luft- oder rauchförmig vor (Atemseele). Daher fing man das gewonnene Blut durch Papierstreifen auf, die man anschließend verbrannte.
In der Religion der Maya waren Menschenopfer durchaus üblich. Die Art der rituellen Hinrichtungen reichte von Köpfen, Ertränken, Hängen, Steinigen, Vergiften, Verstümmeln bis hin zu lebendig Begraben oder Aufschlitzen des Bauches und das Herausreißen des noch schlagenden Herzens.
https://de.wikipedia.org/wiki/Maya#Zeit_und_Kosmos )

In ihren Bildern bezieht sie sich oft auf Legenden und Motive der Azteken und Maya. Dualität – hier wurde von ihr viel aus der altmexikanischen Mythologie hergeleitet und dieses dualistische Prinzip war auch ihr Weltbild, ihre Natur- und Lebensphilosophie.
Für die altmexikanischen Kulturen bedeutete der Tod gleichzeitig Wiedergeburt und Leben. Der Tod wird als Weg zum Übergang in ein neues Leben anderer Art gesehen.

Auch der Affe auf ihren Bildern stammt aus der mexikanischen Mythologie: er ist Schutzpatron des Tanzes, gleichzeitig Symbol für Lüsternheit. Frida stellt das Tier auf ihrem Gemälde „Selbstbildnis mit Affe“ als lebendes, zartes, beseeltes Wesen dar, das schützend den Arm um sie legt.

Mir fällt dazu spontan die „way-Seele“ der Maya ein (s. Maya Sonderausstellung in Speyer):


https://seelenglimmern.com/2017/04/22/maya-sonderausstellung-in-speyer-am-22-04-2017/

Hirsch, Affe, Izcuintli-Hund – wir finden sie auf ihren Gemälden. Diese gaben ihr Zärtlichkeit und Geborgenheit.

Frida liebte es zu malen und Diego Rivera liebte sie, die Tochter einer Mexikanerin und eines Europäers. Sie verkörperte für ihn die mexikanische Heimat. Für ihn war sie die Mutter Mexikos, die Mittlerin zwischen der mexikanischen Erde und dem Universum. Und er war es, der sie in ihrem Glauben an den Dualismus stärkte –  in der Natur, symbolisiert im Yin und Yang, dem männlichen und weiblichen Prinzip, das nur in der Einheit existiert.
Für ihn war sie stets auf der Suche nach einer Identität, die sie zu der ihren machen konnte – für ihn war sie die Tehuanerin. Sie verkörperte für ihn die Tradition des indianischen Volkes, war grinsende Totenfrau und aztekische Fruchtbarkeitsgöttin. Ihre Bilder stecken voller sinnlicher Symbole.

Frida empfand und lebte, was sie malte. Ihr Auftreten …  „Es war der Auftritt einer aztekischen Göttin … Oder vielleicht sahen wir die spanische Mutter Erde … Die Bänder, die Schleifen, die Röcke, die raschelnden Unterkleider, die Spitzen, die mondartige Frisur, die ihr Gesicht wie die Flügel eines dunklen Schmetterlings erschloss: Frida Kahlo, die uns allen zeigte, dass ihre unendliche Vielfältigkeit weder durch Leiden verdorrt noch durch Krankheit verkümmert war.“… so schildert der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes seine erste Begegnung mit der Malerin Frida Kahlo.
Frida, die aztekischen Göttin …  ich verstehe nun etwas mehr über ihre Beziehung zu Azteken und Maya.

Und ich suche weiter in ihren Gemälden, nach Symbolen die über ihr Weltbild erzählen – geprägt durch die Azteken und Maya:

„Zwei Gesichter“

 

Jeder hat sie, seine lichte und seine dunkle Seele, seinen Schatten. Und das ist keineswegs krank. Manchmal rede ich mit mir selbst, sozusagen mit meiner anderen Persönlichkeit. Zum Beispiel während ich male. Für diese Unterhaltung brauche und will ich keinen anderen Gesprächspartner, nur mich selbst.

Ich griff also zu Pinsel und Farben, noch sehr inspiriert vom Gemälde Die zwei Fridas, das ich letzte Woche während der Frida-Kahlo-Ausstellung sah. Mit diesem Gemälde erzählt sie über ihre zwei Persönlichkeiten. Andere wiederum erzählen darüber in ihren Büchern, wie zum Beispiel Hermann Hesse in seiner Biographie „Der Wanderer und sein Schatten“. Er erzählt überhaupt viel über seine zwei Perönlichkeiten. Jedenfalls, das Thema Hell und Dunkel, Licht und Schatten, Yin und Yang etc. interessiert mich sehr, philosophisch gesehen.

Man sagt zum Beispiel: „Dieser Mensch zeigt nicht sein wahres Gesicht“  oder  „Dieser Mensch hat zwei Gesichter“.

Ich habe jetzt auch zwei … in Acryl auf Leinwand 🙂  . Es hat mir Freude gemacht, sie zu malen und dabei meine Gedanken zum Thema fliessen zu lassen. Und das ist dabei herausgekommen: