Mit viel Wind in den Segeln

 

„Wind, See, Schiff und Segel bilden eine zusammengehörige, lose gefügte Einheit, ohne Anfang noch Ende, Teil und Ganzes des Universums, meines eigenen, nur mir gehörigen Universums. 
Ich betrachte den Sonnenuntergang, ich atme den Hauch der Weite, ich fühle meine Seele aufblühen, und meine Freude schwingt so hoch empor, dass nichts sie mehr einzudämmen mag.
Und die übrigen Probleme, die mich mitunter quälen – sie wiegen nicht ein Gramm angesichts der unendlichen Ferne, in der sich das Kielwasser mit dem Himmel ver­eint, angesichts des Windes über der See, die sich von keinen kleinlichen Alltagssor­gen beunruhigen lässt.“ 

Bernard Moitessier (1925 – 1994),
französischer Einhand-Weltumsegler, Segler und Publizist

 

 

„In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast. Also löse die Knoten, laufe aus aus dem sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume.“

(Mark Twain)

 

Die Gelegenheit

Damals schrieb er:

„Da es aber meine Absicht ist, etwas Nützliches für den zu schreiben, der es versteht, schien es mir angemessener, der Wirklichkeit der Dinge nachzugehen als den bloßen Vorstellungen über sie.“    ….   (ll Principe, Kap. XV)

Kurz gesagt: ich lese mal wieder ein bisschen in Machiavellis Schriften. In seiner Denkweise (sie bezieht sich auf die Zeit, in der er lebte!) ist manch interessanter Ansatz, z.B. wie Menschen ticken – in den verschiedensten Bereichen.

Besonders gefallen hat mir schon vor Jahren dies:

„Wer bist du, die du keine sterbliche Frau zu sein scheinst und die der Himmel mit so viel Anmut schmückte? Warum stehst du nicht still? Warum hast du Flügel an den Füßen?“

„Ich bin die Gelegenheit, wenigen bin ich bekannt, und die Ursache dafür, dass ich mich immer bewege, ist, dass ich einen Fuß auf einem Rad halte. Es gibt keinen Flug, der meinem Lauf gleicht, und doch behalte ich Flügel an den Füßen, um in meinem Lauf jeden zu verblenden.

Mein wirres Haar ist nach vorn gewendet, mit ihm bedecke ich mir Brust und Gesicht, damit mich niemand erkennt, wenn ich komme. Am Hinterkopf bin ich kahl. Darum bemüht man sich vergeblich, wenn ich vorüberziehe oder mich umkehre.“

„Sag mir, wer ist die, die mit dir kommt?“

„Es ist die Reue. Darum merke und begreife: Wer mich nicht zu greifen versteht, fasst jene. Und während du redend die Zeit verschwendest, beschäftigt mit vielen eitlen Gedanken, siehst du Armer nicht und begreifst nicht, dass ich dir entschwunden bin.“

(Machiavelli, „Die Gelegenheit“)

Hat es es nicht wundervoll erklärt? Vor ca. 4 Jahren habe ich es zuletzt gelesen und mir dazu notiert: „Man kann darüber streiten, ob es in „unverhofften“ Situationen von Vorteil ist, das Ganze erstmal überdenkend auszusitzen. Ich jedenfalls gehöre zu den Leuten, die eher wenig sitzen, sondern versuchen, sobald sich die Gelegenheit bietet, schnellstmöglich Nägel mit Köpfen zu machen (auf die Gefahr hin, dass Irrtum möglich sein könnte). Erfahrung hilft dabei und viel Erfahrung hat derjenige, der sich schon oft geirrt hat, das ist meine Erfahrung.

In Wikipedia wird es übrigens so erklärt:

„Eine Gelegenheit bezeichnet die Möglichkeit, ein bestimmtes Ereignis wahrzunehmen, das unter anderen Umständen oder zu anderen Zeitpunkten mit Nachteilen verbunden oder gar nicht mehr wahrnehmbar ist. Typisch bei diesem Begriff ist der seltene Charakter, den das in Kontext beschriebene Ereignis mit sich bringt.

Eine geläufige Redewendung lautet „Die Gelegenheit ist günstig“, was den einmaligen oder seltenen Augenblick des angepeilten Ereignisses weiter hervorhebt und somit häufig in der Werbebranche Verwendung findet.“

Jedenfalls war es Machiavelli vollkommen klar, wie wichtig es ist, Gelegenheiten nicht verstreichen zu lassen …

 

Die Kontaktschaft

 

„Sag´ mal, ist das ein Bekannter von dir?“

Diese Frage löste unangenehme Gefühle in ihr aus und sie antwortete:
„Nein, das ist ein Kontakter. Immerzu auf der Suche nach „guten“ Kontakten, die irgendwann vielleicht nützlich sein könnten. Mich hat er über einen längeren Zeitraum hin auch vielmals kontaktiert.“

„Aha, also doch eine Bekanntschaft!“
„Nein, weniger. Das war nur eine Kontaktschaft.“ , stellte sie klar.

„Was für ein Unsinn … KONTAKTSCHAFT ! Was soll das denn sein?“
„Na, das ist so gut wie Nichts, darum habe ich den Kontakt mit dem Kontakter auch abgebrochen.“

„Oh, ich verstehe, du hast den Menschen in ihm gesucht und er nur einen ihm nutzbringenden Kontakt in dir.“
„Genau so war´s! Ich denke, du hast nun begriffen, was eine Kontaktschaft ist.“