Nur so eine Erinnerung an ein in die Jahre gekommenes Bild …

 

Mancher Mensch hat ein großes Feuer in der Seele,

und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.

Vincent Willem van Gogh

 

Meine Seele ist gefüllt
mit glimmender Glut
die ungelöscht
an ihrem Platze ruht.

Doch gießt du liebe Worte
in diese Glut
wirst du mich entzünden
und mein Feuer tut dir gut.

Bist du in Liebe ganz bei mir
inmitten züngelnder Flammen
lodere ich auf und tanze
oh komm´ , wir tanzen zusammen.

© chrinolo

 

Und Gott sprach: „Es werde ..… alles farbenfroher!“ 😊

 

Gerade (genauer gesagt vor etwa vier Milliarden Jahren) war unser Schöpfer wieder mit der Schöpfung eines Universums fertig geworden. Zufrieden setzte er sich auf den Ring des Saturn um sein Werk zu begutachten.

„Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“  (Gen 1,31).

Nichts ruhte; alles war in Bewegung; alles schwang. Es war ihm wichtig, dass das Gesetz der Schwingung u.a. mit dem Gesetz des Rhythmus in Einklang stand. Das ganze Werk war auch mit seinen Formen und Farben in Harmonie.

Indes wurde er plötzlich stutzig. Doch sogleich war der Gedanke zur Stelle um ihm Hilfestellung zu geben! Ich habe einmal gehört (oder vielleicht auch gelesen?), am Anfang war nicht das Wort, sondern der Gedanke. Das könnte durchaus sein, oder?Jedenfalls habe ich noch gehört oder gelesen, dass er unmittelbar nach dem Gedanke, also immer, wenn er mit einer Schöpfung fertig war, nach Ruach rief.

Doch zuerst zum Gedanken. Also,  währendessen er sich so umschaute, fiel ihm auf, dass sein gesamtes Werk nur in Steingrau- und Erdbrauntönen gehalten war. Nun ja, er hatte eben aus dem geschöpft, was ihn umgab. Grauer Feinstaub, erdgraubraunfarbenes Meteoritengeröll und ein paar Gasen (daraus hat er z.B. den Ring des Saturn geschaffen, auf dem er gerade saß). Kurzum, das erschien unserem Schöpfer dann doch etwas zu fade und eintönig. Deshalb meldete sich der Gedanke und riet ihm zu mehr Farbe. So richtig farbenfroh sollte seine nächste Schöpfung werden 😊

Kräftige, strahlende Farben musste sich unser Schöpfer natürlich erst ausdenken. Für ihn war dies jedoch kein Problem, denn unser Schöpfer ist purer Geist und alles entsteht schließlich aus dem Geist heraus. Da hat mir der Schöpfer echt was voraus: ich muss meine Farben immer anrühren und weiß nie, was dabei herauskommt  😉

So erschuf Gott also unsere Erde und sie wurde schöner als jeder andere Planet. Seine Kreativität lief zur Hochform auf und er schwelgte in Farben. Sein Pinsel schwang kreuz und quer, hoch und tief, bis sein Werk vollendet war. So etwas Geniales hatte noch niemand gesehen und darum rief er ganz aufgeregt nach Ruach, seiner weiblichen Seite (alles hat eine männliche und eine weibliche Seite – auch unser Schöpfer). Diese war ab sofort zuständig für den Atem, den Wind und die bewegte Luft.

Ruach kam herbeigeeilt und war begeistert von dem, was sie sah. Die Erde war zwar noch wüst, wirr und tiefe Finsternis lag über der Urflut. Doch das sollte sich bald ändern, denn Ruach schwebte nun und brütete über dem Antlitz der Urwasser (Gen 1,2). Mit Erfolg! Also wenn ich mich so umsehe, da ist Höchsterstaunliches, was sie so alles ausgebrütet hat und es immer noch tut 😲

Danach wurde es auch endlich Zeit für die wundervollen Worte unseres Schöpfers:

„Es werde Licht.“

Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. (einleuchtend …… jeder kann nun seine wunderschönen, erdachten Farben bewundern 😊  )

„O wunderschön ist Gottes Erde,

Und wert darauf vergnügt zu sein!

Drum will ich, bis ich Asche werde,

Mich dieser schönen Erde freun!“

– Ludwig Christoph Heinrich Hölty –

Ich stellte mir vor, so könnte es damals vielleicht, aus der Ferne betrachtet, ausgesehen haben und begann zu malen:

Text (außer dem Gedicht von Hölty) und Gemälde © chrinolo

Nicht nur Seelenglimmern, sondern auch Seelenflehen

Eines Tages wird meine Seele wieder zurückkehren – da besteht für mich kein Zweifel. Aber bis es soweit ist, muss sie zusammen mit mir ganz sicher noch viel ertragen. Mit mir zusammen existieren in diesem Erdenleben.

Sie leidet im Kampf, in der ständigen Auseinandersetzung mit meinem Verstand, dem ich oft den Vorrang gebe. Verzweifelt versucht sie immer wieder einzugreifen. Sie erinnert mich an das „Wesentliche“, das nur mit dem Herzen sichtbar ist.

Oft habe ich das Gefühl, dass es ihr mit den Jahren zu eng geworden ist, hier drinnen in meinem kleinen Körper. In solchen Momenten schließe ich meine Augen und höre ihr zu, höre ihr inständiges Flehen:

Umkörperte Seele

Gib mich wieder frei
Streif dich ab von mir
Fühlst du es nicht
Es ist viel zu eng in dir

Ich bin dir längst entwachsen
Wie das Kleinkind dem Babyhemd
Quäl mich nicht länger
Begrenztheit ist mir fremd

Ich sehne mich nach meinem Zuhause
Dorthin, woher ich einst kam
Aus VaterMutter, der Weltenseele
Der man mich damals entnahm

Ich war nur ein winziges Teilchen
Ein kleines Tröpfchen Seelenmeer
Glich einer schwebenden Feder
Heute, da wiege ich schwer

Ungefragt wurde ich ihr entrissen
Dir geliehen für kurze Zeit
Gerne half ich mit meinem Wissen
Zusammen gingen wir weit

Doch jetzt droht Ersticken
Eingequetscht in deiner Haut
Verdammt, eine Seele muss frei sein
Hörst du nicht, ich schreie laut

Ach, mir hilft kein Dehnen, kein Winden
Bin gewaltig gewachsen in Dir
Doch eine Seele braucht Raum um zu leben
Gib mich frei – so habe doch Mitleid mit mir

Ich bin Teil der Weltenseele
In Liebe verbunden mit ihr
Und auch mit den Seelengeschwistern
Ganz eng verbunden sind WIR.

IHRE LIEBE ist das HÖCHSTE
Sie tut unendlich gut
Nichts gleicht dieser Schöpferliebe
Die Hoffnung auf Rückkehr macht mir wieder Mut.

© Text und Gemälde by chrinolo