Dieser Augenblick …

… als das wundervolle, dunkle Blau des Meeres und der goldene Schein der Sonne sich in seinen Augen spiegelte, wurde das große Glück in seinem Gesicht sichtbar. Ihm war nun bewusst, dass er hier abschalten konnte.

Er nahm sich Zeit, um die ganze Schönheit dieser Insel und den Zauber des glitzernden Ozeans in sich einströmen lassen, wollte hier für eine Weile die Welt vergessen können und all das, was sie von ihm will … diese Gedanken zauberten ihm ein befreiendes Lachen ins Gesicht.

Dieser Augenblick, der erste Moment, als er überwältigt auf dem Balkon des Hotelzimmers saß und diese großartige Weite wahrnahm, wird für ihn unvergesslich bleiben. Ein beglückendes und großartiges Gefühl … und keine Sorge, Glück ist wie das Meer – die Wellen kommen auch immer wieder.

MEER

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer
Nur Meer.

(Erich Fried)

Träume – aus der Vergangenheit hinein in die Zukunft

Da stand ich nun wieder an seinem Grab und sprach zu ihm.

Schon ziemlich früh am Morgen hatte ich mich auf den Weg gemacht, wie letztes Mal – das war 2012 ! Ich berichtete damals darüber: https://seelenglimmern.com/reisen/tessin-montagnola-2012/ .

Ich träumte …  wieder startete ich von der Casa Camuzzi aus und begab mich auf seinen Weg. Durch den schattigen Kastanienwald und dann vorbei an einem seiner Lieblingsplätze, der Grotto del Cavicc.

Doch dieses Mal eilte ich ein wenig, um endlich bei ihm an seine Ruhestätte zu sein.

„Was sagst du nun, lieber Freund, ich bin wieder da!“, berichtete ich ihm lächelnd. “Ja, ich weiß, da äußerte einer nach meinem Reisebericht, dass er das nächste Mal mitkommen würde, aber dies sagte „der Mann der leeren Worte“. Ärgere dich nicht, Hauptsache ist doch, dass ich dich wie versprochen wieder besuche, nicht wahr? Gewiss, es hat eine Weile gedauert – lange 7 Jahre … doch gedacht habe ich fast jeden Tag an dich, das kannst du mir glauben. Ich habe auch sofort wieder den Weg zu dir gefunden. Vorbei an deiner Lieblings-Grotto, wo du so gerne bis in die Nacht hinein gezecht hast. Ich bin dort allerdings wieder nicht eingekehrt und dies hatte seinen Grund.
Glaub mir, die Zeiten haben sich geändert und die Grotto auch. Dies habe ich mir vor meiner Reise zu dir genau auf deren Webseite angeschaut:
( http://www.grottocavicc.ch/index.php/en/hermann-hesses-2 ).
Und ja, natürlich profitieren sie von deinem Namen, eben wie alle anderen auch, die mit dir zu tun hatten oder mit deinem Vermächtnis. Doch immerhin schön, wie du auf dem Foto lächelst, das sie von dir eingestellt haben  🙂  .
Ach lieber Freund, ich fürchte, heute würde dir das Lachen sicher vergehen, wenn du die Preise auf der Speise- und Weinkarte sehen würdest. Nein, mit deinem „äußerst überschaubaren Einkommen von damals“ wäre dir ein stundenlanges Zechen bei preiswertem Landwein, einer Scheibe Brot und einem Stückchen Käse sicher nicht möglich gewesen. Ich habe auch darauf verzichtet … es ist dort ja auch nicht mehr wie damals und außerdem wollte ich ohnehin in Gedanken mit dir allein sein.
Wie du siehst, bin ich dadurch auch viel früher zu dir gekommen. Sag, freust du dich? ……“

Ich teilte ihm noch viele meiner Gedanken mit und er hörte ruhig und interessiert zu 😊

Träume – ich denke, man träumt selten von der Vergangenheit und erträumt sich dabei gleichzeitig die Zukunft. Aber meine Reise zu ihm steht in Kürze an und natürlich gehen mir dabei sehr viele Gedanken durch den Kopf, die wohl verarbeitet werden müssen.

Wie auch das letzte Mal freue ich mich sehr auf diese Reise. Einiges kenne ich ja schon und der Rest will noch entdeckt werden.

Secret Love

 

Viele – wer weiß, vielleicht sogar alle – Frauen haben ihre geheime Liebe. Es ist die schönste, sinnlichste, romantischste Liebe, die es überhaupt gibt und du erlebst sie immer wieder. Allerdings nur im Traum.
Und wie seltsam, du träumst dort nicht in Schwarzweiß. Schließlich befindest du dich ja in einem paradiesischen Zustand, wo ausschließlich dein inneres Auge die außergewöhnlichsten, schillerndsten Traumfarben erblickt.

Besonders dabei ist, jeder gelebte Traum ist für dich so realitätsnah, dass selbst im Schlaf alle Sinne geschärft werden, sobald du deine Augen schließt. Alle deine Sinne erblühen geradezu unter den vielen Reizen und wollen nun das unglaublich Geheimnisvolle, das nun vor dir liegt, erfassen und ausleben.

Während deine Augen auf der Farbenpracht der Umgebung ruhen, nimmt deine Nase den feinen, maskulinen Duft deines Traumliebsten wahr.
Verträumt legst du dein Ohr auf seine Brust und hörst das erregte Klopfen seines Herzens, lauschst seiner sinnlichen Stimme, die dir zuflüstert: „Schön, dass es dich gibt.“.
Schon bald fiebern deine Finger nach seiner Haut, umkreisen nun zärtlich seinen Bauchnabel.
Dieser geheimnisvolle Nabel, das Tor zum Leben, denkst du beglückt und kannst dabei das leise Erzittern seines Körpers fühlen.
Dies bringt dich immer wieder zum Lächeln, weil du weißt, wie sehr er deine Liebkosungen ersehnt hat. Und in diesem Moment schenkst du ihm alle Zeit der Zärtlichkeiten … viel Zeit.
Bis er deinen Kopf zu sich zieht und deinen Mund sucht.
Wie köstlich, du schmeckst jetzt die Süße der feuchtglänzend roten Himbeerfrucht, die seine Lippen für dich bereithalten ….

Aus der Ferne dringen plötzlich Stimmen in deinen Traum und eine Autotür knallt. „Aber doch nicht jetzt“, fährt es durch deine Gedanken, „der Traum ist doch noch gar nicht zu Ende.“

Widerwillig schlägst du deine Augen auf und fühlst, wie eine Glücks-Träne feucht und warm über deine Wange kullert.

 

„See you soon, Secret Love …“, denkst du lächelnd und legst deinen Traum zu den vielen anderen in deiner Seele. Und du bist dir sicher (das sagt dir dein sechster Sinn  😉  ) , dass der nächste Secret Love-Traum bald folgen wird.