Die Kunst kreist in meinen Gedanken und vollführt die tollsten Loopings …

 

Looping – kommt aus dem Englischen und bedeutet: eine Figur des Kunstflugs. Schön, ich steige ein und fliege mit. Da kenne ich keine Angst, denn ich liebe das Fliegen 🙂

„Kunst ist dazu da, den Staub des Alltags wegzuwischen“

Pablo Picasso

Oh ja, das kann die Kunst! Darum gebe ich mich ihr täglich hin, suche sie und freue mich, wenn ich dabei Menschen entdecke, deren Herz ebenso für die Kunst schlägt.

Gerade ist mir ein Gedicht begegnet, dessen Schöpfer ich nicht kenne. Sein Name ist Wolf Dietrich und sein Gedicht finde ich sehr schön:

Dich zu malen, klappt nicht mehr.
Dein Gesicht ist nur ein Schatten.
Doch gibt es Stunden, die wir hatten,
die zaubere ich mir manchmal her.
Dann spüre ich es, das Gefühl,
und lass mich wieder davon packen.
Sie bedeutete mir viel,
die kleine Kuhle da im Nacken.
Ich legte meinen Finger drauf.
Oft kam es vor, dass ich sie küsste.
Wieso taucht die Erinnerung auf?
Ach, als wenn ich das nicht wüsste.
– Wolf Dietrich

Er will ihr Gesicht malen!  …. ein Maler?

Mir fällt beim Namen -Wolf Dietrich sogleich ein Maler ein, von dem ich kürzlich gelesen/gehört hatte: Wolf Dietrich Hess aus Steinau. Er malt Märchenbilder zu den Märchen der Gebrüder Grimm (auch sie waren Künstler 🙂 ). Ich erinnere mich noch sehr gut an Steinau, an ihr Haus und den Märchengarten – alles habe ich besucht und bewundert. Und natürlich auch darüber berichtet – es war ein aufregender und geradezu märchenhafter Tag:

https://seelenglimmern.com/2015/11/12/es-war-zwanzig-nach-neun-in-steinau-an-der-strasse/

Den Märchenkalender mit den Bildern von Wolf Dietrich Hess gab es damals noch nicht, sonst könnte ich diesen jetzt auch bewundern. Er muss wunderschön sein – ich habe darüber gelesen – hier:

https://wochen-bote.de/2016/08/18/steinauer-maerchenkalender-vorgestellt/

Nun kreisen meine Gedanken um diesen Kalender … „Der Kalender kostet zehn Euro.  Das Verkehrsbüro bietet den Kalender ab sofort an.“ … hmmm, das Verkehrsbüro hat bis einschließlich 1. Januar 2018 geschlossen. Und wie soll ich jetzt auch dorthin kommen ….

Ah, da gibt es ja noch andere Verkaufsstellen, lese ich:

https://osthessen-news.de/n11545235/kuenstler-wolf-dietrich-hess-hat-steinauer-stadtansichten-als-kulisse-gewaehlt.html

Um Gottes Willen! Da steht noch: „Die Stadt Steinau ist Herausgeberin des Kalenders, der in einer limitierten Erstauflage von 1.000 Stück gedruckt wurde.“  NUR 1000 Stück! 😨

Na diesen wunderschönen Märchenkalender kann ich mir wahrscheinlich abschminken – die sind sicher schon alle weg ….

Das macht mich jetzt traurig – ich brauche dringend Musik! Auch darin finde ich die Kunst!

Schön, gell?   😌   ……

Hmmm …  vielleicht komme ich ja doch noch irgendwie an den Märchenkalender ran … wenn man sich etwas sehr, sehr wünscht, dann geht der Wunsch manchmal in Erfüllung. Ich könnte ja ans Universum schreiben und ein paar Infos mitschicken, wie ich darauf komme und woher ich das alles habe. Das wäre für’s Universum sicher hilfreich und würde Verwechslungen vorbeugen … denke ich mal! Ein bisschen was habe ich ja (manchmal denken Freunde in Sache Kunst an mich und schicken mir Infomaterial   😊 ), so wie hier:

… und da isses – ein Märchenbild von Wolf Dietrich Hess („Hess“ gefällt mir – das erinnert mich an Hesse, der ja auch malte … aussergewöhnlich schön sogar …. aber das ist eine andere Geschichte  😏  )

O.k., jetzt nochmal extra an das Universum zu schreiben wäre doppelt gemoppelt. Meine Gedanken sind eh‘ schon dort angekommen – mal warten, was sich tut. Bis es soweit ist, könnte ich ja ein bisschen malen   🎨   😃

Die Geschichte über die Glückseligkeit eines kleinen Bratapfels

 

Es war einmal ein kleiner Bratapfel, der duftend und sich seiner ganzen Schönheit bewusst, inmitten einer zauberhaften Winterlandschaft stand, die seinen Teller zierte.

Noch ganz trunken vor Glück, erinnerte er sich an seine Schöpfung, an die zwei liebevollen Hände, die ihm nicht nur äussere, sondern auch innere einzigartige Schönheit gaben. „Wie aussen, so innen und wie innen, so auch aussen“, dachte er zufrieden mit sich selbst. Beglückt schaute er zuerst prüfend an sich herunter und erhob dann seinen Blick nach oben – direkt in ein Paar glänzende, erwartungsvolle Augen hinein.

Diese strahlenden Augen betrachteten ihn gefällig von allen Seiten und er konnte den leichten Lufthauch fühlen, den eine Nase verursachte, die seinen köstlichen Duft einsog. Appetitlich und selbstbewusst dehnte und reckte sich der kleine Bratapfel, damit der faszinierte Betrachter den Anblick seiner Lieblichkeit ausgiebig bewundern und auskosten konnte. Diese Zeit, diese Augenblicke, waren wohl die schönsten in seinem ganzen Leben.

Doch plötzlich bemerkte er, dass er nicht alleine war. Ein riesiger Apfel-Blechkuchen hatte sich herablassend an seine Seite gesellt. Erschrocken blickte der kleine Bratapfel auf den Riesen, der ihm da furchterregend zu Leibe rückte. Der kleine Bratapfel wurde nun aber nicht etwa von Furcht, sondern eher von … ja, von Bedauern und Mitleid erfüllt. Er erinnerte sich nämlich sofort daran, was den erbarmungswürdigen grossen „Bruder“ erwartete. Und mit einer gewissen Trauer nahm der kleine Bratapfel wahr, dass bereits ein enormes Stück in der rechten unteren Ecke des Apfel-Blechkuchens fehlte. Einfach schrecklich war das – er hatte bereits seine Vollkommenheit verloren! Und noch schlimmer, auch der Rest würde nun, ziemlich schnell und kaum vom Verzehrer beachtet, verschwinden – Stück für Stück würde dieser arme Riese brutal einen Rachen hinabstürzen, direkt in einen gierigen Magen hinein!

Nein, mit solch grausigen, wenn auch absolut wirklichkeitsnahen Gedanken, wollte sich der kleine Bratapfel nicht länger beschäftigen. Sein Schicksal sah glücklicherweise etwas anderes für ihn vor …

Der kleine Bratapfel wandte sich klugerweise wieder den Augen zu, die ihn immer noch voller Hingebung und Lust betrachteten. Dies fühlte sich für den kleinen Bratapfel an, wie ein sanftes, abtastendes Streicheln seiner Haut, zart und schmelzend, wie sein Inneres, welches diese Augen jetzt voller Wertschätzung suchten.
Ein wohliger Schauer erfasste den kleinen Bratapfel und er flüsterte leise:

„Koste mich! Nimm mich liebend in dir auf, ich will gerne ein Teil von dir sein und in dir weiterleben.“

Die Augen lächelten ihn wohlwollend an und der kleine Bratapfel dachte glückselig:

„Wahre Schönheit ist, wenn jemandes Lächeln dich fesselt und gefangen nimmt und dessen Blick in dir etwas freisetzt, was urplötzlich ein wohliges Gefühl in dir aufkommen lässt. Dieser Zustand wird unweigerlich deine Seele berühren und deine Gedanken werden nur noch um dieses Lächeln kreisen!“
(Verfasser leider unbekannt, aber sehr schön!)

Nun sagt selbst, was kann einem kleinen Bratapfel an einem wunderschönen Wintertag Besseres passieren … 😉

Ein Herz für Liebe 62

 

Es gibt mindestens so viele Lieben, wie es Menschen gibt. Und jede Liebe hat auch ihre Geschichte, die oft noch lange in der Vergangenheit weiterlebt und von der sich die Menschen von Zeit zu Zeit erzählen.
Vielleicht wissen es noch nicht alle, aber so wie die Menschen Namen tragen – viele Namen sind hierbei vielfach vergeben – so tragen die Lieben Nummern. Doch jede Nummer existiert nur einmal, weil jede Liebe einzigartig ist. Kürzlich lauschte ich der Geschichte von Liebe 62, wie übel ihr mitgespielt worden war und wie sie sich doch wieder aufraffte, weiterzuleben. Denn es ist, wie wir wissen, der Liebe vorbestimmt, ewig zu leben. Dies schafft sie immer wieder mit Hilfe ihrer Freunde. Was sie dabei erlebt hat, davon erzählt diese Geschichte:

An einem wunderschönen sonnigen Frühlingstag, gerade als sich Liebe 62 von den ihr kürzlich zugefügten Verletzungen erholt hatte, trat ihre Freundin Zuversicht an sie heran und flüsterte leise:
“Du solltest dich nun wieder auf den Weg machen, denn viele Menschen erwarten dich schon ungeduldig.“
Obwohl es Liebe 62 nicht besonders gut ging und ihr Vertrauen immer noch sehr erschüttert war, wusste sie, dass sie ihrer Bestimmung folgen musste. Doch um ihre Aufgabe erfüllen zu können, brauchte sie zuerst wieder ein neues Zuhause. Eine Liebe wohnt in eines Menschen Herz. Manchmal sogar für immer.

Jedoch oft genug werden die Lieben schon nach kurzer Zeit so sehr verhöhnt und verletzt, dass sie schließlich viel zu schwach werden, um weiterhin ihre Aufgabe erfüllen zu können. Sie werden dann „sinnlos“ genannt und kurzerhand hinausgeworfen. So geschah es auch dieses mal wieder und Liebe 62 stand plötzlich ohne Zuhause da.

Da es in solch einer schwierigen Situation nicht einfach ist, ein neues geeignetes Heim zu finden, halfen ihr natürlich ihre Freundinnen und Freunde, die bereits von dem Unglück gehört hatten.

Ihre Freundin Zuversicht begleitete sie also zum Haus ihres Freundes Mut. Dieser redete Liebe 62 sehr lange und verständnisvoll zu und meinte abschließend, sie sollte unbedingt noch bei Freundin Kraft vorbeischauen, denn diese würde ihr sicher auch gerne behilflich sein. Natürlich brauchte Liebe 62 gerade jetzt viel Kraft und war dankbar, dass ihr Freund Mut daran gedacht hatte. Wie gut es doch ist, in solch verzweifelten Momenten zuverlässige Freunde zu haben.

Durch ihre Freundin Kraft gestärkt machte sich nun Liebe 62 auf den Weg und suchte einen Ort auf, an dem fast immer viele Menschen anzutreffen sind. Ganz besonders an sonnigen Frühlingstagen. Schon bald stand sie auf dem Marktplatz eines kleinen Städtchens. Mitten auf dem Platz entdeckte sie einen schönen, plätschernden Brunnen.
Zuversichtlich setzte sie sich sogleich auf den blumengeschmückten Brunnenrand, atmete tief den Duft der bunten Blüten ein und beobachtete das pulsierende Treiben. An weißen Tischen saßen einige Menschen, deren belanglose Wortfetzen und lautes Gelächter an ihr Ohr drangen. Sie schienen wohl alle ihr Herz bereits vergeben zu haben. Lange schaute Liebe 62 diese Menschen an, aber da war keine Spur von erwartungsvoller Sehnsucht zu entdecken, die gewöhnlich in den Augen liebesuchender Menschen zu lesen ist.

Eine ganze Zeitlang saß Liebe 62 so da und blickte neugierig um sich, als plötzlich jemand an ihrem Arm zupfte. Es war ihr Freund Zufall, der rein zufällig auf dem Weg war, um auch seiner Bestimmung zu folgen. Verschmitzt deutete er mit einem Kopfnicken in Richtung Parkplatz. Dort stieg gerade eine Frau aus einem kleinen Auto.
„Bei der könntest du ein wunderschönes Zuhause finden“, sagte er zu Liebe 62, „ich kenne sie. Du musst dich aber beeilen, denn gerade begegnete ich deiner Schwester, der Liebe 66, die auch auf der Suche nach einem Zuhause ist. Ich glaube, sie hat schon eines ins Visier genommen. Schau, dort kommt ein Liebesuchender gerade die Straße herunterspaziert.“ Lachend gab er ihr noch einen kleinen Schubs, damit sie endlich vom Brunnenrand rutschte und war wieder verschwunden. Zufälle kommen bekanntlich nur sehr selten und wenn schon, dann nur für ein ganz kurzes Treffen.

Liebe 62 wusste natürlich, das der Zufall nicht zufällig bei ihr wahr, sondern um sie daran zu erinnern, wie wichtig es nun war, die Chance unverzüglich am Schopf zu packen. Schnell huschte sie also über den Platz zu dem kleinen Auto.

Nun ging alles blitzschnell. Typisch für die Liebe, denn meistens ist es ja ihre Art, wie ein Blitz einzuschlagen. Liebe 62 blickte forschend in das Gesicht der Frau, deren Haar rotgold in der Sonne glänzte. Ein zaghaftes Lächeln umspielte deren Lippen und ihre blauen Augen beobachteten verträumt die plaudernden Menschen am Brunnen.

Ja, was Liebe 62 in diesen Augen alles sah, gefiel ihr. Doch offenbar nicht nur ihr, denn plötzlich stand ein Mann, der gerade noch die Straße heruntergeschlendert war, schon vor der Frau. Und dicht über ihm schwebte ihre Schwester Liebe 66.

Die Augen des Mannes leuchteten, blitzten auf und strahlten mit der Sonne um die Wette. Sie hatten die gleiche Farbe wie die Augen der Frau. Und auch er hatte dieses zaghafte Lächeln auf den Lippen. Ihre Blicke berührten sich einige Sekunden lang. Es war nur ein kurzer Moment und doch lange genug für ein geheimnisvolles Ereignis: dem Zauber der Liebe auf den ersten Blick.

Als sie das sahen, blickten sich auch Liebe 62 und Liebe 66 lächelnd an, denn es geschah etwas Wunderbares, das schönste Wunder überhaupt. Von purer Freude überwältigt und sichtlich erregt riefen sich die Beiden gleichzeitig zu:

„Hier sind wir richtig – diese Herzen nehmen wir!“

Text und Gemälde © chrinolo

 

Tja, wem der Glaube fehlt …

 

Eine echte Begegnung kann in einem einzigen Augenblick geschehen.
Anaïs Nin

 

Text und Gemälde © chrinolo (ausgenommen:Zitate)

Nun war die schöne, grüne Meerjungfrau schon vierzehneinhalb Jahre alt und hatte immer noch nicht ihren Meerprinzen gefunden. In ihrer Verzweiflung klagte sie ihr Leid Gott Neptun, ihrem Vater. Dieser jedoch lächelte und meinte: „Mein Kind, das hat doch noch Zeit. Glaube mir, der Augenblick wird rechtzeitig kommen!“

Die Meerjungfrau sank wieder zurück auf den Meeresgrund und war sehr traurig. Plötzlich hörte sie eine Stimme: „Hallo, schöne Meerjungfrau, küss mich! Ich bin dein Prinz.“ Der kleine Fisch, der vor ihr verharrte, blickte ihr tief in die Augen und lächelte. „Spinnst du? Mein Prinz ist ein Frosch und du bist nur ein kleiner Fisch!“, schimpfte die Meerjungfrau erbost. „Ja, der Frosch – das bin ich auch. Dein Vater hat mich in einen Fisch verwandelt, damit ich mit dir im Meer leben kann. Weisst du, er will nicht länger mitansehen, wie traurig du bist.“, erwiderte der kleine Fisch.

Die schöne, grüne Meerjungfrau aber sah ihn nur verächtlich an und meinte: „Mein Vater würde so etwas niemals tun, das wäre ihm viel zu zeitaufwendig. Der hat andere Dinge im Kopf, die ihm wichtiger sind.“ Sie blickte wieder zu Boden und würdigte den kleinen Fisch keines Blickes mehr.

„Nun gut,“ sagte der kleine Fisch, „ich habe mich auch gewundert, als dein Vater mit solch einem Unsinn an mich herantrat. Aber dann habe ich mich an eine Weisheit meines guten Freundes Hermann Hesse erinnert. Der sagte zu mir:
Ich glaube, dass trotz des offensichtlichen Unsinns das Leben dennoch einen Sinn hat. Ich ergebe mich darein, diesen letzten Sinn mit dem Verstand nicht erfassen zu können, bin aber bereit, ihm zu dienen.
…  da es aber offensichtlich sinnlos ist, mit dir darüber zu diskutieren, habe ich keine Lust, dir noch länger zu dienen. Und den Frosch, in den ich mich wieder zurück verwandeln lasse, kannst du auch vergessen. “

Die grüne Meerjungfrau sah auf und entgegnete: „Ich weiss schon lange, dass die Sache mit dem Frosch küssen ein Unsinn ist … ich will weder einen Frosch noch einen Fisch! Und jetzt schreibe ich an http://www.date50plus.de. Die können mir einen grünen Meerprinzen reservieren, falls der richtige Augenblick bis dahin nicht eingetroffen ist. Auf die ist Verlass – dieses Jahr waren sie TESTSIEGER!“

In diesem Augenblick beendete der kleine Fisch resolut diese unsinnige Begegnung und schwamm erleichtert davon. 😉

 

Dann schloss sie träumend wieder ihre Krone …

 

Vor ewigen Zeiten lebte einmal eine sehr schöne Frau, deren Geliebter viel zu früh starb. Da sie so liebte und sie sich ewige Treue versprochen hatten, konnte die Frau ihn nicht verlassen. Sie watete im Mondlicht ins Wasser eines tiefen unergründlichen Sees, bis das Wasser über ihr zusammenschlug. Und während sie starb, gebar sie viele Kinder. Diese treiben noch immer in unsagbarer Schönheit im See – bis heute! Man nennt sie „Seerosen“.

Dies habe ich mal irgendwo gelesen, Quelle unbekannt. Aber als ich nun auf meine Seerose im Teich blickte, dachte ich wieder an diese schöne Sage …

In schwarzer Tiefe sicher verwurzelt
Drängt sie aus dem dunklem Wasser empor
Längst verstorbene Seelen
Blicken lichtdurstig aus ihrer Mitte hervor
Aus ihrem blühenden Mund
Erklingen sonnenduftige Lieder
Kosmisch, nur ganz leise hingehaucht
– keiner kennt den Grund –
erklingen sie immer wieder
Die Knospe strebt aufwärts
Schwebt zitternd, erregt und bleich
Durch das tiefe nächtliche Wasserreich
Reckt sich dann keck, öffnet kühn ihr Hüllenkleid
… und zeigt mir ihre reinste, weisse Blütenherrlichkeit.

© chrinolo

Weil Steinböcke keine Ablehnung ertragen … ;-)

 

… habe ich heute keinen Wolf, sondern einen Steinbock gemalt … und einen Widder gleich dazu! Genau wie gewünscht 🙂
Beim Malen habe ich natürlich auch nachgedacht, damit das Bild einen Sinn bekommt – meine Bilder erzählen schliesslich alle eine Geschichte. Also:

Es war einmal ein allerliebster kleiner Widder. Mit seinem sonnigen Gemüt hüpfte er unermüdlich träumend durch die Welt und erfreute sich an allem Schönen, das er sah (wenn etwas nicht ganz seinen Vorstellungen entsprach, dann dachte er es sich einfach schön 🙂 ).
Fast alle, die ihm begegneten, freuten sich mit ihm und diesen schenkte er auch stets sein herzerfrischendes Lächeln. Fast alle … denn eines Tages begegnete er einem seltsamen Wesen.

 

Erstaunt blickte der kleine Widder zu ihm auf, denn dieses Wesen war viel grösser und seine Hörner, die es auf ihn gerichtet hatte, waren mächtig!

Natürlich hatte der kleine Widder keine Furcht vor diesem Wesen, das sich „Steinbock“ nannte, aber ganz geheuer war es ihm doch nicht.
„Guten Tag, wie geht es dir?“, fragte der kleine Widder freundlich … und bekam keine passende Antwort. Stattdessen sagte der Steinbock: „Wenn du nicht so oberflächlich durch die Welt irren würdest, könntest du das selbst erkennen und müsstest nicht so dumm fragen!“

Der kleine Widder war sehr irritiert, wandte sich ab und schaute verträumt einen alten Baum an, der seine knorrigen Äste weit ausgebreitet hatte, um möglichst viele Sonnenstrahlen berühren zu können. Der kleine Widder war von diesem Anblick ganz gerührt und lächelte glücklich, weil der alte Baum diese Berührungen sichtlich genoss.
Der grosse Steinbock, der immer noch – Überlegenheit demonstrierend – auf ihn herabschaute, eröffnete sogleich provokativ eine heikle Diskussion. „Das alte Gewächs nimmt den anderen Pflanzen die ganze Sonne weg. Noch dieses Jahr wird der alte Schmarotzer gefällt! Früchte trägt er ohnehin nicht mehr, wem soll er also noch nützen? Hast du darüber schon mal nachgedacht, du unverbesserliche Träumerin? Du solltest nicht so übertrieben emotional sein, sondern die Sache realistisch und sachlich betrachten! Aber dazu braucht man ja VERNUNFT… und Vernunft ist wohl das Letzte, was man einem Widder nachsagen kann!“
Ach, dieser arme Miesmacher, dachte der kleine Widder und spielte mit einem Schmetterling, der gerade um seine Nase schwebte. Bezaubert von diesem schönen Geschöpf hauchte er ihm ein liebenswürdiges „Du bist wunderschön!“ zu.
„Du glaubst doch nicht etwa, dass der dich versteht, mit seinem Minihirn! So etwas Lächerliches habe ich selten erlebt. Ich hoffe, du bist jetzt nicht beleidigt, aber etwas Kritik sollte jeder ertragen können und gute Ratschläge annehmen, die aus reiner Grossmut erfolgen. Man meint es ja nur gut! Sag‘ mal, in welcher Welt lebst du eigentlich?“
„Offensichtlich in einer anderen als du! In meiner Welt ist alles liebenswürdig!“, erwiderte der kleine Widder. Gespräche dieser Art waren ihm zuwider.

Er blinzelte in die Sonne und atmete tief ein. „Das Leben ist schön!“, lachte er und machte ein paar Freudenhüpfer. Der nörgelnde Steinbock schüttelte verächtlich den Kopf und trabte unzufrieden davon. Der kleine Widder hörte ihn noch sagen: „Unmöglich! Mit Widdern soll einer zurechtkommen … mit solch einer unrealistischen und unvernünftigen Spezies … Liebenswürdigkeit? Pah, wer braucht denn Liebenswürdigkeit?! Fleiss und Pflichtbewusstsein, das bringt Erfolg! Merke dir: mit deiner Träumerei wirst du es jedenfalls nicht weit bringen ….“

Doch, der der kleine Widder hüpfte vergnügt über die Blumenwiese und hielt nach weiteren Schönheiten Ausschau, während sich der Steinbock mürrisch die kahle, steile Felswand hinaufkämpfte.
Von dort oben hatte er alles im Blick. Auch das saftige Gras, das unten wuchs, während dort oben sein Magen vor Hunger grollte.

Bald darauf begegnete der kleine Widder einem anderen Steinbock … der schien irgendwie aus seiner Art zu fallen, denn dieser war unerwartet liebenswürdig. Der kleine Widder war zunächst zwar sehr überrascht, hielt es dann jedoch für vernünftig, diesem Steinbock ohne Vorurteile zu begegnen. Erwartungsvoll sah er den Steinbock an und dachte, dass ja – realistisch betrachtet – wohl kein Steinbock wie der andere ist – jeder ist schliesslich einzigartig! Es gibt solche und Solche! … 🙂

Von Hexen, Mauerblümchen und geldgierigen Fröschen

 

Eigentlich war alles wie immer, als ich heute Morgen das Stadtgärtchen betrat. Ich ging gleich beim Froschprinz vorbei, um ihm einen „Guten Morgen“ zu wünschen, aber der war seltsam still und hatte kein Ohr für mich.

Also setzte ich mich auf den Brunnenrand und blickte ins Wasser. „Nanu“, dachte ich, „da unten liegen ja Münzen … ganz wie in Rom im Trevi-Brunnen! Da scheinen die Leute hier offensichtlich etwas zu verwechseln – wir sind hier im Schwarzwald! Und dieser geldgierige Froschprinz klärt die Leute natürlich nicht auf. Ganz im Gegenteil, das Geld kommt dem gerade recht! Der sass da und wartete – aber worauf? „.

Und dann plötzlich sah ich sie! „Also, das ist doch verrückt“, dachte ich weiter, „die verwechseln hier auch was – die sind ausserhalb ihrer Zeit am falschen Ort!“

Ausserdem ist dies kein magischer Feuer-Kreis, sondern nur eine runde Blumenrabatte!

Und jetzt verstand ich auch den Frosch: der blöde Kerl wartete, dass sich eine von denen in eine Prinzessin verwandelt, damit er Prinz werden kann. Unglaublich ! Der glaubt doch nicht wirklich, dass eine von denen wegen der paar Münzen im Brunnen eine Umwandlung auf sich nimmt? Und noch dazu für so einen hässlichen Frosch? Nein, was eine richtige Hexe ist, die bleibt auch eine! Ich hab sie gefragt und die eine sagte zu mir:“Ach, geh‘ mir doch mit diesem verblödeten Geldprotz nicht auf den Senkel!“, winkte ab und lief davon.

Da tat mir der Frosch schon ein bisschen leid und ich machte ihn auf das liebreizende Mauerblümchen aufmerksam, das ich unten am Fluss gesehen hatte.

„Was soll ich mit dem armen Ding?“, knurrte er unzufrieden und warf ihr überheblich eine Münze vor die Füsse.

Das Mauerblümchen wurde daraufhin sehr traurig und weinte so bitterlich, dass ihre Tränen aus der Mauer herausströmten.

„Kann hier vielleicht mal jemand das Wasser abstellen?“, schrie da auch schon einer, „ich laufe auch schon über!“

„Na, hier ist heute wohl alles etwas anders als sonst“!, seufzte ich ratlos und sah zum Baum hinüber.

Doch der rang ebenso ratlos seine Äste und zitterte vor Aufregung.

So etwas hatte ich hier noch nicht erlebt und sah mich nach einer Bank um – ich musste mich setzen!

„Ach, wenn ich jetzt doch ein bisschen Musik hätte“, dachte ich, „die würde mich wieder beruhigen und meine Welt zurechtrücken.“

Und ihr werdet es nicht glauben – die meisten meiner Wünsche gehen in Erfüllung! Eine kleine, allerliebste Amsel (natürlich ein Amselmännchen – für die Wunscherfüllung sind meistens Männer zuständig! 😉 ) kam vom anderen Flussufer angeflogen, setzte sich zu mir ins Gras und trällerte für mich ganz allein die wunderschönsten schönsten Melodien 🙂

 

„Na, hat es dir gefallen?“, fragte sie … ähm, natürlich er! … und blickte mich erwartungsvoll an.

„Aber ja, es war wunderschön!“, lächelte ich zurück. „Ich werde mir jetzt noch die herrlichen Blüten anschauen. Und anschliessend gönne ich mir nebenan noch ein leckeres Eis, dann ist schon heute fast wie fast Sonntag! 🙂

EUCH ALLEN WÜNSCHE ICH AUCH EIN SCHÖNES WOCHENENDE !   🙂