„Der kleine Mann“ … für Sarah 😊

 

Er war schon recht alt,doch sein Gang war leicht und sein Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Jungen.“  Und er hat einen sehr schönen Namen  …  so stelle ich ihn mir vor. Die wunderschöne Geschichte von Sarah hat mich sehr berührt und ich musste mich hinsetzten und sie beim Malen „überdenken“.

Hier, lest sie mal, dann ist euch sofort klar, warum ich den kleinen Mann auch liebe   🙂  :

https://zeitderreife.wordpress.com/2018/12/14/gedanken-ein-maerchen-fuer-dich-gerne-wuerde-ich-auch-so-einem-kleinen-alten-mann-begegnen/comment-page-1/#comment-3135

Ikarus – eine andere kleine Geschichte

 

Wenn die Sonne erlischt

Lange Zeit stand sie jeden Morgen am Himmel, rollte ihr flimmerndes Goldorange über die Wiesen vor dem Haus aus. Es war wunderschön anzusehen, wie sie dann später hoch am Himmel stand und die große Weite umspannte, wie sie Energie, Wärme und Lebensfreude spendete. Staunend suchte Ikarus ihre überwältigende Anziehungskraft zu ergründen.

Aber er musste sich vorsehen, ihr nicht zu nahe zu kommen. Bewundernd spürte er ihre enorme Kraft und sah immer wieder zu ihrer leuchtenden Glut hinauf. Fasziniert weidete er dabei seine oftmals schmerzenden, geblendeten Augen an ihrem wechselnden Lichtspiel, das die Welt verzauberte. Natürlich war ihm bewusst, dass sie nicht nur für ihn allein schien, sondern dass sie ihre Energie über die ganze Welt ergoß und auch vielmals mit gigantischen Lichtblitzen vergeudete.

Ihre Energie war nicht unendlich, verbrauchte sich zusehends und nahm unaufhaltsam mit der Zeit ab. Langsam begann sie zu schrumpfen, zog sich todmüde, wund und erschöpft in den Abendhimmel zurück. Eines Tages dann, am Ende ihrer Zeit, hüllte sie sich zum letzten Mal in ihr glutrotes Kleid und erstrahlte im letzten Aufblühen in unglaublicher Schönheit.  Letztlich ergab sie sich entkräftet ihrer Natur, verkümmerte zunächst zum weißen Zwerg, dann zum schwarzen und schließlich erlosch sie ganz.

Ikarus nahm dies alles mit Bestürzung wahr.
Er vermisste darauffolgend ihre strahlende Wärme und ihren goldenen Schein, der seinen Tag erhellte.
Doch nun hatte er auch nichts mehr zu befürchten, weder ihre Nähe noch den Absturz, der ihm in ihrer Nähe drohte.

Von diesem Zeitpunkt an stand keine Sonne mehr über ihm am Himmel, sondern nur noch ein erloschener, kalter Geröllhaufen im weiten Universum … lebensfern und der Welt entrückt.

Text und Gemälde © chrinolo

p.s.  Die Gestalt des Ikarus hat immer wieder viele Künstler inspiriert.

Ich habe ihn in meiner kleinen Geschichte da oben nicht abstürzen lassen !  😉

2017 habe ich ihn gemalt und mir meine Gedanken gemacht – hier  🙂  :
https://seelenglimmern.com/2017/02/26/ach-immer-diese-belehrungen/

Wie ich nun wieder einmal auf dieses Thema komme? Nun, es gibt auch einen weiblichen Ikarus.
„Die Wachsflügelfrau – Geschichte der Emily Kempin-Spyri“ – ein Roman von Eveline Hasler, eine wahre und bewundernswerte Lebensgeschichte. Ich lese sie gerade  🙂

 

Ein Sonntag voller Märchen

 

Genau heute vor einer Woche war es unglaublich heiß und der Märchensonntag in Steinau an der Straße nebst Eröffnung des Literaturcafés Alte Apotheke stand an (hier ist darüber zu lesen: https://we-ra.com/2018/08/09/das-war-der-erste-tag/  )

Den ganzen Morgen hindurch habe ich mir überlegt, ob ich mir das bei dieser Hitze antun soll, aber dann dachte ich: das erlebst du nur einmal, dieses Doppelfest. Außerdem hatte ich die Originalgemälde von Wolf-Dietrich Hess noch nicht gesehen. Diese wurden an diesem Märchensonntag im Café ausgestellt.

Ich machte mich also auf den Weg – zunächst zum Literaturcafé. Pünktlich um 12 Uhr stand ich dort zur Eröffnung vor der Tür. Aber ich war nicht die Erste, die ihr Eröffnungsgeschenk überreichte: mein Gemälde des Biedermeier-Pärchens, das ich nach Vorlage aus einem französischen Modemagazin über diese Zeit und damalige Kleidung angefertigt hatte.

Kirsten versicherte mir, trotz des Eröffnungsstresses, daß sie sich über mein Kommen und natürlich über das Geschenk freut. Ich könne mir ruhig die Räumlichkeiten im Café anschauen, was ich auch sogleich tat. Hier mein kleiner Rundgang mit abschließender Präsentation meines Gemäldes. Die freudigen Gesichter auf dem Gruppenfoto gehören neben Kirsten und Hans, den Cafébesitzern, noch Theresa, der tüchtigen Servicekraft und Danny, den ihr ja aus dem Blog kennt. Und wie auf dem letzten Foto zu sehen ist, hat Hans mein Gemälde gleich am nächsten Tag gerahmt und im Café aufhängt. Danke für dieses Kompliment, liebe Kirsten und Hans  🙂   (wie immer, zum Vergrößern bitte anklicken):

 

Am Ende dieses Eröffnungstages zwei glückliche Gesichter. Mit Recht, die Eröffnung war erfolgreich und überdies lukrativ:

Am folgenden Donnerstag habe ich dem Café noch einmal einen Besuch abgestattet. Der Kaffee war köstlich und der vollkommen gerechtfertigte Preis für mich auch an diesem Tag erschwinglich – Qualität hat eben ihren Preis  😉

Natürlich sah ich mich noch in der Märchenstadt und im Brüder-Grimm-Haus um. Was soll ich sagen, der Frosch hat sich immer noch nicht in den Prinzen verwandelt. Aber das habe ich auch gar nicht erwartet – alles braucht schließlich seine Zeit.

Auf den Straßen wurde gesponnen, getanzt, geprägt und verteufelt – ein buntes Treiben für Jung und Alt. Trotz der großen Hitze. Und den Rückweg zum Parkplatz auf der großen Wiese habe ich letztendlich auch noch geschafft.

Auch hierzu ein paar Impressionen:

So war das also – ein eindrucksvoller Tag. Lange erwartet und dann war er so schnell wieder vorüber. Aber auf mich warteten noch weitere Hessen-Erlebnisse, von denen ich noch berichten werde  🙂