Nicht nur Seelenglimmern, sondern auch Seelenflehen

Eines Tages wird meine Seele wieder zurückkehren – da besteht für mich kein Zweifel. Aber bis es soweit ist, muss sie zusammen mit mir ganz sicher noch viel ertragen. Mit mir zusammen existieren in diesem Erdenleben.

Sie leidet im Kampf, in der ständigen Auseinandersetzung mit meinem Verstand, dem ich oft den Vorrang gebe. Verzweifelt versucht sie immer wieder einzugreifen. Sie erinnert mich an das „Wesentliche“, das nur mit dem Herzen sichtbar ist.

Oft habe ich das Gefühl, dass es ihr mit den Jahren zu eng geworden ist, hier drinnen in meinem kleinen Körper. In solchen Momenten schließe ich meine Augen und höre ihr zu, höre ihr inständiges Flehen:

Umkörperte Seele

Gib mich wieder frei
Streif dich ab von mir
Fühlst du es nicht
Es ist viel zu eng in dir

Ich bin dir längst entwachsen
Wie das Kleinkind dem Babyhemd
Quäl mich nicht länger
Begrenztheit ist mir fremd

Ich sehne mich nach meinem Zuhause
Dorthin, woher ich einst kam
Aus VaterMutter, der Weltenseele
Der man mich damals entnahm

Ich war nur ein winziges Teilchen
Ein kleines Tröpfchen Seelenmeer
Glich einer schwebenden Feder
Heute, da wiege ich schwer

Ungefragt wurde ich ihr entrissen
Dir geliehen für kurze Zeit
Gerne half ich mit meinem Wissen
Zusammen gingen wir weit

Doch jetzt droht Ersticken
Eingequetscht in deiner Haut
Verdammt, eine Seele muss frei sein
Hörst du nicht, ich schreie laut

Ach, mir hilft kein Dehnen, kein Winden
Bin gewaltig gewachsen in Dir
Doch eine Seele braucht Raum um zu leben
Gib mich frei – so habe doch Mitleid mit mir

Ich bin Teil der Weltenseele
In Liebe verbunden mit ihr
Und auch mit den Seelengeschwistern
Ganz eng verbunden sind WIR.

IHRE LIEBE ist das HÖCHSTE
Sie tut unendlich gut
Nichts gleicht dieser Schöpferliebe
Die Hoffnung auf Rückkehr macht mir wieder Mut.

© Text und Gemälde by chrinolo

Und ich weiß auch noch …

Damals, als ich wieder einmal bei meiner Oma geschlafen habe, d.h. im „Gräbele“ zwischen Oma und Opa, habe ich mitbekommen (sie glaubten wohl, ich schlafe schon fest 🙂 ), wie mein Opa aus dem Bett stieg und um´s Doppelbett herum leise zu Oma schlich. Oma hatte an diesem Tag sehr viel gearbeitet. Sie hatte die Trauben von den Reben geschnitten und später in die Weinpresse geschichtet. Opa trank am liebsten seinen eigenen Wein und Oma sorgte dafür, dass er immer welchen hatte.

Natürlich wusste er, wie müde sie nun war und setzte sich zu ihr auf den Bettrand. Er strich ihr über´s Haar und flüsterte: „Keiner liebt dich so wie ich!“

Ich habe seine Worte genau gehört und das werde ich niemals vergessen. Obwohl ich noch ein Kind war und mir die Bedeutung noch nicht bewusst war, hat sich dies tief in mir eingeprägt. Heute weiß ich, es war die Wahrheit, die mein Opa sprach. Meine Großeltern haben sich sehr geliebt.

Sonnengeküßt und meerwindgestreichelt …

 

Warum ich das hier schreibe? Na darum  😉 :

Doppelt lebt, wer auch Vergangenes genießt.

Marcus Martial

Gerade im Moment genieße ich wieder Vergangenes  😊

Sonnengeküßt und meerwindgestreichelt
Die Augen mit traumhaftem Panorama beschenkt
Gediegene Musik schmeichelt sich in meine Ohren
So gefällt mir die Welt

In kurzen Worten, auf der Terrasse
Gewissermaßen zwischen Himmel und Erde
Genieße ich auch von hier aus
Sommer, Sonne und Meer
Unter gleichgesinnten Menschen
Und Freu mich schon
Auf eine baldige Wiederkehr.
© chrinolo