Lara Fabian … searching for the heart that will understand

 

Das ist ihr grösster Wunsch, ist das Anliegen eines Künstlers an sein Publikum.

Den Text für ihren Song „Always“ schrieb sie selbst – er ist wunderschön! Er beginnt so:

„Under the same sky
Waiting for each other
Under the same sky
Trying to survive
Searching for the heart
That will understand us
And for a moment know
That we are one soul

Always
Give yourself completely
Know that what you are
Is the gift to share
Through the love you dare to breathe

Always
Know that you are the essence
Of the perfect plan
Beyond every doubt
You shine if you dream out loud …. “

Dieses Gefühl: „And for a moment know, That we are one soul“  wurde mir bewusst, als ich folgendes Video ansah … „Je T’aime!“. Dieses Ereignis, das Herzen verbindet, scheint in diesem Moment einen unendlichen Raum zu füllen. Und bei ihr traf dabei das zu, was sie in ihrem obigen Songtext beschrieb: “ You shine if you dream out loud „.

Nur wenige Künstler erzeugen so viele Emotionen. Mit Ihrem Song gab sie ihr ganzes Herz und eine ungeheure Menge von Menschen beschenkte sie dafür mit einem ebenso berührenden „Je T’aime“, das sie total überraschte und überglücklich zu Tränen rührte …  hier wirkten die Kraft der Musik und die Kraft der Liebe. Lara Fabian – eine beeindruckende und wundervolle Künstlerin, der es gelingt, Seelen zu einem „Wir sind EINS“ zu verbinden:

Hermann Hesse – Gedanken zu seinem 55. Todestag

 

Am Mittwoch, den 9. August, jährt sich der Todestag Hermann Hesses zum 55. Mal. In Calw denkt man an diesem Tag ganz besonders an ihn. Es wird eine Gedenkfeier stattfinden, mit Lesungen, die musikalisch mit Werken der von Hermann Hesse sehr geschätzten Komponisten umrahmt werden.

Georg Philipp Telemann war einer der Komponisten, dessen Musik Hermann Hesse sehr liebte. Ein Musikstück von Telemann mag ich auch sehr, wobei ich es an einem besonders schönen Tag kennengelernt habe – auf einer Autofahrt nach Zürich. Natürlich wusste ich damals nicht, dass dieses Stück ursprünglich von Telemann, den Hesse so liebte, stammt.

Wenn ich heute diese Musik höre, verstehe ich, dass Hermann Hesse diese Klänge liebte, wenn auch in der ursprünglichen Form. Ich stelle mir dann immer wieder vor, ob er wohl auch die Interpretation von Fabrizio De André gemocht hätte. Vielleicht hätte ihm der Text ( http://www.songtexte.com/uebersetzung/fabrizio-de-andre/la-canzone-dellamore-perduto-deutsch-33d6a83d.html ) von der „verlorenen Liebe“ gefallen … damit hat er sich ja immer wieder beschäftigt. Schade, dass er es nicht in dieser Form hören konnte ….

Hermann Hesse liebte Telemanns Komposition:

Mit allen Sinnen …

 

Was gibt es schöneres, als durch bezaubernde Gärten zu flanieren, wildromantische Wiesen zu durchstreifen, auf gemütlichen Sitzstufen an dem Flüsschen Alb zu entspannen und viel Kunstwerke zu bestaunen? All das habe ich heute erlebt und genossen. Gleich im Nachbarsort, dem schönen Schwarzwaldstädtchen Bad Herrenalb. Dort ist derzeit ganz schön viel los 🙂

Es war ein wunderschöner Tag – mit allem drum und dran. Und alle Sinne kamen zu ihrem Recht. Die Sehnsucht und die Freude am Schönen wurden ausgiebig befriedigt. In einem kleinen Video habe ich einiges festgehalten (für weniger schöne Zeiten, damit ich dann darauf zurückgreifen kann). Hier der Link – unten rechts am Video kann mann den Vollbildmodus anklicken !!! :

http://www.kizoa.de/Movie-Maker/d115682218k3865056o2l1/gartenschau-bad-herrenalb-2017

Gedanken zu Frida Kahlo und ihr indianisches Erbe

 

Was genau verband Frida mit den Azteken und den Maya? Warum suchte sie ihre (neue) Identität bei diesen Völkern? Diese Frage stellte ich mir, während ich die grosse MAYA-Sonderausstellung in Speyer besuchte. Die Maya – bekannt für ihre hoch entwickelten Kultur, aber auch ihre unbeschreibliche Grausamkeit. Und die Azteken, bekannt durch noch grössere Grausamkeit. Mit Vorstellungen, die mich im Zusammenhang mit diesen Hochkulturen abschrecken, hat sie sich offensichtlich sehr intensiv auseinandergesetzt.

Ihr Vater hatte sie, als sie alt genug war, in die mexikanische Archäologie eingeweiht.

„Meine Amme und ich“ – Gemälde 1937 zeigt ihre Verbundenheit mit ihrem indianischen Erbe. Frida in den Armen ihrer indianischen Amme. Seltsam, sie hat den Körper eines Kindes, aber das Gesicht einer erwachsenen Frau. Das Gesicht der Amme ist durch eine Steinmaske ersetzt. Frida wird gestillt. Die Milch kommt aus den Brüsten der Amme. Ich sehe den bewölkten Himmel und es regnet. Die Beziehung zu ihrer Amme scheint nicht herzlich zu sein, eher distanziert und kühl. Es gibt keinen Blickkontakt, wichtig ist lediglich die Nahrung.

Auf ihren Gemälden zeigt sie sich oft in Tehuana-Tracht. Eine “ Tehuana“ ist eine Frau aus Tehuantepec/Oaxaca, der Ort im Süden von Mexiko, wo das Land am engsten ist. Tehuana-Frauen gelten als stark und unabhängig. Der Legende nach  waren Tehuana-Frauen die wirklichen Persönlichkeiten in ihrer Gesellschaft und Frida Kahlos Tragen solcher Kleidung war eine Demonstration von Kraft und Willen, habe ich gelesen. Sicher eine treffende Aussage, die sie über sich selbst trifft. (einige beschreibende Artikel fand ich hier: ( https://www.wordnik.com/words/Tehuana )

Ich betrachte dazu ihr Gemälde „Baum der Hoffnung, bleib stark“ von 1946, das damit im Zusammenhang steht. Ein Selbstporträt, das Frida Kahlo in der linken Bildhälfte mit blutigen Operationsnarben und in der rechten Hälfte mit prächtiger roter Robe zeigt.

Durch sie kenne ich die Begriffe Oaxaca – Nahuatl – Azteken – Mitla, die „Stadt der Toten“. Und auch die Zapoteken werden genannt, die ältesten Vorfahren einer bedeutsamen altmexikanischen Hochkultur. Schon im ersten Jahrtausend v. u. Z. sollen sie existiert haben. Spuren der Zapoteken finden sich in der Stadt Oaxaca bis in die Berge, die im Nordosten des heutigen Staates Oaxaca liegen. Sie sollen Beziehungen zu den Maya unterhalten haben.  (mehr darüber hier: ( http://www.indianerwww.de/indian/zapoteken.htm ).

Bekannt ist, dass Diego Rivera grossen Einfluss bei der Hinwendung Fridas zu den einheimischen Traditionen Mexikos und zur indianischen Kultur hatte. Diese zeigte sich schon früh, 1928 in ihrem Gemälde „Dos Mujeres – Herminia und Salvadora“, den zwei Indiomädchen, die sie sehr mochte.

Und mit ihrer Heirat war schliesslich die Tehuana-Frida geboren. Diego stattete z.B. ihre neue Wohnung mit präkolumbianischen Plastiken aus, um seine Leidenschaft für alles Einheimische zu demonstrieren. Daraufhin suchte Frida nach einer neuen Identität – in der Tracht einer Tehuana, um ihm zu gefallen!
Für ihre Trauung lieh sie sich die Kleidung eines Indiomädchens aus. Kleider waren ihr ohnehin schon sehr früh ungeheuer wichtig – waren eine Sprache! Am liebsten war ihr die Tracht der Tehuana-Frauen. Diese Frauen galten als stattlich, sehr hübsch, sinnlich, intelligent und tapfer. Auch herrschten sie in matriarchalischen Verhältnissen – beherrschten die Männer.
Manchmal aber wählte Frida auch Trachten aus anderen Zeiten und trug u.a. Jade-Schmuck aus dem präkolumbischen Zeitalter. Mit ihren „Kostümen“ stellte sie offensichtlich Kontakt her, auch mit dem unausweichlichen Tod.
Nach drei Fehlgeburten, die wohl unglaublich Schmerzen in Frida erzeugten, begann sie zum ersten Mal, Sonne und Mond zusammen am Himmel auf ihren Bildern darzustellen. Ein kraftvolles Symbol, das die Vereinigung der kosmischen und irdischen Kräfte darstellen soll. Es spiegelt die aztekische Vorstellung des ewigen Kampfes von Licht und Finsternis und die Besessenheit der mexikanischen Kultur in Bezug auf die ewigen Dualitäten. Leben und Tod, Licht und Schatten, Vergangenheit und Gegenwart, Mann und Frau.
Der ewige Kampf, verbunden mit Leid, Schmerz und Tod ist auch kennzeichnend für ihr Leben. Hier ist auch die Grausamkeit des Liebesschmerzes zu nennen, die Metapher vom „herausgerissenen Herzen“, welche sie wörtlich nahm und in ihren Bildern von nun an darstellte. Verständlich im Zusammenhang – es ist ein Zeichen aus der frühmexikanischen Kultur.

Ich denke sofort an den Opferritus in Chichén Itzá: das Herausreißen des schlagenden Herzens.
Aus Sicht der Maya war das Blut Sitz der Seele und Lebenskraft, die Seele selbst stellte man sich jedoch luft- oder rauchförmig vor (Atemseele). Daher fing man das gewonnene Blut durch Papierstreifen auf, die man anschließend verbrannte.
In der Religion der Maya waren Menschenopfer durchaus üblich. Die Art der rituellen Hinrichtungen reichte von Köpfen, Ertränken, Hängen, Steinigen, Vergiften, Verstümmeln bis hin zu lebendig Begraben oder Aufschlitzen des Bauches und das Herausreißen des noch schlagenden Herzens.
https://de.wikipedia.org/wiki/Maya#Zeit_und_Kosmos )

In ihren Bildern bezieht sie sich oft auf Legenden und Motive der Azteken und Maya. Dualität – hier wurde von ihr viel aus der altmexikanischen Mythologie hergeleitet und dieses dualistische Prinzip war auch ihr Weltbild, ihre Natur- und Lebensphilosophie.
Für die altmexikanischen Kulturen bedeutete der Tod gleichzeitig Wiedergeburt und Leben. Der Tod wird als Weg zum Übergang in ein neues Leben anderer Art gesehen.

Auch der Affe auf ihren Bildern stammt aus der mexikanischen Mythologie: er ist Schutzpatron des Tanzes, gleichzeitig Symbol für Lüsternheit. Frida stellt das Tier auf ihrem Gemälde „Selbstbildnis mit Affe“ als lebendes, zartes, beseeltes Wesen dar, das schützend den Arm um sie legt.

Mir fällt dazu spontan die „way-Seele“ der Maya ein (s. Maya Sonderausstellung in Speyer):


https://seelenglimmern.com/2017/04/22/maya-sonderausstellung-in-speyer-am-22-04-2017/

Hirsch, Affe, Izcuintli-Hund – wir finden sie auf ihren Gemälden. Diese gaben ihr Zärtlichkeit und Geborgenheit.

Frida liebte es zu malen und Diego Rivera liebte sie, die Tochter einer Mexikanerin und eines Europäers. Sie verkörperte für ihn die mexikanische Heimat. Für ihn war sie die Mutter Mexikos, die Mittlerin zwischen der mexikanischen Erde und dem Universum. Und er war es, der sie in ihrem Glauben an den Dualismus stärkte –  in der Natur, symbolisiert im Yin und Yang, dem männlichen und weiblichen Prinzip, das nur in der Einheit existiert.
Für ihn war sie stets auf der Suche nach einer Identität, die sie zu der ihren machen konnte – für ihn war sie die Tehuanerin. Sie verkörperte für ihn die Tradition des indianischen Volkes, war grinsende Totenfrau und aztekische Fruchtbarkeitsgöttin. Ihre Bilder stecken voller sinnlicher Symbole.

Frida empfand und lebte, was sie malte. Ihr Auftreten …  „Es war der Auftritt einer aztekischen Göttin … Oder vielleicht sahen wir die spanische Mutter Erde … Die Bänder, die Schleifen, die Röcke, die raschelnden Unterkleider, die Spitzen, die mondartige Frisur, die ihr Gesicht wie die Flügel eines dunklen Schmetterlings erschloss: Frida Kahlo, die uns allen zeigte, dass ihre unendliche Vielfältigkeit weder durch Leiden verdorrt noch durch Krankheit verkümmert war.“… so schildert der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes seine erste Begegnung mit der Malerin Frida Kahlo.
Frida, die aztekischen Göttin …  ich verstehe nun etwas mehr über ihre Beziehung zu Azteken und Maya.

Und ich suche weiter in ihren Gemälden, nach Symbolen die über ihr Weltbild erzählen – geprägt durch die Azteken und Maya:

MAYA – Sonderausstellung in Speyer am 22.04.2017

 

Es war spannend und packend, dieses Einfühlen in eine andere Kultur – in die versunkene Hochkultur der Maya. Mit grossen Augen stand ich vor ihm, wie damals, als ich noch Kind war und zum ersten Mal einen Komodowaran gesehen habe. Beeindruckend und zugleich grausam trat er in mein Leben … ein höchst widersprüchliches Gefühl. Und nun das …  ein rätselhaftes Wesen!

Ich bestaunte diese fremde – gänzlich fremde Welt – und sah so vieles, das ich nicht verstand, weil ich es noch nicht kenne. Wie auch, nur langsam lüften Forscher die Geheimnisse über das Leben der Maya. Und es ist einfach atemberaubend und ergreifend. Ich will mehr darüber wissen … viel mehr!

Ich nehme euch jetzt einfach mal auf einen kleinen Rundgang mit. Zuerst die Ausstellung, dann das Historische Museum und ein bisschen vom Domplatz, wo es sich befindet- in Speyer/Pfalz  (wo ich ein paar Jahre zur Schule ging und es deshalb sehr gut kenne 🙂 )

Die Ausstellung: tolle interaktive Installationen, ca. 250 hochkarätige Exponate und viele Einblicke in die Kultur und Geschichte der Maya – eine gelungene Ausstellung die sehr viele Besucher anlockte … es war ganz schön voll dort!

Die Bilder zum Vergrössern bitte anklicken!

 

Hier ein paar Fotos vom Historischen Museum – aussen und innen:

 

Und auf dem Weg dorthin ging es am Dom vorbei:

 

So, das war es mal für heute, denn nun muss ich mich erst mal selbst schlau machen. Erstes Anschauungsmaterial habe ich mir von dort gleich mitgenommen 🙂 Eine getöpferte Maske aus Mexiko und ein grosses Buch, das mir für’s Erste als geeignet erschien. Ich freue mich darauf, es zu lesen.
Dieses Thema wird mich in nächster Zeit ganz schön beschäftigen – ihr hört dann von mir 😉

 

Ganz schnell … sonst ist es vorbei!

 

Ein Hinweis – ich habe extra das Malen unterbrochen, um euch das zu sagen! Aber ich wollte euch ohnehin mal auf ein tolles Blog hinweisen, in dem ich sehr viel lese, lerne und in Erfahrung bringe. Hier erfahrt ihr jetzt sofort, dass die Zeit so langsam abläuft:

https://ausmexiko.wordpress.com/2017/04/21/nur-noch-dieses-wochenende/

„In enger Zusammenarbeit mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und in Kooperation mit dem „Drents Museum“ im holländischen Assen präsentiert das Historische Museum der Pfalz mit der großen kulturhistorischen Ausstellung „Maya“  neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Maya-Forschung. Spektakuläre Exponate aus mittelamerikanischen Museen sowie interaktive Installationen und Rekonstruktionen geben tiefe Einblicke in die Lebenswelt der Hochkultur.

Hier der Link:  http://museum.speyer.de/aktuell/maya-das-raetsel-der-koenigsstaedte/

So, jetzt male ich weiter und morgen schaue ich mir Maya-die Ausstellung an!

Mein Dank gilt Pahuatun, dem Mayagott der Geschichte/des Erzählens 🙂