Ich denke, ich sollte jetzt was schreiben … (ein paar Gedankenfunken)

 

Für wen ich schreibe? Sollte ich das wissen?
Jedenfalls für mich.
Kann ich ahnen, wer lesen kann und vor allem will?

© Raymond Walden

Also, ich habe etwas geschrieben – für mich –  und unter „Entwürfe“ abgelegt!

Nun gut, ich denke, ich sollte vielleicht ein Bild malen!

Ich kann nichts dafür, dass meine Bilder sich nicht verkaufen lassen.
Aber es wird die Zeit kommen, da die Menschen erkennen,
daß sie mehr wert sind als das Geld für die Farbe.

© Vincent van Gogh

Hmmm … die Menschen sind noch nicht soweit, dass sie erkennen! Darum stelle ich meine Bilder auch nicht aus. Ein Verkauf findet daher selbstverständlich nicht statt.

Ich denke, ich könnte euch ein Lied vorsingen. Rabindranath Tagore sagte:

Gott achtet mich, wenn ich arbeite,
aber er liebt mich, wenn ich singe.

Jaaa … das trifft vielleicht auf Gott zu, aber keinesfalls auf euch! Habt ihr mich schon mal singen gehört? Das tue ich lieber auch nur für mich alleine.

Wie ihr seht, liebe ich die Kunst. Sie ist Bestandteil meines Lebens.

Doch auch ich habe festgestellt, was mir heute morgen eine Künstlerin schrieb:

„Es ist nicht leicht, die Menschen noch zur Kunst zu bewegen!
Kaufen, essen und trinken – das zieht eher.“

 

 

 

 

Flamm Lachs, Feuerwurst und heisses Eisen 😍

 

Genau in dieser Reihenfolge:

Aber es gab natürlich noch mehr zu sehen auf dem Rastatter Weihnachtsmarkt. Und ein gemütlicher Bummel war auch möglich, da er nicht so überfüllt ist wie die in den Grossstädten.  Es war vollkommen ausreichend, was ich da gesehen, gekostet und erlebt habe: viel Musik, weihnachtliches Kunsthandwerk, allerlei Schmankerl (Flamm Lachs, 1/2 m Feuerwurst, Ungarische Làngos, heisse Maronen, Kirschglühwein … alles war gut verträglich in ausgewogenen Mengen und bei Verzicht auf’s Abendessen 😊 ).

Hier einige Impressionen:

So mag ich Weihnachtsmärkte – heimelig und friedvoll!

Ich hab’s geahnt – das kann ja gar nicht funktionieren … 😡

 

… selbst mit unermüdlichem Üben nicht! Darüber hinaus muss man ja nicht jede Erfahrung selbst machen. Das hat mir mein Vater schon ziemlich früh eingetrichtert. Trotzdem habe ich viel selbst ausprobiert, was letztendlich total umsonst war. Aber so fiel mir das „Glauben“ leichter. Ja, ich glaube jetzt dem Autor folgenden Artikels, der sich auf ein Sachbuch bezieht und auf Versuche, die Andere schon vor mir unternommen hatten (die waren auch neugierig wie ich  😜 ) . Wie gesagt, es geht um das Röhrchen und den „Blowjob“, über den ich in meinem vorletzten Beitrag berichtet hatte.

Mir ist klar, dies wird, wenn überhaupt, nur sehr wenige interessieren, aber ich schreibe trotzdem darüber. Es wird hier so viel über „Nebensächliches“ geschrieben, da fällt das nicht auf. 😖

Also, in diesem Artikel habe ich folgendes gelesen:

Völlig unmöglich ist es, die Farbe im flüssigen Zustand durch ein Rohr zu pusten. Selbst durch ein teilweises Abdecken des Rohres, ähnlich wie bei einem Gartenschlauch, läßt sich keine Zerstäubung der Farbe erreichen. Die Lungenkraft liefert nicht den notwendigen Druck, der zur Zerstäubung der Farbe notwendig wäre.  [… ]  Die Herstellung von Handnegativen ist die einzige Technik, bei der man die Farbe aufblasen kann, allerdings nicht durch ein Röhrchen, sondern mit dem Mund (Abb. 7). Die nicht zu dünn suspendierte Farbe wird in den Mund genommen und mit einer Mundstellung ähnlich wie beim Blasen einer Trompete, möglichst fein zerstäubend auf die Wand aufgepustet. Die Farbe ist eher etwas dicker als zu dünn anzurühren. Ein zu flüssiges Mischungsverhältnis hat ein Herunterlassen der Farbe zur Folge. Da es bei den Handnegativen nicht auf die Außenform ankommt, ist diese Technik recht geeignet.“
http://www.joachimdomning.de/cms/index.php?module=ContentExpress&func=display&bid=27&btitle=braun&mid=17&ceid=86 )

Wusste ich’s doch – Lesen bildet! Den Trinkhalm zum Pusten habe ich inzwischen entsorgt.   😉

Also mit dem Mund blasen heisst die Lösung. Das ist machbar, denke ich. Nun bliebe nur noch die Frage, welche Farbe dafür in Frage kommt – Acrylfarbe darf es jedenfalls nicht sein. Und auf Sandkörnern beisse ich auch nicht gerne rum (das kenne ich von ungewaschenem Salat 😷 ). Ich meine, ockerfarbige oder rote Erden kommen da gar nicht in Frage. Auch von Russ bin ich nicht wirklich begeistert. Meinen Hämatit oder Lapislazuli aus meiner Mineraliensammlung möchte ich dafür auch nicht opfern. ausserdem müssten die ja pulvrig zermalen werden und wer weiss, ob das meine Kaffemühle schafft.   😏

Aber Kaffee wäre doch einen Gedanken wert! Für Brauntöne …   😊 und im Keller habe ich noch einen kräftigen Chianti aus der Toskana … für die Rottöne. Na, damit kann man doch arbeiten. Da haben schon etliche Künstler/innen echt gute Malereien geliefert.

Und für den Untergrund – mir steht ja keine Höhlenfelswand zur Verfügung – habe ich auch schon eine Idee. Entweder Steinpapier (das hat mir Agnes vor Kurzem schon empfohlen) oder ich verwende mein Marmormehl als Aufstrich auf’s Malpapier.

Da tun sich doch echt brauchbare Möglichkeiten auf, die einen Versuch wert sein sollten … schaun mer mal!  Vielleicht gelingt mir etwas Ähnliches …

 

Eiszeitlicher Blowjob 😊

Unschlüssig stand sie vor den Flaschen mit den Badeessenzen. Pfirsichcremebad oder Mandelblüten-Ölbad? Sie entschied sich für Letzteres. Was so gut duftet, kann ja nicht schlecht schmecken, überlegte sie und drehte den Wasserhahn auf. Während das Badewasser einlief, ging sie nochmals zurück ins Wohnzimmer und holte sich ein Glas und einen Trinkhalm. Ihr Partner, der auf der Couch sass und neueste Informationen von seiner Samsung Gear 3 Smartwatch abrief, sah kurz auf. Sie lächelte ihn an und dachte: Einmal Kind – immer Kind! Die brauchen doch immer etwas zum Spielen. Dann machte sie sich wieder auf in Richtung Badezimmer. „Heee, hast du nicht etwas vergessen?“, rief er ihr nach. „Vergessen? Was denn?“, erwiderte sie. „Dein Glas ist noch leer!“, warf er ein, „Ich habe mich ja längst daran gewöhnt und wundere mich auch nicht mehr, dass ihr Weibsen gerne beim Baden ein Gläschen Sekt schlabbert und ich bin ehrlich gesagt auch heilfroh, dass du dabei auf die Kaviar-Häppchen verzichtest, aber dass du mit einem leeren Longdrinkglas nebst Trinkhalm ins Bad verschwindest, das macht mich nun schon stutzig!“. „Ach das  …“, entgegnete sie, „das ist wegen der Hände – die lassen mich einfach nicht los. Die linke Hand dieses Kerls hat mich dermassen im Griff, also … das muss ich jetzt mal ernsthaft ergründen.“
„Hände? Was für Hände? Und wer ist der Kerl?“, fragte er verblüfft.
„Du erinnerst dich doch – seine linke Hand … viele Hände! Na die an der Felswand, letztens in der Ausstellung „Amerika nach dem Eis“! Also ich habe recherchiert. Der damalige Eiszeitkünstler legte seine linke Hand auf die Felswand, weil er Rechtshänder war. Mit seiner rechten Hand nahm er dann ein Röhrchen, führte es an die Lippen und sog etwas Farbe ein. Diese Farbe pustete er dann über seine Hand auf den Fels. Erinnerst du dich, wie wundervoll die vielen Hände auf der Felswand aussahen?“

„Ja gut,“ konterte er, „und was hat das mit dir zu tun?“
„Ist doch logisch“, antwortete sie, „das will ich auch probieren, zuerst mal im Bad, bevor ich das mit Farbe im Atelier mache.“
Entgeistert starrte er sie mit weit aufgerissenen Augen an und würgte ein „Sag mal, bist du noch zu retten?“ hervor. Dann fuhr er fort: „Mit Farbe? Etwa an der Staffelei? Ja was glaubst du denn, wer dann diese Sauerei wieder beseitigt! Farbe im Zimmer herumpusten!“ …
Inzwischen war sie im Badezimmer angekommen und hatte die Tür hinter sich geschlossen. Sie stellte das Glas mit dem Trinkhalm auf dem Badewannenrand ab und lies sich langsam ins duftete Badewasser gleiten.
„Reine Übungssache“, dachte sie und füllte das Glas mit Wasser. Sie führte das Röhrchen an ihre Lippen und sog vorsichtig ein bisschen Wasser ein, um dieses dann gegen die Wandkacheln zu pusten. Aber sobald sie den Kopf anhob, suchte sich das Wasser logischerweise den Weg in ihren Rachen. „Das ist die falsche Technik“, überlegte sie, „ausserdem, wie sollte sie zum Pusten Luft holen, während ihre Lippen das Röhrchen mit der Farbe … ähm … des Wassers … umschlossen hielten?“
Sie versuchte es erneut. Also erst ein wenig Luft holen – die zum Pusten. Dann ein bisschen Farbe Wasser ansaugen und die Luft anhalten …. „Verdammt, wenn ich jetzt den Kopf anhebe, um an die Kacheln zu pusten, läuft mir die Farbe  ähm, das Wasser wieder in den Rachen!“, schoss es durch ihre Überlegungen. „Bäääh, so eine Sauerei … wie hat der Kerl das damals nur gemacht?“.  Jetzt musste sie erst mal wieder durchatmen und liess das Wasser wieder aus dem Röhrchen fliessen. Nach einer Weile startete sie einen neuen Versuch. „Reine Übungssache!“, grübelte sie, während die kunstvollen Bilder der Ausstellung sich in ihren Gedanken breit machten ….

Hmmm … sie hatten damals noch keine Malpinsel, sondern nur solche Werkzeuge:

… und viel Atemtechnik und Fantasie für ihren „Blowjob“   😊

 

Gianluca Ginoble (von Il Volo) – für mich ein Ausnahmetalent!

 

… er liebt Elvis-Songs:

…  er singt mit Ed Sheeran zusammen aus grosser Distanz und sie harmonieren wunderbar:

… seine Stimme ist vielversprechend – vielleicht ist er dafür bestimmt, als heller Stern am Opernhimmel aufzugehen. „La danza“ ist so ein schwieriges Stück und er singt es mit einer verblüffenden Leichtigkeit. Er singt es in der erforderlichen Schnelligkeit – einfach perfekt 🙂

 

Der Distelfink von C. Fabritius, 1654

 

Das Original ist nur 33,5 x 22,8 cm gross. Wer “Het puttertje” im Original sehen will, kann das in Den Haag im Mauritshuis tun. Ich will das nicht, denn ich finde dieses Gemälde sehr traurig.  „Dargestellt ist ein zahmer Distelfink, der an einer kleinen Kette festgehalten auf seinem Vogelhaus sitzt. Das Kettchen sieht man vielleicht erst auf den zweiten Blick. Der Vogel sitzt so, also könne er im nächsten Moment davonfliegen. Doch das geht nicht. Fröhlich und traurig zugleich wirkt dieses teils in kräftigen Farben, teils in Pastelltönen gehaltene Gemälde.“

Also ich habe „das Kettchen“ auf den ersten Blick gesehen und fand es nicht fröhlich, sondern „abartig“  …  nein, ich mag dieses Bild nicht. Aber das sind meine Gefühle, Kunstkenner sehen das sicher anders.

Hier ist über den Maler und das Gemälde zu lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carel_Fabritius  

Ich male mir jetzt MEINEN Stieglitz (auch Distelfink genannt), wie ich ihn sehen möchte: freilebend, bunt und allerliebst!

Lustvoll formen feinfühlige Hände

 

Mutter Erde schenkte ihm kürzlich Ton
Und die Gedanken des Künstlers
Wir ahnen es schon

Augenblicklich wollen seine Hände formen
Kunstvoll modellieren
ohne Anleitung und auch ohne Normen

Eine anmutige Figur entkeimt seiner regen Phantasie
Und entfaltet sich vor seinem inneren Auge
Ein reales Modell? – er ist Künstler!  – das benötigt er nie

Behutsam gleiten seine Finger über das feuchte Material
Die erdige Skulptur nimmt graziöse Formen an
Vollkommenheit blüht auf – schaut nur, das Werk ist genial!

Text und Gemälde © chrinolo