Die Kraft des Hier und Jetzt

“Guten Morgen liebe Sorgen …” ist nicht (mehr) mein Tagesmotto. Im Bad versuche ich, mit dem Lockenstab meinem Haar ein paar Locken aufzuzwingen. “STOP!”, denke ich. “Warum tust du das? Dein Haar ist von Natur aus glatt. Und du selbst willst doch auch nicht gekrümmt und verbogen werden.” Meine Gesichtszüge im Spiegel zeigen dabei nicht gerade gute Laune und Unternehmungsgeist. Das gefällt mir gar nicht. Wie so oft in dieser Situation beginnt es in meinen Gehirn zu funken und eine Schublade öffnet sich. In dieser Schublade liegt ein Gedicht von Wolfgang Danny Weber , das mich sofort wieder heiter stimmt. Dass ich es nicht vergesse, liegt einfach daran, dass sich mein Gehirn alles merkt, was mich berührt.

– SELBSTMOTIVATION –

als ich heut früh so in den spiegel schaute und mir dadurch sogleich den tag versaute da schwor ich mir: so kann´s nicht gehen den anblick will ich nicht mehr sehen

so ging ich in mich, einmal stündlich ein paar minuten, das aber gründlich und kam letztendlich zu dem schluß daß ich nur wenig ändern muß

die einstellung zum tage zählt wenn hier das positive fehlt dann kann der tag nichts gutes bringen und wird ganz einfach nicht gelingen

ich steh jetzt auf mit frohem brummen tue fröhlich vor dem spiegel summen schenke ein lächeln mir und sag „ich wünsch dir einen schönen tag“

© danny, Juni 1998

Lächelnd mache ich mir nun einen Kaffee und setze mich auf den Balkon. Der Morgen dämmert und ich blicke zum Himmel. Es sind keine Sterne mehr zu sehen. Aber ich weiß, dass es meinen Fixstern gibt.

Mir stellt sich die Frage, was ich nun hier im Jetzt tun will. Die Antwort meldet sich sofort: SCHREIBEN!

Gerade beim Schreiben ist das Hier und Jetzt von entscheidender Bedeutung. Wenn ich meine Gedanken und Ideen auf Papier bringe, schaffe ich eine Atmosphäre der Achtsamkeit. Ich lasse mich nicht von vergangenem Bedauern oder zukünftigen Sorgen ablenken. Stattdessen konzentriere ich mich voll und ganz auf den Prozess des Schreibens. Diese Präsenz ermöglicht es mir, authentisch zu sein und meine wahre Stimme zu finden.

Warum ich schreiben will, ist mir klar. Schreiben zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Zuerst in der Schule, später im Beruf und nebenbei in meinem Blog, der für mich ähnlich einem Tagebuch ist. So wird das Schreiben nicht nur zu einer kreativen Tätigkeit, sondern auch zu einem Weg, meine eigene Gedankenwelt besser zu verstehen. Außerdem kann dabei durchaus Neues entstehen. Etwas, das ich noch nie getan habe:

“Ich habe immer gedacht, ich will nie ein Buch schreiben. Aber plötzlich konnte ich nicht mehr, da musste ich schreiben.” so erklärt es Astrid Lindgren.

Und wie sie schreiben konnte! Wundervoll! Meine Gedanken fließen jetzt in viele Richtungen. Ich frage mich, ob ich das wohl auch könnte. Nun ja, Maxim Gorke meinte:

“Man muss nicht in der Bratpfanne gelegen haben, um über ein Schnitzel zu schreiben.”

Einen Versuch wäre es allemal wert. Schreiben im allgemeinen Sinn kann ich ja. Ich fühle auch noch die Frische in meinem Kopf. Dafür bin ich sehr dankbar. Das Gehirn ist doch ein faszinierendes Organ. Das Leben ist ein Geschenk der Schöpfung und das Gehirn eine grandiose Zugabe, ein Meisterwerk. Man soll es pflegen. Das tut man, indem man fortwährend etwas Neues dazulernt. Das weiß ich von Prof. Dr. Gerald Hüther, dem Hirnspezialisten. Ich liebe es, von ihm zu lernen.

Die Liebe zum Lernen zieht sich übrigens auch wie ein roter Faden durch mein Leben. Dafür gibt es sicher auch einen Grund. Albert Einstein formulierte seinen so:

“Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig”

Ich sinniere so vor mich hin und plötzlich merke ich, dass Schreiben für mich mehr ist als nur ein kreativer Akt; es ist eine Form der Meditation. Die Worte fließen, und ich verliere mich in ihrer Rhythmik. Es ist ein Dialog zwischen mir und dem Papier. In diesen Momenten wird mir bewusst: Ich bin sowohl Schreiber als auch Leser meiner eigenen Geschichte.

Das Gefühl von Freiheit übermannt mich – die Freiheit zu schaffen, zu erkunden und zu träumen. Und so entfalten sich vor mir unzählige Möglichkeiten.

Mit einem tiefen Atemzug beginne ich zu schreiben – nicht nur für mich selbst, sondern auch für diejenigen da draußen, die auf der Suche nach Resonanz sind. Es ist eine Einladung an alle, sich in meinen Worten wiederzufinden und gemeinsam den Weg des Schreibens zu beschreiten. Das Alter ist dafür eine besonders gute Zeit.

Es fühlt sich gerade gut an, im Hier und Jetzt zu sein.

Text (außer Gedicht u. Zitate), Foto und Gemälde  © chrinolo

Ein Dichter dichtet

Er sitzt vor einem leeren Blatt Papier, die Worte schwirren in seinem Kopf und warten darauf, endlich zum Leben erweckt zu werden. Der Dichter dichtet unentwegt, ein Prozess, der nicht nur von Kreativität, sondern auch von tiefen Gefühlen geprägt ist. Jede Zeile, jeder Vers ist ein Versuch, Emotionen zu fassen und sie mit seinen Lesern zu teilen.

Während er an seinem neuen Gedichtband arbeitet, erkennt er, dass es nicht nur um Technik geht; es geht um das Herzblut, das er hineinlegt. Jeder Gedanke wird zu einem Teil seiner Geschichte, und er schafft einen Raum, in dem sich Leser mit ihren eigenen Empfindungen verbinden können. Es ist eine Reise der Selbstentdeckung und des Austauschs – unermüdlich schafft er ein Werk, das nicht nur seine Stimme widerspiegelt, sondern auch die Herzen seiner Leser berührt. So wird das Dichten zu einer Brücke zwischen ihm und der Welt.

Mit jedem Wort, das er wählt, und jeder Zeile, die er formt, legt er seine Gefühle offen – kostbar wie Blattgold sinken sie auf das weiße Stück Papier. Es ist ein Prozess der Hingabe und des Schaffens, bei dem die Emotionen fließen und sich mit den Gedanken verweben.

Du kannst förmlich spüren, wie der Dichter sein Innerstes nach außen kehrt. Jedes Gedicht wird zum Gefäß seiner Empfindungen, ein Spiegelbild seiner Sehnsüchte. Wenn du seine Worte liest, wirst du Teil dieser intimen Reise. Du fühlst die Leidenschaft, die ihn antreibt, während er unermüdlich an seinem neuen Gedichtband arbeitet.

Lass dich von seinen Worten berühren und inspirieren – denn letztlich geht es darum, dass die geteilten Emotionen lebendig werden und auch in dir einen Resonanzraum finden. So wird das Dichten zu einer gemeinsamen Erfahrung zwischen Dichter und Leser.

Ja, genau so arbeitet Jürgen D. Noack von dem ich schon einige Gedichte hier veröffentlicht habe. Zum Beispiel:

Hier nun ein neues Gedicht von ihm, das ich vor ein paar Tagen erhalten habe. Ich finde es so berührend und bezaubernd, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte. In Kürze wird es auch in seinem erscheinenden Gedichtband enthalten sein:

Augenblick

Es kommt vor

Dass die Zeit

In der wir flüchtig

Blicke wechseln

Und uns nur nebenbei

Wahrnehmen

Für einen Eindruck

Und einen Gedanken

Der sich irgendwann am Tag

Ganz leise wieder

meldet

Und uns vielleicht sagt

Dass sich auch der

Augenblick

Lohnt

Ihn zu erleben.

© Jürgen D. Noack

Übrigens, Jürgen D. Noack ist nicht nur ein talentierter Dichter, sondern auch ein exzellenter Koch, leidenschaftlicher Rock-Musiker (Gitarre) und Sänger im Pop- und Gospelchor https://popchorn.de/

Diese Tätigkeiten/Hobbies sind nicht nur eine Möglichkeit, die Freizeit zu verbringen, sondern auch eine wertvolle Quelle für emotionale Erlebnisse. Jede kreative Tätigkeit ermöglicht es ihm, so seine Emotionen wahrzunehmen, auszudrücken und zu verarbeiten.

Text (außer Gedicht) und Gemälde  © chrinolo

Irgendwo gibt´s ein Paradies

Durch Nacht und Tag
Wandern wir am Lebensende
In eine unbekannte Dimension
Hier gibt es weder Raum noch Zeit
Das, was wir Paradies nennen ist gar nicht weit.


Wir sitzen im Gras inmitten duftender Blüten
Über uns erstrahlt ein lächelndes LICHT
Liebende Augen blicken auf uns nieder
Endlich! Überglücklich sehen wir uns wieder.


Wir fühlen dass wir mit der Schöpfung
Und auch unseren Liebsten
Wechselseitig auf Ewig verbunden sind
Allumfassende Liebe umweht uns

Wie sanfter Wind.

Text und Gemälde © chrinolo