Ob nun Zufall oder nicht ….

 

 

Zufälle sind unvorhergesehene Ereignisse, die einen Sinn haben.

Diogenes von Sinope

Zufällig habe ich heute den Telefonhörer gleich in die Hand genommen, als sich das Telefon mit einem von mir sorgsam ausgewählten Rufton gemeldet hat. Normalerweise lasse ich auf den Anrufbeantworter sprechen, wenn ich die angezeigte Nummer nicht kenne, aber wie es der Zufall eingerichtet hatte, war am anderen Ende des Kabels zu meiner großen Überraschung ein mir sehr gut bekannter Gesprächsteilnehmer, mit dem ich lange nicht gesprochen hatte. Wir hatten uns  irgendwann einfach aus den Augen verloren.

Da mir dann auch gleich eingefallen ist, dass  wir die besten Dinge dem Zufall verdanken (ich glaube, dies sagte Giacomo Girolamo Casanova, von dem wir ja wissen, dass er einen unglaublich festen Willen hatte, niemals aufzugeben – auch nicht bei verloren geglaubten Bekanntschaften), war ich natürlich gewillt, diesem Zufall positiv zu begegnen  😉

Na ja, und jetzt, da wir dieses unvorhergesehene Ereignis (das ein ehemals gegenseitig sehr befruchtendes freundschaftliches Verhältnis in Erinnerung bringt) nun mal haben, sollte es auch gehegt und gepflegt werden. So denke ich gewöhnlich, wenn ich mit einem unvorhergesehenen Ereignis dieser Art konfrontiert werde.

Wie man das macht, habe ich von Goethe erfahren …. am liebsten lerne ich immer noch von alten Meistern  :

Das sicherste Mittel, ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen und zu erhalten,
finde ich darin, dass man sich wechselweise mitteile, was man tut.
Denn die Menschen treffen viel mehr zusammen in dem, was sie tun,
als in dem, was sie denken.

Johann Wolfgang von Goethe

Da wir nun beide wissen, was der jeweils andere tut, wäre ein Anfang gemacht  😏

Jetzt werde ich einfach mal warten, bis der Poet endlich mit dem Schreiben (in Leseschrift) und dem Senden seines Gedichtes fertig ist und dann bekommt ihr hier etwas Schönes zu lesen … denke ich mal, denn handschriftlich habe ich es schon und konnte ein paar wenige Zeilen entziffern  😉

 

 

Weil du nicht da bist …

 

Manchmal, wenn mir selbst die Worte fehlen, dann schaue ich bei ihm nach. Er sagte  vortrefflich, was so schwer in Worte zu fassen ist. Ich lehne mich dann zurück und lasse seine Worte wirken. Und dabei fühle ich dieses:

Dich denken

und an Dich denken
und ganz dich denken und
an das Dich-Trinken denken
und an das Dich-Lieben denken
und an das Hoffen denken
und hoffen und hoffen
und immer mehr hoffen
auf das Dich-immer-Wiedersehen

Dich nicht sehen und in Gedanken
dich nicht nur denken
sondern Dich auch schon trinken und Dich schon lieben

Und dann erst die Augen aufmachen
und in Gedanken dann erst Dich sehen
und dann Dich denken und dann wieder Dich lieben
und wieder Dich trinken und dann
Dich immer schöner und schöner sehen
und dann Dich denken sehen und denken dass ich Dich sehe

Und sehen dass ich dich denken kann
und Dich spüren auch wenn ich Dich
noch lange nicht sehen kann

© Erich Fried

 

Musik hat tiefgreifende Wirkung


Ich schaute heute Morgen hier vorbei: https://andre37komma5.wordpress.com/2020/01/10/short-cut/

Natürlich blieb die Wirkung nicht aus:  Schöne Musik aktiviert Zentren im Gehirn, die glücklich machen!

Hingebungsvoll lauschte ich den Klängen der Gitarre, fühlte die Schwingungen. Musik kann zutiefst berühren.

Meine Gedanken lenkten mich dabei zu einer Dokumentation zurück, in der ich einen anderen wundervollen Gitarristen gesehen hatte, d.h. eigentlich ist dieser Gitarrist ein US-amerikanischer Kosmologe und Teilchenphysiker, der sich auf die Bereiche Dunkle Materie , kosmische Strahlung und Neutrinoastrophysik spezialisiert hat . Er ist Senior Scientist am Fermi National Accelerator Laboratory  und außerordentlicher Professor für Astronomie und Astrophysik an der Universität von Chicago.

In der Doku-Reihe von Morgan Freeman: Mysterien des Weltalls (englisch: Through the Wormhole) sah ich die Episode „Das Gottesteilchen (Is There A God Particle?)“

Hier sprach dieser beeindruckende Physiker Prof. Dr. Dan Hooper über Musik und Mathematik.

Mit den Methoden der modernen Wissenschaften gehen auch viele Psychologen, Hirnforscher, Mathematiker und Musikwissenschaftler dem Phänomen auf den Grund.

Der Philosoph Pythagoras – seiner Zeit weit voraus – beschrieb schon um 500 vor Christus als Erster den verblüffenden Zusammenhang zwischen Mathematik und Musik. Mit Hilfe eines so genannten Monochords – einer Art Gitarre mit nur einer einzigen Saite – untersuchte er die Geheimnisse der Tonkunst. Er erkannte, dass sich die grundlegenden Musikintervalle durch einfache Zahlenverhältnisse beschreiben lassen. Mit einem verschiebbaren Steg teilte Pythagoras die Saite des Monochords beispielsweise im Verhältnis eins zu zwei. Die beiden Saitenabschnitte erklangen fortan im Abstand von genau einer Oktave, dem Grundintervall jeder Musik.

In ihrem Kern ist Musik also reine Mathematik. Die Luftschwingungen, deren Frequenzen sich nach physikalischen Regeln überlagern, sind berechenbar. Zugegeben, das klingt alles ziemlich trocken, und doch geschieht eine Art Wunder: Mathematik verwandelt sich in Gefühl. Ist das nicht faszinierend?  🙂

Dies ist also passiert und ich fühlte es.

Ich versuchte daraufhin etwas darüber zu finden, was Dan Hooper fühlt, wenn er Musik hört, Gitarre spielt und Liedtexte (die Liedtexte haben aber nix mit Physik oder dunkler Materie zu tun  😉 ) dazu schreibt.

Er spielt seit seinem 15. Lebensjahr Gitarre, sah es als einen Akt der Rebellion. Dan Hooper sagte, er könne sich keinen besseren Grund vorstellen, Gitarre zu spielen.

Begonnen hat er mit der Gründung einer Metal-Band in Cold Spring, Minnesota. Später spielte er in Bluesbands, Punkbands, einer Alt-Country-Band und anschließend in einer Band, die sich aus mehreren Astrophysikern der University of Oxford zusammensetzte.

Doch den größten Erfolg hat er mit seiner derzeitigen Band The Congregation .

Diese Band spielt normalerweise in kleinen bis mittelgroßen Veranstaltungsorten und bei Open Air Festivals in der Region Chicago. Und bei der ausverkauften Wilco-Show hatte die Band ein Publikum in Stadiongröße. Die Begeisterung war enorm.

Natürlich dachte er auch zwischendurch daran, ein professioneller Musiker zu werden. Aber er ist nicht wirklich nicht daran interessiert, Fermilab zu verlassen.

„Meine Musikerfreunde verstehen nicht, wie ich das sagen kann, aber ich mache lieber Physik als Musik“, sagte er. „Ich habe den besten Job der Welt.“

(Quelle:  Artikel „Physiker bei Tag, Seelenmensch bei Nacht  https://www.symmetrymagazine.org/breaking/2012/07/11/physicist-by-day-soul-man-by-night )

Nun ja, ich höre lieber Musik, als ein Physikbuch zu lesen …. doch nein, das stimmt so nicht ganz. Mich interessiert beides, jedes zu seiner Zeit. Die Musik ist gerade verklungen und ich lese weiter:

„Noch weitere grundlegende musikalische Intervalle konnte Pythagoras mit Hilfe des Monochords erzeugen. So entwickelte er schließlich die erste Tonleiter der Weltgeschichte, die bis heute mit leichten Veränderungen in der westlichen Welt Bestand hat.“  …….…  Pythagoras … ich erinnere mich wieder: Der Satz des Pythagoras : a²+b²=c²  … das Gymnasium, im Internat den Klavierunterricht …  aber abends haben wir Mädels meistens bei mir im Zimmer gesungen und Gitarre dazu gespielt. Die hatte ich nämlich immer bei mir  😊

Ja, schöne Musik aktiviert alle möglichen Zentren im Gehirn  …