By My Side

Kurz mal zwischendurch, denn es wird noch etwas dauern, bis ich wieder voll da bin.

Ich danke vielmals für die guten Wünsche in meinem letzten Eintrag und dass ihr an mich denkt 🙂

Man tut, was man kann ….

 

… ich kann im Moment nur sehr wenig tun, darum gibt’s hier kaum was zu lesen, sehen oder hören.

Sobald es mir aber gesundheitlich etwas besser geht, werde ich auch hier wieder aktiv werden.

Ich schicke euch allen liebe Grüsse, bis bald … 🙂

.

Eine der vielversprechendsten Sopranistinnen der Klassikszene – hier bei „Stars von Morgen“

 

Aida Garifullina – (* 30. September 1987 in Kasan, Tatarstan, Sowjetunion) ist eine russische Opernsängerin (Sopran). Seit 2014 ist sie Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper.

2012 sang sie erstmals in der Arena von Verona, im Januar 2013 debütierte sie auf Einladung von Valery Gergiev am Mariinski-Theater als Susanna in Le nozze di Figaro. Im August 2013 belegte Garifullina den ersten Platz beim von Plácido Domingo 1993 gegründeten Operalia-Gesangswettbewerb. (Quelle: Wiki)

Und hier singt sie zusammen mit Rolando Villazon in seiner Sendung „Stars von Morgen“  …  einfach bezaubernd  :

… und so komme ich beschwingt in den Sonntagmorgen 🙂

Ich höre Stimmen … und das ist ganz normal !

 

Ihnen macht die Musik einfach einen Riesenspass und das empfinde ich ganz deutlich.

Der Süden, den ich schon seit meiner Kindheit liebe, schleicht sich in meine Gedanken und ich höre diesen drei wundervollen Stimmen aus Italien zu …  kürzlich sagte Jonas Kaufmann in einem Interview bei ttt im Ersten:

„Italien ist für mich gelebte Leidenschaft, auf höchstem Niveau. Egal in welcher Richtung. Ob das Liebesbeziehungen oder Dramen sind, ob das die Kunst ist oder das Essen ist – oder einfach nur das Nichtstun, das süße Nichtstun am Strand oder im Kaffeehaus. Egal wo, egal wie, man hat plötzlich das Gefühl, man muss ständig lächeln.“

Ja, ich muss ständig lächeln, wenn ich sie sehe und ihnen zuhöre. 🙂

Dann sagte er noch – und schöner kann man es nicht sagen :

„Diese Liebe zur Musik, die ein Italiener sehr ausgeprägt und deutlich hat, ist eigentlich eine Liebe zur Melodie. Denn über die Melodie erreicht man das Herz. Man spürt, dass das ein sehr wichtiger Faktor ist, dass diese Lieder alle mitsummen, mitpfeifen oder mitsingen können.“

Das ist es, was ich auch bei diesen drei jungen Tenören spüre …

Dies ist die englische Version und anschliessend folgt die Version in der Sprache, die mich noch mehr berührt:

 

Alle meine Wünsche – „Man lügt sich immer an“, heisst der erste Satz

 

Christine Westermann schreibt über Grégoire Delacourts Buch „Alle meine Wünsche“:

„Man lügt sich immer an, heißt der erste Satz. Manchmal genügt mir schon ein kleiner erster Satz wie dieser, um dennoch meine Aufmerksamkeit zu wecken.
Das Buch hat nur knapp 130 Seiten, aber es hat es in sich. Der Ton ist ruhig, bedächtig, ändert sich auch nicht, als die Geschichte durch den Lottogewinn eine völlig unerwartete Wendung nimmt. Nein, es wird nicht das Klischee von der Lottomillionärin beschrieben, die sich alle Wünsche erfüllen kann und dennoch nicht recht glücklich wird. Es passiert etwas anderes, etwas Ungeheuerliches. Man verfolgt beim Lesen mit stillem Staunen, wie sachte, beinahe belanglos sich eine persönliche Tragödie entwickelt und wie zurückhaltend sie beschrieben wird.
Wann hat man Lust, ein Buch zu empfehlen? Wenn kleine Geschichten in einem selbst große Wirkung entfalten. Wenn sie noch lange nachhallen. Dieser Roman mit dem langweiligen Titel und dem öden Umschlag ist ein Buch, das ich sehr gern empfehle.“

Ich kann es auch nur empfehlen, nachdem ich es jetzt gelesen habe. Dieses grossartige Buch hat in mir grosse Wirkung entfaltet, mich mitgerissen und sehr tiefgehende Emotionen ausgelöst.

„Unsentimental, etwas melancholisch, poetisch und fesselnd. Es treibt einen zuweilen Tränchen in die Augen.“ (Arno Udo PfeifferMDR Radio Sachsen-Anhalt, 09.11.2012) … genau so ist es – vor allem fesselnd.

Hier ein kleiner Textauszug:

„Das Haus ist still.

Papa schläft in seinem kühlen Zimmer im Erdgeschoss. Die Pflegerin ist zu ihrem Liebsten gegangen; ein großer Bursche mit nettem Lächeln, er träumt von Afrika, von Schulen und Brunnen (ein Kandidat für meine Million?)
Wir haben einen Kräutertee getrunken, mein Vittorio Gassman und ich, vorhin, im Schatten der Terrasse; seine Hand zitterte in meiner; ich weiß, dass ich nicht sicher bin, ein Windhauch, vielleicht ein Zweiglein; ich bin jetzt so ruhelos für einen Mann, ich kann nichts machen.
Er ist schweigend aufgestanden und hat mich auf die Stirn geküsst: Bleib nicht zu lange, Jo, ich warte auf dich; und bevor er in unserem Zimmer auf eine Heilung hofft, die nicht heute Abend kommen wird, hat er die CD mit der Arie von Mozart aufgelegt, die ich so liebe ….  [ …]
Und heute Abend, wie jeden Abend, folgen meine Lippen in perfektem Playback denen von Kiri  Te Kanava, wenn sie die bewegende Arie der Gräfin Almaviva singt:
“Dove sono i bei momenti … :
Ach, wo sind sie, die Augenblicke
Voller Süße und voller Glück?
Ach, was blieb von den heißen Schwüren
dieses Mundes mir zurück?
Wenn all das in Leid und Tränen
sich für mich verwandelt hat,
warum wird dann meine Seele
der Erinnerung niemals  satt?“
Ich singe für mich, stumm, das Gesicht dem dunklen Meer zugewandt.
Ich werde geliebt. Aber ich liebe nicht mehr.
„Heute Abend, wie jeden Abend, folgen meine Lippen in perfektem Playback denen von Kiri  Te Kanava“: