Menschen tun es, Katzen tun es … ;-)

 

„Katzen sind schlau, aber das er auch schon Filme sehen kann, wusste ich noch nicht. Man lernt nie aus.“, schrieb „eingansstarkesteamblog“ zu meinem vorhergehenden Eintrag „Das lange Warten“.

Also mein schlauer Max kann das und tut es auch – mit Vorliebe sieht er sich Tierfilme an 🙂

Ich sage ihm dabei immer, er soll sich nicht so nah vor’s Gerät setzen, weil das den Augen schadet, aber wie immer ist mein fürsorglicher Rat in den Wind gepfiffen – er weiss ja alles besser! (typisch – er ist männlich 😉  ).

Na ja, heute sitzt er nicht mehr so nahe dran, denn die Fotos sind von 2010. Inzwischen hat unser TV-Gerät einen wesentlich grösseren Bildschirm, aber seine Vorliebe für Tierfilme besteht immer noch – u.a. gefallen ihm auch Stieglitze auf dem PC-Bildschirm 🙂

 

Lara Fabian … searching for the heart that will understand

 

Das ist ihr grösster Wunsch, ist das Anliegen eines Künstlers an sein Publikum.

Den Text für ihren Song „Always“ schrieb sie selbst – er ist wunderschön! Er beginnt so:

„Under the same sky
Waiting for each other
Under the same sky
Trying to survive
Searching for the heart
That will understand us
And for a moment know
That we are one soul

Always
Give yourself completely
Know that what you are
Is the gift to share
Through the love you dare to breathe

Always
Know that you are the essence
Of the perfect plan
Beyond every doubt
You shine if you dream out loud …. “

Dieses Gefühl: „And for a moment know, That we are one soul“  wurde mir bewusst, als ich folgendes Video ansah … „Je T’aime!“. Dieses Ereignis, das Herzen verbindet, scheint in diesem Moment einen unendlichen Raum zu füllen. Und bei ihr traf dabei das zu, was sie in ihrem obigen Songtext beschrieb: “ You shine if you dream out loud „.

Nur wenige Künstler erzeugen so viele Emotionen. Mit Ihrem Song gab sie ihr ganzes Herz und eine ungeheure Menge von Menschen beschenkte sie dafür mit einem ebenso berührenden „Je T’aime“, das sie total überraschte und überglücklich zu Tränen rührte …  hier wirkten die Kraft der Musik und die Kraft der Liebe. Lara Fabian – eine beeindruckende und wundervolle Künstlerin, der es gelingt, Seelen zu einem „Wir sind EINS“ zu verbinden:

Dann schloss sie träumend wieder ihre Krone …

 

Vor ewigen Zeiten lebte einmal eine sehr schöne Frau, deren Geliebter viel zu früh starb. Da sie so liebte und sie sich ewige Treue versprochen hatten, konnte die Frau ihn nicht verlassen. Sie watete im Mondlicht ins Wasser eines tiefen unergründlichen Sees, bis das Wasser über ihr zusammenschlug. Und während sie starb, gebar sie viele Kinder. Diese treiben noch immer in unsagbarer Schönheit im See – bis heute! Man nennt sie „Seerosen“.

Dies habe ich mal irgendwo gelesen, Quelle unbekannt. Aber als ich nun auf meine Seerose im Teich blickte, dachte ich wieder an diese schöne Sage …

In schwarzer Tiefe sicher verwurzelt
Drängt sie aus dem dunklem Wasser empor
Längst verstorbene Seelen
Blicken lichtdurstig aus ihrer Mitte hervor
Aus ihrem blühenden Mund
Erklingen sonnenduftige Lieder
Kosmisch, nur ganz leise hingehaucht
– keiner kennt den Grund –
erklingen sie immer wieder
Die Knospe strebt aufwärts
Schwebt zitternd, erregt und bleich
Durch das tiefe nächtliche Wasserreich
Reckt sich dann keck, öffnet kühn ihr Hüllenkleid
… und zeigt mir ihre reinste, weisse Blütenherrlichkeit.

© chrinolo

Dshamilja … oder: Die schönste Liebesgeschichte der Welt

 

Kürzlich schrieb ich über den Schriftsteller Tschingis Aitmatow. Ich las das Buch „Der Richtplatz“ (hier: https://seelenglimmern.com/2017/06/12/die-woelfin-akbara/  und hier:  https://seelenglimmern.com/2017/06/13/lediglich-dem-menschen-ist-ein-anderes-los-bestimmt-erste-eindruecke-vom-buch/ ). Es hat mich fasziniert. Während meines Klinikaufenthaltes hatte ich nun Gelegenheit, mehr von ihm zu lesen. Nicht minder faszinierend finde ich seine Novelle „Dshamilja“ – seine „schönste Liebesgeschichte der Welt. “

Die verheiratete Dshamilja verliebt sich in Danijar, der still und verschlossen stets Außenseiter bleibt (heute würden wir sagen: ein komischer Kauz). Es geht um eine verbotene Liebe. Dshamilja bezeugt in diesem Roman, woran auch der Schriftsteller glauben möchte: „Das Gefühl der Liebe gehört zum Höchsten und Ewigen, das der Menschengeist an sich entdeckt, sie verfügt über die erstaunliche Eigenschaft, unter allen Bedingungen und Prüfungen zu überleben, sie bewahrt sich beständig ihre Anziehungskraft in der Sphäre der Kunst.“ (Textauszug)

Zum Inhalt: am Anfang der Geschichte nahm Dshamilja von Danijar keine Notiz und auch er schaute sie stets unfreundlich, doch gleichzeitig mit versteckter Bewunderung an. Doch dann setzte dieses „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ ein, das bereits Hesse so trefflich beschrieb.  Aitmatow beschreibt es in seiner Novelle nicht minder schön. Dshamilja bat eines Tages den stets wortkargen Danijar auf dem Weg durch die Steppe, ihr etwas vorzusingen. Zunächst verlegen und unsicher begann er tatsächlich zu singen … und hier setzt die Zauberkraft einer sehr betörenden Männerstimme ein – diese Stelle im Buch ist einfach hinreissend und mitreissend! :

doch allmählich gewann seine Stimme an Kraft, sie erfüllte die ganze Schlucht und hallte von den fernen Felsen wieder. Am meisten überraschte mich die Leidenschaft und die glühende Begeisterung, die aus der Melodie klangen. Ich wusste nicht, wie ich das nennen sollte, und ich weiss es auch heute noch nicht oder kann vielmehr nicht bestimmen, inwieweit das an der Stimme lag oder an etwas Wichtigerem, das unmittelbar aus dem Herzen quillt, das die Kraft hat, in anderen die gleiche Erregung auszulösen und die schlichtesten Worte mit Leben zu erfüllen. Wenn ich doch das Lied Danijars auch nur annähernd wiedergeben könnte! Es hatte fast keinen Text, ohne Worte öffnete es die ganze weite menschliche Seele.  [….]  Das war ein Mensch, der eine tiefe Liebe in sich trug.  [….]  er verwahrte diese Liebe in sich, in seine Musik, er lebte durch sie. Ein gleichgültiger Mensch hätte niemals so singen können.“ (Textauszug)

Diese Stimme und die wundersamen Melodien nahmen Dshamilja völlig gefangen. Sie fühlte sich in eine andere Welt versetzt und folgte mit geschlossenen Augen den bezaubernden  Bildern, die sein Gesang erzeugte. In ihr erwachte etwas Neues,  das Verlieben nahm seinen Lauf und veränderte sie.

„Nichts erinnerte mehr an das muntere, stets zu Scherzen aufgelegte Mädchen mit der spitzen Zunge. Ihre Augen schimmerten dunkler, ihr Blick war verschleiert, nach innen gekehrt. Wenn wir unterwegs waren, dachte sie immerfort angestrengt nach. Ein verträumtes Lächeln spielte um ihre Lippen, sie freute sich still über etwas Schönes, von dem nur sie allein wusste.“

In einer Buchbeschreibung las ich: „Entweder, man findet Aitmatows „Dshamilja“ kitschig, oder aber wunderschön. Ich tendiere zu letzterem, denn nicht nur die zaghaft gegen alle Widerstände aufkeimende Liebe, sondern auch die Steppenlandschaft, die eben so wichtig ist, wie jeder der Protagonisten, wird in ihrer unglaublichen Schönheit beschrieben. “ Dem kann ich voll und ganz zustimmen! Auch ich finde dieses Buch unglaublich schön und denke dabei an die Kraft der Musik, der Stimme, der Klänge und den Zauber, den diese auslösen können.

Zum Thema malte ich vor einiger Zeit ein Bild: Spiel mir ein Lied. 🙂

Hermann Hesse – Gedanken zu seinem 55. Todestag

 

Am Mittwoch, den 9. August, jährt sich der Todestag Hermann Hesses zum 55. Mal. In Calw denkt man an diesem Tag ganz besonders an ihn. Es wird eine Gedenkfeier stattfinden, mit Lesungen, die musikalisch mit Werken der von Hermann Hesse sehr geschätzten Komponisten umrahmt werden.

Georg Philipp Telemann war einer der Komponisten, dessen Musik Hermann Hesse sehr liebte. Ein Musikstück von Telemann mag ich auch sehr, wobei ich es an einem besonders schönen Tag kennengelernt habe – auf einer Autofahrt nach Zürich. Natürlich wusste ich damals nicht, dass dieses Stück ursprünglich von Telemann, den Hesse so liebte, stammt.

Wenn ich heute diese Musik höre, verstehe ich, dass Hermann Hesse diese Klänge liebte, wenn auch in der ursprünglichen Form. Ich stelle mir dann immer wieder vor, ob er wohl auch die Interpretation von Fabrizio De André gemocht hätte. Vielleicht hätte ihm der Text ( http://www.songtexte.com/uebersetzung/fabrizio-de-andre/la-canzone-dellamore-perduto-deutsch-33d6a83d.html ) von der „verlorenen Liebe“ gefallen … damit hat er sich ja immer wieder beschäftigt. Schade, dass er es nicht in dieser Form hören konnte ….

Hermann Hesse liebte Telemanns Komposition:

Ismene, die betörende Exotin

Ich stehe vor ihrer gerade voll entfalteten Schönheit, atme ihren betörenden, süsslich – angenehmen Duft

… und denke an „ihre“ Worte:

„Ich weiß, dein Gang ist sinnlos, doch die Lieben liebst du recht.“

Ismene, die Schwester von Antigone in Sophokles Drama „Antigone“, ist hilflos, schwach und der gesetzlichen Obrigkeit hörig, während Antigone den Gesetzen der Götter folgt – den Gesetzen der Liebe!
Im Drama geht es um den Konflikt zwischen Familie und Staat, um Sitte und Moral und um die Stellung der Frau (die nichts zu sagen hat und verpflichtet ist, sich dem Mann zu unterwerfen). Nach wie vor ein aktuelles Thema 😉

Ich blicke auf die Schönheit von „Ismene“, auf „meine“ Ismene, die so viele Gedanken in mir auslöst … an die grausamen Taten eines Tyrannen (sogenannte „Lebenspartner“, wie es sie auch heute noch gibt), der sein Unrecht erst zu spät einsieht und an die mutige, selbstbewusste Antigone, für die die Liebe das Allerhöchste ist. So wertvoll, um dafür zu sterben.

In der Blumensprache bedeutet „Ismene“:
Erfolg verbotener Liebe. (am Ende ist es die Liebe, die siegt)

Man nennt die Ismene auch „Peruanische Narzisse“ und für die weisse Narzisse steht die Bedeutung:

„Bewunderung – Meine Liebe zu dir ist aussichtslos.
Meine Unvergängliche Sehnsucht nach dir.“

Ist sie nicht wunderschön? 🙂