Mein rasantes Date mit Kalli …

 

Er ist schon ein faszinierender Bursche, dieser Kalli. Der ist sogar so betörend und anziehend, dass ich ihm fast eine Stunde lang hinterher gehechtet bin – und das tue ich sonst nie … ich meine irgendwelchen Kerlen hinterherrennen! Doch Kalli war es mir wert. Bei ihm kann ich mir auch 100 pro sicher sein:  der hat mich zum Fressen gern! 😊

Aber glaubt ihr, der wäre mal stehen geblieben, wenigstens für einige Sekunden? Das einzige, was ich in der ersten Viertelstunde von dem zu sehen bekam, war seinen Schwanz!

Meine Güte, das ist schon ein frustrierendes Erlebnis, lediglich einem Schwanz nachzurennen. Aber dann plötzlich machte er eine Kehrtwendung und kam auf mich zu – endlich hatte er mich im Auge.


Von einer Umarmung habe ich dann allerdings abgesehen und geknutscht haben wir auch nicht … verständlich, oder? Na, bei diesen Beisserchen 😉

Ausserdem erschien er mir auch ein bisschen arg jung für mich – er ist gerade mal 10 Jahre alt … sozusagen ein „Backfisch“ im Teeniealter  😉


Aber seinen Namen mag ich. Und wie er dazu kam, finde ich einfach süss. Also, Kalli stammt von einem Privatmann in München. Der hat ihn an das Naturkundemuseum verkauft. Als der Vivarium-Leiter Johann Kirchhauser bei diesem eines Tages anrief, hörte er dessen Frau rufen: „Kalli, Karlsruhe ischt am Telefon …“ … und schon hatte Kalli seinen Namen 😊





Das war Tiefsee-Feeling pur in Karlsruhe – im neu umgebauten Westflügel des Naturkundemuseums. Dort erlebte ich wieder das derzeit größte Meereswasseraquarium mit Lebendkorallen in Deutschland, 80 Quadratmeter Grundfläche. Und dort drehen Kalli, der Schwarzspitzenriffhai, sowie ca. 400 Südseefische inmitten von wunderschönen Korallen ihre Runden.


Einen Paten hat Kalli natürlich auch – hier zu lesen:
http://www.smnk.de/museum/aktuelles/aktuelles-details-museum/article/paten-fuer-unseren-schwarzspitzenriffhai/

So, und hier noch ein kleines Filmchen, das zeigt, wie schnell er im Becken ist – wie schon gesagt, ich musste ihm ganz schön hinterherrennen, um ihm ein paar rasante Fotos abzuringen 😉

Natürlich habe ich noch ein paar Kumpels von Kalli besucht – mehr oder wenig gefährliche. Von denen berichte im nächsten Eintrag. Und von einer sehr interessanten Sonderausstellung, die dort derzeit zu erleben ist.

Aber zuerst muss ich mal meine ca. 230 Fotos sortieren …  ich wünsche euch auch einen schönen Tag ! 🙂

Zur Lage: Wir sind ganz schön geknickt !

 

Die Sonnenblumen und ich auch. Sie sind jetzt bei mir im Zimmer auf meinem Schreibtisch.

Ich spreche mit ihnen, tröste sie: „Seid nicht traurig. Hier drinnen ist es viel ruhiger als draussen. Der anhaltende Regen und die Sturmböen haben euch nicht gut getan. Und die Vögel werden auch ganz schön dumm gucken, wenn sie dann nur noch leere Blütenstengel vorfinden …   😦   „.

Schön, wie die Regentropfen glitzern, aber sooo viele hätten es nun wirklich nicht sein müssen. Und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Von den anderen Sturmschäden mal ganz zu schweigen. Umgefallene Blumenkübel auf der Terrasse, ein geknickter Deko-Storch am Teichrand und sonstiges Inventar im Garten zerstreut … 😦

Ardea cinerea – der heilige Vogel der Frigg

Heute Morgen lief ich am Fluss entlang.  Alles war sehr ruhig, nur das leise Rauschen des Flusses war zu hören. Etwas weiter unten sah ich einen Reiher, er stand auf der anderen Uferseite.
Ich kenne diesen Vogel: alle Reiher haben einen langen, dolchartigen Schnabel , einen kurzen Schwanz   (macht nix, die Länge ist völlig irrelevant) und große, breite Flügel    (dafür sind sie zu beneiden).

Wie stolz er da stand und Kraft ausstrahlte. Auf einem Bein stand er, reglos wie erstarrt. Der Begriff „Krafttier“ schoss mir durch den Kopf. Ich hatte mal gelesen, dass, wenn man einem Reiher begegnet, man innehalten und ausruhen solle – dies wäre ein Zeichen von oben, ein Hinweis. Gut, dachte ich, etwas ausruhen war angebracht, denn ich kam gerade von der Physiotherapie und war ohnehin etwas ausgepowert.


Ich setzte mich an den Uferrand und beobachtete das Tier. Er ist so ein großer Vogel und trotzdem ist er völlig im Gleichgewicht (daran arbeite ich gerade bei der Physiotherapie). Er stand nur auf einem Bein und schaute auf sein Spiegelbild im Wasser. Dabei stellte er allerdings fest, dass da unten eine Feder quer lag. Dies hat er dann schnell in Ordnung gebracht und dann stand er regungslos und geduldig wartend.

Ganz ruhig beobachtete er und wartete, unglaublich ruhig und eins mit sich selbst. Ich schaute ihn an und dachte: so fühle ich mich gerade auch. Ich muss abwarten, bis sich meine Nerven in der Halswirbelsäule wieder regeneriert haben und die OP verkraftet ist. Das Leben wird dann wieder wie früher in Fluss kommen und ich werde dann instinktiv wissen, was ich zu tun habe ….

 


Dies alles hat er mir „gesagt“, dieser Kraftvogel, und er hat mir beim Innehalten beigestanden.

Warten … abwarten … geduldig sein – verdammt, ich kenne meine Schwächen, darauf muss mich dieser grosse Vogel nicht stupfen.
Aber ich kenne auch meine Stärken! Ich kann z.B. nachdenken – über Gott, Vögel und die Welt – und gleichzeitig dabei fotografieren. Wie sonst könnte ich euch diese schönen Fotos von einem faszinierenden, ja sogar „heiligen“ Vogel zeigen.  🙂

 

Zeitblüten

 

Im Sommer erleben wir, wie uns die Natur ihre Verschwendung, Üppigkeit und den Überfluss zeigt. Zum Beispiel gleich mehrere prachtvolle Blüten auf einem einzigen Blütenstengel:

Die Blüten haben nicht nur schöne Farben, um die Bienen und Vögel anzulocken, sondern sie wollen auch uns erfreuen und wir dürfen uns auch daran bedienen. Wir erleben ihre Vielfalt von Formen, Farben, und Gerüche im Spätsommer nochmals besonders intensiv, weil wir wissen, dass es nur „Zeitblüten“ sind.

Bald wird sich dann mein „Naherholungsgebiet“ wieder von einer anderen Seite zeigen. Aber solange noch Bienen und Schmetterlinge die bunten Blüten umschweben, werde ich diese nicht pflücken, sondern weiterpflegen – bis sie dazu übergehen, knusprig weiter zu wachsen 😉

 

 

Einen einsamen Wolf bin ich nicht begegnet …

 

… aber einen einsamen Storch bzw. einer einsamen Störchin:

Die hat vielleicht grimmig dreingeschaut – in alle Richtungen:

Bestimmt hat sie nach ihrem Storchenmann gesucht – ja, heute weiss man, dass Störche doch nicht so monogam sind, wie man glaubte! Storchenmänner sind zwar nesttreu, aber sie gehen fremd !!!

Also, was sollte die Storchenfrau tun? Sie brachte ihre Frisur … ähm … Federn in Ordnung und flog wütend aus, um diesem „Hirsch auf Pirsch“ mal kräftig auf seine langen Stelzen zu treten.

Merke: ein einsamer Wolfmann ist da gaaaanz anders. Er weiss, zu wem er gehört und das wurde wissenschaftlich bisher nicht widerlegt 🙂

Romantisieren …

 

Die Welt muss romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder.

Novalis

Recht hat er, das machte ich dann auch gleich … so richtig romantische Gedanken flossen dahin, an diesem bezaubernden Plätzchen.