Wenn Sonne und Mond sich berühren, in himmlischer Harmonie …

 

Ach Mond, könntest du nur die Sonne berühren
Ich denke, du würdest sie gerne verführen
Und sie würde sich zärtlich an dich schmiegen
Du würdest sie sanft in den Armen wiegen
Ja, könntet ihr euch wirklich verbinden
Eins sein in Zeit und Raum
Das wäre wahrlich ein schöner Traum
Doch brauchen wir weiterhin Tag und Nacht
Einen Mond, der strahlt, eine Sonne, die lacht
Trotzdem, ich denke, wer liebt kann es spüren
Wie es wäre, wenn Sonne und Mond sich berühren.

Gemälde und Text © chrinolo

 

„You are the sun, I am the moon
You are the words, I am the tune
Play me“  ….

Die Entdeckung einer neuen Speise ….

 

„Was gibt es heute zu essen?“, rief er ungeduldig. Es war schon kurz vor Zwei und höchste Zeit für das Mittagessen. Mara stand in der Küche und erwiderte lachend: „Negentropie!“.

„Das hat aber hoffentlich nichts mit Ente zu tun! Du weißt, ich mag keine Ente!“, entgegnete er aufgeschreckt und eilte in die Küche. „Nein, ich koche Linsen mit Spätzle und Wienerle dazu. Von den Spätzle gleich ein bisschen mehr, dann kann ich dir morgen Käsespätzle mit Salat davon zubereiten.“ Das mochte er sehr gerne und schließlich geht ja Liebe durch den Magen.

Natürlich nicht nur, denn Liebe geht auch durch den Kopf, durch die Gedanken. Wie zum Beispiel die Liebe zum Kochen oder zur Literatur. Diese beiden konnte sie stets verbinden, denn neben dem Kochen nutze sie zwischendurch die „Wartezeiten“ zum Lesen :

»Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.«

Eben, das tat sie. Wenn sie mehr Spätzle machte, ergab sich die Möglichkeit für ein leckeres Essen am nächsten Tag.

Die Weisheit: „Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.“ und den Begriff „Negentropie“ hatte sie bei Paul Watzlawick aufgeschnappt. Und in diesem Zusammenhang auch, dass der der Nobelpreisträger Erwin Schrödinger sagte:

» . . . wovon ein Organismus sich ernährt, ist negative Entropie.«    ( … wir sind ein lebender Organismus, nicht wahr?)

Die »negative Entropie« (oder Negentropie) ist die Bezeichnung für die Fähigkeit lebender Organismen, aufzubauen statt abzubauen, aus Unordnung Ordnung zu schaffen.

Durch all diese Informationen hatte Mara folgende Weisheit von Paul Watzlawick verstanden – die Erleuchtung flog ihr sozusagen geradewegs zu:

„[…] Negentropie, das ist die Art von Prozessen, die wir in der Natur immer wieder beobachten können: das Wachsen, Sich-Verbessern. Ich glaube, wir sollten am besten zu Dienern der Negentropie werden. Mir ist in diesem Zusammenhang Heinz von Foersters ethischer Imperativ sehr wichtig. Er lautet: »Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.«  (Paul Watzlawick)

Negentropie, dieser Begriff gefiel ihr. Er klang gut. Darüber wollte sie noch mehr wissen und konnte folgendes Beispiel in Erfahrung bringen ( http://www.mj-arte.ch/mj-texte/E/entropie.html ):

„Für das Leben auf Erden ist essentiell, dass die Erde von der Sonne Negentropie aufnimmt und Entropie an das Weltall abführt:

„Was die wenigsten Menschen wissen, ist, welche Beziehung wir zur Sonne haben. Sie sagen, wir benötigen die Sonnenenergie, damit wir auf der Erde leben können. Das ist im Grunde nicht ganz korrekt. Die ganze auf die Erde eingestrahlte Sonnenenergie muss wieder entsorgt werden in den Weltraum, sonst würden wir allmählich flüssig und gasförmig werden und die Erde sich auflösen. Was wir eigentlich von der Sonnenenergie aufnehmen, das ist nur der geordnete Teil, der über eine Richtung verfügt. Mit anderen Worten ausgedrückt: Die Energie, welche uns die Sonne zusendet, die ist geordneter als jene, die ungeordnet wieder in den Weltraum, in den schwarzen Himmel zurückgesandt wird. Das Ganze kompensiert sich wieder. Die Ordnungsfähigkeit, die Syntropie (die Negentropie), die Energie als Ganzes bleibt auf der Erde zurück und ermöglicht eine wachsende Entfaltung des Lebendigen.“ (Hans-Peter Dürr)

Dies alles musste sie jetzt nur noch auf ihre Linsen mit Spätzle umsetzen: „Sie sind Nahrung und somit Energie, die geordnet wird. Der ungeordnete Rest, der nicht mehr verwertbar ist, wird in den schwarzen Himmel (… also zunächst in die dunkle Kanalisation) zurückgesandt. Die Energie verbleibt im Körper, wo sie wachsende Entfaltung des lebendigen Leibes ermöglicht. Und durch ein Mehr an Spätzle ergab sich noch die Möglichkeit für eine zusätzliche Negentropie am nächsten Tag. Ist doch ganz logisch, oder?

Negentropie ist also ein guter Prozess, den wir in der Natur immer wieder beobachten können: das Wachsen und Sich-Verbessern. Und tatsächlich, Mara´s Lebenspartner fühlte sich nach dem leckeren Essen wesentlich besser. Dazu beigetragen hat sicher auch das erklärende Gespräch am Tisch   🙂

Doch, wer Linsen mit Spätzle und Wienerle nicht so mag, kann noch diese Weisheit beherzigen und einfach etwas anderes kochen:

Für ein gutes Tischgespräch kommt es nicht so sehr darauf an, was sich auf dem Tisch, sondern was sich auf den Stühlen befindet. “     (Walter Matthau)

 

Und Gott sprach: „Es werde ..… alles farbenfroher!“ 😊

 

Gerade (genauer gesagt vor etwa vier Milliarden Jahren) war unser Schöpfer wieder mit der Schöpfung eines Universums fertig geworden. Zufrieden setzte er sich auf den Ring des Saturn um sein Werk zu begutachten.

„Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“  (Gen 1,31).

Nichts ruhte; alles war in Bewegung; alles schwang. Es war ihm wichtig, dass das Gesetz der Schwingung u.a. mit dem Gesetz des Rhythmus in Einklang stand. Das ganze Werk war auch mit seinen Formen und Farben in Harmonie.

Indes wurde er plötzlich stutzig. Doch sogleich war der Gedanke zur Stelle um ihm Hilfestellung zu geben! Ich habe einmal gehört (oder vielleicht auch gelesen?), am Anfang war nicht das Wort, sondern der Gedanke. Das könnte durchaus sein, oder?Jedenfalls habe ich noch gehört oder gelesen, dass er unmittelbar nach dem Gedanke, also immer, wenn er mit einer Schöpfung fertig war, nach Ruach rief.

Doch zuerst zum Gedanken. Also,  währendessen er sich so umschaute, fiel ihm auf, dass sein gesamtes Werk nur in Steingrau- und Erdbrauntönen gehalten war. Nun ja, er hatte eben aus dem geschöpft, was ihn umgab. Grauer Feinstaub, erdgraubraunfarbenes Meteoritengeröll und ein paar Gasen (daraus hat er z.B. den Ring des Saturn geschaffen, auf dem er gerade saß). Kurzum, das erschien unserem Schöpfer dann doch etwas zu fade und eintönig. Deshalb meldete sich der Gedanke und riet ihm zu mehr Farbe. So richtig farbenfroh sollte seine nächste Schöpfung werden 😊

Kräftige, strahlende Farben musste sich unser Schöpfer natürlich erst ausdenken. Für ihn war dies jedoch kein Problem, denn unser Schöpfer ist purer Geist und alles entsteht schließlich aus dem Geist heraus. Da hat mir der Schöpfer echt was voraus: ich muss meine Farben immer anrühren und weiß nie, was dabei herauskommt  😉

So erschuf Gott also unsere Erde und sie wurde schöner als jeder andere Planet. Seine Kreativität lief zur Hochform auf und er schwelgte in Farben. Sein Pinsel schwang kreuz und quer, hoch und tief, bis sein Werk vollendet war. So etwas Geniales hatte noch niemand gesehen und darum rief er ganz aufgeregt nach Ruach, seiner weiblichen Seite (alles hat eine männliche und eine weibliche Seite – auch unser Schöpfer). Diese war ab sofort zuständig für den Atem, den Wind und die bewegte Luft.

Ruach kam herbeigeeilt und war begeistert von dem, was sie sah. Die Erde war zwar noch wüst, wirr und tiefe Finsternis lag über der Urflut. Doch das sollte sich bald ändern, denn Ruach schwebte nun und brütete über dem Antlitz der Urwasser (Gen 1,2). Mit Erfolg! Also wenn ich mich so umsehe, da ist Höchsterstaunliches, was sie so alles ausgebrütet hat und es immer noch tut 😲

Danach wurde es auch endlich Zeit für die wundervollen Worte unseres Schöpfers:

„Es werde Licht.“

Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. (einleuchtend …… jeder kann nun seine wunderschönen, erdachten Farben bewundern 😊  )

„O wunderschön ist Gottes Erde,

Und wert darauf vergnügt zu sein!

Drum will ich, bis ich Asche werde,

Mich dieser schönen Erde freun!“

– Ludwig Christoph Heinrich Hölty –

Ich stellte mir vor, so könnte es damals vielleicht, aus der Ferne betrachtet, ausgesehen haben und begann zu malen:

Text (außer dem Gedicht von Hölty) und Gemälde © chrinolo