Seid faul im Alter: Marc Aurel und die Kunst der Begrenzung

Faulheit wird oft als mangelnde Motivation oder Trägheit verstanden, doch dieser Blick greift zu kurz. Tatsächlich ist das, was wir als „faul“ wahrnehmen, stark davon abhängig, welche Aufgaben wir als notwendig erachten – und diese Einschätzung ist eng mit unserer sozialen Positionierung verknüpft. Menschen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen haben verschiedene Erwartungen und Pflichten. Was für den einen als unerlässliche Aufgabe gilt, kann für den anderen entbehrlich erscheinen. So wird „Faulheit“ häufig dort diagnostiziert, wo Menschen Aufgaben nicht erfüllen, die ihnen von außen auferlegt werden, ohne die individuellen Umstände zu berücksichtigen. Betrachtet man Faulheit vor diesem Hintergrund, zeigt sich: Es geht weniger um ein persönliches Versagen als vielmehr um unterschiedliche Perspektiven auf Verantwortung und Pflicht. Unsere soziale Position prägt also maßgeblich, wie wir eigene und fremde Handlungen bewerten – und somit auch, wann wir jemanden als „faul“ bezeichnen. Indem wir diese Dynamik verstehen, öffnen wir den Raum für mehr Empathie und eine differenziertere Betrachtung dessen, was wirklich getan werden muss.

Marc Aurel fordert in seinen Selbstbetrachtungen (Buch 4,24) dazu auf, das Unnötige zu begrenzen – eine Weisheit, die gerade im Alter an Bedeutung gewinnt.

„Beschränke Deine Tätigkeit auf Weniges, sagt Demokritos, wenn du in deinem Inneren ruhig sein willst. Vielleicht wäre es besser, zu sagen: Tu das, was notwendig ist und was die Vernunft eines von Natur zur Staatsgemeinschaft bestimmten Wesens gebietet und so, wie sie es gebietet; dies verschafft uns nicht nur Zufriedenheit, die aus dem Rechttun, sondern auch diejenige, die aus dem Wenigtun entspringt. In der Tat, wenn wir das meiste, was in unserem Reden und Tun unnötig ist, wegließen, so würden wir mehr Muße und weniger Unruhe haben. Frage dich also bei jeglicher Sache: Gehört diese etwa zu den unnötigen Dingen? Man muß aber nicht nur die unnützen Handlungen, sondern auch die unnützen Gedanken vermeiden; denn die letzteren sind auch die Ursache der überflüssigen Handlungen.“

Indem wir unsere Tätigkeiten und Gedanken auf das Wesentliche beschränken, schaffen wir Raum für innere Ruhe und Gelassenheit.

Diese bewusste Reduktion ist vielleicht eine „Vorstufe“ des Faulseins: Nicht Trägheit im negativen Sinne, sondern eine kluge Auswahl dessen, was wirklich zählt. Wer nur das tut, was unbedingt notwendig ist, entlastet nicht nur seinen Geist, sondern schützt sich auch vor Überforderung. So wird Faulheit zur Haltung – ein bewusster Rückzug von der ständigen Betriebsamkeit hin zur Konzentration auf das Wesentliche.

Marc Aurels Ratschlag ermutigt uns, im Alter nicht zwangsläufig aktiver zu werden, sondern vielmehr achtsamer mit unserer Energie umzugehen. Die Balance zwischen Tun und Sein führt zu einer inneren Freiheit, die wahre Ruhe schenkt. Gerade deshalb lohnt es sich, unnötigen Ballast abzuwerfen und die eigene Lebenszeit sorgsam zu wählen. So wird Faulheit zum Schlüssel für ein erfülltes und gelassenes Leben.

Zusammenfassend:

Faul sein ist nicht in jedem Fall ein Laster. Weder im Alter noch in der Jugend, meine ich.

Manchmal ist es genau das Innehalten und Ausruhen, das neue Energie freisetzt und Kreativität fördert.

Gerade in einer Welt, die ständig nach Produktivität strebt, ist das bewusste Pausieren ein Akt der Selbstfürsorge und des klugen Umgangs mit den eigenen Ressourcen.

Indem wir uns erlauben, bewusst zu entspannen, schaffen wir Raum für neue Ideen und eine klarere Sicht auf das Wesentliche. Dieses bewusste Innehalten kann somit nicht nur unsere Leistungsfähigkeit verbessern, sondern auch unser Wohlbefinden nachhaltig stärken.

Das Zusammenspiel von Kochen, Malen und Musik.

Während die leuchtend rote Tomatensoße vier Stunden lang vor sich hin köchelt, schweift mein Geist in die bunte Welt von Frida Kahlo.

Die leidenschaftliche Köchin und Künstlerin wusste, dass sowohl Kochen als auch Malen eine Form des Ausdrucks sind. In ihrer kleinen Küche, umgeben von hölzernen Geräten und irdenem Geschirr, bereitete sie mit Hingabe ihre Lieblingsgerichte zu – darunter auch eine köstliche Tomatensoße, die den Raum mit ihrem verführerischen Aroma erfüllte.

Ich stelle mir vor, wie ich während des Kochens mit einem Pinsel in der Hand spiele und Farben auf die Leinwand bringe, inspiriert von den lebhaften Aromen und der Textur der Zutaten. Kochen auf Holzkohle muss ich nicht mehr, aber es brachte sicher bei Frida Kahlo eine besondere Note in das Spiel der Sinne, während sie gleichzeitig ihrer Kreativität freien Lauf ließ. Frida hätte sicher genickt, denn für sie war jede Mahlzeit ein Kunstwerk und jede Leinwand ein Festmahl für die Augen. Ihre wunderschönen Stillleben zeigen es. Ich lasse mich von ihren Leidenschaften anstecken! In der Verbindung von Kochen und Malen liegt eine wunderbare Möglichkeit, meine Seele zu nähren – ganz nach dem Motto: Was geht einem nicht alles durch den Kopf? Und dazu noch die schöne Frida-Musik …

Ich habe schon lange ihr wundervolles Kochbuch und viele Rezepte daraus nachgekocht.

Tomatensoße und Nudeln machte sie auch, d.h. die Nudeln hat sie damals fertig gekauft, während ich sie selber mache.

Vielleicht hätte sie an einer Nudelmaschine, wie ich sie habe, auch Freude gehabt. Überhaupt war das Kochen damals viel anstrengender und aufwendiger. Aber sie tat es gerne.

Heute ist es so einfach: Den Teig in der Maschine kneten und dann in kleinen Portionen in den Nudelaufsatz werfen. Und schon lassen sich die leckeren Nudeln blicken.

Während der zuvor geknetete Teig jedoch eine halbe Stunde im Kühlschrank entspannen muss, habe ich Zeit, noch ein bisschen mexikanische Musik zu genießen.

Das Zusammenspiel von Kochen, Malen und Musik wird zu einer harmonischen Symphonie, die nicht nur meine Geschmacksnerven anspricht, sondern auch meine kreativen Sinne herausfordert. Wenn ich die Tomatensoße schließlich abschmecke, erfüllt mich ein Gefühl der Zufriedenheit; hier verschmelzen Kunst und Kulinarik zu einer unwiderstehlichen Einheit, die für mich die Essenz des Lebens selbst einfängt.

Text und Fotos  © chrinolo

Einfach mal die Klappe halten und zuhören…

Innehalten! Schluss mit dem Gerenne!

Genieße die Magie der Straßenmusik: Luke Silva

Wenn du zum Beispiel durch die Straßen Londons oder Mailands schlenderst, könnte es sein, dass du plötzlich von einem tiefen, honigsüßen Klang angezogen wirst. Das ist Luke Silva, ein Straßenmusiker, der mit seiner Stimme und seiner Leidenschaft für die Musik die Herzen der Menschen berührt. Er hat die Fähigkeit, selbst die härtesten Seelen zum Innehalten zu bewegen und sie zum Zuhören zu bringen. Seine Melodien sind nicht nur Klänge; sie sind emotionale Reisen, die dich in eine andere Welt entführen.

Die Straßenmusik hat eine besondere Kraft – sie heilt und verbindet. Luke versteht es, seine Zuhörer in seinen Bann zu ziehen und ihnen einen Moment der Ruhe im hektischen Alltag zu schenken. Wenn du ihm zuhörst, spürst du, wie die Musik deine Sorgen schmelzen lässt und ein Gefühl der Verbundenheit entsteht. Lass dich von seinen Klängen mitreißen und erlebe selbst, wie Musik Leben verändern kann. Halte inne, atme tief durch und genieße die Magie des Augenblicks – du wirst es nicht bereuen.

Nein, du musst jetzt nicht extra nach London oder Mailand reisen, denn auf YouTube kannst du alles mitverfolgen und dich den wundervollen Songs und Stimmen hingeben. Schließe einfach die Augen und träume dich dorthin.

Luke Silva beweist, dass Musik nicht nur gehört, sondern auch gefühlt werden muss. Lass dich von seiner Kunst verzaubern und erlebe selbst, wie Musik heilt. Wie schön, dass es Straßenmusiker wie ihn gibt. Und natürlich die Künstler, die mit ihm singen. Unermüdlich fordert er auf: SING WITH ME !