Wenn sich meine Gelassenheit von mir distanziert, dann ……

….. ist das oft ein Zeichen dafür, dass ich mich in einem inneren Kampf befinde, der meiner Ruhe im Weg steht.

Vera F. Birkenbihl erinnert mich daran, dass Beten helfen könnte – nicht als magische Lösung, sondern als bewusste Praxis der Selbstbesinnung und Akzeptanz. Ich glaube ihr das.

Das „Gebet der Gelassenheit“ bringt es auf den Punkt: Die Kraft, das Unveränderliche hinzunehmen, den Mut zur Veränderung zu finden und die Weisheit, beides zu unterscheiden.

Auch Stoiker wie Epiktet lehren uns, dass wahre Stärke nicht im Wettstreit mit anderen liegt, sondern in der inneren Haltung begründet ist. Wenn meine Gelassenheit sich also entfernt, hilft es, innezuhalten, zu lesen und zu reflektieren – etwa beim täglichen Lesen des feinen Büchleins “Der tägliche Stoiker” bzw. durch die Worte eines weisen Menschen wie Epiktet: „Ein guter Mensch ist unbesiegbar, denn er stürzt sich nicht in einen Wettbewerb, bei dem er nicht der Stärkere ist.“ So wird klarer, dass Gelassenheit nicht passiv bedeutet, sondern eine aktive Entscheidung für innere Freiheit und Frieden ist. In solchen Momenten gilt es, das Gebet und das Denken als Wegweiser zurück zur eigenen Mitte zu nutzen.

Diese bewusste Hinwendung zu innerer Ruhe erfordert Übung und Geduld. Es ist ein fortwährender Prozess, der uns lehrt, unsere Gedanken zu beobachten, ohne uns von ihnen mitreißen zu lassen. Statt gegen die Unruhe anzukämpfen, lernen wir, sie als Teil unseres Erlebens anzunehmen und dennoch nicht von ihr beherrscht zu werden. So entsteht nach und nach eine Haltung der Gelassenheit, die uns auch in stürmischen Zeiten Halt gibt und unsere Resilienz stärkt. Indem wir diese Praxis täglich kultivieren, schaffen wir Raum für Klarheit und Mitgefühl – sowohl mit uns selbst als auch mit unserer Umwelt.

Gelassenheit wächst nicht aus dem Vermeiden von Herausforderungen, sondern aus dem mutigen Annehmen und der bewussten Gestaltung unseres Umgangs mit ihnen. So wird die innere Ruhe zu einem Anker, der uns stabil hält – ganz gleich, wie stark die äußeren Winde wehen.

In diesem Prozess entdecken wir außerdem, wie wichtig es ist, uns selbst mit Freundlichkeit zu begegnen – gerade in Momenten der inneren Unruhe. Statt uns für das Schwanken unserer Gelassenheit zu verurteilen, öffnen wir Raum für Selbstmitgefühl und Geduld. Diese Haltung wirkt befreiend und ermöglicht es uns, uns selbst als lernende Wesen zu sehen, die sich stetig weiterentwickeln dürfen. So wird Gelassenheit nicht zum starren Ideal, sondern zu einer lebendigen Praxis, die uns einlädt, in jedem Augenblick neu anzufangen und unser inneres Gleichgewicht immer wieder aufs Neue zu finden.

Also:

“Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.”

Das wünsche ich übrigens auch Volodymyr Oleksandrovytsj Zelensky, Präsident der Ukraine, wenn er heute vor Donald Trump, 45. und 47. Präsident der Vereinigten Staaten steht, um den Krieg in seinem Land zu beenden.

Und, man kann es nicht oft genug wiederholen:

„Ein guter Mensch ist unbesiegbar, denn er stürzt sich nicht in einen Wettbewerb, bei dem er nicht der Stärkere ist.“

Der Durchschlupf

Ich saß auf dem Balkon und blickte in den wolkenverhangenen Himmel. Ein dunkles Grau blickte mir entgegen. Plötzlich aber entdeckte ich eine kleine Lücke, aus der mir ein strahlendes weiß entgegenstrahlte.

Das muss er sein dachte ich, der Durchschlupf, über den André Heller in seinem wundervollen Buch schreibt. Es ist der Weg ins Paradies, wenn wir dann endgültig diese Welt verlassen.

Der Durchschlupf – jener schmale Spalt im Grau des Himmels, durch den ein helles Weiß leuchtet – symbolisiert mehr als nur einen Moment des Lichts. Er steht für den Übergang, das Loslassen und die Hoffnung auf etwas jenseits unserer irdischen Existenz. Elisabeth Hellers Leben, das sich über ein ganzes Jahrhundert spannte, zeigt uns, wie nah dieser Durchschlupf stets ist, auch wenn wir ihn kaum wahrnehmen. In den Gesprächen mit ihrem Sohn André offenbart sie eine tiefe Weisheit: Das Verabschieden beginnt innerlich oft lange bevor der letzte Atemzug naht. Ihre Worte über Jugend, Vergänglichkeit und die Sehnsucht nach Frieden berühren und lassen uns erkennen, dass es im Leben nicht um das Festhalten, sondern um das bewusste Loslassen geht. So wie André Heller es beschreibt, ist der Durchschlupf der Weg ins Paradies – ein zarter Übergang voller Licht und Liebe. Er erinnert uns daran, dass selbst im Dunkel die Möglichkeit eines neuen Anfangs wohnt, wenn wir bereit sind, den Blick durch jene kleine helle Lücke zu richten.

Gemälde © chrinolo

Ja, jetzt fällt es mir wieder ein! Ich suche nochmals diese so berührende Stelle im Buch und lese:

„André: Möchtest du mir etwas sagen?

Elisabeth: Es gibt einen Durchschlupf.

Wo?

In mir. Man zieht sich ganz in sich zurück und sammelt sich vor dem Durchschlupf.

Du meinst einen Ausgang für die Seele? Man verschwindet auf diese Weise aus dem Körper?

Wahrscheinlich. Man kann ihn benützen oder nicht. Aber es gibt ihn, und ich weiß es.

Wie hast du ihn gefunden?

Durch nicht suchen. Er war plötzlich da. Glaub mir.

Ich glaub dir hundertprozentig.

Das ist wichtig. Ich rede nur darüber, wenn du mir glaubst.“

Heller, André. Uhren gibt es nicht mehr: Gespräche mit meiner Mutter in ihrem 102. Lebensjahr (S.80-81). Paul Zsolnay Verlag. Kindle-Version.

Dieser Gedanke, dass der Durchschlupf nicht etwas ist, das man erzwingen kann, sondern sich öffnet, wenn man bereit ist, erfüllt mich mit einer tiefen Ruhe. Es ist fast so, als ob das Leben selbst uns sanft auf diesen Moment vorbereitet – durch Erfahrungen, Erinnerungen und Begegnungen, die uns lehren, loszulassen. In diesem Prozess des Sich-Zurückziehens offenbart sich eine innere Klarheit, die uns hilft, das Unvermeidliche nicht als Ende, sondern als Übergang zu sehen. Vielleicht liegt darin die wahre Kunst des Lebens: das Erkennen und Annehmen dieses Spalts im Grau des Alltags, durch den Licht und Frieden dringen können. So wird der Durchschlupf nicht nur zum Symbol für das Ende, sondern auch für den Neubeginn in einer anderen Form des Seins.

Jetzt – Die Kraft der Gegenwart entdecken

Eckhart Tolles Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ ist mehr als nur ein Bestseller – es ist eine Einladung, das Leben im Hier und Jetzt wirklich zu erfahren. Bereits nach wenigen Seiten spürt man die tiefe Verbundenheit, die Leser mit dem Werk empfinden: ich zum Beispiel fühlte mich sogleich „zuhause unter guten Freunden“, denn schon am Anfang begegnete ich Vera F Birkenbihl. Besonders beeindruckend ist das Vorwort von ihr, die Eckhart Tolle als einen wahren Meister beschreibt, dessen Worte einfach und doch tiefgründig sind. Sie erinnert uns daran, dass die größten Wahrheiten oft in ihrer Einfachheit liegen – nicht simpel, sondern kraftvoll und lebensverändernd. Dieses Buch fordert uns heraus, unser gewohntes Denken zu hinterfragen und sich auf den Moment einzulassen, um innere Ruhe und Klarheit zu finden. Kein Wunder, dass 91 % der Leser begeistert sind – „Jetzt!“ öffnet Türen zu einem bewussteren Sein, das jeder von uns erleben kann. Wer bereit ist, sich auf diese Reise einzulassen, wird feststellen: Die Gegenwart ist kein abstraktes Konzept, sondern die Quelle echten Lebensglücks.

Indem wir lernen, die ständigen Gedankenschleifen loszulassen und den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen, öffnen wir uns für eine neue Qualität des Seins. Eckhart Tolle zeigt auf, wie wir durch Achtsamkeit und Präsenz nicht nur Stress und Ängste reduzieren, sondern auch tiefere Zufriedenheit und Lebensfreude finden können. Seine Worte führen behutsam und doch eindringlich zu einem inneren Wandel, der nicht von außen erzwungen wird, sondern natürlich aus unserem eigenen Erleben entsteht. So wird „Jetzt!“ zu einem Wegweiser für alle, die sich nach mehr Gelassenheit und Echtheit im Alltag sehnen.

Eckhart Tolle zeigt, dass es nicht darum geht, Probleme zu ignorieren oder Herausforderungen zu verleugnen, sondern vielmehr darum, ihnen mit einer neuen Bewusstheit zu begegnen. Indem wir den gegenwärtigen Moment annehmen, ohne ihn zu bewerten oder verändern zu wollen, eröffnen sich Räume für innere Freiheit und tiefes Verständnis. Diese Praxis fördert nicht nur persönliche Entwicklung, sondern beeinflusst auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen positiv – denn echte Präsenz schafft Verbindung auf einer Ebene jenseits von Worten. So wird „Jetzt!“ zu einem Kompass für ein erfüllteres Leben inmitten der täglichen Herausforderungen.

Während ich lese, halte ich nun inne und richte meine Aufmerksamkeit ganz auf den Moment – auf das „Jetzt“. Es ist dieser Augenblick, in dem Vergangenheit und Zukunft für einen Moment zur Ruhe kommen. Mein alter Bekannter, dessen E-Mail heute morgen mich zum Nachdenken bringt, erzählt wie so oft von Ereignissen aus seinen jungen Jahren. Indem ich kurz innehalte, schenke ich mir selbst die Möglichkeit, präsent zu sein – aufmerksam für die Worte meines Bekannten und offen für die eigene innere Stimme.

In diesen Momenten wird mir bewusst, wie kostbar das bewusste Erleben des Jetzt ist – es schenkt mir Klarheit und Ruhe, um die Gedanken des anderen wirklich zu verstehen und gleichzeitig meine eigene Wahrnehmung zu schärfen. So entsteht eine Verbindung, die über Worte hinausgeht und Raum für echtes Miteinander schafft.

Dieses bewusste Innehalten wird zu einer kleinen Praxis, die meinen Alltag bereichert. Es erinnert mich daran, dass das Leben nicht nur aus Vorhaben und Erinnerungen besteht, sondern auch aus dem achtsamen Wahrnehmen des Augenblicks. In dieser Haltung finde ich eine besondere Form der Gelassenheit, die mich stärkt und zugleich verbindet – mit mir selbst und mit anderen. So entwickelt sich aus der scheinbaren Einfachheit des „Jetzt“ eine tiefe Quelle von Kraft und Verständnis.