Gerade ist mir wieder „Das Nichts“ über den Weg gelaufen!

Vielleicht als Ergänzung, weil ich immer noch nicht genug darüber weiß? Wer weiß!

Also, als Ergänzung zu meinem Beitrag https://seelenglimmern.com/2019/09/28/wenn-man-etwas-wissen-will-dann-muss-man-hingucken/

habe ich natürlich wieder hingeguckt, zumal es sich um ein Video handelt, das mich gerade von einem meiner Lieblingskanäle anstrahlt und erhellt 🙂

Beitrag ansehen

Ja, und „Ohne Heute gäbe es morgen kein Gestern“ ist auch so eine Aussage im Video, die mir gefällt … sie bedeutet, morgen könnte ich mir dies von Gestern nicht noch einmal anschauen, wenn ich es möchte (und das möchte ich ganz bestimmt!). Wie gut also, dass es das Heute gibt.

Und ich weiß auch noch …

Damals, als ich wieder einmal bei meiner Oma geschlafen habe, d.h. im „Gräbele“ zwischen Oma und Opa, habe ich mitbekommen (sie glaubten wohl, ich schlafe schon fest 🙂 ), wie mein Opa aus dem Bett stieg und um´s Doppelbett herum leise zu Oma schlich. Oma hatte an diesem Tag sehr viel gearbeitet. Sie hatte die Trauben von den Reben geschnitten und später in die Weinpresse geschichtet. Opa trank am liebsten seinen eigenen Wein und Oma sorgte dafür, dass er immer welchen hatte.

Natürlich wusste er, wie müde sie nun war und setzte sich zu ihr auf den Bettrand. Er strich ihr über´s Haar und flüsterte: „Keiner liebt dich so wie ich!“

Ich habe seine Worte genau gehört und das werde ich niemals vergessen. Obwohl ich noch ein Kind war und mir die Bedeutung noch nicht bewusst war, hat sich dies tief in mir eingeprägt. Heute weiß ich, es war die Wahrheit, die mein Opa sprach. Meine Großeltern haben sich sehr geliebt.

Wie du mich damals angeschaut hast ….

Damals, als ich noch ein Kind war – dein erstes Enkelkind, das du tagein tagaus immer „im Schlepptau“ hattest. Bei der Gartenarbeit, beim Schweine- und Hühnerfüttern, bei der Arbeit auf dem Acker, wo Kartoffeln, Kukuruz (Mais) und Sonnenblumen wuchsen und auch, während du gekocht und gebacken hast.

Ich hing dir stets am Rockzipfel. Mit deiner dunkelblauen, weiten Schürze hast du mir unermüdlich die beschmutzten Händchen abgewischt und bei dieser Gelegenheit auch gleich noch die kleine, triefende Nase geputzt. All deine Aufmerksamkeit und deine ganze Liebe gehörten mir. Deine gütigen, liebevollen Augen ließen mich nie daran zweifeln.

Oft sah ich in ihnen die kleinen, leuchtenden Lichter funkeln. Und wenn ich fragte: „Oma, darf ich bei dir schlafen?“, hast du amüsiert gelächelt.

Natürlich durfte ich und kuschelte mich an sie, wenn sie mir zum Einschlafen Geschichten aus ihrer ungarischen Heimat erzählte. In diesen Momenten war ich wohl das glücklichste Kind der Welt.

Ich wünschte so sehr, sie würde mich mit ihren warmherzigen Augen noch einmal so anschauen. So wie damals ….

Manchmal lese ich wieder das wunderschöne Gedicht „Großmütterchen“ von Karl May, denn es erinnert mich sehr an sie.

Großmütterchen

Sie trug mich stets auf ihren Armen;
Sie lehrte mich den ersten Schritt.
Und weinte ich zum Herzerbarmen.
So weinte sie erbarmend mit.
Wenn sie des Abends mich ins Nestchen
Mit linder Segenshand gebracht.
So bat ich: »Bleibe noch ein Restchen«,
Und meinte da »die ganze Nacht«.

Und wenn ein böser Traum mich schreckte.
So saß sie da beim kleinen Licht,
Nahm weg den Schirm, der es bedeckte.
Und sah mir liebend ins Gesicht.
Trotz ihrer hellen Augensterne
Tat ich sodann die Frage doch:
»Ich träume ohne dich nicht gerne;
Großmütterchen, sag, wachst du noch?«

Zwar ist sie längst von mir gegangen;
Ich selbst bin alt, fast schon ein Greis,
Und fühl mich doch von ihr umfangen.
Die mich noch jetzt zu segnen weiß.
Stets ist es mir, geh ich zur Ruhe,
Als setze sie sich zu mir hin.
Und wenn ich etwas Wichtiges tue.
Kommt sie mir hilfreich in den Sinn.

So oft ich Sterne leuchten sehe,
Hell wie in meiner Jugendzeit.
Hör ich ihr Wort: »Was auch geschehe.
Du und dein Glück, ihr seid gefeit.«
Dann möcht ich, wie in jenen Tagen,
Zwar überflüssig, aber doch
Die lieben, lieben Sterne fragen:
»Großmütterchen, sag, wachst du noch?«