Das Alter, dieser neue Lebensabschnitt, ist für mich mit gemischten Gefühlen verbunden. Die Aufregung über das Unbekannte trifft auf die Angst vor dem Scheitern. Aber genau hier liegt der Zauber: Jeder Neuanfang bietet die Möglichkeit, sich neu zu definieren und neue Wege zu beschreiten.
Ich entschließe mich immer öfter, in eine kurze Auszeit zu gehen. In der Stille hoffe ich, Selbstreflexion und Entdeckung eines neuen individuellen „Warum“ zu finden. Was treibt mich an? Was möchte ich in diesem neuen Kapitel meines Lebens erreichen?
In dieser Phase der Neuorientierung erscheint es mir wichtig, einen „Fixstern“ zu haben – einen, der mir Orientierung und Halt gibt. Vielleicht gibt es noch etwas Neues, das ich schon lange tun, erleben und erfahren wollte. Oder eine Leidenschaft, die mir Freude bereitet. Das Wichtigste ist jedenfalls, den ersten Schritt zu machen.
Jeder Anfang bringt Herausforderungen mit sich, aber jeder Schritt macht mich stärker und klarer in meinem Ziel. Ich weiß, in dem Moment, in dem ich entscheide, mein Leben aktiv zu gestalten, öffnet sich ein neuer Horizont voller Möglichkeiten. Jede Herausforderung, die sich mir stellt, wird zur Gelegenheit, an mir zu wachsen. Umringt von neuen Erfahrungen und Perspektiven kann ich meinen inneren Kompass justieren und herausfinden, was mir wirklich wichtig ist und was in meinem Alter und meiner gesundheitlichen Situation noch möglich ist. Da gibt es sicher noch eine ganze Menge.
Indirekte Unterstützung durch Menschen wie zum Beispiel
Hermann Hesse (sein Buch „Vom Wert des Alters“ ist mir schon seit vielen Jahren vertraut),
Vera F. Birkenbihl (sie sprach u.a. vom Fixstern) oder
Dieter Lange (er spricht heute vom Nordstern und der Wichtigkeit des „Warum“)
war und ist für mich dabei eine wertvolle Bereicherung.
Diese renommierten Autoren, Mentoren, Toptrainer und Psychologen begleiten und inspirieren mich. Ihre Vorträge, Videos und Bücher sind für mich wie gute Freunde, denen ich gerne zuhöre. Dabei wird mir oft auch der Unterschied zwischen Wissen und Weisheit sehr bewusst.

Menschen wie diese vermitteln mir überdies den Mut, unkonventionelle Wege zu beschreiten. Sie erinnern mich daran, dass wir alle Teil eines größeren Ganzen sind und voneinander lernen können. Neugier treibt mich an; ich stelle Fragen und suche nach Antworten jenseits der vertrauten Pfade. Dabei wird mein inneres Feuer entfacht – ein Feuer der Kreativität und der Entdeckungslust. In diesen intensiven Phasen des Wandels erkenne ich, dass jeder kleine Fortschritt zählt. Es sind nicht nur die großen Erfolge, sondern auch die kleinen Siege im Alltag, die mich motivieren und stärken. So wird jeder Tag zu einer neuen Gelegenheit, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und meine Vorhaben ein Stück näher zu verwirklichen.
Das Streben nach persönlichem Wachstum ist für mich nicht nur ein individueller Prozess; es ist eine Einladung zur Transformation im größeren Kontext der Gesellschaft. Ich stelle fest, dass ich nicht allein in meiner Reise bin — viele Menschen stehen vor ähnlichen Herausforderungen und suchen nach neuen Wegen. Indem wir uns gegenseitig unterstützen und inspirieren, schaffen wir ein Netzwerk des Handelns und der Kreativität. So entfaltet sich das Potenzial für etwas Größeres als nur unsere individuellen Ziele – eine Welle der positiven Veränderung kann entstehen.

Das Leben zeigt mir immer wieder, dass die schönsten Momente oft in den unerwartetsten Situationen verborgen sind. Und während ich in diesem Prozess weiterhin lerne und wachse, fühle ich mich lebendiger denn je – bereit, die Welt mit offenen Armen und einem offenen Herzen zu umarmen.
Ich fühle jetzt den starken Drang, aktiv zu werden, die Türen aufzustoßen, die mir bisher verschlossen schienen. Ich beginne, neue Ideen zu skizzieren, Herausforderungen als Abenteuer zu betrachten und meine Vision durch kreative Lösungen zu schärfen.
Dies tue ich lächelnd, denn Hermann Hesse´s Gedicht begleitet mich:
“Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ……”

Text, Foto und Gemälde © chrinolo



