Denk‘ gefälligst mit!

Ha, denkste! Zuerst sind mal die Emotionen da! Und danach wird eventuell gedacht. So läuft das ab und zwar nicht nur bei mir.

„Egal, ob wir aufmerksam sind oder nicht, erfassen wir emotional besetzte Reize. Anschließend haben wir die Möglichkeit, unsere Aufmerksamkeit und Gedanken auf diese Reize zu richten.“ (Antonio R. Damasio)

Haben wir die Möglichkeit, sagt er. Nur nützt die oft herzlich wenig, wenn ich jemandem wütig etwas an den Kopf geknallt habe. Bis mir das dann bewusst wird, ist der längst über alle Berge. Logisch, wenn er selbst sich dessen nicht bewusst ist, dass die Sache so abläuft: erst die Wut/oder eben eine andere Emotion und dann das Denken!

Trotzdem werde ich das Bewusst werden natürlich nicht versäumen … wenn auch etwas zeitverzögert. Schliesslich bin ich ja auch ständig bemüht, die Kunst des Lebens zu verfeinern 🙂

„Bewusstsein ist in der Tat der Schlüssel zum besichtigten Leben – ob wir es wollen oder nicht – unsere Lizenz, alles in Erfahrung zu bringen, was in uns vorgeht – den Hunger und den Durst, die Sexualität, die Tränen, das Lachen, die Hoch und Tiefs, den Strom der Vorstellung, den wir Denken nennen, die Gefühle, die Wörter, die Geschichten, die Überzeugungen, die Musik und die Poesie, das Glück und den Überschwang.
Auf seiner einfachsten und grundlegendsten Ebene vermittelt uns das Bewusstsein den unwiderstehlichen Drang, am Leben zu bleiben und ein Interesse am Selbst zu entwickeln. Auf einer sehr hohen und komplexen Ebene hilft uns das Bewusstsein, Interesse am Selbst anderer zu entwickeln und die Kunst des Lebens zu verfeinern.“

(Antonio R. Damasio, „Ich fühle, also bin ich“)