Und ich weiß auch noch …

Damals, als ich wieder einmal bei meiner Oma geschlafen habe, d.h. im „Gräbele“ zwischen Oma und Opa, habe ich mitbekommen (sie glaubten wohl, ich schlafe schon fest 🙂 ), wie mein Opa aus dem Bett stieg und um´s Doppelbett herum leise zu Oma schlich. Oma hatte an diesem Tag sehr viel gearbeitet. Sie hatte die Trauben von den Reben geschnitten und später in die Weinpresse geschichtet. Opa trank am liebsten seinen eigenen Wein und Oma sorgte dafür, dass er immer welchen hatte.

Natürlich wusste er, wie müde sie nun war und setzte sich zu ihr auf den Bettrand. Er strich ihr über´s Haar und flüsterte: „Keiner liebt dich so wie ich!“

Ich habe seine Worte genau gehört und das werde ich niemals vergessen. Obwohl ich noch ein Kind war und mir die Bedeutung noch nicht bewusst war, hat sich dies tief in mir eingeprägt. Heute weiß ich, es war die Wahrheit, die mein Opa sprach. Meine Großeltern haben sich sehr geliebt.

These Memories

“ We found our place
On the branch of an old oak tree “ ….

Dieser Song erinnert mich an ein Gemälde, das ich im Mai 2018 gemalt habe.

Dazu schrieb ich ein Gedicht:

Für meinen Baum

Nur etwa drei Stunden lang, höchstens vier
Lag ich, der Welt weit entrückt
Träumend bei dir

Den Blick gewidmet all dem Schönen
Ganz ohne Sorgen und ohne Leid
Du gabst mir die Kraft, sie auszutönen

Im goldenen Licht der Sonnenstrahlen
Sah ich dich später durch mein Fenster
Imposant – ich musste dich malen

Deine starken Äste, die mich trugen
Leuchtende Blätter
Die farbenfroh über mir zusammenschlugen

Deine knorrige Rindenhülle
Vom Alter tief zerfurcht
Trägt immer noch Leben, in jeder Rille.

© chrinolo

“ ….. these memories will stay with me. „ – ein wundervoller Songtext, den ich da bei Hollow Coves höre.

Und noch ein Jahr zuvor, nämlich im Mai 2017, schrieb ich auch etwas zu einem Baum:

Wir brauchen Seelenfreunde und Geliebte,
die uns wie lebendige Verkörperungen und Naturkräfte behandeln,
die uns betrachten wie der Gärtner einen aufstrebenden,
zu manchen Jahreszeiten blühenden,
zu anderen Zeiten kahlen, aber immer wachsenden Baum.
Wir suchen nach Menschen,
die uns als ein atmendes und schillerndes Wesen verstehen,
das zugleich vollkommen menschlich, aber auch noch mehr ist:
feinstofflich, unfassbar, magisch ….“

Clarissa Pinkola Estés /“Die Wolfsfrau“

“ ….. these memories will stay with me. “

Musik und Bäume haben etwas Kraftvolles. Ich finde es interessant, dass ich mich immer wieder daran erinnern und mich darauf besinnen kann – Jahr für Jahr.

“ ….. these memories will stay with me. „ … was für schöne Worte!

Ein Lied erzählt mir …

 

… von meinem Kind !    🙂

Dieser Song erschien 1978 auf dem Markt. Er faszinierte und berührte mich so sehr, dass ich mir sofort die Platte besorgte. Gesungen wurde er in der Sprache Tagalog ???  und ich verstand kein Wort. Aber es berührte mich … sprach mich an, sodass ich es mir immer wieder anhörte.

In diesem Jahr brachte ich meinen zweiten Sohn zur Welt. Der Titel des Songs ist „ANAK“. Erst viel später erfuhr ich, dass dieses Wort „KIND“ bedeutet – damals hatte ich noch keinen PC um zu googeln. Michael Holm jedoch sang es später mit deutschem Text  ( https://lyricstranslate.com/de/anak-kind.html ).

Das Original, gesungen von Freddie Aguilar ( https://de.wikipedia.org/wiki/Freddie_Aguilar ), ging um die ganze Welt und wurde in 26 Sprachen übersetzt.

Immer, wenn ich mir Gedanken um Kinder mache – das geschieht ziemlich oft, wie ihr in meinem Blog feststellen könnt – , erklingt in mir dieser wunderschöne Song mit dem eindringlichen Text und erzählt mir wieder aus der Zeit, in der ich ein noch „unschuldiges“ Kind in die Welt geboren habe. Dieses Kind ist ein großes Glück für mich und hat mich nie enttäuscht. Dafür bin ich unendlich dankbar.

 

Doch Freddie Aguilar´s Song ist nach wie vor sehr aktuell und berichtet von Kindern, die Mütter zum Weinen bringen:

Und hier die deutsche Version von Michael Holm:

Dieser Song wird heute noch viel gehört. Er erinnert Mütter/Eltern wohl an viele „Vergangenheiten“  ….