Puh, mich fröstelt!

Dies rief sie mir zu, meine Weinrebe, die ich im Frühjahr gepflanzt habe.

Hier hatte ich darüber berichtet: https://seelenglimmern.com/2019/04/16/ein-halbes-edles-fass-aus-bordeaux/

Sie ist noch so jung und zart und braucht etwas Wärme, wenn jetzt die Minusgrade das Land in den Winterschock versetzen.

Nachdem ich ihr nun ein Wintermäntelchen übergestreift habe, ist sie wohl zufrieden und strahlt mich an 🙂

Ich finde, das Wintermäntelchen steht ihr sehr gut 🙂

Aber auch ihre „Kübelbrüder“ sind nun warm eingepackt und haben nichts zu befürchten.

Es ist ein gutes Gefühl, wenn alles versorgt ist – der Winter kann kommen (obwohl er von mir nicht unbedingt erwünscht ist, hmmm …. )

Ganz Banales aus meinem Alltag … Diamant-Versiegelung mit echtem Diamantenstaub

„Eine „Exzellenzoffensive“ aus einer Kochgeschirr-Schmiede: der hochqualitative Bräter für ganz persönliche Festtagsmenüs! Denn mit erstklassigem Kochgeschirr gelingen auch erstklassige Speisen!“ … stand da zu lesen.

Verständlich, gutes Handwerkszeug ist das A und O einer jeden Köchin! Darum habe ich ihn mir nun endlich gegönnt 🙂 Jetzt wurde er auch gleich getestet.

Ich entschied mich für Kohlrouladen mit Speckummantelung (denn nächste Woche gibt´s dann Spanisches – u.a. frischen Fisch aus dem Meer gleich auf den Tisch 🙂 )

Ja, das sieht gut aus und könnte lecker schmecken 🙂

Und dazu gibt´s Bratkartoffeln, fein mit Oregano und roten Zwiebeln gewürzt:

Wie ich schon sagte, alltäglich Banales. Und doch geistdurchdrungen, denn ich dachte an alles Mögliche, während ich kochte. Z.B. wie wohl die Fahrt im „Roten Blitz“ zur Kartause von Valldemossa werden würde. Dort hat Chopin mit seiner geliebten George Sand in den beiden Klosterzellen Nr. 2 und Nr. 4 überwintert. Ach, diese wunderbare George Sand, die so weise sagte:

„Man sollte alle […] aufhängen, die […] die achtbarste und heiligste Sache der Schöpfung herabwürdigen, das göttliche Geheimnis, den Schöpfungsakt und zugleich die erhabenste Lebensäußerung im Universum. Der Magnet zieht Eisen an, die Tiere hängen aneinander, getrieben von der Verschiedenheit der Geschlechter. Die Pflanzen sind der Liebe gehorsam, und der Mensch, dem allein es auf dieser Erde von Gott verliehen wurde, mit Entzücken zu fühlen, was die Pflanzen und Metalle nur stofflich empfinden können, – der Mensch, bei dem sich die elektrisierende Anziehungskraft in eine Anziehung gefühlsmäßiger Art verwandelt, […] der Mensch allein betrachtet dieses Wunder […] wie eine armselige Notwendigkeit, und er spricht mit Verachtung, Ironie und Hass darüber. Das ist wirklich sonderbar.“
George Sand (1804 – 1876)

Als achtbarste und heiligste Sache der Schöpfung hat sie selbstverständlich nicht meine Bratkartoffeln gemeint. Trotzdem war ich achtsam, dass diese nicht anbrennen 🙂

„Die elektrisierende Anziehungskraft in eine Anziehung gefühlsmäßiger Art verwandelt“ …. schön hat sie das ausgedrückt.

Ich fühle es nun ganz deutlich: ich liebe Bratkartoffeln 😉

Und ich weiß auch noch …

Damals, als ich wieder einmal bei meiner Oma geschlafen habe, d.h. im „Gräbele“ zwischen Oma und Opa, habe ich mitbekommen (sie glaubten wohl, ich schlafe schon fest 🙂 ), wie mein Opa aus dem Bett stieg und um´s Doppelbett herum leise zu Oma schlich. Oma hatte an diesem Tag sehr viel gearbeitet. Sie hatte die Trauben von den Reben geschnitten und später in die Weinpresse geschichtet. Opa trank am liebsten seinen eigenen Wein und Oma sorgte dafür, dass er immer welchen hatte.

Natürlich wusste er, wie müde sie nun war und setzte sich zu ihr auf den Bettrand. Er strich ihr über´s Haar und flüsterte: „Keiner liebt dich so wie ich!“

Ich habe seine Worte genau gehört und das werde ich niemals vergessen. Obwohl ich noch ein Kind war und mir die Bedeutung noch nicht bewusst war, hat sich dies tief in mir eingeprägt. Heute weiß ich, es war die Wahrheit, die mein Opa sprach. Meine Großeltern haben sich sehr geliebt.