Die Kraft der Akzeptanz

Ein Neuanfang im Alter kann herausfordernd sein, doch er birgt auch immense Chancen. Die Fähigkeit, Veränderungen anzunehmen und sich neu auszurichten, ist essenziell. Viele Menschen stehen an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie ihre Wünsche und Bedürfnisse hinterfragen. Diese Bestandsaufnahme ist der erste Schritt zur Selbstakzeptanz. Mir ist bewusst, wie wichtig es ist, mir selbst gegenüber ehrlich zu sein. Ein Faktencheck meiner Lebenssituation hilft mir, Klarheit über meine Ziele zu gewinnen. Wahre Veränderung beginnt mit der Akzeptanz des Ist-Zustands. Viele Fragen tun sich dabei auf.

Bin ich fähig zu akzeptieren? Ich weiß, dass Akzeptanz nicht immer bedeutet, alles einfach hinnehmen oder tolerieren zu müssen.

Doch mir ist vollkommen klar, dass es Dinge gibt, die nicht (mehr) zu ändern sind. Zerstörte Nervenbahnen in der Wirbelsäule etwa, wie es bei mir der Fall ist. Das habe ich akzeptiert.

Was ich jedoch nicht akzeptiere ist, dass die dadurch entstandene Einschränkung meiner Beweglichkeit zu der Bestimmung meines Lebens führt. Diese Herausforderung zeigt mir, dass ich Wege finden kann, meine Einschränkungen zu umgehen und dennoch aktiv am Leben teilnehmen kann. Es war mir möglich, alternative Möglichkeiten zu entdecken, um Freude und Erfüllung zu finden. Sportarten, die weniger belastend sind oder kreative Hobbys, die meine Fantasie anregen. Dies eröffnete mir neue Horizonte.

Darüber hinaus bin ich auch mit der Zeit dazu übergegangen, Sachverhalte aus anderer Sichtweise wahrzunehmen, was letztendlich dazu geführt hat, sie akzeptieren zu können.

Akzeptanz ist auch im Hinblick auf das “glücklich sein” essenziell. “Glück ist immer eine Akzeptanz dessen, was ist. Sag Ja zum Leben!”, sagt Dieter Lang. Da muss was dran sein, denke ich, denn auch Viktor Frankl´s Buch “… trotzdem Ja zum Leben sagen” behandelt dieses wichtige Thema.

Diese Reise der Akzeptanz hat mir nicht nur neue Perspektiven eröffnet, sondern auch eine tiefere Verbindung zu mir selbst geschaffen. Indem ich meine Situation annahm, konnte ich lernen, mich von der Schwere der Einschränkungen zu befreien und den Fokus auf die positiven Aspekte meines Lebens zu richten. Es ist faszinierend, wie sich die eigene Wahrnehmung wandeln kann, wenn man sich auf das Positive konzentriert. Ich entdecke zunehmend, dass meine Erfahrungen und Herausforderungen nicht als Last, sondern als wertvolle Lektionen betrachtet werden können. Diese Einsicht hat mir den Mut gegeben, neue Wege zu gehen und ungeahnte Möglichkeiten in meinem Alltag auszuprobieren. Das Erforschen von neuen Interessen und die Begegnung mit Gleichgesinnten bringen frischen Wind in mein Leben. Mit jeder kleinen Veränderung wächst mein Selbstbewusstsein und ich erkenne, dass auch im Alter eine aktive Gestaltung des Lebens möglich ist.

Das Altern war für mich bislang kein Problem. Ich hatte in den letzten sieben Jahren schlichtweg keine Zeit, darüber nachzudenken und habe es kaum bemerkt. Die Pflege meines an Alzheimer Demenz erkrankten Ehemannes stellte Anforderungen an mich, die Tag und Nacht andauerten. Ich lernte so schnell ich konnte das Wichtigste über diese schreckliche, unheilbare Krankheit. Daneben alles Notwendige über die Pflege. Aber vor allem, diese Krankheit zu akzeptieren, was unglaublich schwer war. Dass ich dann diese Krankheit doch akzeptieren konnte, machte mich gelassener und auf eine seltsame Weise glücklich, denn ich konnte mich nun darauf konzentrieren, meinem Mann noch viele schöne Momente zu schenken, die ihn glücklich machten und ihm noch viele Male ein Lächeln auf die Lippen zauberten. Trotz dieser hoffnungslosen Krankheit.

Zu dieser Zeit war das Thema Altern kein Problem. Was zählte, war sein zu Ende gehendes Leben, dem wir noch möglichst viele schöne Stunde abringen wollten. Im Frühjahr ist er nachts ruhig neben mir eingeschlafen und gegangen. In meinem Leben ist nun sehr viel Ruhe eingekehrt und das Thema Altern kann jetzt zu meiner Lebensaufgabe werden.

Mir ist bewusst, was Goethe mit seinem Zitat meinte: “Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.”

Auch auf diesen Wechsel bin ich gefasst. Wieder ein Neuanfang! Ich kann ihn akzeptieren und somit glücklich werden.

Text, Foto und Gemälde  © chrinolo

Vollmond im Widder: Ein himmlisches Schauspiel

Der Vollmond im Widder, der am 17. Oktober seine volle Pracht entfaltet, ist mehr als nur ein astronomisches Ereignis; er symbolisiert den Beginn neuer Energien und Möglichkeiten. Während ich auf meinem Balkon sitze und die frische Nachtluft einatme, fällt mein Blick auf ein Fenster des Nachbarhauses und ich traue meinen Augen kaum. Ich sehe ihn nicht zwei-, sondern dreifach.

Gerade noch war mir nach einer Russischen Schokolade. Es war, als würde der Himmel mir zuflüstern, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt ist, um meinen kulinarischen Wunsch in Angriff zu nehmen. Doch das hatte sich nun erledigt, denn jetzt dachte ich darüber nach, wie viele Monde mir nach dem Rum in der Schokolade wohl vom Himmel entgegen blicken würden.

Der Mond musste gerade hinter dem Haus am Himmel stehen. Sofort lief ich mit meinem Handy zu einem Fenster meiner Wohnung, von wo aus ich ihn sehen konnte. Und da stand er strahlend und hell.

Der Widder, das erste Zeichen des Tierkreises, steht für Mut und Abenteuerlust – Eigenschaften, die man jetzt nutzen und sich von dieser besonderen Energie inspirieren lassen sollte. Es gilt, das Herz für neue Ideen zu öffnen und sich von der starren Routine zu lösen. Der Vollmond im Widder fordert auf, aktiv zu werden und unsere Leidenschaften zu verfolgen. Leidenschaften, das klingt gut.

Ich nehme also von der Russischen Schokolade schweren Herzens Abstand und mache mir einen duftenden Espresso. Schon fühle ich die inspirierende Energie des Mondes, der mir zuflüstert: “Du hast schon so lange nicht mehr mit Kaffee und Kaffeesatz gemalt!”

Das ist ja wohl eindeutig, er hat mich daran erinnert, dass jetzt der richtige Moment ist, aktiv zu werden. Kaffee und Kaffeesatz waren vorhanden ….

Text, Fotos und Gemälde © chrinolo

Sanfte Ausdauer – Die Kraft der Beständigkeit

In der sanften Ausdauer liegt eine Stärke, die oft unterschätzt wird. Es geht darum, auch in schwierigen Zeiten standhaft zu bleiben und nicht aufzugeben. Diese Eigenschaft wird der weißen Sommermalve, auch echter Roseneibisch oder Hibiskus genannt, zugeschrieben.

Ich sitze auf meinem Balkon und betrachte sie, denke an meinen Mann und unsere Liebe. In der Liebe ist es besonders wichtig, diese sanfte Ausdauer zu zeigen – Höhen und Tiefen gehören dazu, doch wahre Liebe gibt niemals auf. Und so war es auch, viele Jahre lang, bis er dann ins Jenseits wechselte.

Der echte Roseneibisch wird auch in der Nationalhymne Südkoreas erwähnt und erhielt eine Prägung auf der Ein-Won-Münze. Er symbolisiert die sanfte Ausdauer in einer Partnerschaft und das Festhalten aneinander, selbst wenn es herausfordernd wird. Es bedeutet, füreinander da zu sein und gemeinsam durch dick und dünn zu gehen. Möge die Sanfte Ausdauer uns lehren, dass wahre Stärke darin liegt, unbeirrt seinen Weg zu gehen und sich von Hindernissen nicht entmutigen zu lassen.

Die Rose of Sharon ist eine Pflanze der Gattung Hibiskus. Sie hat auch in Gedichten, in der Bibel und in der Musik beeindruckende Bedeutung:

 „Ich bin eine Blume zu Saron und eine Rose im Tal.“ (Hohelied)

In dem Lied geht es darum, dass man niemals aufgibt und immer einen Weg findet, neu anzufangen. Man hat keine Angst vor schwierigen Zeiten, weil man weiß, dass man gestärkt daraus hervorgehen wird. Selbst wenn Menschen versuchen, einen zu Fall zu bringen, wird man immer gestärkt daraus hervorgehen. Der Refrain spricht davon, dass das Feuer, das uns verzehrt, uns auch erneuert, und dass es immer Leben in uns gibt. Man wird immer wieder hoch fliegen und immer wieder neu geboren werden, egal was passiert.

Mit sanfter Ausdauer lenke ich meine Gedanken in die Zukunft, in eine Zeit, die uns eines Tages wieder zusammenführen wird.

Immer wieder führen uns unsere Gedanken zurück in vergangene Zeiten, die von Leichtigkeit und Lebensfreude geprägt waren. Doch wie können wir diese Gefühle der Verbundenheit mit der Vergangenheit bewahren und in unser heutiges Leben integrieren? Die Antwort liegt in der sanften Ausdauer, die es uns ermöglicht, kontinuierlich an unseren Zielen zu arbeiten, auch wenn der Weg manchmal steinig erscheint.

Sanfte Ausdauer bedeutet nicht, sich zu überanstrengen oder sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen. Vielmehr geht es darum, beharrlich und beständig voranzuschreiten, auch wenn die Fortschritte zunächst klein erscheinen mögen. Es ist wie ein sanfter Fluss, der unaufhörlich seinem Ziel entgegenströmt.

Indem wir uns auf die sanfte Ausdauer konzentrieren, können wir nicht nur unsere Ziele erreichen, sondern auch eine tiefe Verbindung zu unserer inneren Stärke und Entschlossenheit aufbauen. So wird jeder Schritt auf unserem Weg zu einem bewussten Akt des Wachstums und der Selbstentfaltung.

Ich möchte die sanfte Ausdauer als Wegweiser nutzen, um meine Gedanken in bevorstehende Zeiten voller Freude und Erfüllung zu lenken.