Schwarze Erde

Heute morgen kam mir eine Melodie in den Sinn während ich in meine Tasse mit dem schwarzem Kaffee blickte. „Schwarze Erde!“ schoss es mir durch den Kopf und ich erinnerte mich plötzlich an einen Blogeintrag „Schwarze Erde“, den ich vor vielen Jahren noch bei „Blog.de“ eingestellt hatte. „Blog.de“ gibt´s nicht mehr, aber es gibt noch den großartigen Pianisten Fazil Say. In seinen Konzerten spielt er immer noch sein berühmtes „Black Earth“ von 1997, das mich offensichtlich nach wie vor ungeheuer fasziniert.

( https://www.youtube.com/watch?v=gYtybgToH2Q&list=RDgYtybgToH2Q&start_radio=1 )

Der weltbekannte Pianist Fazil Say findet in Aşık Veysels Lied „Kara Toprak“ eine tiefe Quelle der Inspiration. Veysels eindringliche Worte – „Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde“ – spiegeln eine existenzielle Verbundenheit mit der eigenen Heimat und deren rauer Landschaft wider. Diese schwarze Erde, Symbol für Beständigkeit und Vergänglichkeit zugleich, verkörpert für Say die universellen Themen von Einsamkeit und Verlust. In Says Interpretation des Stücks verschmelzen klassische Klavierkunst, Jazz und anatolische Volksmusik zu einer emotionalen Brücke zwischen Kulturen. Dabei gelingt es ihm, die stille Melancholie und die tiefe Sehnsucht, die Veysel in seinen Versen ausdrückt, in Klangfarben umzusetzen, welche mich sehr berühren. So wird „Kara Toprak“ mehr als ein Lied – es wird zum Spiegelbild menschlicher Existenz und zur Hommage an die unerschütterliche Kraft der schwarzen Erde als Quelle von Leben und Erinnerung.

Die Übersetzung von Veysel´s Text habe ich hier gefunden: https://www.musik-for.uni-oldenburg.de

Schwarze Erde

Freund glaubt, viele umarmte ich
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde
Umsonst reiste ich herum, ermüdete vergeblich
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Gefesselt war ich an viele Schönheiten
Hatte weder eine Treue noch sah ich Dienlichkeit
Alle meine Wünsche bekam ich von der Erde
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Schafe gab sie, Lämmer gab sie, Milch gab sie
Essen gab sie, Brot gab sie, Fleisch gab sie
Mit der Hacke nicht bearbeitet, gab sie nur geringfügig
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Von Adam an hat sie Nachkommen gegeben
Hat mir verschiedene Sorten Früchte gegeben
Jeden Tag hat sie mich auf ihrer Haut getragen
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Ihren Bauch schlitze ich auf mit Spaten und Hacken
Ihr Gesicht riss ich mit Nägeln und Händen
Dennoch empfing sie mich mit Rosen
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Wenn ich sie quälte, lachte sie mich an
Dies ist keine Lüge, jeder hat es gesehen
Samen habe ich ihr gegeben, vier Gärten hat sie mir zurückgegeben
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Schaue ich liegend in die Luft, bekomme nichts mehr als Luft
Wenn ich die Erde pflege, bekomme ich Segen
Wenn ich mich von der Erde trenne, wo bleibe ich dann
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Falls du einen Wunsch hast, erbitte ihn dir von Gott
Um ihn zu erreichen, entferne dich nicht von der Erde
Die Großzügigkeit ist vom Erschaffer der Erde erteilt worden
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Falls du die Wahrheit suchst, ist dies der Beweis
Gott ist nah dem Knecht, und der Knecht nahe Gott
Gottes geheimnisvoller Schatz ist in der Erde
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Die Erde verdeckt all meine Fehler
Salbt meine Wunden und heilt sie
Wartet mit offenen Armen auf meinen Wegen
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

Wer all diese Geheimnisse kann enthüllen
Der kann dieser Welt unsterbliche Werke hinterlassen
Der Tag wird kommen, dass sie Veysel an die Brust drückt
Meine treue Geliebte ist die schwarze Erde

 

 

Ein Dichter dichtet

Er sitzt vor einem leeren Blatt Papier, die Worte schwirren in seinem Kopf und warten darauf, endlich zum Leben erweckt zu werden. Der Dichter dichtet unentwegt, ein Prozess, der nicht nur von Kreativität, sondern auch von tiefen Gefühlen geprägt ist. Jede Zeile, jeder Vers ist ein Versuch, Emotionen zu fassen und sie mit seinen Lesern zu teilen.

Während er an seinem neuen Gedichtband arbeitet, erkennt er, dass es nicht nur um Technik geht; es geht um das Herzblut, das er hineinlegt. Jeder Gedanke wird zu einem Teil seiner Geschichte, und er schafft einen Raum, in dem sich Leser mit ihren eigenen Empfindungen verbinden können. Es ist eine Reise der Selbstentdeckung und des Austauschs – unermüdlich schafft er ein Werk, das nicht nur seine Stimme widerspiegelt, sondern auch die Herzen seiner Leser berührt. So wird das Dichten zu einer Brücke zwischen ihm und der Welt.

Mit jedem Wort, das er wählt, und jeder Zeile, die er formt, legt er seine Gefühle offen – kostbar wie Blattgold sinken sie auf das weiße Stück Papier. Es ist ein Prozess der Hingabe und des Schaffens, bei dem die Emotionen fließen und sich mit den Gedanken verweben.

Du kannst förmlich spüren, wie der Dichter sein Innerstes nach außen kehrt. Jedes Gedicht wird zum Gefäß seiner Empfindungen, ein Spiegelbild seiner Sehnsüchte. Wenn du seine Worte liest, wirst du Teil dieser intimen Reise. Du fühlst die Leidenschaft, die ihn antreibt, während er unermüdlich an seinem neuen Gedichtband arbeitet.

Lass dich von seinen Worten berühren und inspirieren – denn letztlich geht es darum, dass die geteilten Emotionen lebendig werden und auch in dir einen Resonanzraum finden. So wird das Dichten zu einer gemeinsamen Erfahrung zwischen Dichter und Leser.

Ja, genau so arbeitet Jürgen D. Noack von dem ich schon einige Gedichte hier veröffentlicht habe. Zum Beispiel:

Hier nun ein neues Gedicht von ihm, das ich vor ein paar Tagen erhalten habe. Ich finde es so berührend und bezaubernd, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte. In Kürze wird es auch in seinem erscheinenden Gedichtband enthalten sein:

Augenblick

Es kommt vor

Dass die Zeit

In der wir flüchtig

Blicke wechseln

Und uns nur nebenbei

Wahrnehmen

Für einen Eindruck

Und einen Gedanken

Der sich irgendwann am Tag

Ganz leise wieder

meldet

Und uns vielleicht sagt

Dass sich auch der

Augenblick

Lohnt

Ihn zu erleben.

© Jürgen D. Noack

Übrigens, Jürgen D. Noack ist nicht nur ein talentierter Dichter, sondern auch ein exzellenter Koch, leidenschaftlicher Rock-Musiker (Gitarre) und Sänger im Pop- und Gospelchor https://popchorn.de/

Diese Tätigkeiten/Hobbies sind nicht nur eine Möglichkeit, die Freizeit zu verbringen, sondern auch eine wertvolle Quelle für emotionale Erlebnisse. Jede kreative Tätigkeit ermöglicht es ihm, so seine Emotionen wahrzunehmen, auszudrücken und zu verarbeiten.

Text (außer Gedicht) und Gemälde  © chrinolo

Irgendwo gibt´s ein Paradies

Durch Nacht und Tag
Wandern wir am Lebensende
In eine unbekannte Dimension
Hier gibt es weder Raum noch Zeit
Das, was wir Paradies nennen ist gar nicht weit.


Wir sitzen im Gras inmitten duftender Blüten
Über uns erstrahlt ein lächelndes LICHT
Liebende Augen blicken auf uns nieder
Endlich! Überglücklich sehen wir uns wieder.


Wir fühlen dass wir mit der Schöpfung
Und auch unseren Liebsten
Wechselseitig auf Ewig verbunden sind
Allumfassende Liebe umweht uns

Wie sanfter Wind.

Text und Gemälde © chrinolo