Der Engel Michael

Im Mittelpunkt meines Verständnisses von Wirklichkeit steht ein bewusster intelligenter Geist als Urgrund aller Materie. Materie, so wie ich sie wahrnehme, ist vergänglich und nur eine äußere Erscheinung. Das Wahre und Reale liegt hingegen im unsichtbaren, unsterblichen Geist, der allem Sein zugrunde liegt.

Doch Geist an sich ist nicht isolierbar. Jeder Geist gehört einem Wesen an, weshalb ich die Existenz von Geistwesen/Schutzwesen annehme. Diese Geistwesen wiederum sind nicht aus sich selbst entstanden, sondern wurden geschaffen. Daraus folgt die logische Notwendigkeit eines Schöpfers, einem ursprünglichen Wesen, das als Quelle allen Geistes fungiert. Dieses Wesen nenne ich traditionell GOTT, wie es in den Kulturen der Menschheit seit Jahrtausenden überliefert ist.

Mein geistiges Schutzwesen, den Engel, habe ich im vorausgegangenen Beitrag mit weißer Farbe und Flügeln gemalt. Natürlich wird er so wohl nicht aussehen. Aber wie soll ich mit Farbe den Ausdruck des reinen, geistigen Lichts und der göttlichen Liebe, die jenseits aller physischen Vorstellungen liegen, malen? So entstand eben symbolisch dieser weiße Engel mit Flügeln.

Doch ein Mal, es war 2011 in der Bretagne, habe ich „ihn“ im Traum gesehen. Wahrscheinlich kommt euch diese Geschichte nun zu fantastisch vor, aber in mir ist sie tief verankert.

Damals hatte ich mich fast fluchtartig zu einer Reise entschlossen, um endlich wieder einmal im „Hier und Jetzt“ leben zu können. Ich fuhr alleine mit meinem Auto, da mein Mann wegen unserer Katze nicht mitkommen wollte. Er konnte sie nicht alleine lassen und eine Katzenpension kam für ihn nicht in Frage. Selbstverständlich war er nicht begeistert, dass ich alleine – ohne seinen Schutz –  in den felsigen Klippen herumkraxeln wollte, um eine einsame, geeignete Stelle für das „Alleinsein im Hier und Jetzt“ zu finden. Aber er ließ mich gewähren.

Am Tag nach meiner Ankunft in Trévou-Tréguignec hatte ich vor, die Klippen zu erkunden. Ich erinnere mich noch genau an die erste Nacht dort in meiner Unterkunft und an den ersten Traum in dem fremden Bett (man sagt, der erste Traum in einem fremden Bett wird wahr). In diesem Traum also erschien ein Mann: groß, blond, langhaarig und in einem langen Mantel. Er stellte sich vor und sagte, er sei Michael Emerson (vorher nie gehört!?).
Dieser Michael sprach mit mir sehr ruhig und vertrauenserweckend. Er sagte:
„Du kannst morgen ruhig den Klippenweg gehen. Und auch sonst kannst du deinen Urlaub hier alleine verbringen. Es wird dir nichts passieren. Ich werde bei dir sein und dich beschützen.“

Am Morgen, als ich aufwachte, erinnerte ich mich sofort daran und war unsagbar beruhigt.

Von Perros-Guirec aus startete ich meine Wanderung entlang der Steilküste, ich ging den „Zöllnerpfad“ (den etwa vier Kilometer langen „Sentier des Douaniers“) bis zum Ort Ploumanac‘h.

Damals fühlte ich „Die Präsenz des Jetzt“ und dass ich nicht alleine war. Mein Schutzgeist Michael war bei mir!

Ich habe diesen Traum niemals wieder vergessen.

Mir fällt dazu noch ein, dass ich mir damals, nach meinem Traum, Gedanken gemacht habe, warum er sich als „Michael Emerson“ vorgestellt hatte. Ich googelte und forschte, was denn dieses „Emerson“ bedeuten könnte. Damals las ich: Emer ist ein irisches Wort, möglicherweise abgeleitet von „eimh“, was geschickt bedeutet. Und „son“ ist ein Patronym. Echte Patronyme sind keine Familiennamen im heutigen Sinn, sondern beziehen sich jeweils nur auf die Kinder eines bestimmten Vaters. Das fand ich wirklich spannend und interessant.

„Michael“ zu begegnen war für mich ein wertvolles Erlebnis und ich frage mich, wer mir da wohl seinen Sohn zum Schutz geschickt hat? 😌

Fotos und Text © chrinolo

Auf jeden Fall gut beschützt

Ähnlich wie Buddha von der Kobra beschützt wird, zeigt sich dieser Glaube universell in unterschiedlichen spirituellen Bildern. Ob Engel oder andere schützende Wesen – sie symbolisieren den menschlichen Wunsch nach Geborgenheit und Unterstützung in einer oft unberechenbaren Welt. Gerade in turbulenten Zeiten kann dieser Glaube Kraft schenken und das Gefühl vermitteln, nie allein zu sein. So wird der Schutzengel zu einem wertvollen Begleiter auf unserem Lebensweg.

Gemälde und Text © chrinolo

Früher, wenn meine Großmutter nach einem kleinen „Missgeschick“ sagte: „Heute hattest du wieder einen guten Schutzengel“, vermittelte sie mir nicht nur Sicherheit, sondern auch Hoffnung und Zuversicht. Diese kindliche Gewissheit, dass jemand über uns wacht, schafft eine emotionale Verbindung, die Ängste lindert und Vertrauen fördert. So lässt es sich leichter leben.

Engel verkörpern seit jeher die Vorstellung eines übernatürlichen Schutzes, der uns in schwierigen Momenten beisteht. In vielen Kulturen gelten sie als Boten des Göttlichen, die uns behüten und leiten – eine Vorstellung, die besonders im Kindheitsalter Trost spenden kann.

Indem wir diese Vorstellung pflegen, stärken wir nicht nur unseren Geist, sondern auch unsere Fähigkeit, Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen und aus ihnen zu lernen. So bleibt der Schutzengel nicht nur ein kindlicher Trost, sondern wird zu einem lebenslangen Begleiter auf unserem individuellen Weg.

Gemälde und Text © chrinolo

Tja, wem der Glaube fehlt …

 

Eine echte Begegnung kann in einem einzigen Augenblick geschehen.
Anaïs Nin

 

Text und Gemälde © chrinolo (ausgenommen:Zitate)

Nun war die schöne, grüne Meerjungfrau schon vierzehneinhalb Jahre alt und hatte immer noch nicht ihren Meerprinzen gefunden. In ihrer Verzweiflung klagte sie ihr Leid Gott Neptun, ihrem Vater. Dieser jedoch lächelte und meinte: „Mein Kind, das hat doch noch Zeit. Glaube mir, der Augenblick wird rechtzeitig kommen!“

Die Meerjungfrau sank wieder zurück auf den Meeresgrund und war sehr traurig. Plötzlich hörte sie eine Stimme: „Hallo, schöne Meerjungfrau, küss mich! Ich bin dein Prinz.“ Der kleine Fisch, der vor ihr verharrte, blickte ihr tief in die Augen und lächelte. „Spinnst du? Mein Prinz ist ein Frosch und du bist nur ein kleiner Fisch!“, schimpfte die Meerjungfrau erbost. „Ja, der Frosch – das bin ich auch. Dein Vater hat mich in einen Fisch verwandelt, damit ich mit dir im Meer leben kann. Weisst du, er will nicht länger mitansehen, wie traurig du bist.“, erwiderte der kleine Fisch.

Die schöne, grüne Meerjungfrau aber sah ihn nur verächtlich an und meinte: „Mein Vater würde so etwas niemals tun, das wäre ihm viel zu zeitaufwendig. Der hat andere Dinge im Kopf, die ihm wichtiger sind.“ Sie blickte wieder zu Boden und würdigte den kleinen Fisch keines Blickes mehr.

„Nun gut,“ sagte der kleine Fisch, „ich habe mich auch gewundert, als dein Vater mit solch einem Unsinn an mich herantrat. Aber dann habe ich mich an eine Weisheit meines guten Freundes Hermann Hesse erinnert. Der sagte zu mir:
Ich glaube, dass trotz des offensichtlichen Unsinns das Leben dennoch einen Sinn hat. Ich ergebe mich darein, diesen letzten Sinn mit dem Verstand nicht erfassen zu können, bin aber bereit, ihm zu dienen.
…  da es aber offensichtlich sinnlos ist, mit dir darüber zu diskutieren, habe ich keine Lust, dir noch länger zu dienen. Und den Frosch, in den ich mich wieder zurück verwandeln lasse, kannst du auch vergessen. “

Die grüne Meerjungfrau sah auf und entgegnete: „Ich weiss schon lange, dass die Sache mit dem Frosch küssen ein Unsinn ist … ich will weder einen Frosch noch einen Fisch! Und jetzt schreibe ich an http://www.date50plus.de. Die können mir einen grünen Meerprinzen reservieren, falls der richtige Augenblick bis dahin nicht eingetroffen ist. Auf die ist Verlass – dieses Jahr waren sie TESTSIEGER!“

In diesem Augenblick beendete der kleine Fisch resolut diese unsinnige Begegnung und schwamm erleichtert davon. 😉