Schön, dass du da bist!

 

Ich brauche Dich nicht …
Aber es ist schön, Dich an meiner Seite zu haben
Du schmückst mein Leben, machst es reicher
An Freude, an liebevoller Zuwendung
Du schenkst mir Respekt, Achtsamkeit und
Schutz , der sich nicht aufdrängt
Sondern mich in ein Gefühl von Geborgenheit hüllt
Deine Geschenke
Ich kann sie vertrauensvoll annehmen
Weil Du keine Gegenleistung dafür erwartest

Du brauchst mich nicht …
Aber es macht dich glücklich
Mich an Deiner Seite zu haben.

© chrinolo / am 15.01.2014 (heute wiedergefunden)

Ikarus – eine andere kleine Geschichte

 

Wenn die Sonne erlischt

Lange Zeit stand sie jeden Morgen am Himmel, rollte ihr flimmerndes Goldorange über die Wiesen vor dem Haus aus. Es war wunderschön anzusehen, wie sie dann später hoch am Himmel stand und die große Weite umspannte, wie sie Energie, Wärme und Lebensfreude spendete. Staunend suchte Ikarus ihre überwältigende Anziehungskraft zu ergründen.

Aber er musste sich vorsehen, ihr nicht zu nahe zu kommen. Bewundernd spürte er ihre enorme Kraft und sah immer wieder zu ihrer leuchtenden Glut hinauf. Fasziniert weidete er dabei seine oftmals schmerzenden, geblendeten Augen an ihrem wechselnden Lichtspiel, das die Welt verzauberte. Natürlich war ihm bewusst, dass sie nicht nur für ihn allein schien, sondern dass sie ihre Energie über die ganze Welt ergoß und auch vielmals mit gigantischen Lichtblitzen vergeudete.

Ihre Energie war nicht unendlich, verbrauchte sich zusehends und nahm unaufhaltsam mit der Zeit ab. Langsam begann sie zu schrumpfen, zog sich todmüde, wund und erschöpft in den Abendhimmel zurück. Eines Tages dann, am Ende ihrer Zeit, hüllte sie sich zum letzten Mal in ihr glutrotes Kleid und erstrahlte im letzten Aufblühen in unglaublicher Schönheit.  Letztlich ergab sie sich entkräftet ihrer Natur, verkümmerte zunächst zum weißen Zwerg, dann zum schwarzen und schließlich erlosch sie ganz.

Ikarus nahm dies alles mit Bestürzung wahr.
Er vermisste darauffolgend ihre strahlende Wärme und ihren goldenen Schein, der seinen Tag erhellte.
Doch nun hatte er auch nichts mehr zu befürchten, weder ihre Nähe noch den Absturz, der ihm in ihrer Nähe drohte.

Von diesem Zeitpunkt an stand keine Sonne mehr über ihm am Himmel, sondern nur noch ein erloschener, kalter Geröllhaufen im weiten Universum … lebensfern und der Welt entrückt.

Text und Gemälde © chrinolo

p.s.  Die Gestalt des Ikarus hat immer wieder viele Künstler inspiriert.

Ich habe ihn in meiner kleinen Geschichte da oben nicht abstürzen lassen !  😉

2017 habe ich ihn gemalt und mir meine Gedanken gemacht – hier  🙂  :
https://seelenglimmern.com/2017/02/26/ach-immer-diese-belehrungen/

Wie ich nun wieder einmal auf dieses Thema komme? Nun, es gibt auch einen weiblichen Ikarus.
„Die Wachsflügelfrau – Geschichte der Emily Kempin-Spyri“ – ein Roman von Eveline Hasler, eine wahre und bewundernswerte Lebensgeschichte. Ich lese sie gerade  🙂