Ich träume vom strahlendblauen Himmel

 

Ich träume vom strahlendblauen Himmel

Von Lavendelduft und rotem Mohn
Der Sommer kündigt sich an, ich spüre ihn schon
Fühle im Traum den zarten Morgentau
Sein Glitzern leuchtet, wohin ich auch schau
Mich streift ein weicher Sonnenstrahl
Der Himmel lacht, grüßt tausendmal

Im Traum liege ich im goldgrünen Moos, will nur träumen
Alles andere kann ich getrost versäumen
Denke an keine Sorgen und an keine Not
Vom frühen Morgen bis zum Abendrot
Genieße dieses wundervolle Schweigen
Lass´ mir im Traum den nahenden Sommer zeigen
Meine Seele geht dabei auf, ich vergesse die Zeit
Sommerträume halten stets pures Glück bereit.

Text und Gemälde © chrinolo

Einmal lagen wir im Gras …

Ich habe das Buch noch einmal gelesen. Ich meine das, über das ich gestern geschrieben habe:  „Präludium für Josse“ von Snorre Björkson  … schöne Bücher lese ich oft mehrmals, weil ich mich plötzlich an eine Stelle erinnere, die mich besonders berührt hat. So wie diese:


(…. )

… und dann habe ich ein Bild dazu gemalt. Über die Szene, das Zeitfenster und die melancholischen Erinnerungen den vergangenen Sommertage.

Und jetzt lese ich bei Frida Kahlo weiter   🙂

Und stört mich mal ein Zipperlein, dann denke ich an ihren Schmerz …

 

… verursacht durch Krankheit, schweren Unfall und seine Folgen.

1910 wurde Frida Kahlo geboren
1918 Kinderlähmung, Atrophie des rechten Beins mit leichter Verkürzung sowie nach rechts geneigtem Fuß
1925 Schwerer Straßenbusunfall, Wunde durch ein Stahlrohr –  eingedrungen durch die linke Hüfte und ausgetreten durch die Vagina, Riss der linken Schamlippe, Fraktur des 3. und 4. Lendenwirbels, drei Beckenfrakturen, 11 Frakturen des rechten Fußes, Luxation des rechten Ellenbogengelenks, der Bruch der Wirbelsäule wird erst während der Behandlung in der Klinik bemerkt. Folgend akute Bauchfell- und Blasenentzündung. Frida liegt 9 Monate im Gipskorsett! Sie leidet unsäglich an Schmerzen in der Wirbelsäule und im rechten Bein.

Unvorstellbar, wie diese kleine, zierliche Frau dies überlebt hat. Aber dem nicht genug, denn

1929 heiratet sie Diego Rivera und wird kurz darauf schwanger.

Das ist ein Foto im Garten vom blauen Haus. Frida ist schwanger. Sie malt während dieser Zeit ihr berühmtes Gemälde „Frida und der Kaiserschnitt“. Der Kaiserschnitt war geplant und das Gemälde zeigt, wie sie sich diesen vorstellte. Wegen ihres Unfalls war es ihr nicht möglich, ein Kind normal zu gebären und der Kaiserschnitt war die einzige Möglichkeit. Frida wünschte sich sehnlichst ein Kind, einen kleinen Dieguito …

Aufgrund ihres zu engen Beckens wird wieder ein Abort vorgenommen … ihr Mann wollte ohnehin kein Kind! Das Gemälde ist sehr interessant, da die Umrisse der Figuren von ihrem Mann gemalt wurden – er versuchte ihr beim Malen zu helfen. Auch die Farben sind nicht ihre, sondern die Diegos. Nachdem er die Umrisse gemalt hatte fühlte sie, dass dies nicht ihre Malerei war und sie vollendete das Werk nicht.

1932 war sie dann ein drittes Mal schwanger, doch auch dieses Mal war es ihr nicht vergönnt, ein Kind zur Welt zu bringen. Sie erlitt eine Fehlgeburt. Im Krankenhaus malte sie daraufhin ihr Gemälde „Henry Ford Krankenhaus“ oder „Das fliegende Bett“.

Das Bett schwebt in einem abstrakten Raum und wird von sechs bedeutungsvollen Symbolen umgeben. Das wichtigste Symbol ist wohl ein perfekt geformter männlicher Fötus, ihr kleiner „Dieguito“, den sie sich so sehr gewünscht hatte.

Dann starb auch noch ihre Mutter und die Verluste waren einfach zuviel für sie. Diego schlug ihr „zur Ablenkung“ vor, doch ihr eigenes Leben zu malen – sie war gerade mal 25 Jahre alt – und sie begann mit ihrem Werk „Meine Geburt“ – so wie sie sich ihre Geburt vorstellte. Das Gemälde ist heute im Besitz von dem Popstar Madonna.

Sie malte auch hier keine glückliche Geburt, denn sie war der Madonna, die über dem Bett hängt, nicht dankbar für ihre Geburt. Und die Madonna weint, weil sie den Unfall und all die tragischen Folgen nicht verhindern konnte. Außerdem fühlte sich Frida von ihrer Mutter ungeliebt und „unnütz“ (doch das ist eine andere Geschichte).

Angesichts so vieler Leiden und dem damit verbundenen lebenslangen Schmerz frage ich mich wirklich: „Wie konnte sie das alles über so einen langen Zeitraum ertragen?“. So manch anderer würde es in dieser aussichtslosen Situation vorziehen, lieber zu sterben.

Nein, sie hat keine Träume gemalt, sondern ihre Realität. Sie hat sich die Welt auch nicht bunt und schön gemalt –  ihre starken Farben haben eine tiefe Symbolik  –  Rot ist nicht die Liebe!

Ihr Leben war ein ganz Besonderes, die Liebe war für sie etwas ganz Besonderes und ihre Sicht zu den Eigenschaften der verschiedenen Farben war auch eine Besondere – hier hatte ich darüber geschrieben:

https://seelenglimmern.com/2017/04/15/nichts-ist-schwarz-wirklich-nichts/