Nachts gegen drei wache ich oft auf und finde keinen Schlaf mehr. Dann stehe ich leise auf, bereite mir eine Tasse Kaffee zu und setze mich auf den Balkon. Der Mond scheint hell, die Sterne funkeln klar am Himmel – ein Moment voll stiller Schönheit. In dieser Ruhe fühle ich mich mit dem unendlichen Universum verbunden. Gedanken an das Licht, das uns alle durchdringt, erfüllen mich mit Wärme und Geborgenheit.
Ich glaube fest daran, dass wir als Lichtwesen eines Tages dorthin zurückkehren, unsere wahre Heimat. Mein Mann ist bereits vorausgegangen, und ich weiß, dass er dort glücklich ist. Dieses Wissen nimmt mir die Einsamkeit in der Nacht. Das Alleinsein auf dem Balkon tut meiner Seele gut.
Während meine Gedanken so schweifen, wird meine Müdigkeit spürbar. Die Kaffeetasse ist leer, und es ist nun der richtige Moment, um wieder ins Bett zu gehen – erfüllt von Frieden und Zuversicht.
Bevor ich mich ins Bett lege, nehme ich mir einen Moment Zeit, um meine Dankbarkeit für diesen stillen Augenblick auszudrücken. Die Dunkelheit umhüllt mich wie eine sanfte Decke, die alle Sorgen des Tages von mir abfallen lässt.
Eine sanfte Melodie schleicht sich in meine Gedanken – und die Worte:
Guten Abend, gut’ Nacht, von Englein bewacht, …………. Schlaf nun selig und süß, schau im Traum ’s Paradies.
Langsam schlinge ich nun die Decke fester um mich und atme tief ein, spüre, wie sich mein Herz beruhigt. Die leisen Geräusche der Nacht begleiten mich. In solchen Momenten wird mir bewusst, wie kostbar diese Stille ist, die mir erlaubt, mich selbst wiederzufinden und innere Klarheit zu gewinnen. Morgen wartet ein neuer Tag mit seinen Herausforderungen, doch jetzt darf ich einfach sein – getragen von der Gewissheit, dass Licht und Liebe stets bei mir sind.
Im Mittelpunkt meines Verständnisses von Wirklichkeit steht ein bewusster intelligenter Geist als Urgrund aller Materie. Materie, so wie ich sie wahrnehme, ist vergänglich und nur eine äußere Erscheinung. Das Wahre und Reale liegt hingegen im unsichtbaren, unsterblichen Geist, der allem Sein zugrunde liegt.
Doch Geist an sich ist nicht isolierbar. Jeder Geist gehört einem Wesen an, weshalb ich die Existenz von Geistwesen/Schutzwesen annehme. Diese Geistwesen wiederum sind nicht aus sich selbst entstanden, sondern wurden geschaffen. Daraus folgt die logische Notwendigkeit eines Schöpfers, einem ursprünglichen Wesen, das als Quelle allen Geistes fungiert. Dieses Wesen nenne ich traditionell GOTT, wie es in den Kulturen der Menschheit seit Jahrtausenden überliefert ist.
Mein geistiges Schutzwesen, den Engel, habe ich im vorausgegangenen Beitrag mit weißer Farbe und Flügeln gemalt. Natürlich wird er so wohl nicht aussehen. Aber wie soll ich mit Farbe den Ausdruck des reinen, geistigen Lichts und der göttlichen Liebe, die jenseits aller physischen Vorstellungen liegen, malen? So entstand eben symbolisch dieser weiße Engel mit Flügeln.
Doch ein Mal, es war 2011 in der Bretagne, habe ich „ihn“ im Traum gesehen. Wahrscheinlich kommt euch diese Geschichte nun zu fantastisch vor, aber in mir ist sie tief verankert.
Damals hatte ich mich fast fluchtartig zu einer Reise entschlossen, um endlich wieder einmal im „Hier und Jetzt“ leben zu können. Ich fuhr alleine mit meinem Auto, da mein Mann wegen unserer Katze nicht mitkommen wollte. Er konnte sie nicht alleine lassen und eine Katzenpension kam für ihn nicht in Frage. Selbstverständlich war er nicht begeistert, dass ich alleine – ohne seinen Schutz – in den felsigen Klippen herumkraxeln wollte, um eine einsame, geeignete Stelle für das „Alleinsein im Hier und Jetzt“ zu finden. Aber er ließ mich gewähren.
Am Tag nach meiner Ankunft in Trévou-Tréguignec hatte ich vor, die Klippen zu erkunden. Ich erinnere mich noch genau an die erste Nacht dort in meiner Unterkunft und an den ersten Traum in dem fremden Bett (man sagt, der erste Traum in einem fremden Bett wird wahr). In diesem Traum also erschien ein Mann: groß, blond, langhaarig und in einem langen Mantel. Er stellte sich vor und sagte, er sei Michael Emerson (vorher nie gehört!?). Dieser Michael sprach mit mir sehr ruhig und vertrauenserweckend. Er sagte: „Du kannst morgen ruhig den Klippenweg gehen. Und auch sonst kannst du deinen Urlaub hier alleine verbringen. Es wird dir nichts passieren. Ich werde bei dir sein und dich beschützen.“
Am Morgen, als ich aufwachte, erinnerte ich mich sofort daran und war unsagbar beruhigt.
Von Perros-Guirec aus startete ich meine Wanderung entlang der Steilküste, ich ging den „Zöllnerpfad“ (den etwa vier Kilometer langen „Sentier des Douaniers“) bis zum Ort Ploumanac‘h.
Damals fühlte ich „Die Präsenz des Jetzt“ und dass ich nicht alleine war. Mein Schutzgeist Michael war bei mir!
Ich habe diesen Traum niemals wieder vergessen.
Mir fällt dazu noch ein, dass ich mir damals, nach meinem Traum, Gedanken gemacht habe, warum er sich als „Michael Emerson“ vorgestellt hatte. Ich googelte und forschte, was denn dieses „Emerson“ bedeuten könnte. Damals las ich: Emer ist ein irisches Wort, möglicherweise abgeleitet von „eimh“, was geschickt bedeutet. Und „son“ ist ein Patronym. Echte Patronyme sind keine Familiennamen im heutigen Sinn, sondern beziehen sich jeweils nur auf die Kinder eines bestimmten Vaters. Das fand ich wirklich spannend und interessant.
„Michael“ zu begegnen war für mich ein wertvolles Erlebnis und ich frage mich, wer mir da wohl seinen Sohn zum Schutz geschickt hat? 😌
Da muss noch was gelebt werden. Sonst wäre ich schon längst nicht mehr hier, sondern dort, woher wir alle kommen. An diesem Ort soll es um ein Vielfaches schöner sein als hier. Wie oft träume ich mich dorthin.
Ich blicke auf atemberaubende Landschaften und prachtvolle Städte. Sie sind eingetaucht in ein magisches Licht, ähnlich wie wir es von einem Sonnenuntergang kennen. Doch die Leuchtkraft und der warme, rotgoldene Farbton sind nicht mit Worten zu beschreiben. Genauso unvergleichlich ist die Farbintensität der Blumen auf der endlosen Wiese, über die wir gerade gleiten, ohne die Pflanzen zu berühren oder gar zu verletzen. Es ist dort einfach wunderschön und die Leichtigkeit, mit der wir uns bewegen, erfüllt uns mit einem Gefühl grenzenloser Freiheit und Glück.
Sorglos sprechen wir über unseren neuen Seelenplan für das nächste Erdenleben. Natürlich wollen wir es wieder zusammen verbringen, da sind wir uns einig. Es ist wahrhaftig berauschend, die Zukunft in allen Details zu planen. Das Herrlichste daran ist, dass wir uns dort schon aussuchen dürfen, wie wir dann leben wollen. Es gibt so einiges, das wir besser machen möchten. Außerdem sind da auch noch so manche Erfahrungen, welche uns noch fehlen und die wichtig sind.
Es gibt wirklich viel zu besprechen und zu bedenken, damit das nächste Erdenleben gelingt. Aber dafür haben wir noch viel Zeit, denn noch bin ich hier. Allein, denn du bist ja schon vorausgegangen.
Offensichtlich habe ich meinen Seelenplan für dieses Erdenleben noch nicht abgearbeitet. Da muss noch was gelebt werden!
Während ich in diesem Fluss des Lebens verwebe, erkenne ich, dass jede Herausforderung, die mir begegnet, ein wertvoller Lehrer ist. Diese Momente der Anforderungen und Prüfungen laden mich ein, das Beste aus mir herauszuholen, meine inneren Stärken zu entdecken und meine Ängste zu transformieren. Manchmal scheint der Weg steinig und ungewiss, aber gerade in diesen Phasen entfaltet sich oft das größte Wachstum. Ich lerne, die Rückschläge als Wendepunkte zu betrachten, die mich näher zu meinem wahren Selbst führen.
Zugleich entfaltet sich um mich herum eine Kulisse von Magie und Inspiration. Die kleinen Wunder des Alltags erscheinen mir in neuem Licht – der sanfte Wind, der durch die Bäume rauscht, das Lächeln eines Fremden oder das sanfte Plätschern eines Baches. All diese Elemente fließen in meine Seele ein und stärken mein Vertrauen in den natürlichen Rhythmus des Lebens.
Ich beginne zu spüren, dass die Verbindung zu meiner Umgebung nicht nur Bereicherung birgt, sondern auch Verantwortung mit sich bringt. Diese Wertschätzung für das Leben selbst spornt mich an, bewusster Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit meiner Bestimmung stehen. Jedes Wort, das ich spreche, jeder Gedanke, den ich habe, formt die Realität um mich herum. Ich setze die Absicht, mit Mitgefühl und Liebe zu agieren – in jedem Moment und mit jedem Atemzug.
So schreite ich weiter voran, angefüllt von der Überzeugung, dass das Leben eine grandiose Reise ist, die gelebt und nicht nur überstanden werden will. In dieser Gewissheit finde ich Frieden und das Wissen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und ich bin mir sicher: Da geht noch was! In jedem Alter geht noch was!