Ein tadelloses Mitglied …

Heute habe ich gelesen:

„Für viele ältere Menschen sind Vereine wie Liederkranz, Wanderverein oder Kirchenchor so etwas wie die letzte Bastion gegen die völlige Vereinsamung …
[…] im Verein werden zudem unter Anderem soziale Kompetenzen geschult wie Teamfähigkeit und Durchsetzungsvermögen…“

Hmmm, ich dachte immer, speziell Letzteres sollte in diesem Alter eigentlich abgeschlossen sein!???

Nun, mir persönlich ist es kein Bedürfnis, einem Verein oder Sonstwas anzugehören – aus gutem Grund: ich lasse mir nicht Zwänge, Satzungen und Sonstiges auferlegen und mein Image muss auch nicht durch eine Vereins- bzw. Sonstwas-Mitgliedschaft aufpoliert werden.

Außerdem denke ich da wie Albert Einstein:

„Um ein tadelloses Mitglied
einer Schafherde sein zu können,
muss man vor allem ein Schaf sein.“

Und auch Reinhard Mey hat nicht ganz Unrecht, oder?  😉

„Man merke: Im Verein wird keiner alt! … Wo schon zwei sind, kann kein dritter sein.“ 

Es ist ein klares individualistisches Bekenntnis, gegen den Strom zu schwimmen. Seit 1972 – ja, so alt ist dieses Lied – begleitet es mich und taucht in meinen Gedanken immer wieder auf, wenn ich diese „Lehre“ aus diesem hervorragenden Text brauche :yes:

Bevor ich mit den Wölfen heule,
Werd‘ ich lieber harzig, warzig grau,
Verwandele ich mich in eine Eule
Oder vielleicht in eine graue Sau.
Ich laufe nicht mit dem Rudel,
Ich schwimme nicht mit im Strudel,
Ich hab‘ noch nie auf Befehl gebellt.
Ich lasse mich nicht verhunzen,
Ich will nach Belieben grunzen,
Im Alleingang, wie es mir gefällt!
Ich will in keinem Haufen raufen,
Laß mich mit keinem Verein ein!

Rechnet nicht mit mir beim Fahnenschwenken,
Ganz gleich, welcher Farbe sie auch sein‘n.
Ich bin noch imstand‘, allein zu denken,
Und verkneif‘ mir das Parolenschrei‘n.
Und mir fehlt, um öde Phrasen,
Abgedroschen, aufgeblasen,
Nachzubeten jede Spur von Lust.
Und es paßt, was ich mir denke,
Auch wenn ich mich sehr beschränke,
Nicht auf einen Knopf an meiner Brust!
Ich will in keinem Haufen raufen,
Laß mich mit keinem Verein ein!

Bevor ich trommle und im Marschtakt singe
Und blökend mit den Schafen mitmarschier‘,
Gescheh‘n noch viele ungescheh‘ne Dinge,
Wenn ich mir je gefall‘ als Herdentier.
Und so nehm‘ ich zur Devise
Keine andere als diese:
Wo schon zwei sind, kann kein dritter sein.
Ich sing‘ weiter ad libitum,
Ich marschier‘ verkehrt herum,
Und ich lieb‘ dich weiterhin allein!
Ich will in keinem Haufen raufen,
Laß mich mit keinem Verein ein!

Erinnert euch daran: Sie waren zwölfe:
Den dreizehnten, den haben sie eiskalt
Verraten und verhökert an die Wölfe.
Man merke: Im Verein wird keiner alt!
Worum es geht, ist mir schnuppe:
Mehr als zwei sind eine Gruppe.
Jeder dritte hat ein andres Ziel,
Der nagelt mit Engelsmiene
Beiden ein Ei auf die Schiene!
Nein, bei drei‘n ist stets einer zuviel!
Ich will in keinem Haufen raufen,
Laß mich mit keinem Verein ein!

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein … und unter mir die Westliche Sahara :-)

Der TUIfly-Flug mit der X3 2176 in einer Boeing 737-800 ist ein internationaler Flug
Abflug um 12:15 Uhr von Karlsruhe/Baden-Baden, Germany (FKB)
Ankunft in Fuerteventura, Spain (FUE) um 15:40 Uhr
Der Flug geht über eine Entfernung von 2933 Kilometer
Zwischen beiden Flughäfen besteht ein Zeitunterschied von -1 Stunden
Die Flugzeit beträgt 4:25 Stunden

Hier habe ich einige meiner schönsten Bilder zusammengestellt, die ich während dem Flug geschossen habe.
Deshalb hatte ich mir schon Tage vorab einen Fensterplatz in der 6.Reihe gebucht 

Wir überflogen Afrika: Algier und Marokko – die westl. Sahara. Dort hatte ich ganz eigentümliche Gefühle und Gedanken. Zum Beispiel dachte ich: hier ist sie also, die Wiege der Menschheit! Hier wurden die ersten Menschen erschaffen – weil die „Halbgötter“ Sklaven brauchten. Die Menschen sollten arbeiten und sie anbeten …

Und ich dachte an Antoine de Saint-Exupéry, der damals hier mit seinem Flugzeug abgestürzte.
In seinem Buch „Die Stadt in der Wüste“ (ein grossartiges Buch!) hat er darüber geschrieben. Ein Zitat daraus das mir sehr gefällt: „Denn um klar zu sehen, genügt ein Wechsel der Blickrichtung.“

Und ich dachte für einen Moment, was wohl besser wäre, ein Absturz in der Wüste oder besser doch in den Ozean … hmmm… besser war es dann aber doch, die schöne Welt da unten aus der Vogelperspektive wahrzunehmen und sie mit der Kamera festzuhalten 

Hier also ein paar Aufnahmen die zeigen, was ich so alles aufgenommen habe:

… und natürlich summte ich leise dieses Liedchen vor mich hin