Ich spinne nicht, aber SIE tut es !

 

… und ich beobachte sie, habe sie im Auge 🙂

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Es ist derzeit ein grosses Vergnügen, im Garten umher zu spazieren und die ganze Farbenpracht, die Düfte und die vielen Formen mit allen Sinnen aufzunehmen.

Dieses kraftvolle Rot des Mohns und die Beschaffenheit der Blütenblätter – wie zartes, zerknittertes Seidenpapier. Die Bewegung, wenn er sich sanft im Wind wiegt. Ein unglaublich schöner Anblick.

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Und der Duft dieser Rose ist atemberaubend. Es ist die französische „Malerrose Henri Matisse“. Ich habe sie vor vielen Jahren gepflanzt und jedes Jahr blüht und duftet sie den ganzen Sommer hindurch. Wenn sie besonders viele Blüten hat, streue ich einige in mein Badewasser ein – ein sehr sinnliches Vergnügen 🙂

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Auch die Magie der Lilien wirkt auf mich ein … wieder schweifen meine Gedanken zu Worten, die mich immer wieder tief bewegen, wenn ich diese Lilien sehe …

DIE LILIE   (Originaltitel: Ich und Du)

Wir träumen von einander
Und sind davon erwacht,
Wir leben, um uns zu lieben,
Und sinken zurück in die Nacht,
Du tratst aus meinem Traume,
aus Deinem trat ich hervor
Wir sterben, wenn sich eines
Im andern ganz verlor.
Auf einer Lilie zittern
Zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfließen in Eins und rollen
Hinab in des Kelches Grund!

Johann Friedrich Hebbel

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Es sind ganz besondere Momente für mich, wenn mein Blick auf so viel Schönheit ruht und bezaubernde Worte, die viele Poeten mit uns schon teilten, meinen Geist durchfluten. Ein wundervoller Start in einen guten Tag … 🙂

SCHÖNHEIT … der Sinn meiner Christrose!

 

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„Suche Schönheit, gib dich ihr hin
und lass dich von ihr in Ordnung bringen – auf Einklang stimmen!“

„Auch wenn eine Blume sicher im Grossen und Ganzen der Natur nützlich und zweckmässig ist, so ist die Sinnhaftigkeit, die an ihr aufleuchtet, wenn wir sie offenen Auges wahrnehmen, dennoch nicht an eine solche Zweckmässigkeit gekoppelt. „Die Ros‘ ist ohn‘ Warum. Sie blühet, weil sie blühet“, sagte der Mystiker und Barock-Dichter Angelus Silesius mit gutem Grund. Sie blüht. Und indem sie blüht, stimmt sie; indem sie blüht, ist sie in Ordnung; indem sie blüht, ist sie bejahbar, gut und sinnvoll. Und auf eigentümliche Weise verstehen sie diese Blume, indem Sie sie betrachten, ihren Duft riechen, ihre Blätter fühlen und womöglich sogar ihren Geschmack erproben. Sie werden sagen: „WOW, ist das Schön!“ und können die Blume gutheissen. Sie bejahen sie und finden sie sinnvoll – selbst wenn sie komplett nutzlos ist.
Die Symphonie der Erscheinung, dieses Miteinander unterschiedlicher Aspekte, lässt Sie die Blume zugleich gutheissen und als eine bestimmte Blume, etwa eine Rose, identifizieren.  [….]
Sie haben einen Sinn für Rosen, der es Ihnen erlaubt, Rosen immer wieder als Rosen zu erkennen. Mit Sinn und Sinnlichkeit haben Sie ihren Sinn für die Rose geschult, sodass Sie den Sinn der Rose kennengelernt haben. Und dieser Sinn ist nicht gemacht und nicht geschaffen. Er hat nichts von Nutzen und Zweck. Er ist nicht das WOZU der Rose, sondern er liegt in ihrem in sich stimmigen So-Sein. Und dieses in sich stimmige, harmonische So-Sein meinen wir, wenn wir unserer Sinnerfahrung mit der Rose, ihrer undbedingten Bejahbarkeit Ausdruck verleihen, indem wir sagen:

„IST DIE ABER SCHÖN!“

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Denn im Lichte ihrer Idee zeigt sich die Rose nicht einfach nur als Rose, sondern dieses Licht verleiht ihr zudem den – apollinischen – Glanz der Schönheit, deren Geheimnis nichts anderes ist als eben Harmonie und ES STIMMT.“

(Christoph Quarch/Textauszug „Das grosse Ja“)

Die weisse Rose …

Während ich sie fotografierte, bekam ich im Hintergrund die Nachrichten mit. Es ist alles so schrecklich, was im Moment passiert und ich kann es kaum noch fassen.

Beim Anblick meiner weissen Rose dachte ich an SIE: Sophie Scholl. Sie sagte:

„Ich kann es nicht begreifen, dass nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nie begreifen und ich finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für´s Vaterland.“

… ist diese Aussage nicht auch heute bezeichnend? Was gerade geschieht ist entsetzlich und ich denke: Mein Gott, was tun wir diesen Menschen an!

Und Sophie Scholl – ihre Briefe und Tagebuch-Aufzeichnungen zeigen uns die Persönlichkeit einer jungen Frau von hoher Empfindsamkeit für die Schönheiten der Natur und von tiefem christlichem Glauben. Das folgende Zitat kommt in ihren Aufzeichnungen mehrmals vor:

Poesie