Nachts gegen drei

Nachts gegen drei wache ich oft auf und finde keinen Schlaf mehr. Dann stehe ich leise auf, bereite mir eine Tasse Kaffee zu und setze mich auf den Balkon. Der Mond scheint hell, die Sterne funkeln klar am Himmel – ein Moment voll stiller Schönheit. In dieser Ruhe fühle ich mich mit dem unendlichen Universum verbunden. Gedanken an das Licht, das uns alle durchdringt, erfüllen mich mit Wärme und Geborgenheit.

Ich glaube fest daran, dass wir als Lichtwesen eines Tages dorthin zurückkehren, unsere wahre Heimat. Mein Mann ist bereits vorausgegangen, und ich weiß, dass er dort glücklich ist. Dieses Wissen nimmt mir die Einsamkeit in der Nacht. Das Alleinsein auf dem Balkon tut meiner Seele gut.

Während meine Gedanken so schweifen, wird meine Müdigkeit spürbar. Die Kaffeetasse ist leer, und es ist nun der richtige Moment, um wieder ins Bett zu gehen – erfüllt von Frieden und Zuversicht.

Bevor ich mich ins Bett lege, nehme ich mir einen Moment Zeit, um meine Dankbarkeit für diesen stillen Augenblick auszudrücken. Die Dunkelheit umhüllt mich wie eine sanfte Decke, die alle Sorgen des Tages von mir abfallen lässt.

Eine sanfte Melodie schleicht sich in meine Gedanken – und die Worte:

Guten Abend, gut’ Nacht,
von Englein bewacht, ………….
Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum ’s Paradies.

Langsam schlinge ich nun die Decke fester um mich und atme tief ein, spüre, wie sich mein Herz beruhigt. Die leisen Geräusche der Nacht begleiten mich. In solchen Momenten wird mir bewusst, wie kostbar diese Stille ist, die mir erlaubt, mich selbst wiederzufinden und innere Klarheit zu gewinnen. Morgen wartet ein neuer Tag mit seinen Herausforderungen, doch jetzt darf ich einfach sein – getragen von der Gewissheit, dass Licht und Liebe stets bei mir sind.

Danke, mir geht es gut.

Es gibt was Bessers in der Welt …

 

Ganz besondere Momente voller Magie. Am Ufer eines kleinen verwunschenen Sees setzte ich mich auf einen Stein. Da sanken leise hundert Sterne vom Himmel und tanzten für mich zu einer bezaubernden Melodie – niemand sonst sah es und auch die Himmelsklänge hören so viele nie …

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Ich sehe oft um Mitternacht,
Wenn ich mein Werk getan
Und niemand mehr im Hause wacht,
Die Stern‘ am Himmel an.

Sie gehn da, hin und her zerstreut
Als Lämmer auf der Flur;
In Rudeln auch, und aufgereiht
Wie Perlen an der Schnur.

Und funkeln alle weit und breit
Und funkeln rein und schön;
Ich seh’ die große Herrlichkeit
Und kann mich satt nicht sehn….

Dann saget unterm Himmelszelt
Mein Herz mir in der Brust:
“Es gibt was Bessers in der Welt
Als all ihr Schmerz und Lust.“

Ich werf mich auf mein Lager hin,
Und liege lange wach,
Und suche es in meinem Sinn:
Und sehne mich darnach.

(Matthias Claudius)