Wenn nicht jetzt, wann dann?

Man kann darüber streiten, ob es in „unverhofften“ Situationen von Vorteil ist, das Ganze erstmal überdenkend auszusitzen. Ich gehöre zu den Leuten, die eher wenig sitzen, sondern versuchen, schnellstmöglich Nägel mit Köpfen zu machen (auf die Gefahr hin, dass Irrtum möglich sein könnte). Erfahrung hilft dabei und viel Erfahrung hat derjenige, der sich schon oft geirrt hat, das ist meine Erfahrung. In einer unerwarteten Situation, in der ich gezwungen bin, abzuwägen und Entscheidungen zu treffen, fällt mir immer gleich der Mann ein, der mal schrieb:

„Wer bist du, die du keine sterbliche Frau zu sein scheinst und die der Himmel mit so viel Anmut schmückte? Warum stehst du nicht still? Warum hast du Flügel an den Füßen?“

„Ich bin die Gelegenheit, wenigen bin ich bekannt, und die Ursache dafür, dass ich mich immer bewege, ist, dass ich einen Fuß auf einem Rad halte. Es gibt keinen Flug, der meinem Lauf gleicht, und doch behalte ich Flügel an den Füßen, um in meinem Lauf jeden zu verblenden.
Mein wirres Haar ist nach vorn gewendet, mit ihm bedecke ich mir Brust und Gesicht, damit mich niemand erkennt, wenn ich komme. Am Hinterkopf bin ich kahl. Darum bemüht man sich vergeblich, wenn ich vorüberziehe oder mich umkehre.“

„Sag mir, wer ist die, die mit dir kommt?“

„Es ist die Reue. Darum merke und begreife: Wer mich nicht zu greifen versteht, fasst jene. Und während du redend die Zeit verschwendest, beschäftigt mit vielen eitlen Gedanken, siehst du Armer nicht und begreifst nicht, dass ich dir entschwunden bin.“

(Machiavelli, „Die Gelegenheit“)

Dieser Mann wurde/wird noch immer sehr missverstanden, aber dies ist ein anderes Thema.

Ich habe in den letzten Tagen einiges entschieden/entscheiden müssen und hoffe darauf, dass ich mit allem richtig liege. Es war ja auch alles durchführbar. Nun, schaun wir mal, was die Zukunft bringt.

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