Ich kann es nicht glauben, dass ein Mann so ausgesucht grausam ist. So vollkommen kalt.

Sie ist Ende sechzig. Er, ihre große Liebe ist drei Jahre älter als sie. Erst spät begegnen sie sich und erleben eine Liebe – die unendlich große Liebe – die alles überwindet.
Unglaublich? Nein, ich denke, wer dieses Buch liest, glaubt der Autorin jedes Wort. Worte, die so bezaubernd und wirklichkeitsnah sind, dass sie immer wieder gelesen werden wollen.

Sibylle Knauss erzählt eine berührende Geschichte, in deren Mittelpunkt zwei ältere Menschen stehen. Beide sind schicksalshaft miteinander verbunden. Es ist ein sensibles Bekenntnis zu einer Lebensbeziehung, in welchem der Zufall, das Schicksal und die unbändige grenzenlose Liebe eine wichtige Rolle spielen. Dies ist ein Roman über die Kunst des Liebens. Eine Geschichte über Rausch, Betörung, Lust und Leidenschaft…. auch noch mit siebzig und länger. 🙂

Wie wir uns das vorstellen müssen? Hier ein kleiner Textauszug:

„Manchmal wache ich nachts auf und erschrecke fürchterlich. Ich höre jemanden atmen in meinem Schlafzimmer. Er muss ganz nah bei mir sein. Das Schrecklichste überhaupt. Aufwachen. Und da ist jemand. Ich höre den Atem der Dunkelheit neben mir.
Und dann fällt mir ein, dass du es bist. Du bist bei mir. Im Fastdunkel meines Schlafzimmers erkenne ich dich. Du schläfst auf dem Bauch, die Arme weit ausgestreckt, dein Gesicht zu mir gewandt. Die Silhouette deiner eckigen Schultern rührt mich, weil sie mich an den Jungen erinnert, der du einmal warst und den ich nicht gekannt habe. Ich kann ihn in dir sehen. Ich habe Augen, die ihn in dir sehen können. Er ist jetzt über siebzig, hat immer noch diesen schmalen Kopf [……]

Ich erinnere mich, wie ich beim ersten Mal, als du neben mir eingeschlafen bist, Angst hatte, dich zu betrachten. Ein Schlafgesicht verrät zu viel. Und das Schlafgesicht eines alten Menschen verrät so vieles, was man lieber nicht wissen will. Es hätte hässlich sein können, dein Schlafgesicht, und das wollte ich nicht sehen. Und ich war so erleichtert und bin es noch jedes Mal, wenn ich dir beim Schlafen zusehe. Der Schlaf verwandelt dich, das ist wahr. Er macht dich fremder für mich. Aber auch mit diesem fremden Gesicht gefällst du mir […]

Eine Verwandlung geht mit uns vor, die radikaler ist als die unserer Gesichter im Schlaf. Sie macht Liebende aus uns, übergießt uns mit Schönheit, dich für mich, mich für dich. Wahrscheinlich macht sie sich zunutze, dass wir nicht mehr gut sehen. Egal. Wir gestehen ihr das zu und nehmen unsere Brillen ab, die ohnehin bei der Liebe hinderlich sind. Die Schönheit, die sich uns offenbart, – denn es ist eine Offenbarung, die uns zuteil wird, überwältigt uns. Wir schließen unsere Augen, weil sie uns blendet. Wir ertasten sie. Bist das alles du?, fragst du. Ich erkenne an dieser Frage – dass du sie zu stellen verstehst – deine Begabung zum Liebhaber.

Als du sie zum ersten Mal stellst, sind wir noch lange nicht zu weit. Du hast mir in den Mantel geholfen und stehst hinter mir, und du lässt deine Hände über meine Brüste gleiten. Ich drehe mich zu dir um und hoffe, dass du weitermachst. Ich muss gehen, sage ich. Dabei hoffe ich es so verzweifelt. Aber du sagst: Auf Wiedersehen, und gibst mir die Hand. Du bringst es fertig, mir die Hand zu geben! Ich kann es nicht glauben, dass ein Mann so ausgesucht grausam ist. So vollkommen kalt. [……]“

(aus „Das Liebesgedächtnis“ von Sibylle Knauss)

Nein, er ist natürlich nicht grausam und kalt, sondern ein ganz besonderer Mann 😀

Und dieses Buch ist ein ungewöhnliches, ein ganz besonderes.
Es bekommt von mir 5 Sterne mit * !

Ärgerlich …

… aber sowas von ärgerlich ist das!
Jaaaaa, ich weiss ich soll nichts erwarten, aber diesmal hab ich es schriftlich, dass ich etwas erwarten darf. Und was is wieder?

DIE POST STREIKT WIE VERRÜCKT ! >:-[

Wenn ich einmal was erwarten darf, dann kommt nix! Jedenfalls nicht gleich, nicht schnell genug, so wie es aussieht – da kann ich wohl lange warten :##

Ich hasse solche Ungerechtigkeiten.

Jetzt darf ich wieder nichts erwarten … obwohl ich es schriftlich habe!
Ha, was nützen mir da schöne Worte und eine Grosszügigkeit, wie ich sie gar nicht erwartet hatte… gerade jetzt!

Da wird man doch ganz kirre, erst soll ich nicht, dann darf ich plötzlich und nun wieder doch nicht :no:

Hmmm … wie lange die Post wohl noch streikt? 🙄

Ich meine, danach könnte ich ja das Erwarten fortsetzen. Allerdings kann es dann noch eine ganze Weile dauern, bis die Postboten in die Puschen kommen und schliesslich Alles ausgeliefert haben, was sich in ihren Hallen angehäuft hat … Berge werden das sein! Berge!!! |-|

Und dort anrufen macht dann auch keinen Sinn – die bevorzugen niemanden. Die sagen dann wieder, ich solle mich in Geduld üben – ja, da habe ich auch schon meine Erfahrungen weg. >:-(

O.k., ich lasse es heute gut sein mit dem Ärgern. Ausserdem bin ich sowieso müde um diese Zeit und soll mich auch nicht aufregen, sondern ausruhen, damit ich morgen wieder fit bin für den neuen Ärger, der ja meistens dann nachkommt … bestimmt! Würde mich wundern, wenn sich da nichts finden liesse.

Ach ja, und dann ist da ja auch noch die Solidarität, die ich zeigen soll – während des Poststreiks mit den Postleuten.

Menno, wie wenn das jetzt nötig gewesen wäre, ausgerechnet dann zu streiken, wenn ich mal was erwarten darf! >:-[

Das vergesse ich so schnell nicht!

Aber -Gott sei Dank- gibt es da ja noch die ausgleichende Gerechtigkeit. Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt. Jawohl, ich erwarte, dass die ausgleichende Gerechtigkeit ihrer Pflicht nachkommt. Das ist ja wohl das Mindeste, was ein Mensch erwarten kann, nachdem er ungerecht behandelt wurde, nicht wahr?

Also, ich lass jetzt gut sein für heute – morgen ist auch noch ein Tag. Obwohl es dazu noch viel zu sagen gäbe … das weiss jeder, der schon mal mit diesem Problem konfrontiert war. :`(