Amüsiert betrachtete der selbstgefällige Ziegenbock, was er da vor sich stehen sah – eine Wollkugel auf vier Stöckchen.
„Hehe … regnet’s diesem Schaf ins Fell, rennt es sicher nicht mehr schnell!“, lästerte er lächelnd 🙂
„Spar dir deine dummen Bauernsprüche und nein, ich warte nicht auf die Schafskälte!
Aber warte nur ab: Gibt’s im Januar Wind von Osten, tut die Erde langsam frosten. Dann werden wir ja seh’n, wer von uns beiden besser dran ist.“, blökte das Schaf ärgerlich zurück.
Das Pferd auf der Weide blickte wie immer desinteressiert durch seine haarige Stirngardine, sodass sein Nachbar schweigend annahm, dass es halb blind sein musste. War es aber nicht, denn plötzlich wieherte es: „Dass du dich ja nicht irrst. Der Schein trügt, selbstverständlich habe ich noch ein zweites Auge. Ich sehe alles! Alles klar?“
„Ist ja gut.“, erwiderte das Irokesenschaf.
„Bleibt es hinterm Pony klar, kannst du hoffen auf ein gutes Jahr! Doch Irokesen sehen mehr, das sagt dir jeder Schaf-Friseur.“ Sprach’s und wandte sich einem anderen daherstolzierenden Mitbewohner zu.
„Nein, ich bin keine Zebraziege!“, sagte diese schon in weiser Voraussicht. „Das sind goldfarbene Sonnensträhnchen – das absolute must-have in dieser Wintersaison!
Ausserdem: Wenn am Christkindtag die Sonne scheint, es im Folgejahr keine Tränen weint! So!“, meckerte sie vor sich hin und blickte dabei etwas neidisch rüber zur Ente, deren Federn bunt in der Sonne leuchteten.
Aber nicht nur das. Es war diese schwungvolle Schwanzlocke. Eine ganz besonders schöne Locke – wie gemalt!
Entzückt blickte die Ente nach hinten zu ihrer Schwanzlocke und meinte selbstverliebt: „Ist sie nicht etwas ganz Besonderes? Und … sie hat ihren eigenen Kopf!“ 🙂
Das konnte sich ihre Artgenossin nicht länger mit anhören und stapfte bedrückt davon.
„Pah … eine Locke … EINE Locke!“ , schnatterte sie. „Was ist die schon gegen meinen faszinierenden graugetigerten Hals. Jetzt mal ehrlich – gibt es etwas Ero … ähm … Exotischeres, als einen getigerten Hals?“
„Bäääähh“, platzte es aus dem Esel heraus – anstatt dem gewohnten iah iah iah.
Das ganze Gelaber um Locken und Strähnchen ging ihm gewaltig auf den Geist und seine Zunge hing ihm demonstrativ aus dem Hals. „Ach, ihr könnt mich doch jetzt alle mal …. „, stiess er genervt hervor. 
Doch das nahm er alles wieder blitzartig zurück, denn von der Hütte gegenüber ertönte ein verschmitztes : „Aber bitte schön!“ 
Klammheimlich versuchte das Ziegenbaby gerade, sich durch die Hintertür wieder in den Stall einzuschleichen, nachdem man es wegen ungebührlichen Benehmens dort raus geworfen hatte. „Du kleiner Streithammel!“, hatte die Mutter geschimpft.
Aber von jetzt an wollte es sich bessern. Das hatte es sich ganz fest vorgenommen …. 🙂










schöne Geschichte, da hat Du Dir viel Arbeit gemacht.
Super Geschichte, amüsante Sprüche, schöne Fotos. Bravo, das macht Spaß.
💚