Die Entdeckung einer neuen Speise ….

 

„Was gibt es heute zu essen?“, rief er ungeduldig. Es war schon kurz vor Zwei und höchste Zeit fĂŒr das Mittagessen. Mara stand in der KĂŒche und erwiderte lachend: „Negentropie!“.

„Das hat aber hoffentlich nichts mit Ente zu tun! Du weißt, ich mag keine Ente!“, entgegnete er aufgeschreckt und eilte in die KĂŒche. „Nein, ich koche Linsen mit SpĂ€tzle und Wienerle dazu. Von den SpĂ€tzle gleich ein bisschen mehr, dann kann ich dir morgen KĂ€sespĂ€tzle mit Salat davon zubereiten.“ Das mochte er sehr gerne und schließlich geht ja Liebe durch den Magen.

NatĂŒrlich nicht nur, denn Liebe geht auch durch den Kopf, durch die Gedanken. Wie zum Beispiel die Liebe zum Kochen oder zur Literatur. Diese beiden konnte sie stets verbinden, denn neben dem Kochen nutze sie zwischendurch die „Wartezeiten“ zum Lesen :

»Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.«

Eben, das tat sie. Wenn sie mehr SpĂ€tzle machte, ergab sich die Möglichkeit fĂŒr ein leckeres Essen am nĂ€chsten Tag.

Die Weisheit: „Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.“ und den Begriff „Negentropie“ hatte sie bei Paul Watzlawick aufgeschnappt. Und in diesem Zusammenhang auch, dass der der NobelpreistrĂ€ger Erwin Schrödinger sagte:

» . . . wovon ein Organismus sich ernĂ€hrt, ist negative Entropie.«    ( … wir sind ein lebender Organismus, nicht wahr?)

Die »negative Entropie« (oder Negentropie) ist die Bezeichnung fĂŒr die FĂ€higkeit lebender Organismen, aufzubauen statt abzubauen, aus Unordnung Ordnung zu schaffen.

Durch all diese Informationen hatte Mara folgende Weisheit von Paul Watzlawick verstanden – die Erleuchtung flog ihr sozusagen geradewegs zu:

„[
] Negentropie, das ist die Art von Prozessen, die wir in der Natur immer wieder beobachten können: das Wachsen, Sich-Verbessern. Ich glaube, wir sollten am besten zu Dienern der Negentropie werden. Mir ist in diesem Zusammenhang Heinz von Foersters ethischer Imperativ sehr wichtig. Er lautet: »Handle stets so, dass weitere Möglichkeiten entstehen.«  (Paul Watzlawick)

Negentropie, dieser Begriff gefiel ihr. Er klang gut. DarĂŒber wollte sie noch mehr wissen und konnte folgendes Beispiel in Erfahrung bringen ( http://www.mj-arte.ch/mj-texte/E/entropie.html ):

„FĂŒr das Leben auf Erden ist essentiell, dass die Erde von der Sonne Negentropie aufnimmt und Entropie an das Weltall abfĂŒhrt:

„Was die wenigsten Menschen wissen, ist, welche Beziehung wir zur Sonne haben. Sie sagen, wir benötigen die Sonnenenergie, damit wir auf der Erde leben können. Das ist im Grunde nicht ganz korrekt. Die ganze auf die Erde eingestrahlte Sonnenenergie muss wieder entsorgt werden in den Weltraum, sonst wĂŒrden wir allmĂ€hlich flĂŒssig und gasförmig werden und die Erde sich auflösen. Was wir eigentlich von der Sonnenenergie aufnehmen, das ist nur der geordnete Teil, der ĂŒber eine Richtung verfĂŒgt. Mit anderen Worten ausgedrĂŒckt: Die Energie, welche uns die Sonne zusendet, die ist geordneter als jene, die ungeordnet wieder in den Weltraum, in den schwarzen Himmel zurĂŒckgesandt wird. Das Ganze kompensiert sich wieder. Die OrdnungsfĂ€higkeit, die Syntropie (die Negentropie), die Energie als Ganzes bleibt auf der Erde zurĂŒck und ermöglicht eine wachsende Entfaltung des Lebendigen.“ (Hans-Peter DĂŒrr)

Dies alles musste sie jetzt nur noch auf ihre Linsen mit SpĂ€tzle umsetzen: „Sie sind Nahrung und somit Energie, die geordnet wird. Der ungeordnete Rest, der nicht mehr verwertbar ist, wird in den schwarzen Himmel (… also zunĂ€chst in die dunkle Kanalisation) zurĂŒckgesandt. Die Energie verbleibt im Körper, wo sie wachsende Entfaltung des lebendigen Leibes ermöglicht. Und durch ein Mehr an SpĂ€tzle ergab sich noch die Möglichkeit fĂŒr eine zusĂ€tzliche Negentropie am nĂ€chsten Tag. Ist doch ganz logisch, oder?

Negentropie ist also ein guter Prozess, den wir in der Natur immer wieder beobachten können: das Wachsen und Sich-Verbessern. Und tatsĂ€chlich, MaraÂŽs Lebenspartner fĂŒhlte sich nach dem leckeren Essen wesentlich besser. Dazu beigetragen hat sicher auch das erklĂ€rende GesprĂ€ch am Tisch   🙂

Doch, wer Linsen mit SpÀtzle und Wienerle nicht so mag, kann noch diese Weisheit beherzigen und einfach etwas anderes kochen:

„FĂŒr ein gutes TischgesprĂ€ch kommt es nicht so sehr darauf an, was sich auf dem Tisch, sondern was sich auf den StĂŒhlen befindet. “     (Walter Matthau)

 

4 Gedanken zu “Die Entdeckung einer neuen Speise ….

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